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31.05.08Leser-Kommentare

Web 2.0 in Geldnöten: Na, heute schon ein Businessmodell gesucht?

"Web 2.0 fails to produce cash" titelte die Financial Times diese Woche und liess sich über die enttäuschenden Umsätze bei Social Networks und anderen Web-2.0-Firmen aus. Das war mehr als das übliche Alte-Medien-gegen-neue-Medien-Bashing. Das war ein berechtigter Hinweis auf eine verhängnisvolle Illusion rund um Web-2.0-Businessmodelle.

"Build it, and they will come" ist eines der Lieblingsmottos der Web-2.0-Branche. Man braucht nur einen tollen Service ins Netz zu stellen, so hört man, und schon bald werden zahlreiche User denselben ins Herz schliessen. Daraufhin können Investoren und zahlende (Werbe-)Kunden gar nicht mehr anders, als das fragliche Web-2.0-Startup mit Geld zu überschütten. Auf irgendeine Weise. Denn wo User sind, da geht auch automatisch das Geld hin. Ist doch klar und immer wieder in der Praxis ersichtlich, oder?

Ein grosser Teil der Web-2.0-Branche teilt diese Überzeugung: Dass sich der finanzielle Erfolg automatisch einstellen wird, wenn man erst mal genug User gewonnen hat. Ein klares Businesmodell braucht man am Anfang darum gar nicht, das ergibt sich dann schon irgendwie, sagen selbst prominente Web-2.0-Investoren wie VC Fred Wilson . Das ist natürlich sehr praktisch, denn das spart viel Zeit und geistige Anstrengung, weil man sich nicht den Kopf über diese komplizierten Businessaspekte zerbrechen muss.

Noch besser: Wenn man kein Businessmodell hat, braucht man auch keine Zeit mit ekligen Tätigkeiten wie ... igitt!... dem aktiven Verkaufen seiner Leistungen an zahlende Kunden zu verbringen. Klinkenputzen, Cold Calling, Verkaufspräsentationen, Kundenessen -- alles soooo Old Economy. Hat Web 2.0 nicht nötig, da kommt das Geld von selbst. Irgendwie aus Werbeeinnahmen. Oder so.

Das beinahe schon heiliggesprochene Vorbild der meisten Web-2.0-Firmengründer und -Investoren ist natürlich Google. Hat nicht Google damals einfach so in der Garage angefangen, mit nichts als zwei schlauen Köpfen und einer tollen Idee? Hat Google nicht ganz ohne Werbung die Welt erobert, weil es einfach besser war? Und hat Google nicht in den ersten drei Jahren ganz ohne definiertes Businessmodell überlebt und erst dann wundersamerweise das Rezept für das grosse Geld gefunden? Das sollte doch für weitere Startups genauso funktionieren, oder?

Leider nicht. Zunächst mal: Google ist eine Ausnahmefirma, wie sie wohl nur alle zwanzig Jahre vorkommt. Das Unternehmen war so ausserordentlich erfolgreich dank einer glücklichen und extrem unwahrscheinlichen Kombination aus schlauen Gründern, noch schlaueren Investoren, bröckelnder Konkurrenz und einer massiven Diskontinuität in der Marktentwicklung. Daraus abzuleiten, dass auch andere Startups in der genau gleichen Weise erfolgreich sein werden, ist extrem naiv.

Hinzu kommt: Google hatte sehr wohl von Anfang an ein klares Businessmodell, nämlich seine Suchtechnologie an Portale (AOL, Yahoo etc.) zu lizensieren. Damit hat Google im Jahr 2000 (vor Adwords) immerhin schon $20 Mio. Umsatz gemacht. Die eigene Google-Site war vermutlich unter anderem deswegen so spartanisch, weil man nicht mit diesen Grosskunden in direkte Konkurrenz treten wollte. Es war mehr eine Technologiedemonstration als ein Angebot für Endkunden. Aber schon bald stellte sich heraus, dass die User die Einfachheit schätzten. Ums Jahr 2000 herum begann Google dann mit Erfolg ein neues Businessmodell zu testen: Textanzeigen, die passend zum Suchbegriff angezeigt werden. Das Konzept hatte keineswegs Google erfunden und im Markt etabliert, sondern die später von Yahoo übernommene Firma Overture.

Google hat also keineswegs ein revolutionäres Geschäftsmodell erfunden und ist auch nicht einfach so darüber gestolpert, sondern setzte in Folge gezielt zwei etablierte Methoden zum Geldverdienen ein, die im Markt schon getestet und bewährt waren. Und das initiale Modell war sehr simpel und banal: Technologie gegen Geld.

Ein grosser Kontrast zur aktuellen Generation von Star-Startups: Die meisten sind gestartet nur mit der diffusen Idee, dass man mal irgendwie mit Werbung (Google Adwords?) Geld verdienen könnte. Viele prominente Dienste -- Twitter, FriendFeed, Tumblr -- haben noch immer keine sichtbare Einnahmequelle. Und selbst die Riesen unter den Web-2.0-Firmen -- MySpace, Facebook, Youtube -- produzieren zwar beachtliche Umsätze, die aber in keinem Verhältnis zu ihren gigantischen Userzahlen liegen. Es fällt tatsächlich schwer, eine einzige typische Web-2.0-Firma zu nennen, die reale Umsätze generiert, die dem Hype angemessen wären.

Erfahrene Unternehmer sind darüber kaum erstaunt. Denn erfolgreiche Geschäftsmodelle fallen nicht vom Himmel und entstehen auch nicht im stillen Kämmerlein. Wer ein tragfähiges Businessmodell finden will, kommt um die folgenden Punkte nicht herum:

1. Früh anfangen, ständig experimentieren, schnell anpassen. Google war anfänglich ein reiner Technologielieferant, jetzt faktisch ein Medienunternehmen. Microsoft wollte ursprünglich Software für Verkehrsampeln herstellen. Apple verkaufte zu Beginn seine Produkte nur an Hobbybastler. Offensichtlich sind diese Firmen ganz woanders gelandet.

Entscheidend dabei: Alle haben mit einer klaren, fokussierten (wenn auch nicht unbedingt guten) Geschäftsidee angefangen. Sie haben diese Idee sofort an der Realität getestet und sich laufend aufgrund der Erkenntnisse aus dem Markt angepasst. Und sie sind nie stehengeblieben, sondern optimieren ihre Geschäftskonzepte immer noch weiter.

Das ist ein enormer Unterschied zu vielen Web-Startups, die zunächst mal mögliche Umsatzquellen einfach ignorieren, "weil das dann ja schon kommt". Stattdessen konzentrieren sie sich auf Pseudo-Erfolgsmasstäbe wie die Anzahl von registrierten Beta-Usern. Das sieht am Anfang ganz toll aus, weil die Zahl ja so schnell wächst. Aber wenn man dann erstmal alle 200'000 üblichen Verdächtigen eingesammelt hat, die sich sowieso für jede Beta registrieren, sieht es plötzlich düsterer aus.

Das Finden und Schärfen eines Businessmodells ist eine zeitintensive Sache, mit der man so früh wie möglich anfangen muss. Und der einzige Massstab, der dabei zählt, sind reale Kunden, die reales Geld zahlen. Die Leute stimmen tatsächlich über Geschäftsmodelle ab, und zwar mit ihrer Brieftasche.

2. Verkaufen muss man in jeder Branche. Ein besonderes Web-2.0-Phänomen ist die fast schon krankhafte Distanz zum Verkausprozess. Viele Gründer denken, dass man im Prinzip nur die Geldgeber überzeugen muss und dann dank abstrahierter Einkommensquellen wie Adsense zum Glück nie wieder eine Verkaufspräsentation zu halten braucht. Das ist natürlich verhängnisvoll, denn Firmengründer müssen pausenlos verkaufen: An echte, zahlende Kunden. An die Presse. An die Öffentlichkeit. An Mitarbeiter.

Ich habe in letzter Zeit mehrere Web-Startups aus der Nähe erlebt, die tatsächlich denken, dass man dank der schön hygienisch-distanzierten Online-Werbung genug zahlende Kunden finden kann, ohne jemals reale Verkaufsgespräche oder Kundenbesuche machen zu müssen. Diese Distanz ist schädlich, denn so reduziert man nicht nur seinen Impact im Markt dramatisch, man schneidet sich auch eine essentielle Feedbackquelle ab. Wiederum ein grosser Unterschied zu wirklich erfolgreichen Unternehmen: Michael Dell oder Steve Ballmer machen auch heute noch sofort Kundenbesuche überall auf der Welt, wenn es um einen grossen Deal geht.

Gerade wenn man auf Werbung als Geldquelle setzt, ist direkter, persönlicher Kontakt zu grossen Auftraggebern essentiell. Werbedeals verkaufen sich auch heute noch primär beim Mittagessen, nicht über Googles Auktionssystem. Und das wird auch noch lange so bleiben, ob einem das gefällt oder nicht.

3. Hope for the Best, Plan for the Worst. Natürlich ist Enthusiasmus für jedes Startup sehr wichtig, aber all die Begeisterung muss ausbalanciert werden mit einen gesunden Sinn für die Realität. Gerade im Web neigen durch die scheinbare Unbegrenztheit des Mediums viele Startups (und Investoren und selbst gewisse Teile der Presse) dazu, Anfangserfolge einfach mal linear zu extrapolieren. Sehr her, Facebook hat vier Jahre nach seiner Gründung schon $150 Mio. Umsatz! Dann müssen es in nochmal vier Jahren mindestens 8.5 Milliarden sein!

Mag sein, dass es so kommt, aber deutlich wahrscheinlicher ist, dass selbst die erfolgreichsten Web-Firmen nicht immun gegenüber Konjunkturschwankungen, lahmendem Userinteresse, wachsender Konkurrenz und allerlei operativen Pannen sind. Es ist darum essentiell, gerade auch in guten Zeiten darüber nachzudenken, ob das Businessmodell auch in schlechten Zeiten tragfähig ist und was eine deutliche Abkühlung für die Firma bedeuten würde. Das hat viele Konsequenzen auf die Kostenstruktur, das Investitionsvolumen und die Organisation.

Ich habe ganz persönlich erlebt, dass in Businessplänen, die man in Hype-Zeiten macht, auch das angebliche "Worst-Case-Szenario" noch locker um einen Faktor 2-3 zu positiv ausfallen kann. Die Anpassung an die Realität wird nachher umso schmerzhafter. Man tut besser daran, trotz allem Optimismus auch mal darüber nachzudenken, was denn bei einer wirklich schlechten Entwicklung passieren könnte. Langfristig sind oft diejenigen Firmen besonders erfolgreich, die immer etwas paranoid sind.

Die beste Zeit, um mit einem Businessmodell zu experimentieren, ist ganz früh in der Unternehmensentwicklung, und nicht erst dann, wenn man schon die kritische Masse erreicht hat und mit allen damit einhergehenden Problemen kämpft. Wenn derzeit Youtube oder Facebook laufend an ihren Geschäftsmodellen herumbasteln, verärgern sie damit nicht selten ihre vielen Dutzend Millionen User, weil die sich nicht an neue Werbekonzepte und dergleichen gewöhnen wollen. Das ist eine echte Bremse für die geschäftliche Entwicklung. Von diesen Problemen können und sollten Firmengründer lernen.

Kommentare

  • Ben K

    31.05.08 (21:51:26)

    Wieder einmal ein höchstinteressanter Beitrag! Vielen Dank!

  • Antifa

    31.05.08 (21:56:17)

    Warum müht ihr Euch mit solchen Aufsätzen ab, die dann sowieso niemand liesst? Dieser Blog hat was masochistisches.

  • A.P.

    31.05.08 (22:59:17)

    @antifa: stimmt nicht, hab´s gelesen ;-) Vielen Dank, es ist ein interessanter Artikel. Ich frage mich auch manchmal ob dieses angebliche Zaubermittel Werbung tatsächlich so tragfähig sein wird, wie viele glauben. So wie wir alle in unsere Browser Pop-Up-Blocker eingebaut haben und in unsere Gehirne die Fähigkeit störende Reklameschilder einfach auszublenden, sind wir auch dabei zu lernen, Ad Sense Anzeigen zu ignorieren, wenn wir auf Facebook die Bilder der letzten Party anschauen. Vermutlich wird sich die Werbung zumindest zum Teil neu erfinden müssen, ehe wirklich die Werbemillionen im Web 3.0 in die Kassen der Start Ups fliessen. Und meine Vermutung ist, dass dieses neu erfinden in die Richtung von "word of mouth" gehen wird, also gerade in das persönlich andere überzeugen, andere anstecken. Das geht nicht ohne persönlichen Einsatz....

  • Johannes F. Woll

    31.05.08 (23:04:02)

    Da stimmt alles und ist doch wieder falsch. Ich bin gegen diese ständigen Pauschalierungen. Gewiß, Übertreibungen machen die Sache anschaulicher, aber stellen sie eben auch in ein falsches Licht. Ich würde es gerne etwas anders beleuchten. Zunächst: web 2.0 ist nicht immer social web community, die sich an alle user wendet. Dass das Breite kaum funktioniert, wurde hier ja anschaulich belegt. Web 2.0 ist ein schwammiger Begriff nicht etwa für Businessmodelle, sondern für Tools. Als solche eingesetzt, können sie sehr erfolgreich sein. Holidaycheck funktioniert, ohne dass die Nutzer als Commumnity aggregiert würden. Ein fantastisches UGC-Business, das mit Affiliate beste Erlöse erzielt. Communities haben natürlich Zukunft. Aber eine »granulierte«. Ich spreche von Special-Interest-Networks. Und das ist schließlich nichts Neues:Im Sportverein sitzen ja auch einmal die Fußballer zusammen und einmal die Tennisspieler. Web 2.0 heißt in Bezug auf Community oder Nutzer schlicht: Dort zu sein, wo der Nutzer ist, und ihm das anzubieten, was er möchte. Das kann nur selten ein Bauchladen sein.

  • biernot

    01.06.08 (02:19:57)

    Bester Artikel seit Ewigkeiten in der deutschen Blogosphäre. Aber Andreas, warum diese Realität aussprechen? Davon hat doch keiner was.

  • Andreas Göldi

    01.06.08 (03:00:27)

    @Antifa: Na, Du scheinst es ja zumindest zu lesen. Das ist doch schon mal was :-) @Biernot: Vielleicht regt dieser Artikel den einen oder anderen Startup-Gründer dazu an, ein bisschen mehr über sein Geschäftsmodell nachzudenken. Ich bin selbst gerade in einer Gründungsphase und weiss, wie schwierig das ist. Man muss sich diesen Fragen stellen, sonst kommt die Sache nicht gut raus. Das hat nichts mit Negativität zu tun, nur mit gesundem geschäftlichen Realitätssinn.

  • Daniel Niklaus

    01.06.08 (09:39:27)

    Und genau dieser gesunde geschäftliche Realitätssinn macht den Unterschied. Gratuliere zum Artikel. Gleichzeitig muss man aber auch sagen; es liegt in der Natur der Sache, dass Gründer naiv und enthusiastisch sind. Sonst würden sie nie etwas wagen. 10 Jahre zurück gedacht, hatten etwa gleich viele Gründer so wenig Ahnung von Geschäftsmodellen wie heute in der Web 2.0 Zeit. Der einzige Unterschied liegt darin, dass wir heute mit gestern vergleichen und nicht gestern mit gestern. Wir sehen den Aufstieg von Google wie auch kleinere Erfolge von z.B. search.ch und vergessen dabei, dass damals auch diese Firmen massiv in Unterzahl waren. Eine Psychologische Falle in die wir oft tappen. Dieselbe Unfähigkeit unseres Gehirns lässt uns auch vorgaukeln, dass wir das nächste Google Start-up sind…aber eben, diesen Schuss Naivität braucht es.

  • Mirko Riedel

    01.06.08 (12:43:10)

    Guter Artikel! Allerdings sehe ich das differenziert. Grundsätzlich stimme ich Dir zu, dass klare Ertragsmodelle und verkäuferisches Engagement der Betreiber zum Positiven gereichen. Manchmal jedoch schaffen gerade diese Kombination aus geschäftlicher Naivität und Versuchsprinzip die erstaunlichsten Resultate. Gerade die promintenten Beispiele wie Youtube und Co. zeigen das. Hier wird zwar noch kein Geld verdient, aber eine Veränderung der Mediennutzungsgewohnheiten und im Falle von Myspace und Youtube sogar die Revolution ganzer Vertriebskanäle ist gelungen. Immerhin etwas.

  • Cord

    01.06.08 (13:33:00)

    Ich kann der Grundaussage, dass lukrative Einnahmequellen schwer zu finden sind und entsprechend hoch priorisiert werden müssen, voll zustimmen. Jedoch finde ich den Artikel etwas sehr plakativ geschrieben. Ich stimme eher Daniel zu, dass ein gesundes Maß an Naivität und Überschwang nötig ist, völlig neue Geschäftsmodelle zu etablieren. Zudem möchte ich der Darstellung, StartUps würden nicht über Refinanzierungsmodelle nachdenken, wiedersprechen. Auf dem Barcamp HH wurde uns StartUps von den Bloggern vorgeworfen nur über Monetarisierungsmodelle zu sprechen, statt echte Visionen und Innovationen zu entwickeln. Aber vielleicht lag das ja auch am Standort ;)

  • FFD

    01.06.08 (19:06:10)

    Wenn du jetzt Steven Jobs oder Jeff Bezos als Vorbilder genannt hättest - sofort gekauft. Aber Ballmer. Nee.

  • Detlef Schmuck

    02.06.08 (11:31:48)

    Den Artikel halte ich für sehr lesenswert. Sicher sollte jeder Entrepreneur und jedes Start-Up von Beginn an eine Vision davon haben wie man mit der Innovation Geld verdienen möchte. Dabei halte ich es für redlich wenn sich ein Entwickler als Ziel setzt von einem Großen gekauft zu werden der seine Entwicklung dann vermarkten darf. Nicht jeder ist ein Vertriebsmann, aber jedes Unternehmen benötigt zu gewisser Zeit excellentes vertriebliches Know How um aus einer Innovation das Maximum herraus zu holen. Um langfristig am Markt Geld zu verdienen wurde die notwendige ständige Anpassung der Geschäftsmodelle und das eigene Neu-Erfinden ja auch schon erwähnt. Ich finde es ist eine fortwährend interessante Aufgabe Entrepreneur zu sein. @Cordt: Echte Innovationen/Visionen und attraktive Geschäftsmodelle stehen nicht im Widerspruch zueinander. Wenn man sich Apple anschaut dann lernt man wie gut Beides aufeinander aufbauen kann. Eine schöne Woche Detlef

  • Daniel Niklaus

    02.06.08 (13:51:14)

    Was wenn Web 2.0 weniger Social, Technologie noch Mash-up ist, sondern viel mehr der Ausdruck des "privaten Web" - der "grossen Masse"? Die Computernutzung ist in den letzten 8 Jahren sprunghaft gestiegen. Getrieben von den Möglichkeiten des Internets, sitzen heute Leute an den Computern, die früher nur verächtlich oder bewundernd von uns Computernerds sprachen. Entweder waren wir der Untergang der Zivilisation oder die heimlichen Hüter des technologischen Wandels. Heute sind Computer eine Selbstverständlichkeit. Weniger Word, Excel und noch viel weniger C, dafür mehr flickr, youtube, xing & Co. Und vielleicht sind dann auch viele Web 2.0 Angebote mehr mit einem Verein zu vergleichen als mit einem Geschäft. In der Schweiz betätigt etwa 1/4 aller Leute aktiv Freiwilligenarbeit. Umgerechnet sind das Stunden im Wert von mehr als 20 Milliarden Franken, für die niemand bezahlt. Viele Organisationen finanzieren sich über Mitgliederbeiträge, Spenden etwas Sponsoring und durch Beiträge vom Bund.

  • Silvia

    02.06.08 (14:00:38)

    ich will das wort web 2.0 blase nicht in den mund nehmen, tue es trotzdem. weil es mich wirklich wundert, dass so viele wieder loslegen und nicht wissen, wie sie geld verdienen werden. das ist doch eigentlich krank, nach dem schock der ersten generation. aber man hört ja auch von allen seiten "klicks produzieren" .... und dann?? gekauft werden von pro7 oder doch was anderes? xing hat mir im beitrag gefehlt, weil sie von anfang an ein echtes premium paket hatten und einen klaren weg erlöse zu generieren. Hier ein MUSS Video: und ich denke auch wichtig ist doch zeit, alles braucht zeit zu wachsen. heute heisst es "ein jahr und dann raus damit" da fehlt es dann oft an wirklich smarter strategie. erinnert mich an holländische tomaten, die massenweise auftauchen und nicht schmecken, weil sie keine zeit hatten zu reifen.

  • Silvia

    02.06.08 (14:06:39)

    baut doch mal eine preview ein! ;)) - unter dem link befindet sich das Video von david heinemeier. (37 signals)

  • Fabienne

    02.06.08 (14:47:38)

    @Slivia: mit Xing gebe ich Dir Recht. Aber ich glaube das hat Göldi genau gemeint: die haben vom ersten Tag an gewusst, wie sie Geld verdienen wollen. Und eben nicht der Gedanke "ich brauche ein Internet-Startup mit vielen Page Impressions und dann kommen die Einnahmen". Die offene Frage ist immer noch und die greift auch Göldi oft auf: wie lassen sich Services im Web monetarisieren? Wer ist bereit für welche Dienstleistung wieviel zu bezahlen?

  • Silvia

    02.06.08 (15:18:51)

    @fabienne -- tja. es gibt natürlich viele eckpfeiler - benchmark, werbung nach 1000der kontakt ... dann gibt es gute vorbilder und deren monatliche beiträge und verschiedene zielgruppen, die bereit sind mehr oder weniger zu bezahlen. das finde ich an den aussagen von heinemeier so grossartig. warum suchen wir uns nicht alle die niesche zum himmel - wir haben vor kurzen auch noch gedacht - wir brauchen 50000 kritische masse und dann gehts von alleine und dann??? Warum?? Warum nicht von anfang an ein PRODUKT verkaufen, dass so viel MEHRWERT bietet, dass menschen dafür bereit sind geld zu bezahlen, so abwägig ist das doch gar nicht - im gegenteil - was denn sonst?? wir sind nur alle immer so irritiert, weil nachrichten von studivz und konsorten uns natürlich flashen aber mal im ernst .... reichen nicht ein paar Millionen auch?? Müssen doch keine 80 sein oder?? Also mir würde die klare niesche, ein guter jahresumsatz und ein klasse team reichen - und dann mal weitersehen ;))

  • biernot

    02.06.08 (15:20:33)

    Daniel, dein Comment ist für mich irgendwie der Inbegriff der Bubble 2.0. Soviel Quark und allgemein gehaltenes, selbstverständliches oder schwammiges Blub Bla. Fakt: Der Begriff "Web 2.0" ist ein Schlagwort um "komplexe" Entwicklungen im WWW zu vereinfachen. Jeder Idiot kann das Wort benutzen um sich hinterher klug zu fühlen, obwohl er eigentlich keine Ahnung hat.

  • biernot

    02.06.08 (15:25:25)

    Schätzt doch mal wie viele Adimpressions man normalerweise im Monat benötigt für 10.000€ Einnahmen, bei einer 08/15 Website und 08/15 Vermarkter.

  • Daniel Niklaus

    02.06.08 (15:35:18)

    @Biernot Sorry, dass ich deine intellektuellen Tiefen nicht erreiche.

  • Daniel Niklaus

    02.06.08 (15:35:55)

    @Biernot Sorry dass ich deine intellektuelle Tiefe nicht erreiche.

  • biernot

    02.06.08 (15:44:23)

    Sorry, gebubble regt mich auf. Nimms einfach nicht persönlich.

  • Karola

    02.06.08 (16:12:09)

    Ein sehr lesenswerter Artikel. Respekt! Auch, wenn man sie mit der Lupe suchen muss: Es gibt Web2.0-Anwendungen, die Geld verdienen. Beispielsweise Xing oder auch www.etsy.com (die meines Wissens mit den Provisionen der verkauften User-Produkte ganz gute Umsätze machen). Beide bieten ihren Usern aber auch einen klaren Nutzen. Und die sind sogar bereit, für diesen Nutzen zu bezahlen.

  • Daniel Niklaus

    02.06.08 (16:16:38)

    @biernot Bis ich mich persönlich angegriffen fühle, braucht es doch etwas mehr. Bei meiner Antwort gab es sogar unsichtbare Ironie-Tags. Ich glaub nämlich, dass du nicht verstanden hast, worum es mir geht...(nimms nicht persönlich ;-)

  • biernot

    02.06.08 (16:30:40)

    Dass du meine intellektuelle Tiefe im Moment scheinbar nicht erreichst, kannst du gerne als Ironie ansehen ;) Ich habe in deinen Doppelpost eher "Trotzig-Tags" entdecken können ;) Falls deine neue Web 2.0 Definition ebenfalls ein Scherz war, dann muss ich zugeben, dass es mir ebenfalls in der heutigen Zeit sehr schwer fällt bei manchen Comments, oder noch eher Start-Ups zu unterscheiden, ob sie ernst gemeint oder einfach nur Ironie sind.

  • Daniel Niklaus

    02.06.08 (16:56:56)

    Ich hab Web 2.0 immer für einen Marketingblubb gehalten. Das mag damit zu tun haben, dass für mich nichts Neues dabei war. Das Web war immer schon User Generated Content, technologisch gab es AJAX auch schon längst und Social war es ebenfalls schon immer da. Alles wie gehabt; alter Wein in neuen Schläuchen. Langsam verändert sich aber meine Wahrnehmung und ich schaue Web 2.0 mehr als Synonym für einen Zeitabschnitt an; Auftakt zur "grossen Masse". Entsprechend kann es sich lohnen, von der "Freiwilligenarbeit" zu lernen. Die verstehen es durchaus, wie man "Geld" verdienen kann oder "Leistung" gratis erhält. Um ein Beispiel zu nennen. Für mich würde es allen Sinn machen, wenn der eine oder andere Subventionsstrom in Wikipedia fliesen würde. Mit etwas Lobbyarbeit hätten die ihre finanziellen Sorgen wohl in sehr kurzer Zeit gelöst.

  • biernot

    02.06.08 (17:12:41)

    Web 2.0 beinhaltet nichts neues. So ist es nunmal. Web 2.0 soll signalisieren: "Jetzt ist alles neu" "Jetzt ist alles anderes" "Diesmal wird alles besser" Irgendwie müssen die Investoren doch überzeugt werden? Das geht am besten indem man proklamiert es ist tatsächlich alles neu ;) So läuft der Hase... und alle fallen drauf rein :) Nein, nein. Versteht mich nicht falsch. Bitte: "Keep on investing!" Aber guter Punkt Web 2.0 als Zeitabschnitt zu sehen. In ein paar Jahren wird man so auf die heutige Zeit zurück blicken. New Economy > Web 2.0 > Und welches Bubble Wort kommt danach?

  • Marko Kause

    04.07.08 (20:36:06)

    sehr cooler Artikel. vielen dank.

  • Thinkabout

    15.07.08 (18:19:54)

    Hoppla. Da ist viel Wahres zusammen gefasst worden. Das Wichtigste, wie mir scheint, geht aber fast wieder unter: Die Demut, die in der Bereitschaft liegt, Klinken zu putzen. Was mir auffällt: Viele sind von ihrer Geschäftsidee so begeistert (und die Programmierer von deren Umsetzung), dass sie sehr rabaukig auf Kritik reagieren, wenn möglich noch von einem Gratis-User(!). Dabei muss jedes Feed-Back im inneren Scan sofort durch den ehrlichen eigenen Wahrheitsfilter geführt und damit Ernst genommen werden. Auch der Umgang mit Nutzern gehört dazu. Steve Ballmer will mir da als Galionsfigur auch nicht gefallen, aber Fakt bleibt: Man muss zumindest stets Lust haben, Projekt, Idee, Produkt oder Philosophie oder abwechselnd alles davon immer wieder zu verkaufen, unter Umständen auch schlicht zu erklären: Es gibt keine dummen User, nur komplizierte Benutzerführungen. Es gibt keine vertrottelten Kunden, nur oberflächlich ausgearbeitete Angebote. Es gibt keine undankbaren Nutzer, nur Feedbackchancen, um mein Produkt besser zu machen. Mit dieser Art Einstellung kann was draus werden. Und dies muss aus jedem E-Mail rausgelesen werden können - obwohl das (vielleicht) nur einer, oder keiner liest.

  • Antje

    22.07.08 (16:26:47)

    Ich glaube ebnso, dass hinter web2.0 nur enie technologie steht, die das Netz an den user weiter heranführt und ihn weiter in einem special interest umfeld noch mehr hält! Natürlich verdient xing udbn qype Geld - aber es werden kleine nette Unternehmen sein, die ihre Berechtigung ebenso haben, wie die Bäckerei steinacker oder sonstwer. Die alten Preissuchmaschinen wie doyoo, oder die reisebewertungsportale sind doch nix anderes als web2.0 -also. schlimm genug, dass soviel Geld für web2.0 bezahlt wurde - aber dies ist doch vorbei...oder? Auch wir gehen immer näher ans web2.0 ran und nennen usn nicht gleich gesundheitsportal - wenn wir da in ein paar Jahren sein werden, auch gut!

  • apomio

    23.07.08 (15:18:40)

    Aus eigener Erfahrung kann ich behaupten, dass der finanzielle Erfolg sich nicht automatisch einstellt! Es ist wichtig mit einem konkreten Businessmodell zu gründen. Die Zeit wird kommen, wo richtige Businessmodelle wieder gefragt sind:)

  • Schmuck.tv

    25.08.08 (12:11:22)

    Herzlichen Dank für diese bereichernde Lektüre für Start-up-Gründer, die wir gerne weiterempfohlen haben!

  • Homer

    06.09.08 (10:11:35)

    Das ist wirklich einer der interessantesten Artikel über die Szene! Manchmal ein wenig zu pauschal, aber das ist auch notwendig, um die Situation klar zu machen. Hut ab!

  • Fabienne

    06.09.08 (18:20:43)

    Habs auch gerade nochmal durchgelesen. Es ist einfach wirklich etwas vom besten, dass ich je zum Thema gelesen habe. Ich sehe einfach oft, dass es am Verkaufen happert. Alle Startups bei denen es in den letzten paar Jahren einen Exit gegeben hat, hatten diese eine Verkäuferpersönlichkeit unter den Gründern.

  • Ralf Schlieper

    03.01.09 (18:55:08)

    Ein sehr guter Artikel! Man muss als als Web-2.0-Gründer einen Mittelweg finden zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen Dienstleistungen. Manchen Zielgruppen kann man allerdings keine kostenpflichtigen Dienstleistungen anbieten anderen DARF man nur kostenpflichtige anbieten. Ist eine ziemlich komplexe Gradwanderung, gerade weil es bereits sehr viele nützliche kostenlose Leistungen im Web gibt. Wer von Anfang an zeig, dass er Geld verdienen will (und MUSS), der erreicht möglicherweise nicht rasch genug die kritische Besuchermasse, die erforderlich ist.

  • tobias

    27.06.10 (00:38:04)

    Leider ist es heut zu Tage nicht mehr so das man nur noch eine gute Webseite braucht und alle strömen herbei, man braucht schon ausgefallene Marketingstrategien um die Menschen langfristig zu binden, bzw. erst einmal überhaupt auf sich Aufmerksam zu machen.Denn gerade weil so viele Angebote auf dem Markt sind , ist es so schwer geworden!

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