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24.03.11Leser-Kommentare

Was wäre wenn: Kostenpflichtige Twitter-Konten

Auf der Suche nach einem schlagfertigen Geschäftsmodell lässt sich Twitter zu immer mehr Einschnitten hinreißen. Ein besserer Ansätze wäre, wenn der Dienst es seinen Nutzern erlauben würde, mit ihren Streams Geld zu verdienen.

 

Die vergangenen Wochen waren nicht Twitters beste, fünfjähriger Geburtstag hin oder her . Erst musste der Microbloggingdienst nach Nutzerprotesten Kompromisse bei der Einführung der mit Werbung versehenen so genannte Quickbar (alias "Dickbar") in der offiziellen iPhone-App machen, und kurze Zeit später handelte sich das Unternehmen heftige Kritik ein, nachdem es Entwickler von Twitter-Apps darüber in Kenntnis setzte , dass sie lieber keine vollwertigen Mainstream-Clients entwickeln sondern sich auf Anwendungen konzentrieren sollten, welche die Twitter-Plattform um zusätzliche Funktionalität ergänzen würden.

Diverse Abgesänge auf die Twitter-Plattform (z.b. hier und hier) waren die Folge, und auch die Diskussion über das Fehlen eines soliden Geschäftsmodells kochte wieder hoch. Verständlich, immerhin hängen die jüngsten Ereignisse mit Twitters Streben nach Wirtschaftlichkeit und Profitabilität zusammen.

Zwar erzielt das reifende Startup aus San Francisco laut eigener Aussage bereits Gewinn (mit verschiedenen Werbearten innerhalb seiner Plattform sowie der Vermarktung seines Datenstreams), aber damit Twitters Geldgeber einen maximalen Return on Investment auf die 360 Millionen Dollar sehen, die sie in den vergangenen fünf Jahren in den Dienst gesteckt haben, bedarf es eigentlich einer Cash Cow im Stile von Google AdWords.

Man merkt, wie Twitter auf der Suche nach diesem Honigpott zunehmend bereit ist, in seine einst recht liberal gehandhabte Plattform einzugreifen und neue Grenzen zu ziehen.

Klar, dass nicht nur Twitter-CEO Dick Costello und sein Team über neue Wege der Monetarisierung nachdenken, sondern auch treue Anhänger des Dienstes - wie Jim Gilliam, einer der zwei Gründer des in Los Angeles ansässigen Entwicklerstudios 3dna.

In einem Blogbeitrag hat Gilliam vor wenigen Tagen einen Monetarisierungsvorschlag für Twitter gemacht , der mich nicht mehr loslässt: die Möglichkeit für Twitter-Nutzer, von anderen Usern Geld für das Abonnieren ihrer Streams zu verlangen. Anwender würden einmalig oder periodisch einen Betrag dafür zahlen, um Zugang zu den jeweiligen Tweets zu erhalten. Der Microbloggingservice selbst bekäme eine Provision, z.B. die bei vielen App Stores üblichen 30 Prozent.

Ein solcher Ansatz wäre für diejenigen interessant, die zeitkritische bzw. exklusive Informationen verbreiten oder an diesen so großes Interesse haben, um dafür ins Portemonnaie greifen - ein etablierter Kenner des Börsengeschehens könnte so z.B. spezielle Kauf- und Verkaufstipps publizieren, Promis könnten ihren sie vergötternden Fans in einem kostenpflichtigen Stream zusätzliche Einblicke gewähren und News Junkies hätten die Möglichkeit, einen sorgfältig kuratierten, hochaktuellen Nachrichtenfeed für Menschen zusammenzustellen, die wenig Zeit aber ein großes Echtzeit-Informationsbedürfnis besitzen.

Jim Gilliam sieht auch die Möglichkeit, dass ein Pay-Mechanismus als simples Zahlungssystem eingesetzt werden könnte, um Zugang zu spezifischen Applikationen oder Websites zu geben - immerhin kann jeder Webanbieter mit Hilfe von OAuth eine Authentifizierung über Twitter implementieren.

Das Beste an einem solchen System: Kostenpflichtige Accounts werden nur dann genutzt, wenn eine tatsächliche Nachfrage besteht. Es würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu einer massenhaften Umwandlung von jetzt kostenfreien zu kostenpflichtigen Konten kommen - weil der durchschnittliche Twitter-Nutzer ganz einfach nichts zu sagen hat, was so wichtig ist, dass andere dafür zahlen würden. Die Einschnitte für individuelle User hielten sich somit in Grenzen. Die Einsatzgebiete des Microbloggingdienstes würden hingegen noch breiter werden.

Die größte Herausforderung bei der Umsetzung wäre der Umgang mit Retweets und Twitter-Konten, die kostenpflichtige Streams "spiegeln". Hier müsste Twitter versuchen, einen sinnvollen Kompromis zu finden, der die Limitierungen so weit wie möglich begrenzt und nur im Falle offensichtlichen Missbrauchs greift. Fakt ist: Gäbe es Bezahlaccounts, würden Anwender Wege finden, die dort publizierten Tweets öffentlich zu machen. Dagegen anzugehen, wäre ein Kampf gegen Windmühlen (wie er sich gerade im Kontext der neuen New-York-Times-Bezahlschranke andeutet).

Ich bin mir sicher, dass sich eine gute Balance zwischen dem Schutz kostenpflichtiger Accounts und der Freiheit für Individuen finden lässt, dort veröffentlichte Tweets im Sinne des Twitter-Prinzips weiterzuverbreiten. Immerhin ist jeder Retweet eines Paid-Kontos gleichzeitig Werbung für selbiges.

Was haltet ihr unter Anbetracht der Tatsache, dass der Service ein solides Geschäftsmodell finden muss, von der Idee einer Option kostenpflichtiger Twitter-Konten? (Hinweis für alle, die Artikel von hinten nach vorne lesen: Es geht NICHT um die Frage, ob Twitter selbst Geld von seinen Nutzern verlangen sollte.)

Kommentare

  • Klaus Wolfrum

    24.03.11 (08:43:20)

    Der Ansatz von Jim Gilliam als eine von weiteren Möglichkeiten, twitter-Dienste zu monetarisieren, hätte mehr als interessante Möglichkeiten. Ich bezweifle jedoch, dass genügend twitter-Nutzer generell dafür bereit sind, überhaupt einen einzigen Penny für das Lesen von tweets solcher Angebote zu zahlen. Und da mache ich mir noch gar keinen Gedanken über eine möglichst barrierearme Bezahloption oder einen Preis. Genau so wenig, wie gefühlte 99,93% der Nutzer bereit sind, überhaupt für den eigenen twitter-Account irgend einen Preis zu zahlen.

  • ClaudiaBerlin

    24.03.11 (08:46:28)

    Eine "Cashcow" wäre das gewiss nicht! Denn WIE VIELE wären es denn, die tatsächlich kostenpflichtige Tweets heraus geben könnten? Doch nur die wenigen Publisher, die auch jetzt schon "Paid Content" erfolgreich vermarkten können. Und: Ein wesentlicher Reiz von Twitter im Newsbereich ist doch der, dass man Infos von Leuten vor Ort bekommen kann, die sich per RT schnellstens verbreiten. "Zeitkritische bzw. exklusive Informationen" werden eben nicht immer von denselben Quellen verbreitet, sondern oft von Zeugen, Beteiligten, Insidern etc. Weiter: wer seinen Stream kostenpflichtig macht, wäre sofort unsichtbar fürs Twitterversum. Wie soll der überhaupt an Abonennten kommen? Relevante Tweets tragen im übrigen allermeist eine URL, die zu einer Webseite führt. Diesen Werbe- bzw. Bekanntmachungseffekt für Web-Artikel wird kaum jemand einfach aufgeben wollen. Tweets gegen Cash, die Artikel umsonst? Nö, das funktioniert nicht!

  • Sven

    24.03.11 (09:22:42)

    Ein interessanter Gedanke, aber ich bin mir nicht sicher, ob das überhaupt genug Anklang finden würde. Du nennst ja folgende drei Beispiele: - Aktientipps: Meiner Meinung nach sind 140 Zeichen zu wenig, um eine gute Begründung für Investitionen zu geben. Es gibt ja schon entsprechende E-Mails die man kostenpflichtig abonnieren kann, die aber wesentlich länger sind. Wobei als reine Anregung könnte das eventuell funktionieren. - Promieinblicke: Ist mir immer noch schleierhaft warum Leute überhaupt Geld für so etwas ausgeben sollten. Aber dafür bin ich wohl auch der falsche Ansprechpartner. - Newsfeeds: Gibt es meiner Meinung nach sehr viele kostenlose Angebote. Außerdem müsste das eigentlich sehr individuell sein um zu passen. Andererseits wäre das mal ein interessantes Experiment, um zu sehen ob Paid Content bei so einem Medium wie Twitter funktioniert. Ich bin da doch sehr skeptisch. Das größte Problem dürfte aber wohl auch die vorherige Qualitätssicherung sein. Wie will man sicherstellen, dass der Twitterstream, den man für Geld abonnieren will auch gut ist? Eine Woche Probeabo vielleicht?

  • Mika.B

    24.03.11 (09:45:34)

    Die meiner Ansicht nach "Beste" und Einfachste Möglichkeit für Twitter Geld zu Verdienen sind "Werbetweets". Jeder bekäme von Twitter pro Tag , Std ect. ein gewisse Anzahl bezahlter Werbetweets die er nicht "Abschalten" kann, ich denke das wäre für die Werbeindustrie sicher Interessant mit einem Tweet, Millionen potentieller Kunden zu Erreichen. Zudem wäre damit der Streit um die Alternativen Clients,“Dickbar” entschärft da diese "Werbetweets" über jeden Twitter Client kommen.

  • Martin Weigert

    24.03.11 (09:48:43)

    Ich denke man darf "Content" hier nicht so eng sehen. Noch mal einige plastische, ganz unkreative Beispiele: Asthon Kutscher (6,5 Mio Followers) präsentiert auf einem kostenpflichtigen Parallelaccount jeden Abend eine vier- bis fünf-minütge Videozusammenfassung seines Tages. Die wird zwar dann ohnehin geretweetet, aber wenn man sich anschaut, wie manche Menschen am Leben der Stars interessiert sind, würde es mich sehr wundern, wenn nicht mindestens einige Zehntausend seiner Follower tatsächlich bereit wären, für diese "gefühlte" und Quasi-exklusive Nähe Geld zu zahlen. Oder: Die FTD oder das WSJ publiziert täglich 10 kurze Aktientipps, die es sonst an keiner Stelle regelmäßig auflistet. Auch hier gilt wieder: Per Retweets würden die ohnehin rumgereicht werden, aber für einige Menschen wäre es garantiert von Interesse, diese Tweets zuverlässig und direkt zu erhalten. Oder: Mashable mit seinen Millionen Followern betreibt einen Parallel-Account, über den es Beta-Zugänge oder irgendwelche anderen Goodies unters Volk jubeln. Oder: Ein Dealanbieter offeriert spezielle Rabatte, die nur für Nutzer zugänglich sind, die den dazugehörigen kostenpflichtigen Account abonniert haben. Das wären nur spontane Ideen. Ich glaube, man darf die emotionale Komponente hier nicht vor lauter Rationalität außer Acht lassen. Bei rationaler Betrachtung erscheint es natürlich absurd, für 140-Zeichen-Meldungen etwas zu zahlen. Aber hätte man rational gedacht, gäbe es Twitter, von dem anfänglich niemand wusste, was man damit machen soll, heute vermutlich gar nicht. @ Sven Simpelste Lösung: Abbuchung erst 24 Stunden nach dem "Follow" - sofern das Abo vorher wieder deaktiviert wird, kostet es nichts. Und diese Option funktioniert nur einmal pro Pro-Account. @ Mika.B Ich glaube, da ist das Risiko extrem hoch, dass es tatsächlich zu einem Bruch zwischen Usern und dem Dienst kommt. Imo sollte das echt die letzte Alternative sein.

  • mysha

    24.03.11 (10:01:12)

    Generell finde ich den Ansatz nicht verkehrt, über altrnative Finanzierungsmodelle zu Werbung nachzudenken. Allerdings glaube ich, dass Bezahlstreams nicht der richtige Weg sind: Wie bereits erwähnt würden vermutlich nicht genug User sowas in Anspruch nehmen, vor allem mit dem Hintergrund, dass man so eine Paywall auch umgehen kann. Ich persönlich fände ja ein Premiumaccount-System ganz charmant, bei dem die Anzahl Tweers für normale Accounts limitiert wird, schon alleine weil dies die inhaltliche Qualität des Grundrauschens vermutlich verbessern würde. Dies ist aber unrealistisch, weil es sehr viele User vergraulen und Angriffsfläche für Konkurrenzangebote bieten würde. Also zurück zum Thema bezahlte Streams: Wie wäre es denn, wenn der Endnutzer Geld dafür bekommen würde Werbeaccounts zu abonnieren und Werbung in seiner Timeline zu akzeptieren? Hier müsste natürlich sichrgestellt werden, dass dies nicht durch Bots und "Dateileichen" ausgenutzt wird (z.B. Protected Stream mit irgendeiner Verifizierung) und der User diese Tweets auch tatsächlich liest.

  • Frank

    24.03.11 (10:01:26)

    Klingt eigentlich toll, beschwört aber eine Zahlhürde. Zudem kann man niemanden daran hindern, den Content von einem Bezahlaccount kurz umgeschrieben auf einem kostenlosen Account zur Verfügung zustellen. Die Zahltweets dürften auch nicht mehr in Suchmaschinen auftauchen wodurch der Ersteller im (selbst) Marketing eingeschränkt wird.

  • René

    24.03.11 (10:14:33)

    Den generellen Ansatz finde ich gut. Allerdings sehe ich dann auch gleich wieder die Verlage, die derzeit mit Paywalls auf die User losgehen, die dann exorbitant lustige Preise für ihre Tweets (meist Restmüll, hervorgegangen aus einem Beitrag) verlangen. Lassen wir uns mal überraschen, wie es weitergeht. Tendentiell habe ich kein Problem, für qualitative Informationen zu zahlen. Aber 140 Zeichen sind _da_ dann doch bissel dürftig.

  • Martin Weigert

    24.03.11 (10:23:49)

    Es kann bei einer solchen Lösung nicht um den Content an sich gehen - wegen all der von euch hervorgebrachten, korrekten Einwürfe. Der USP eines solchen Pro-Kontos muss entweder im hohen Wert der Echtzeitinformation (die ergo 30 Min. später nichts mehr wert ist und somit auch problemlos geshared werden kann) liegen oder einen emotionalen Wert mit sich bringen (alias "Ich bin Person X oder Unternehmen M noch etwas näher als die Follower des parallel angebotenen Free-Kontos). Ein dritter USP wäre wie im Artikel erwähnt die Verwendung der Lösung als Zahlungsmöglichkeit für Webdienste (also nicht Content, sondern z.B. spezielle Twitter-Statistik-Apps). @ mysha Lösungen, um User für das Betrachten von Werbung zu bezahlen, gab es ja schon häufiger. Bisher sind alle gescheitert. Das heißt nicht, dass es nicht bei Twitter funktionieren könnte. Aber es scheint ein schwieriges Feld mit zahlreichen Risiken zu sein. @ Frank Zahlhürde, klar. Aber a) ist es ja ein fakultatives Produkt, und b) hat Apple gezeigt, dass es zumindest nicht unmöglich ist, die Zahlhürde so niedrig wie möglich zu halten. @ René Wenn niemand diesen Restmüll lesen will, wird ihn auch keiner abonnieren ;)

  • Wolf

    24.03.11 (11:08:51)

    Mit kostenbpflichtigen Tweets verliere ichh sehr schnell jene Follower, die mich mit neuen und anderen Ansichten bereichern. Das kann in all dem sonst so ernsten Nachrichtenstream zum Beispiel irgendeine Blödelei sein, die ich heute noch von jemandem empfange, der vielleicht nicht bereit ist, meine Tweets zu bezahlen. Die heutige Interessengemeinschaft, die auf reiner Sympathie beruht wandelt sich dann schnell in eine monetäre Nutzergemeinschaft á la Xing, wo sich jeder überlegt, ob es sich überhaupt lohnt, eine Jahresprämie zu zahlen. Eine Diskussion findet dort nicht statt, eher eine Verlautbarung. In der Hoffnung, dass es gelesen wird, verzichtet man auf persönliche Nachrichten und jeglichen überflüssigen Kommentar. Damit wäre Twitter tot und das Geschäftsmodell ebenfalls. Das einzige zu Twitter passende Geschäftsmodell sehe ich bei flattr, beispielsweise wenn einzelne Tweets geflattrt werden könnten und der Betreiber 1% des Betrags erhält. Das wäre auch ein passendes Modell für YouTube. Es darf allerdings keine flattr-Pflicht eingeführt werden. Diejenigen, die kein flattr-Konto haben bekommen eine virtuelle flattr- Gutschrift angezeigt: "Dies könnte ihr aktueller Gewinn sein". Steigt der Betrag, animiert diese Nachricht Hochqualifizierte langfristig dazu, irgendwann doch an dem Geschäftsmodell teilzunehmen. Bei den Anderen wäre es auch mit Pflichtaccount vergeblich. Aner ich wiederhole mich, wenn ich auch auf diese Follower nicht verzichten möchte. Nur so oder so ähnlich funktioniert das. Mit einem Ende der freien Accounts würde das gesamte Modell sterben.

  • Martin Weigert

    24.03.11 (11:14:10)

    Mit einem Ende der freien Accounts würde das gesamte Modell sterben. Es geht nicht um das Ende des freien Accounts.

  • Klaus Wolfrum

    24.03.11 (11:23:19)

    >> wie manche Menschen am Leben der Stars interessiert sind, >> Das stimmt natürlich. Nur wenn es dann ans Bezahlen geht, sieht`s schnell anders aus. Gerade Musikstars können da ein Liedchen übers Sharen ihrer "Fans" trällern...;-) Ich sehe einen guten Ansatz mehr darin, einen Twitter-Account z.B. als exklusive Draufgabe für Kunden und Leser (z.B. Print) zu bieten. Und dies könnte man schon heute mit dem protected-tweets System umsetzen. Dafür stehen sich aber dann zum einem die Inhalteanbieter selbst im Weg, die twitter bisher vornehmlich als Reichweitensteigerer einsetzen oder twitter selbst, das damit auch wieder nichts verdient. Es wird m.E. in jeder Form für twitter selbst sehr schwierig werden, paid-Angebote in seinem Ökosystem zu etablieren.

  • Nerddeutschland

    24.03.11 (11:33:20)

    Das ist ein interessanter Ansatz, den man vorab jedoch gleich (als Gedankenspiel aus Sicht eines Newsjunkies) erweitern sollte: Ganze Accounts gleich bezahlen zu müssen, würde -wie erwähnt- nur wenigen Big Playern nutzen, und auch nur denen, bei denen das Echtzeitmoment der Informationsweitergabe einen echten Mehrwert schaffen würde. Will sagen: LadyGaga, JustinBieber& Co. und auch die NYT, sind zwar große Fische würden aber nicht profitieren, da die Bonmots bzw. Nachrichten nicht "zeitsensibel" sind. Die Nutzer würden nicht zahlen, sondern sich die Infos einfach via FB-Fanpages besorgen. Vielmehr sollte man Accounts kostenlos buchen folgen können, der Schlüssel wären eher die Listen: Folge einem Account kostenlos, und kaufe einer Liste, die dieser User aufgelegt hat. Leider hat Twitter es bisher versäumt, die Vorteile von Listen herauszustellen und daran weiter zu entwickeln. Wer weiß schon, wie man die richtig nutzt (für andere, aber in erste Linie für sich selbst!)? Wer weiß, dass man Leute in Listen setzen kann, denen man garnicht folgt (was eine sinnvolle Ordnungsfunktion zwischen der Haupttimeline und den Listen als Substreams sein kann, die thematisch als auch von der Menge an Information für Ordnung und Übersicht sorgen, und -nebenbei- hilft, das Verhältnis Follower/Followings auf ein ausgewogenes Maß zu bringen)? Wer weiß, dass wenn man Listen sinnvoll nutzt gar keinen Reader mehr braucht, dass man via Twitter eigentlich seinen gesamten Nachrichtenkonsum abdecken kann? Wer weiß, wie man Listen befüllt, ohne das die Inhalte auch gleichzeitig in der eigenen Haupttimeline geupt werden? Die wenigsten. "Ich liste dich, du listest mich." Das wars. Listen sind bisher nur die permanente "Like"- Funktion in Twitter. Da liegt eine Menge Potenzial brach. Will man also als Geschäftsmodell den Antrieb und damit den Nutzen von Newskunkies anpeilen und über diese Masse Micropayments einsammeln, müsste es so laufen: Definition "Newsjunkie": Verbringt Zeit in Aggregatoren, Networks, Social Bookmarking Dienste, fischt das raus, was er für lesenswert und relevant erachtet und spreadet es über seine eigenen Kanäle.Er kuratiert. 1.kostenlose Accounts, aber die Möglichkeit zu kostenpflichtigen Liste. 2. Newskunkie pickt sich eine -aus welchen Gründen auch immer- aktuelle Nische(die so speziell von einem großen Anbieter nicht erstellt werden würde) und legt hier Inhalte auf. Um den Gedanken mal konkrekt weiter zu spinnen: aktuell würde ich mich auf die Entwicklung von Amazons Android -Strategie stürzen, weil ich sie für zukünftig als relevant erachte, und gleichzeitig sehe, dass das Thema allgemein untergeht, und selten irgendwo wirklich Beachtung findet. 3.Liste zu dem Thema auflegen, aggregieren,kuratieren und gleichzeitig Werbung machen. Um beim Beispiel zu bleiben. Bei Twitter Leute aus der Verlagsbrache suchen und anpingen, und auf die Nische aufmerksam machen: "Hallo liebe Verleger, ihr seid doch in einer Zwickmühle: ihr kotzt über Steve Jobs, wisst aber auch nicht wie ihr Inhalte auf anderen Plattformen vernünftig vermarkten sollt, und habt doch bestimmt Infobedarf. Hier kommt eine Liste dazu die nichts anderes enthält. Schau mal rein, die Links öffenen sich aber nur dann, wenn du auch zahlst." Zeitersparnis gegen Geld. 4. Da wenige Newsjunkies davon leben könnten, und noch einer regulären Tätigkeit nachgehen, muss das ganze natürlich mobil abzuwickeln sein. Tastaturen und Desktopclients braucht man dafür nicht. Sitzt man im Zug oder steht man in der Schlange, crawlt man sich durch die Nachrichten und füttert seine Liste mit relevanten Infos. Auch das geht. Mit einem gecrackten Iphone und entsprechenden Multitasking-Tools, oder einem ordentlich eingerichteten Android-Gerät, kann man schnell und bequem suchen,kopieren,Links verkürzen,kommentieren, weiterleiten. Alles von unterwegs. Ist nur ein Gedankenspiel, unrund, und das Beispiel vielleicht unpassend und naiv, aber die Grundintention geht in die richtige Richtung: Twitter sollte sich Gedanken darüber machen, wie man den Eigenantrieb von Nachrichtenfressern im beiderseitigen Sinne irgendwie monetarisieren kann. Vor dem Hintergrund des Wettbewerbs mit Facebook würden die Big Player nicht reichen, und würden auch nicht so spezialisiert Nischen abdecken können. Ob es für eine derartige Form einen Markt geben könnte, steht in den Sternen, aber einen Versuch wäre es wert. Dann hat man einen kostenlosen Account, freie Listen, geschlossene Listen für Freunde, und halt kostenpflichtige Listen zu Spezialthemen, für die man sich besonders interessiert, und hinter dessen Aggregat man einen echten Mehrwert für Dritte vermutet. mobil erstellt

  • Wolf

    24.03.11 (11:33:51)

    Irrtum: Mit Zwangswerbetweets wäre Twitter innerhalb weniger Monate tot. Ich schaffe es jetzt schon nicht mehr, die Tweets meiner nur 600 Follower zu lesen. Käme Werbung dazu, wäre ich weg. Zwangswerbung ist etwas für passive Mediennutzer, die vor dem TV sitzen. Und selbst die zappen weg...

  • Wort-Suche

    24.03.11 (12:46:57)

    Das funktioniert nicht, genauso wie die Ansätze von Zeitungen Geld für ihre Artikeln zu verlangen, das hat mal in der Ära des Zeitungspapier funktioniert, aber in der Ära Internet funktioniert kein Bezahlsystem, schon gar nicht für Informationen. Infos müssen frei und kostenlos für jederman zugänglich sein, die Monetarisierung kann nur und auschliesslich über Werbeeinblendung am Rande erfolgen. Und da gibt es sicher dutzende Interessante Möglichkeiten von Twitter. Werbung in den Tweets, davor, darunter oder seitlich ist durchaus interessant und kann je nach Thema sogar sehr wichtige Informationen damit verbreiten, störend ist es nur dann wenn man es nicht intelligent umsetzt, es gibt da aber sehr viele Umsetzungsmöglichkeiten, die sicher niemanden stören wird - man muss nur kreativ genug sein und am Ende bezahlt die Werbung jeden Dienst und jeden Onlineworker, das ist nunmal so.

  • Mika.B

    24.03.11 (12:58:21)

    Es kommt immer darauf an,"Zwangswerbetweets" müssen nicht Grundsätzlich schlecht sein wenn sie sparsam eingesetzt, als solche Gekennzeichnet und etwas Inteligent gemacht sind. Warum sollte mir nicht eine Firma über Twitter kurz Mitteilen das sie ein neues Produkt am Markt hat oder gerad ein neuer Film in den Kinos startet ? Ich kann dann auf den weiterführenden Link klicken oder auch nicht wie bei jedem Webseitenbanner oder die Meldung einfach "überlesen". Zudem sind viele Twitterkonten kommerzieller Firmen schon heute kaum mehr als für die Firmen kostenlose Werbung.

  • Martin Weigert

    24.03.11 (13:05:46)

    Ich seh schon - du siehst hier für dich eine Erwerbsmöglichkeit :P Auch keine schlechte Idee. Voraussetzung ist dann aber, dass diese Listen stetig aktualisiert, erweitert und kuratiert werden - sofern sie nämlich "statisch" sind, also immer die gleichen Twitternutzer enthalten, ist ihre "Kopierbarkeit" recht hoch. Und im Gegensatz zu meiner Idee aus dem Artikel fehlt hier der USP der Zeitsensibilität.

  • tom

    24.03.11 (14:40:19)

    Ich glaube nicht das dieses Modell funktionieren könnte. Twitter ist oft nur ein weiterer Broadcast Kanal für Webinhalte ala RSS. Am ehesten wird Twitter damit Geld verdienen können das es den Usern ein Affiliate-Netz bzw. etwas Adsense ähnliches anbietet und die User mit diesen Links Geld verdienen und eine Provision bei Twitter bleibt. Dieses Twitter-Adsense könnte die Follower und die regionalen Newsstreams analysieren und selbstständig entsprechede Werbe Tweets zwitschern. Wenn alles gut funktioniert hätte das auch einen Mehrwert für die Follower und die Tweets wären kein Spam. Also eine Win-Win-Win Situation wie bei Adsense.

  • DJ Nameless

    24.03.11 (15:50:24)

    in der Ära Internet funktioniert kein Bezahlsystem, schon gar nicht für Informationen. Infos müssen frei und kostenlos für jederman zugänglich sein, die Monetarisierung kann nur und auschliesslich über Werbeeinblendung am Rande erfolgen. Wie man aber in der Praxis sieht, funktioniert das auch nicht. Die Werbebanner nerven immer mehr, vor allem wenn sie sich - wie in letzter Zeit immer häufiger zu beobachten - über den Text legen. Automatisierte personalisierte Werbung kann es auch nicht geben, das ist auch längst bewiesen. Die Folge: Werbung nervt einfach nur, so dass die Leute sie entweder ignorieren/wegklicken oder gleich ein Adblock-Programm installieren.

  • Stefan Möller

    24.03.11 (18:18:34)

    Das lässt sich in einem Satz beantworten: Es wird nicht funktionieren, da (fast) niemand bereit sein wird, für das Verfolgen von Tweets Geld zu bezahlen.

  • Stephan Strittmatter

    25.03.11 (20:41:03)

    Ich kann mir bezahlte Abos eigentlich auch nur bei sehr schnelllebigen Informationsdiensten,wie Techcrunch, Mashable oder aber auch DPA und Co. vorstellen. Was ich jedoch nicht verstehe, ist, warum Twiter nicht von Yammer lernt ( oder aufkauft). Also ein Twitersystem für geschlossene Benutzergruppen. Da würde ich in Unternehmen schon ein Potential sehen. Vor allem, wenn man den gleichen Client nutzen könnte. Aber jetzt schweife ich von der eigentliche. Frage ab.

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