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12.08.13

Web Apps: Wie Amazon die App-Entwicklung revolutioniert

Amazon erlaubt Entwicklern künftig, Web Apps im hauseigenen Appstore anzubieten. Ein richtungsweisender Schritt.

AppstoreAlexander Ringsdorff ist Gründer und CEO von CouchCommerce . Dieser Beitrag erschien zuerst in seinem privaten Blog.

Jeder Entwickler von Apps kennt das Problem: iOS, Android, Windows, BlackBerry und Firefox OS. Für jedes der Betriebssysteme und ihre Besonderheiten muss einzeln entwickelt, gewartet und aktualisiert werden. Daher können sich nur die wenigsten Unternehmen Apps für alle Plattformen leisten. Oft findet sich deshalb auch eine stark unterschiedliche Qualität der Apps je nach OS wieder.

Seit einigen Jahren wird die Entwicklung der Web-App-Technologie auf Basis von HTML5 stark voran getrieben. Mittlerweile gibt es nur noch wenige Anwendungsfälle, die nicht via Web App abgebildet werden können. Trotzdem besteht weiterhin die Notwenigkeit, für jedes Ecosystem getrennt zu entwickeln, oder sich aufwändiger Tools wie etwa PhoneGap zu bedienen, womit sich Web Apps in native Apps umwandeln lassen. Der hohe Aufwand für Updates, Wartung und Tests bleibt auch dann bestehen. In der vergangenen Woche hat Amazon die Konsequenz aus dieser Situation gezogen. Das Unternehmen lässt ab sofort Web Apps innerhalb des hauseigenen Appstores zu. Das heißt, anstelle einer typischen Android-Applikation können einfach die Web Apps zum Appstore hinzugefügt werden. Dazu müssen lediglich die URL angegeben sowie Screenshots und Icon hochgeladen werden. Völlig kostenlos erscheint so die Web App als native App im Amazon Appstore auf Millionen Kindle Fire- und Android-Geräten. Download & Installation erfolgen wie bei jeder anderen App.

Die positive Folge ist, dass nur noch die Web App gepflegt werden muss. Die nativen Apps auf Android und Kinde Fire hält man quasi automatisch aktuell. Die Usability ist über alle Kanäle identisch und von gleich hoher Qualität.

Was ist mit den anderen Appstores?

Aus meiner Sicht wird Google den Play Store auch für Web Apps öffnen. Mit AngularJS haben sie einen eigenen Web-App-Entwicklungsstandard ins Leben gerufen, so dass hier sicher bald die Türen geöffnet werden. Das kann nur im Interesse von Google sein. Wie bei Amazon werden dann sicher Services wie in-App Kauf via JS Service verfügbar gemacht.

Apples App Store fungiert als starker Walled Garden und wird wohl nicht so schnell für Web Apps geöffnet. Daher werden sich Entwickler weiterhin App-Containern bedienen müssen, die eigentlich nichts anderes tun, als einen Browser zu laden, der dann die Web App anzeigt. Diese Container kann man mittels Tools wie dem oben angesprochenen PhoneGap erzeugen. Auf lange Sicht betrachtet wird Apple jedoch auch eine bessere Antwort finden müssen.

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