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16.07.12Kommentieren

LTE als mobile Highspeed-Verbindung der Zukunft

Was bietet LTE Privat- und Geschäftskunden in der Praxis?

Ein Beitrag von Tim Rohrer

LTE kommt 2012 in die Großstädte

Vor einigen Wochen ging es durch alle Medien. T-Mobile startete zeitgleich mit LTE in Bonn, München, Hamburg und Leipzig. Damit versorgt die Telekom nach Köln und Frankfurt am Main weitere große Städte mit der Mobilfunktechnologie der vierten Generation. Mit den neuen Mobile Data-Tarifen bietet T-Mobile ebenso wie Vodafone eine Übertragungsrate von bis zu 100 Mbit/s. Für einen solchen Mobile Data-Tarif XL zahlt man mit einem LTE-Surfstick rund 80 Euro im Monat. o2 bietet aktuell zu etwas günstigeren Tarifen Übertragungsraten von bis zu 50 Mbit/s an.

Kurz nach dem Marktstart von T-Mobile haben Redakteure von Chip.de das LTE-Netz in München getestet. Mit dem Speedstick LTE von Huawei startete man unter den Füßen der Bavaria einen Testdownload von 700 Megabyte. Dabei erreichte man im Download stabile Surfgeschwindigkeiten von bis zu 25 Mbit/s. Im Durchschnitt lag die Bitrate bei 22 Mbit/s. Im Upload erreichte man beim ersten Versuch acht bis neun Mbit/s. Nur 50 Meter weiter war dann eine Übertragungsrate von 25,8 Mbit/s möglich.

Die Tests von Chip.de in München fanden mit noch wenigen Nutzern in den Funkzellen statt, zeigen jedoch, welche Surfgeschwindigkeiten die LTE-Kunden in der Praxis erwarten. Sind die Funkzellen hingegen stark ausgelastet, sind Übertragungsraten von 15 bis 20 Mbit/s realistisch. LTE ist wie jede Mobilfunktechnologie ein Shared Medium. Je mehr Nutzer sich gemeinsam in einer Funkzelle einwählen, umso weniger Bandbreite kommt beim einzelnen Surfer an.

Vodafone bietet erste LTE-Smartphones

Vodafone bietet seit einigen Wochen mit dem LG Optimus True HD LTE, dem HTC Velocity 4G, dem HTC One XL und dem Samsung Galaxy S2 LTE die ersten LTE-Smartphones in Deutschland an. Für die „SuperFlat LTE Plus“ zahlt man bei Vodafone 54,99 Euro im Monat. Der LTE-Tarif ermöglicht Übertragungsraten von bis zu 21,6 Mbit/s mit einem Datenvolumen von 1 GB. Mit dem zweiten LTE-Tarif "SuperFlat LTE Allnet" für 94,99 Euro surft man mit bis zu 50 Mbit/s bei einem Datenvolumen von bis zu 2 GB.

Parallel zum Angebot von T-Mobile bietet Vodafone seine MobileInternet Flat zum mobilen Surfen an. Bei den LTE-Tarifen orientiert sich der Düsseldorfer Mobilfunkanbieter preislich an der Konkurrenz. Vodafone bietet aktuell Übertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s. Die LTE-Tarife sind in Städten wie Berlin, Düsseldorf, Krefeld und bald auch in Leipzig, Dresden und Zwickau erhältlich.

Bei allen LTE-Tarifen gibt es ein Manko, wie man es schon vom Surfen mit UMTS kennt: Alle Tarife sind an Datenvolumen gebunden. Ist das Inklusivvolumen verbraucht, bremsen die Netzbetreiber die Highspeed-Verbindung meist auf 64 Kbit/s aus. Im teuersten Tarif Mobile Data XL von T-Mobile hat man ein Datenvolumen von 30 Gigabyte. Bei den LTE-Tarifen von Telekom und Vodafone für zirka 50 Euro sind es zehn Gigabyte bei bis zu 50 Mbit/s.

LTE auf dem Land

Besonders interessant für Gründer und Selbstständige in ländlichen Regionen: Neben den Städten spielt der LTE-Ausbau auf dem Land eine zentrale Rolle. Es war der Wille der Bundesregierung, zuerst den Menschen in den ländlichen Gebieten mit 4G schnelle Breitbandverbindungen zu ermöglichen und die "Weißen Flecken" zu schließen. Die deutschen Netzbetreiber haben sich verpflichtet, zuerst die Bewohner auf dem Land mit LTE zu versorgen und trieben dort vor allem im Jahr 2011 den LTE-Ausbau voran.

Mit LTE versorgt man selbst kleinste Ortschaften wirtschaftlich mit schnellem Internet. Mit den 800-Megaherz-Frequenzen aus der Digitalen Dividende kann man mit einer LTE-Basisstation einen Umkreis von sechs Kilometer und mehr abdecken. Es reichen wenige Sendemasten, um mehrere Orte mit LTE zu versorgen. Dies ist vor allem für Selbstständige auf dem Land, die bisher auf DSL-Highspeed verzichten mussten, eine gute Nachricht.

LTE ein gleichwertiger DSL-Ersatz?

Auf dem Land surft man als Privat- und Geschäftskunde bei der Deutschen Telekom und o2 mit den „LTE zuhause“ Tarifen mit Übertragungsraten von bis 7,2 Mbit/s, obwohl technisch mehr möglich wäre. Die beiden Anbieter orientieren sich hier an einem DSL6000-Anschluss. LTE von o2 und der Telekom ist auf dem Land nur bedingt ein vollwertiger DSL-Ersatz, denn auch hier ist man an ein Datenvolumen gebunden. Wer sich hochauflösende Videos in HD-Qualität anschaut oder als Selbstständiger größere Up- bzw. Downloads macht, hat sein Datenvolumen von zehn Gigabyte relativ schnell verbraucht. Bei der Telekom zahlt man für den LTE-Tarif "Call and Surf Comfort via Funk" 39,95 Euro im Monat. Der Netzbetreiber o2 bietet seinen Tarif "o2 LTE für zuhause" für 14,95 Euro pro Monat im ersten Jahr, ist jedoch erst an wenigen Orten mit LTE vertreten. Nur Vodafone ermöglicht mit der Tarifgruppe "Vodafone LTE Zuhause Telefon & Internet" bis zu 50 Mbit/s und größere Datenvolumen bei entsprechend höheren Preisen.

LTE-Zukunft für Unternehmer

Der LTE-Ausbau in Deutschland steht noch am Anfang. Erst in den nächsten Jahren wird es ein komplett flächendeckendes LTE-Netz geben. Auf dem Land sollen die Weißen Flecken bis zum Jahr 2013 geschlossen sein. In diesem Jahr wird LTE vermehrt in die Städte kommen. Alle drei deutschen Netzbetreiber haben angekündigt, den Ausbau von 4G im Jahr 2012 in den Städten zu forcieren. Im Juli startete o2 mit seinen mobilen Tarifen. Dazu erwartet die Verbraucher immer mehr LTE-Hardware.

Für Geschäftskunden wie Gründer entwickelt sich LTE damit langsam aber sicher zu einer echten Alternative im Bereich Breitbandversorgung. Vor Allem in Gebieten bisheriger Unterversorgung mit Highspeed-Internet, bietet der neue Mobilfunkstandard Unternehmern erstmalig einen wirklich schnellen Zugang zum Internet.

Hinsichtlich Surfgeschwindigkeiten ist LTE also mehr als eine interessante Alternative zu einem DSL-Anschluss. Jedoch sind die Inklusiv-Volumen der LTE-Verträge ein Nachteil, was gerade für Selbstständige problematisch sein kann. Jeder LTE-Tarif ist, wie man es bereits von UMTS und HSDPA kennt, an ein Datenvolumen von z.B. 5 GB im Monat gebunden. Ist das Inklusiv-Volumen aufgebraucht, surft man nur noch mit einer Übertragungsrate von bis zu 64 bzw. 384 Kbit/s.

LTE für Selbstständige steht bei den Netzbetreibern bisher noch nicht im zentralen Fokus. Die LTE-Tarife für Selbstständige unterscheiden sich, von wenigen Details abgesehen, noch wenig von den 4G-Tarifen für Privatkunden. Hier ist in den nächsten Monaten noch einiges an Bewegung zu erwarten…

Autor: Tim Rohrer

Autor und Mitbetreiber des LTE-Portal 4G.de
Website des Autors
Tim Rohrer

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