<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

18.08.14Kommentieren

Studie

Webshop-Betreiber vernachlässigen den Datenschutz – mit teuren Folgen

ein Beitrag von Ralph Günther

Warum mit Kundendaten nicht zu spaßen ist und welche Folgen der

Verlust nach sich ziehen kann, zeigt Versicherungsexperte und

exali.de-Gründer Ralph Günther in diesem Beitrag. Dabei geht er auch auf

Haftungsrisiken für Webshop-Betreiber ein und erklärt, wie eine

Webshop-Versicherung Schutz bieten kann.


Wenn Kundendaten abhanden kommen

Das ibi research Institut der Universität Regensburg hat zwischen November 2013 und März 2014 eine Studie zur „Informationssicherheit im E-Commerce“ durchgeführt, für die 119 Webshop-Betreiber und deren Mitarbeiter befragt wurden.

Die Ergebnisse der Studie bereiten Kopfzerbrechen: Zu den

Datenrechtsverletzungen und dem Datenverlust durch eigene Mitarbeiter

addiert sich der Datenklau durch Cyber-Kriminelle. 19 Prozent der

befragten Unternehmen wurden in der Vergangenheit sensible Daten

gestohlen, 19,7 Prozent wurden sogar gehackt.

Die Folgen des Datenverlusts (egal ob durch eigene Mitarbeiter oder

durch einen Angriff aus dem Netz verursacht) können für einen

Webshop-Betreiber existenzbedrohend sein. Denn nicht nur die teuren

Maßnahmen, die nach einem Hack ergriffen werden müssen, können ein Loch

in die Kasse reißen – auch der mit dem Verlust einhergehende

Imageschaden kann Umsatzeinbußen nach sich ziehen.

Mit den Daten verschwinden die Kunden

Wer denkt, dass kleine Webshops kein lukratives Ziel für Hacker

abgeben würden und damit sicher sind, liegt leider falsch. Sie verfügen

häufig weder über das Know-how, noch über die Mittel, um sich gegen

Angriffe aus dem Netz adäquat zu wehren.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass Onlinehändler über eine gute

Webshop-Versicherung verfügen, die sie bei einem Datenverlust

finanziell, professionell und mit Assistance-Leistungen unterstützt.

Nach dem Hack: Kosten und Aufgaben

Gehen Kundendaten verloren, kommen auf den Webshop-Betreiber hohe

Kosten zu: Ein Experte muss zur Wiederherstellung der Daten beauftragt,

Systeme aktualisiert und betroffene Kunden informiert werden. Haben es

Hacker nicht nur auf Daten abgesehen, sondern legen auch gleich den

gesamten Webshop lahm, kommt zu den Kosten für die Wiederherstellung der

eigene Systeme und Daten auch noch der Umsatzausfall hinzu – und der

kann enorm sein, auch wenn der Shop nur für Stunden offline ist.

Eine gute Webshop-Versicherung deckt deshalb nicht nur die Kosten für

Ansprüche Dritter bei Datenschutzverstößen, Datenmissbrauch oder beim

Verlust von Kundendaten ab, sie übernimmt auch die Absicherung der Eigenschäden als Opfer von Cyber-Kriminalität. Dazu gehören die Kosten für:

  • die Wiederherstellung des Shops und der eigenen IT-Systeme,
  • die Beauftragung von Computer-Forensikern und Anwälten (inkl. strafrechtlicher Verteidigung)
  • den Ertrags- und Gewinnausfall durch den Ausfall des Webshops (Betriebsunterbrechung),
  • die

    Information und Beratung betroffener Kunden,die Beauftragung externer

    Kreditschutz- und Kreditüberwachungsdienstleistungen sowie

  • Krisenmanagement & PR-Maßnahmen.

Webshop-Versicherung: Onlinehändler bei Schadenersatzforderungen gut abgesichert

Das Internet ist für Webshop-Betreiber nicht nur Lebensgrundlage und

Handelsplattform, es birgt auch zahlreiche Risiken. Neben den bereits

beschriebenen Kosten im Zusammenhang mit Daten- und Eigenschäden kann es

auch zu teuren Schadenersatzforderungen Dritter kommen.

Eine gute Webshop-Versicherung bietet daher auch Schutz bei folgenden Schäden:

  • der Verletzung von gewerblichen Schutzrechten, wie Marken-, Domain-, Lizenz-, Urheber-, Namens- und Persönlichkeitsrechten,
  • Kennzeichenrechtsverletzungen (passing off) und Rechtsverletzungen durch Verlinkungen oder das Framing anderer Webseiten,
  • Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht und Werbung,
  • Abmahnungen und einstweiligen Verfügungen,
  • Kosten für die Abwehr ungerechtfertigter Ansprüche (so genannter passiver Rechtsschutz)

Um auch Personen- und Sachschäden sowie ggf. das

Produkthaftungsrisiko als „Quasihersteller“ abzudecken, kann zudem die

Erweiterung um eine optionale Betriebs- und

Produkthaftpflicht-Versicherung sinnvoll sein.

Onlinehandel nicht unterschätzen

Webshops sind nach wie vor ein attraktives Geschäftsmodell. Mit

vergleichsweise geringem Eigenkapital können eigene Produkte einer

Vielzahl an Menschen zugänglich gemacht werden. Was viele Startups

jedoch nicht bedenken: Nur weil ein Business mit geringen Mitteln

aufgebaut wird, bedeutet das nicht, dass die beruflichen Risiken deshalb

ebenfalls gering sind.

Auch ein kleines Business, zum Beispiel der Online-Verkauf von Omas

selbstgestrickten Socken, bringt Haftungsrisiken mit sich, die im

schlimmsten Fall für die Betreiber richtig teuer werden können. Eine

spezifische Webshop-Versicherung lohnt sich deshalb bereits ab dem

ersten Tag im eBusiness.

Autor: Ralph Günther

Versicherungsexperte und Gründer
Website des Autors
Ralph Günther

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer