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04.11.08Leser-Kommentare

Web 2.0: Tausend APIs

APIs sind das zentrale Nervensystem für das moderne Web. John Musser hat nun tausend APIs gesammelt und einen Überblick erstellt.

Einige von Euch können sich vielleicht noch daran erinnern: Die ursprüngliche Bedeutung von Web 2.0, wie sie von Tim O’Reilly vor etwa vier Jahren formuliert wurde, hat mit der eigentlich nichtssagenden Reduktion des Begriffs auf ein Mitmachweb, wie es sich vor allem im deutschen Sprachraum eingebürgert hat, so gut wie nichts zu tun.

O’Reilly ging es damals eher um die Beschreibung (nicht um die Erfindung) von einigen Prinzipien, die er bei einigen Unternehmen in Aktion sah, die mit der damaligen Funktionsweise des Web brachen und neue Formen der Wertschöpfung bzw. neue Geschäftsmodelle ermöglichten.

Eines der wichtigsten Prinzipien dabei war, Daten nicht länger in isolierten Silos einzusperren und zu kontrollieren, sondern sie fließen zu lassen. Anwendungen, die sich öffnen, ermöglichen die Entstehung eines Ökosystems an anderen Anwendungen, die damit zusammenspielen. Einerseits entstehen dadurch für die Benutzer  ungeahnte Möglichkeiten, andererseits erhöht sich dadurch auch der Wert und die Bedeutung des eigenen Angebots. Man denke nur an die 500 Twitter Mashups, die sowohl den Twitter-Usern das Leben versüssen, als auch Twitter als De-facto-Standard betonieren.

Neben Feeds sind APIs – Programmierschnittstellen, über die Drittanbieter auf einen Dienst zugreifen können – die wichtigste technologische Komponente dafür.

John Musser hat es sich auf dem Blog Programmable Web zur Aufgabe gemacht, all diese APIs zu sammeln und zu dokumentieren. Gestern hat er die 1000ste API gefunden und das zum Anlass genommen, einige interessante Statistiken zu veröffentlichen.

Die 15 Kategorien von APIs mit den meisten Anbietern sind:

Als Protokoll wird vor allem REST angeboten, gefolgt von SOAP, JavaScript, Atom und XML-RCP:

Musser nennt ein paar Beispiele, welche Auswirkungen APIs haben können:

  • 60% aller Listings bei eBay werden über die API eingestellt, monatlich werden 6 Milliarden API-Aufrufe getätigt.
  • Google Maps Mashups sind omnipräsent
  • Flickr und Youtube sind Basis für Tausende von Mashups
  • Twitter generiert nur 10% des Traffics auf der Webseite, der Rest läuft über die API
  • Salesforce hat mit der API den SaaS-Markt revolutioniert.

Eine API alleine bedeutet natürlich noch gar nichts. APIs sind oft eine notwendige, aber in den seltensten Fällen eine hinreichende Voraussetzung dafür, einen Webdienst aufzuwerten. Aber mit etwas Glück und dem richtigen Angebot zum richtigen Zeitpunkt ermöglichen sie die wunderbarsten Blüten.

Kommentare

  • Jan

    05.11.08 (09:16:27)

    Bei Hitmeister werden > 90% der Artikel über unsere API (REST, CSV sowie Command Files) eingestellt und verwaltet. Für große Händler ist eine gute API eine Mindestbedingung. Wir bieten jedem an, ohne Anmeldung o.ä. unsere Preisinformationen abzufragen. Das wollen wir auch langsam ausbauen, wobei derzeit eher Händler und Affiliates die API nutzen. Was ein interessanter Artikel wäre: was brauchen Leute eigentlich, wenn Sie "gegen" eine API programmieren? Was sind die am häufigsten genutzten Funktionen?

  • Marco

    05.11.08 (12:55:32)

    hallo markus, interessante aufstellung. habe jedoch das gefühl, dass deutsche dienste in dieser hinsicht immer noch sehr konservativ und "sicherheitsbewusst" agieren. vielleicht schreibt ihr wirklich mal was zum thema, das animiert und aufklärt. gruss aus berlin marco

  • Markus Spath

    05.11.08 (13:47:29)

    @Jan ah, interessante Info. Danke für Euer Feedback, wir hören uns einmal in DACH zum Stand der APIs etwas um.

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