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25.10.11Leser-Kommentare

Wer weiß was über die Nutzer: Die wirkliche Datenkrake heißt Amazon

Google, Facebook und vielleicht auch Apple bereiten Datenschützern Kopfschmerzen. Aber sie vergessen einen großen Konzern im Internet, der viel sensiblere Informationen über uns hat als alle anderen: Amazon.

 

Datenschützer möchten uns davor schützen, dass unsere persönlichen Daten zu einem späteren Zeitpunkt gegen uns verwendet werden. Der Mensch im Allgemeinen lässt sich sehr leicht beeinflussen (abgesehen von netzwertig.com-Lesern natürlich). Marketingstrategen wissen wie es geht. Es haben sich ganze Wissenschaften darum gebildet, wie Menschen sich durch Werbung und Informationen beeinflussen lassen.

Der Schlüssel zum Erfolg eines Werbers sind Daten und zwar solche, die Datenschützer lieber schneller gelöscht sehen würden, als andere das Wort Datenschutz aussprechen können. Je persönlicher diese Daten sind und je mehr sie unseren emotionalen Vorlieben entsprechen, desto besser eignen sie sich, um bei uns einen Kaufimpuls auszulösen.

Facebook weiß, wer wir sein möchten

Datenschützern läuft es hauptsächlich aus zwei Gründen kalt den Rücken runter, wenn sie an Facebook denken: Zum einen sorgen sie sich um zerstörte Jobkarrieren der Anwender, weil irgendwelche Bilder oder Aussagen öffentlich und unlöschbar im Internet verteilt werden. Zum anderen malen sie sich aus, was Facebook alles mit unseren Daten anstellt, um aus selbigen Profit zu schlagen.

Aber überlegen wir doch mal, was Facebook wirklich über uns weiß: Es kennt die Persönlichkeit von mir, die ich im Internet gerne wäre. Man kann (noch nicht) sein ganzes Ich im Internet abbilden, jeder beschränkt sich auf einzelne Punkte seiner Persönlichkeit. Einige tun das weniger erfolgreich (mit Bier in der Hand) als andere (Fan von Audi).

Die Aussage, dass mir Porsche gefällt, haben rund zwei Millionen andere Menschen bei Facebook auch abgegeben. Hat Porsche deswegen zwei Millionen Autos verkauft? Natürlich nicht. Starbucks hat fast 26 Millionen Fans auf Facebook. Einer bin ich. Dass ich aber im Monat zwischen 100 und 200 Euro in Kaffee dieser Rösterei investiere und damit zu den besseren Kunden zähle, steht nicht bei Facebook und Facebook weiss dies auch nicht. Rolex verzeichnet rund 260.000 Fans - trotzdem wird nur ein Bruchteil dieser Personen wirklich eine Rolex erworben haben. Die meisten versuchen lediglich, ihr Image aufzuwerten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Facebook Informationen darüber hat, wer oder was wir gerne sein möchten. Facebook kennt unsere Wunschpersönlichkeit. Es kann aber nur sehr eingeschränkt darüber Auskunft geben, was uns wirklich interessiert und keine sichere Aussage über meine Kaufkraft treffen - abgesehen von drei Erdbeeren bei Farmville.

Google hat Kenntnis darüber, womit wir uns beschäftigten und was uns interessiert

Meiner Meinung nach spielt Google in Bezug auf Datenschutz in einer anderen Liga als Facebook. Bei vielen Produkten, allen voran Google Mail und Google+, hat der Internetkonzern aus Mountain View es geschafft, dass ich ihm meine Daten anvertraue. Darüber hinaus besitzt Google viele andere Gelegenheiten, Nutzerdaten zu sammeln: Durch das Werbeprogramm Adsense hat Google im ganzen westlichen Internet „Satelliten“ installiert, die nach Hause funken, wofür wir uns interessieren, und durch den kostenlosen Webseite-Trafficanalysedienst Analytics weiß Google außerdem noch, welche Websites im Internet wirklich relevant sind.

Google hat genaue Kenntnis darüber, womit wir uns beschäftigen und wofür wir uns interessieren. Anzumerken sei hier allerdings, dass Google eher "kopflastige" Daten über Anwender besitzt: Google kommt oft ins Spiel, wenn der Kopf die Kontrolle über uns Handeln hat und wenn wir uns versichern müssen, dass der Mercedes wirklich besser ist als der Opel, der wahrscheinlich eher dem Budget entspricht. Genau wie Facebook kann Google nur sehr eingeschränkt eine Aussage darüber treffen, ob wir uns unsere Interessen wirklich leisten können. Daran konnte auch Checkout nicht viel ändern, Googles bedingt relevanter Zahlungsabwicklungsservice.

Apple kennt unsere emotionalen Vorlieben

Apple ist in Bezug auf persönliche Daten in einer ganz anderen Position als Google und Facebook. Apple kennt unsere emotionalen Vorlieben, weiß, welche Musik wir hören, welche Filme wir gucken und kann dieses Wissen anhand der Kreditkartendaten mit Adressen abgleichen. Dank iPhones weiß Apple vielleicht sogar, wo wir uns befinden und was wir letzten Sommer getan haben.

Anfragen an Apple bezüglich des Datenschutzes sind in der Regel zwecklos, Apple hüllt sich traditionell in Schweigen. Facebook und Google gehen damit anders um. Bei beiden ist Datenschutz immer wieder ein Thema und sie, in unterschiedlichem Umfang, ergreifen gelegentlich die Initiative, um über dieses Thema zu reden. Wann hat Apple das Thema Datenschutz das letzte Mal von sich aus angesprochen?

Apple hat sehr viele Daten über uns, doch es handelt sich dabei vorrangig um "Luxusdaten". Apple-Produkte sind teuer, wodurch ganze Bevölkerungsgruppen ausgeschlossen werden. Dazu kommt, dass Apple eher „nice to have“ ist - niemand ist zum Leben auf einen iTunes-Song angewiesen.

Amazon, der freundliche Buchhändler im Internet? Mitnichten.

Ich habe vor vier Jahren einen Gefrierschrank bei Amazon gekauft. In den USA liefert Amazon Lebensmittel. Amazon ist günstig, oft sogar der billigste Anbieter und dadurch fast für die ganze Bevölkerung attraktiv. Amazon weiß, was wir brauchen, mögen und uns wirklich leisten können. Amazon kennt auch die Bedürfnisse unserer Nachbarn und hat Informationen über den von mir benutzten Rasierer.

Vor vielen Jahren - ich erinnere mich leider nicht mehr genau wann - kam eine Diskussion auf, warum Amazon während des Bestellvorgangs nach der Telefonnummer fragt. In Deutschland war (und ist wahrscheinlich immer noch) zur Abwicklung von Onlinekäufen nur die Abfrage von Daten erlaubt, die dafür wirklich notwendig sind. Amazon fragt auch noch 2011 nach der Telefonnummer. Angerufen wurde ich nie, und ich habe schon viel bestellt. Warum will Amazon meine Nummer und warum unternimmt kein Datenschützer etwas? Mit 1-Click-Shopping kann Amazon sogar den Impulskauf bedienen, und wenn man in den nächsten drei Stunden noch zusätzliche Produkte erwirbt, kommt alles ohne zusätzliche Versandkosten nach Hause geliefert.

Oft ertappe ich mich selbst dabei, wie ich auf einen Artikel in der Rubrik „Kunden, die gekauft haben, haben auch gekauft“ klicke. Das sind Daten, die mir persönlich gefährlich werden können. Sie fördern, dass man sich auf seine Gefühle verlässt und der Kopf sich ausschaltet. Wer sich für Amazons Express-Versand Prime entscheidet, zahlt eine jährliche Gebühr für die Lieferung innerhalb eines Tages und kann dann versandkostenfrei so viel bestellen, wie er will. Damit sich das aber auch rechnet, wird geshoppt bis zum Umfallen.

Auch wenn ich bewusst überspitze: Wir sollten uns ruhig vor Augen führen, was Amazon alles über uns weiß. Angesichts dessen ist es verwunderlich, wie entspannt doch die Datenschützer in diesem Fall zu sein scheinen: Adresse, Bankkonten, den Inhalt unseres halben Haushalts, Bücher, DVDs, Musik, Kreditkartendaten, Umfelddaten. In meinem Fall weiß Amazon sogar über alle meine Umzüge Bescheid, da ich meinen Amazon-Account schon seit 2001 besitze.

Anfang 2010 berichtete die c’t über die Vermutung der Sippenhaftung bei Amazon. Im übertragenen Sinne bekomme ich nichts mehr geliefert, wenn mein Onkel die Rechnung nicht bezahlen kann. Das ist eine Entwicklung, über die sich Datenschützer wirklich Sorgen machen sollten. Die Schufa würde sich wahrscheinlich über solch genauen Bonitätsdaten sehr freuen.

Amazon hat schon jetzt genauere Daten als die, die Google sehr wahrscheinlich jemals bekommen wird. Die Interessen und die Bedürfnisse gepaart mit den finanziellen Daten können eine datenschutztechnisch explosive Mischung ergeben.

Fazit

Ich behaupte nicht, dass Google, Facebook und Apple aus datenschutzrechtlicher Sicht nicht in Schach gehalten werden müssen. Aber Amazon hat bisher relativ unbehelligt Daten angesammelt, die für Verbraucher schon jetzt gefährlich werden können. Sie geben Auskunft über unsere finanziellen Möglichkeiten und unsere emotionalen Vorlieben auf persönlicher als auch auf gesellschaftlicher Ebene. Kein anderes Internetunternehmen verfügt über solche exakten und umfangreichen Bonitätsdaten. Während Datenschützer sich auf Facebook eingeschossen haben, scheint die wirkliche Datenkrake von ihnen sehr wenig Beachtung zu finden.

Kommentare

  • jam

    25.10.11 (16:07:19)

    Die aktuelle Debatte um den Datenschutz geht doch unter anderem darum, dass Daten erfasst werden, ohne das ein Nutzer jemals zugestimmt hat, weil er z.B. gar kein Mitglied von Facebook ist. Ohne Zweifel ist Amazon einer der "schlimmsten" Datensammler überhaupt. Das ist jedoch kein Geheimnis. Der Kunde gibt dazu allerdings seine Zustimmung. Genau das ist jedoch der Unterschied.

  • Stefan

    25.10.11 (17:35:25)

    Lesen Sie (vielleicht) übermorgen auf Netzwertig: Datenkrake Bofrost - Was sind die wirklichen Ziele des niederrheinischen Konzerns? Durch geschickte Manipulation in Form sogenannter "Kataloge", die in regelmäßigen Abständen an unsere in unüberschaubaren Datenbanken gespeicherte Adressen geschickt werden, versucht man uns Gemüse, Fleisch und Fertiggerichte anzudrehen. Vereinzelt hört man immer wieder davon, dass vom Unternehmen beauftragte Dienstleister sogar bei arglosen Kunden in regelmäßigen Abständen anrufen, um zu fragen, ob Sie "diesmal auch etwas bestellen wollen". In diversen Internetforen werden diese Dienstleister schon gemeinhin als der "Bofrost-Mann" diskutiert. Noch gefährlicher wird es, wenn für Diabetiker verträgliche Ware bestellt wird und damit ein höchstsensibler Teil der eigenen Krankengeschichte einem undurchsichtigen Megakonzern anvertraut wird. Was letztendlich mit diesen Daten angestellt wird, weiß niemand. Sie sehen also: Nicht immer sind Apple, Google, Facebook oder Amazon die Bösen, manchmal klingelt die Datenkranke auch direkt vor der eigenen Haustür.

  • Saraj

    25.10.11 (18:37:35)

    @ Jam War auch mein erster Gedanke. Ausserdem ist die Menge an Kunden im Vergleich zu Facebook und Goolge geringer, auch wenn die Preise alle Schichten ansprechen sollten. Die deutschen sind halt noch immer vorschichtig, wenns um Geld im Internet geht.

  • Martin Weigert

    25.10.11 (19:01:07)

    Ja es ist an der Zeit das Weichert einschreitet.

  • Daniel

    25.10.11 (19:25:00)

    Mich stört es schon länger, dass Amazon einen Großteil meiner Anschaffungen der letzten zehn Jahre kennt. Mit einem Bekannten habe ich im Mai 2010 versucht, meine Bestellhistorie löschen zu lassen. Von Amazon haben wir folgende Antwort erhalten: "vielen Dank für Ihr Schreiben an Amazon.de. Es tut mir Leid, sehr gern würden ich Ihnen weiterhelfen. Allerdings können wir Ihren Wunsch in diesem Fall nicht erfüllen. Eine Löschung der bestehenden Bestellhistorie ist leider nicht möglich. Jedoch gibt es die Möglichkeit Ihr Amazon.de Kundenkonto vollständig löschen zu lassen, Sie könnten sich dann auch unter der selben E-Mailadresse ein neues Konto anlegen. Für eine vollständige Löschung des Kundenkontos und aller Daten ist folgendes Verfahren notwendig: Bevor wir Ihre Daten löschen können, benötigen wir von Ihnen einen schriftlichen und von Ihnen unterschriebenen Auftrag, z.B. per Brief oder Fax. Dies ist unsere Adresse: Amazon.de Kundenservice Im Gewerbepark D 55 93059 Regensburg Deutschland" Daraufhin haben wir uns an das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht gewandt. Wir erhielten eine Antwort, in der man uns folgendes zusicherte: "(...) Es wird daraus deutlich, dass Amazon die datenschutzrechtliche Rechtsgrundlage in einer Erhebung, Speicherung und Nutzung von Bestelldaten des Kunden über den einzelnen Bestellvorgang hinaus sowie der Erhebung, Speicherung und Nutzung personenbezogener Daten aus Besuchen des Internetauftritts unter www.amazon.de offensichtlich in der Zustimmung des Nutzers durch Akzeptanz der Informationen in der im Internetauftritt zu findenden Datenschutzerklärung sieht. Diese Rechtsauffassung beabsichtigen wir in einem gemeinsamen Gespräch mit dem Unternehmen zu erörtern und werden hierfür einen Gesprächstermin in den nächsten Wochen vereinbaren. Daraus können Sie ersehen, dass wir uns der von Ihnen aufgeworfenen Thematik bereits annehmen." Danach haben wir keine Antwort mehr erhalten. Prinzipiell wünsche ich mir einfach nur die Möglichkeit, Bestellungen, die älter als zwei Jahre sind, aus meiner Bestellhistorie löschen zu lassen.

  • Martin

    25.10.11 (21:57:31)

    Bin mit den vorigen Kommentaren konform, dass es einen großen Unterschied macht, ob jemand Daten bewusst oder unbewusst an Dienstebetreiber weitergibt. Unabhängig davon bin ich nicht der Meinung, dass Google weniger Relevantes über uns weiß als Amazon. Wirkliches Wissen entsteht nämlich erst, wenn verschiedene Datenquellen miteinander verknüpft werden. Genau dafür hat Google die beste Ausgangsposition, weil sie einfach am meisten Dienste anbieten (Search, Chrome (!), GMail,...). Umgemünzt auf das Beispiel mit Amazon - so lange ein Amazon-Kunde eine Gmail Adresse hat, weiß Google mindestens gleich viel wie Amazon, da sie die Inhalte der Mailboxen auslesen können. Diese Info lässt sich dann verknüpfen mit dem Suchprofil zu dieser Person und dadurch entsteht viel mehr "Information".

  • Thomas Lang

    25.10.11 (23:11:00)

    Für meinen Geschmack doch etwas weit her geholte These rsp. hier einen Case zu konstruieren. Mit Amazon gehe ich bei jedem Kauf einen Vertrag nach Rechtsordnung des jeweiligen Landes ein. Das Beispiel oben von Bofrost ist symptomatisch. Dann müssen wir den gesamtem E-Commerce anprangern, oder den Distanzhandel per-se (kein Einkauf mehr über den Neckermann-Katalog) - oder auch das Bankwesen. Ist ja auch ziemlich trendy. Denn niemand weiss besser Bescheid als meine Bank über meine finanziellen Möglichkeitene etc. um mal mit diesen Argumenten weiter zu fahren. Oder wie wäre es mit dem Steueramt? OK, letzteres ist eine staatliche Institution. Aber in Zeiten, wo auch der Austausch von Steuerdaten salonfähig geworden ist... Ganz verbieten müsste man natürlich auch alle Kurierdienste wie DHL, DPD, UPS und alle mehr. Denn die tracken ja transparent, was wir alles (bei Amazon) kaufen, wo wir wohnen, ob wir zu Hause waren - und ob wir das ganze auch wieder zurückgesendet haben. Nochmals, Amazon ist ein Onlinehändler wie (fast) jeder andere. Und diese Datenschutz-Romantik die man zwischen den Zeilen lesen kann, gibt's nicht (mehr). Ansonsten muss man die digitale Welt verlassen und Medienbrüche eingehen. Geld von der Bank holen und bei der Post für die Zahlungen einzahlen. In Geschäften vor Ort zahlen - bar notabene. Ausschliesslich öffentliche Telefonkabinen nutzen, sofern man denn noch eine findet und mehr. Google bietet mit http://google.com/checkout im angelsächsischen Raum auch Zahlungsmöglichkeiten an für Dritte - ich zahle aber lieber über Amazon, auch bei anderen Shops übrigens (http://aws.amazon.com/de/fps/). Weil die Rechtsgrundlage (gefühlt) sicherer ist. PS: Dieser Blog wird sicher bei Amazon in der Cloud gehostet - laufe ich nun Gefahr, fortan Literatur über Datenschutz angeboten zu bekommen oder noch besser; "Leser die diesen Blogpost kommentiert haben, haben auch hier kommentiert"?

  • Sven

    25.10.11 (23:26:52)

    In letzter Zeit stelle ich immer wieder fest das ich werbemails von Amazon bekomme die sich auf mein Suchverhalten bei Amazon beziehen. Dies ist mir neu. Vorher waren in den werbe Botschaften nur meine Bestellungen berücksichtigt. War das schon immer so?

  • Thomas Lang

    25.10.11 (23:44:34)

    Das ist schon seit 2-3 Jahren so und wird bei immer mehr Anbietern zum Standard. Eine eigentliche Spezial-Disziplin im Marketing baut sich auf als Re-Targeting (http://de.wikipedia.org/wiki/Retargeting). Mach den Test selber. Suche nach etwas was Du noch nie gesucht hast bei Amazon, z.B. Laubbäume in Neu-England oder so etwas. Warte 10 Tage und Du wirst einen Newsletter erhalten, mit Treffern auf diese Suche - Du musst jedoch eingeloggt sein (UND hier unterscheidet sich Amazon von Apple, Google und Facebook - ja Facebook trackt auch, wenn ich nicht eingeloggt bin). Surf mal bei Brack.ch, DeinDeal.ch, fashionforhome.de und mehr vorbei - schon mal gewundert, warum Du danach querwebein Banner dieser Anbieter findest bei slideshare.net, youtube.com, mashable.com ? Man könnte fast Paranoid werden. Google ist sehr stark im Bereich Re-Targeting, aber auch spezialisierte Anbieter wie http://criteo.com und andere. Oder guck Dir mal den Quelltext von http://zalando.ch an - da sind 5+ Tracking-Tools im Einsatz.

  • Helmut

    26.10.11 (07:12:13)

    Amazon sammelt die Telefonnummern-Information für deren Versanddienstleister DHL. Der kann - und das ist bei mir auch schon passiert - mich dann anrufen und fragen, was er mit dem Paket machen soll, welches per Express zugestellt wird und was nicht in die Packstation passt. Passiert nicht häufig, dass sich der DHL-Mann bemüht, aber wenn, dann kann er die Telefonnnummer nur aus diesem Datenfeld haben.

  • Tobias

    26.10.11 (09:48:21)

    Es gibt da diese Geschichte von einer deutschen Staatsbürgerin, die aufgrund ihrer bei amazon gespeicherten Daten nicht in die USA einreisen durfte. Vielleicht nur ein Einzelfall, der aber zeigt, welche persönlichen Konsequenzen unter Umstanden durch den Datenhunger von amazon entstehen können. Nachzulesen unter: http://www.heise.de/tp/artikel/16/16039/1.html

  • Marco

    26.10.11 (09:53:53)

    Ich bin mit dem Artikel nicht wirklich einverstanden. Facebook und Google ermöglichen tiefgreifendere "Martstudien". z.B. Region mit den meisten Checkins oder Wohnsitz von Leuten, die bei Starbucks Fan sind (oder in anderen Starbucks einchecken, oder Starbucks oft in Messages vor kommt), aber auch bei einer Konkurenzfirma, aber noch kein Starbucks im Umkreis von 3km gibt (gibts das in einer Grossstadt auf dieser Welt überhaupt? :) Und schon hat man den neuen Standort für eine Filiale. Solche Data Mining Beispiele könnte ich duzende liefern. Kundenkarten bei jedem Geschäft/Versandhaus sind das selbe wie die kritisierte Amazone Bestellhistory. Und meine Bibliothek oder Buchhandel weiss auch was ich für Bücher lese. Auch was ich für Musik oder Filme schaue (Apple) finde ich persönlich eine relativ wertlose (in Zusammenhang mit Marketing) Information im Vergleich zu Facebook Daten.

  • Thomas Lang

    26.10.11 (11:30:52)

    Ohhhh Räubergeschichten mit US Grenzbeamten könnte ich Dir haufenweise erzählen. Hab da mehrjährige Erfahrung. Und glaub mir, die können sicher keine Daten von Amazon rauslesen, auch wenn sie gar dürften (...) Hast Du den Heise Artikel gelesen? Es handelt sich um eine öffentliche Wunschliste die angelegt wurde, für jedermann einsehbar. Nix Datenschutzleck.

  • Marten

    26.10.11 (11:48:59)

    Ehrliche Frage, was ist jetzt neu daran? Schon zu Zeiten von Quelle und anderen Katalogversandhäusern wurden zu jedem Besteller eine Historie geführt. Hat man ein paar mal nicht (pünktlich) bezahlt, wurde einem früher halt ein weinender Smily oder sonst was auf die Akte geklebt und jeder im Unternehmen wusste: "Diese Person nur noch per Vorkasse bzw. sehr vorsichtig beliefern". Mir kommt es mittlerweile so vor als wäre das Ideal für die Datenschützer, das Suchmaschinen Antworten liefern sollen ohne jemals eine Suchanfrage erhalten zu haben und Onlinehändler jemanden beliefern sollen, ohne das der Käufer je eine Bestellung getätigt hat. Das ist und bleibt einfach Schwachsinn. Wer der "Datensammelwut" entkommen will, muss eben seine eigene Suchmaschine aufsetzen, seine Freunde nur im realen Leben treffen und komplett auf den Kauf von (Konsum)gütern verzichten etc. Noch einfacher: Stecker ziehen, sich als Staatsbürger abmelden und in den Amazonas umsiedeln. Zudem: Aufzeichungen jeglicher Art gibt es, seit die Menschen schreiben konnten. So wurden uns viele Dinge aus dem Altertum nur überliefert, weil jemand "Voratsdatenspeicherung" oder wie immer man das nennen mag, betrieben hat. Ich möchte hier die Liste außerdem nochmals erweitern. Die wirkliche Datenkrake ist doch der Staat, die wissen doch tatsächlich wo ich wohne, welches Einkommen ich habe, ob ich ein eigenes Haus besitze, ich Kinder habe, wo diese Kinder in die Schule gehen, welchen Abschluss diese haben usw. In unseren Zeiten ist nahezu alles und jeder eine Datenkrake. Selbst netzwertig.com! Die speichern nämlich die Kommentare von vielen Nutzern, wer weiß was sie damit vorhaben... :P

  • Tobias

    26.10.11 (11:51:32)

    Ich habe ganz bewusst auf diesen Artikel verwiesen, weil er weniger reisserisch ist als viele andere zum selben Ereignis. Aber allein das die auf die Idee kommen, sich bei amazon über eine Einreisende zu erkundigen, zeigt doch, in welchem Licht alle dort eingebenen Informationen zu betrachten sind.

  • J.S.

    26.10.11 (11:52:16)

    Ein Nebenpunkt: wer Porsche, Mercedes, Starbucks, Rolex "mag", hat von der Reputation doch geradezu öffentlichen Selbstmord begangen. Zurück zum Hauptstrang, Amazon. Schade übrigens, dass deren PR-Abteilung so gehemmt wirkt, ich hätte hier bereits einen Post von denen erwartet. Nach Amazons Darstellung im Shop sei die Telefonnummer nötig, um Lieferprobleme angehen zu können (DHL-Laster steht doch irgendwie vor der falschen Adresse, übersetze ich mir das). Die zugeschnittenen Empfehlungen kann ich doch alle abschalten. ... Schlimmer als Quelle früher oder Tante Emma ist es daher kaum. Man kann ja auch ab und an den Shop wechseln, um das Profil zu verwischen ...

  • Thomas Lang

    26.10.11 (12:10:33)

    Aber allein das die auf die Idee kommen, sich bei amazon über eine Einreisende zu erkundigen, zeigt doch, in welchem Licht alle dort eingebenen Informationen zu betrachten sind. Nochmal: es handelte sich gem Deiner Quelle Heise um eine öffentliche Wunschliste mit Amazonartikeln welche die Einreisende auf ihrem Blog eingebunden hat. Der Immigration-Beamte hat wohl kurz ihren Namen gegoogelt und ist auf den Blog gestoßen. Das hat überhaupt nichts mit Amazons Datenschutz zu tun. Er ist auf willentlich durch die Frau öffentlich gemachte Informationen gestossen. Der Zusammenhang mit Amazon hier ist Zufall, hätte jede andere Quelle sein können. Wobei ich nicht kommentieren will, wie mutmaßlich "ergoogelte" Infos zur Einreiseentscheidung benutzt werden. Das ist ein anderes Thema und betrifft auch jeden HR Verantwortlichen der Berwerberinfos aus dem Netz holt. Notabene ÖFFENTLICHE Infos.

  • P.D.

    26.10.11 (13:33:01)

    Die Telefonnummer wurde bei mir bereits einmal angewandt. Damals hatte ich ein "Textilreinigungsgroßgerät" bestellt und der Lieferant/Spediteur sprach mit mir einen Liefertermin ab. Zu solchem Zwecke sehe ich das ganz wünschenswert...

  • thomasch

    27.10.11 (10:22:32)

    Amazon sammelt die Telefonnummer nicht nur für DHL. Man kann Dinge bei amazon kaufen, die werden per Spedition geliefert (Fernsehgeräte/WaMa etc.). Die Spedition ruft an um einen Liefertermin zu vereinbaren.

  • Joaquin

    27.10.11 (20:14:14)

    Aber haben derartige Erfassungen nicht auch schon früher bei Otto, Neckermann & Co erfolgt? Die Frage ist, ob man derartige Daten anonymisiert für die weitere Verwendung im Unternehmen um dort den Bedarf usw. festzustellen oder nicht. Leider findet diese Anonymisierung dann halt doch nicht statt.

  • Chron2

    28.10.11 (11:22:38)

    ;-) Super!

  • hans wilhelm rohmann

    16.11.11 (09:45:36)

    warum kommen bei meiner email adresse keine newletter an

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