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29.05.08Leser-Kommentare

Warum friendfeed das nächste große Ding ist

FriendfeedFriendfeed ist das nächste große Ding. In den US-Blogs gibt es aktuell kaum ein anderes Thema mehr; außer der Instabilität von Twitter. In spätestens einem Jahr wird friendfeed auch in Deutschland einschlagen. Wir erklären, warum.

Friendfeed ist ein sogenannter Lifestreaming-Dienst in dem man die Feeds von seinem Blog, Twitter, SocialBookmarking-Dienst, flickr etc. aggregieren kann. Man kann anderen Leuten folgen und Stream-Einträge mit 'like' positiv bewerten und kommentieren. Außerdem kann man Feeds einzeln ausblenden, um so Lärm und Redundanzen zu mindern.

Als ich Anfang März diesen Jahres Friendfeed entdeckte, war es für mich déjà vu all over again. Wie bei Twitter hatte ich vorher kopfschüttelnd vermehrt davon in den einschlägigen US-Blogs gelesen, und dachte bei mir 'was für ein Mumpitz'. Wie bei Twitter nahmen die Begeisterungsstürme in den USA stetig zu. Wie bei Twitter erreichte ich irgendwann einen Punkt an dem ich mir sagte, 'was soll's, wenn es so viele intelligente Menschen so toll finden, muss was dran sein' und probierte es aus. Und wie bei Twitter wurde ich in einen Bann gezogen, der sich nur schwer Aussenstehenden erklären lässt.

Und ich bin davon überzeugt, dass Friendfeed wie Twitter mit einem Jahr Verspätung im deutschsprachigen Raum durchstarten wird. Friendfeed wird, wie einst vor ziemlich genau einem Jahr Twitter, aktuell vom Großteil der Blogger hier ignoriert, während die ridiculously early Adopter bereits am Rumhüpfen vorm Monitor sind. Es wird nicht lang dauern, bis die einschlägigen Blogger Artikel nicht unter 1000 Wörtern verfassen, warum Friendfeed der Untergang des Abendlandes ist oder in denen sie damit kokettieren, dass sie zu alt für diesen Sch**ss seien. Bis sie in einem Jahr alle einsteigen. Spätestens nächstes Jahr April, zur Re:publica, wird die Zeit von Friendfeed hier gekommen sein.

So weit meine Vision. Kommen wir zu den Argumenten. Butter bei die Fische, wertes Publikum.

Eine soziale Schicht

Friendfeed ist ein Lifestreaming-Dienst. So weit, so unspektakulär. Das Zusammenführen der ganzen online erstellten Inhalte über Feeds auf eine zentrale Seite wurde erstmalig 2005(!) von Suprglu eingeführt (erstmalig im Sinne von, dass man die Applikation nicht selbst aufsetzen musste). Die Weiterentwicklung von Suprglu wurde scheinbar unmittelbar nach dem Launch eingestellt. Auch ist Friendfeed nicht arm an Konkurrenten.

Was macht es nun so besonders?

Wie bereits oben beschrieben, ist Friendfeed keine karge Ablagehalde von Feeds und Links, sondern ein sozialer Spielplatz. Die Ebene der Kommentare auf Friendfeed erlaubt das Diskutieren außerhalb der Seite, die besprochen wird. Sinnvoll? Schon mal mit Freunden in der Kommentarspalte auf sueddeutsche.de über den Artikel philosophiert?

Das Interessante: Je länger man Friendfeed nutzt, desto mehr möchte man alles, was man zu einer Identität zusammengefasst wissen will und sowieso online publik verfügbar macht, auch dort streamen. Den Freunden und Bekannten, die dem Stream folgen, gibt man so eine Übersicht über alle Dinge, die man online veröffentlicht. Gleichzeitig entsteht eine zweite Ebene, auf der man in einem engeren beziehungsweise außerhalb des ursprünglichen Kontextes entstandenden Kreises über das jeweilige Sujet diskutieren kann.

In den USA gibt es bereits sehr hitzige Debatten bezüglich dieser Fragmentierung der Kommentare, für die bereits Auswege gesucht werden. Grundsätzlich ist diese Zersplitterung der Diskussionen nur natürlich. Filme werden auch nicht nur direkt vor dem Kino diskutiert.

friendfeed-meinstream

Spartanisch. Wie Google.

Aktiv und passiv, Zeitverschwender und Zeitersparnis

Friendfeed kann eine großartige Zeitvernichtungsmaschine sein. Und das ist auch okay. Man kann aber bei friendfeed auch 'mitmachen', ohne aktiv Zeit darauf zu ver schwenden. Wer anderenorts seine Onlinezeit verbringt und die Ergebnisse davon per Feed und/oder API ausgegeben werden (bloggen, twittern, Fotos auf flickr oder Videos auf Youtube hochladen etc.), kann auf friendfeed teilnehmen ohne dort zusätzlich Zeit reinzustecken.

Man kann es mit last.fm vergleichen. Einmal eingerichtet, läuft last.fm auch einfach im Hintergrund. Die Songs werden protokolliert und ein personalisiertes Profil entsteht.

So ähnlich ist das auch mit friendfeed. Man kann mittels 'Like'-Funktion und Kommentaren teilnehmen, oder man kann einfach nur seine Feeds reinlaufen lassen. Sofern die Aktivitäten anderenorts andere friendfeed-Nutzer interessiert, nimmt man am friendfeed-Geschehen teil ohne aktiv dabei zu sein. Durch diesen geringen Aufwand wird friendfeed, sobald es ein bisschen an Schwung gewonnen hat, erstaunlich vollständig sein.

Die deutsche Social-News-Szene

Kommen wir zu dem Grund, warum gerade der deutschsprachige Raum auf friendfeed gewartet hat, es nur noch nicht weiß.

Es gibt im deutschsprachigen Raum bis heute keinen Social-News-Dienst, der eine für den hießigen Raum vergleichbare Größe erreicht hat wie in den USA etwa digg. Der als digg-Klon gestartete Dienst yigg ist noch das größte Exemplar hierzulande. Aber auch dieser ist eher winzig. Zum Vergleich: während digg die Server von Seiten auf der Startseite zum Einsturz bringt, liefert yigg auf der Startseite den Bruchteil an Besuchern den ein prominenter Link auf einem großen Blog wie Spreeblick bringen kann. Es gibt hier keine Social-News-Seite die etwa einen Heise-Effekt verursachen könnte. Und auch die bei yigg jüngst angekündigte Beteiligung der Nutzer an den Werbeeinnahmen wird daran nichts ändern. Sie wird im Gegenteil das bereits massive Spamproblem eher noch steigern.

Der Nachteil fehlender großer Social-News-Seiten: Wenn man als neuer Blogger im deutschsprachigen Raum anfängt und wachsen möchte, ist man darauf angewiesen, dass die großen Blogger zufällig in der richtigen Laune sind, auf einen zu linken, falls sie einen vorher überhaupt entdecken. Es gibt keinen anderen Weg. In den USA gibt es mit digg, del.icio.us, stumbleupon& co eine gut funktionierende Social-Media-Infrastruktur. Abgesehen vom genannten yigg und dem deutschen Bookmarking-Dienst Mr.Wong existiert nichts in dieser Hinsicht in Deutschland. Und beide lassen es eher tröpfeln als Sturzbäche an Leuten über den Seiten auszukippen. Es gibt nun aber ein Bedürfnis nach Aggregation (und der damit verbundenen Gewichtung) und den Möglichkeiten für Neuentdeckungen (Man könnte auch sagen, dass die Blogosphäre mit funktionierenden Social News demokratischer werden würde).

Nun ist friendfeed nicht primär darauf ausgelegt, zu aggregieren und digg-Startseiten zu imitieren. Das heißt aber nicht, dass das mit den Datensätzen nicht geht und nicht sinnvoll sein kann.

Hier ist, was ich für möglich halte:

1. Wenn jemand wie Sascha Lobo auf Twitter 1500+ Leute erreicht und, sagen wir, das Gleiche würde auch auf friendfeed so sein, dann hat das einen ersten Schneeballeffekt für die ganzen importierten Links: Jeder dieser 'Freunde' auf friendfeed bekommt in der Regel jeden gebookmarkten oder anderswie importierten Link zu sehen.

Oder: Wenn 10 Leute einen Artikel bookmarken, per GoogleReader Shared Items weitertragen oder diggen etc. und jeder von ihnen 100 Leute hat, die ihm folgen und sich die Links anzeigen lassen, sind das 1000 Leute, die diesen interessanten Artikel zu sehen bekommen. Stimmt natürlich nicht ganz, weil es immer Überschneidungen gibt, aber lassen wir das mal weg.

Je nachdem wann und wie oft ein Link mit 'like' bewertet wird und/oder kommentiert wird, wird dieser Link dann zusätzlich nochmal hochgespült.

2. Zusätzlich zu diesen persönlichen Streams werden aggregierte Seiten entweder direkt auf Friendfeed oder über die Programmierschnittstelle (API) wie etwa das bereits gestartete friendfeedlinks realisiert werden. Die Daten sind einfach zu gut, um brach zu liegen. Auch für deutschsprachige Inhalte wird das möglich sein. Man stelle sich vor: Über den Umweg von friendfeed die im deutschsprachigen Raum neulich am meisten gebookmarkten Seiten auf del.icio.us, mr. wong und co. aggregiert sehen zu können. Oder das Gleiche für GoogleReader Shared Items.

Das alles ist dabei nicht das Primärziel der Nutzung von friendfeed, sondern fällt nebenbei ab. Während das Hochspülen von Seiten genau das Primärziel zur Nutzung von digg, yigg etc. ist. Dadurch und da das Hauptaugenmerk auf den persönlichen Streams liegt, kann man, so glaube ich, davon ausgehen, dass die negativen Effekte durch Gruppendenken, die dem digg-Konzept zu schaffen machen, hier eher minimiert auftreten.

API-Klassen für Internationalisierung

Als ich über friendfeed und dessen Internationalisierung nachdachte, wurde mir klar, dass es, um auch in anderen Ländern Erfolg zu haben, die jeweils lokal populären Webdienste unterstützen muss. Jetzt kann man die einzelne Unterstützung für 3000 Dienste anstreben, wie es einige der Mitkonkurrenten machen. Friendfeed hat sich aber bis jetzt auf die entscheidenden größten Dienste beschränkt. Das funktioniert im internationalen Kontext nicht. Es ist aber auch nicht ratsam, die angesprochen 15.000 Dienste zu implementieren.

Hier, was ich für friendfeed bzw. generell für Lifestreaming-Dienste für sinnvoll halte:

Für die verschiedenen Arten von Social-Media-Diensten werden jeweilige Programmierschnittstellen-Klassen definiert . Das heißt, man bietet dann eine jeweilige Programmierschnittstellen- bzw. API-Klasse für Bookmarkingdienste, Videoseiten, Fotoseiten, SocialNews-Dienste etc. an. Die Ausgabeform, ob nun als RSS-Feed oder anderweitig, muss dann nach einem bestimmten vorgegebenen Muster formatiert sein.

Die Dienste selbst haben ein Interesse daran, kompatibel zu sein, wenn das Lifestreaming an sich oder nur friendfeed populär wird. Über offene Standards wäre das dann auch in OpenSocial oder die Facebook-Plattform und andere möglichen Aggregatoren integrierbar. Das ist der einzige Weg, auf dem lediglich lokal dominierende Dienste in solche Systeme leicht integriert werden. Kein Dienst wird das deutsche Bookmarking, das spanische, das agyptische und etc. bei sich einzeln unterstützen können.

Diese Initiative kann von friendfeed aus geschehen. Lieber würde ich so etwas natürlich von der DataPortability Group ausgehend sehen.

What's next?

Friendfeed, glaube ich, fängt gerade erst an. Niemand weiß, wie es sich weiter entwickeln wird. Mit Rooms wurden eben erst thematisch abgrenzbare Streams eingeführt.

Friendfeed hat bereits jetzt einige gut durchdachte Features: Man kann bei Multiautorenblogs seinen Autorennamen angeben, um so nur die eigenen Artikel zu erhalten. Gut, nur für einen Bruchteil der Nutzer interessant. Schon spannender: Für Freunde, die man nicht zu einem Friendfeed-Account überreden kann, kann man Imaginary Friends anlegen.

Durchaus möglich, dass es zum Google der Social Networks (wohl eher des Social Media) wird.

Eine Suche etwa, die intelligent durch das SocialMedia-Dickicht führen kann? Sign me up.

Wie sich die Nutzbarkeit von friendfeed mit der Zunahme an Usern verändern wird, wird sich allerdings noch zeigen müssen.

Das Team

Wem all diese Argumente nicht reichen, dem sei noch gesagt, dass hinter Friendfeed Ex-Googlemitarbeiter stecken, die nicht nur für das Google-Motto, Google Mail und den ersten Prototypen von Google Adsense sondern auch unter anderem für Google Maps und deren API verantwortlich waren. Das Friendfeed-Team besteht aus Leuten die keine halben Sachen machen.

Fazit

Friendfeed macht Lifestreaming attraktiv. Je weiter das Social Web fortschreitet, desto mehr möchten Leute ihre fragmentierten Aktivitäten zumindest teilweise wieder zusammenführen. Auf friendfeed wird das auf einfache Art möglich. Außerdem fügt es eine weitere soziale Schicht durch die Kommentare hinzu. Man kann nur mit Bekannten deren Online-Fundstücke diskutieren.

Für den deutschsprachigen Raum könnte friendfeed außerdem nebenbei die erste wirklich große und relevant werdene Social-News-Seite werden. Ein Vakuum, das bis heute nicht zufriedenstellend gefüllt wurde. Das macht es für den hießigen Raum besonders spannend.

Aus diesen Gründen wird friendfeed langsam aber sicher auch im deutschsprachigen Raum Fuss fassen. Ich spreche hier nicht von Mainstream. In den Mainstream wird friendfeed erst in ein paar Jahren vordringen (so es denn..). Aber bei der webaffinen Bevölkerungsschicht, die auch Blogs regelmäßig liest, ist es nur eine Frage der Zeit, bis friendfeed hier einschlägt.

Mein Friendfeed-Account findet man hier .

Und nun kommen wir zu:

Die Wette

Viele werden mir in der Voraussage nicht zustimmen, dass Friendfeed das Zeug zum 'nächsten großen Ding' hat. Verständlich.

Mein Angebot: Ich werde nächstes Jahr wieder auf der re:publica in Berlin sein. Im Artikel vertrete ich die Meinung, dass Friendfeed spätestens dann das große Thema sein wird so wie es heute Twitter ist. Wer ebenfalls vorhat, auf der re:publica zu sein und anderer Überzeugung ist, kann mich in den Kommentaren herausfordern und gegen mich wetten. Ich nehme die Herausforderung mit dem originellsten Wetteinsatz (der dann für den jeweiligen Gewinner/Verlierer gilt) an. Game on!

Aktuelle interessante Artikel zu Friendfeed:

Kommentare

  • Robert

    29.05.08 (18:58:14)

    Ich habe noch immer nicht verstanden, für wen friendfeed, Twitter und Konsorten welchen echten Nutzen haben. Lese ich mehr relevantes und erhöhe so mein Nutz-Wissen? Erhalte ich Einblicke in bislang unbekanntes, das meinen Horizont sinnvoll erweitert? Oder kann man das gar nicht so runterbrechen? Oder ist es einfach nur ne Alternative für Leute, die sich sonst mit Freunden über die neuesten Ereignisse bei Lindenstraße/Big Brother/(was auch immer) unterhalten würden?

  • Marcel Weiss

    29.05.08 (19:17:27)

    Robert: Von allem ein bisschen. :) Es kommt immer darauf an, wie Du den jeweiligen Dienst nutzt. Außerdem machen friendfeed und twitter auch einfach Spass. Da braucht es gar nicht unbedingt noch einen zusätzlichen "Nutzen". Auch wenn der zweifelslos da sein kann. Je nach Nutzung halt.

  • dani

    29.05.08 (19:52:49)

    Sehr schöner Artikel! Ich bin mal auf die Wetten gespannt! :-)

  • Daniel Thomaser

    29.05.08 (19:53:35)

    @Robert: Ich find das wirklich großartige Feature an den beiden Diensten, ist das mein einseitig "followen" kann, aber auch direkt interagieren. D.h. ich höre einigen wichtigen/interessanten Leuten einfach zu und erfahre so oft wissenswertes, kann mich gleichzeitig aber auch mit einer Freundin zum Essen verabreden. Und aus Unternehmenssicht: Ich kann unseren Mitgliedern so Kleinigkeiten mitteilen, die kein Post/Mail wert sind und sogar ganz bequem mit unseren Freelancer kommunizieren. Und das mit Twhirl ganz bequem vom Desktop aus... Ja ich weiß, ich bin ein fanboi ;o)

  • Tim

    29.05.08 (20:25:29)

    Web Montag ist Early Adopter mit eigenem Raum auf FriendFeed.

  • Vincent Nicolai

    29.05.08 (20:30:37)

    Hey Marcel, guter Artikel. Auch im Bereich der "Social Search" ist das Thema sehr interessant. Und um den Mainstream mache ich mir keine Sorgen. Das werden Musiker und Künstler übernehmen - ähnlich wie damals bei myspace. Keine Myspace-Seite, Band-Website o.Ä. bietet solch' Aktualität, wie ein Friendfeed-Stream ... und auch andersrum - solch eine Nähe eines Fans/Followers zu dem Künstler wird nirgendwo im Web gewährleistet. Auch gegenüber Facebook, wo momentan versucht wird sich in die Lifestream Richtung zu bewegen, hat FF einen großen Vorteil: FF ist kein geschlossenes Netzwerk. Wie siehst du denn die Chancen einer lokalen Version? (Copy-Cat) Cheers Vince

  • Martin Weigert

    29.05.08 (20:38:11)

    Hehe Vincent wann ist es denn soweit? ;)

  • Marcel Weiss

    29.05.08 (20:41:57)

    Vincent Nicolai: Von Copy-Cats halte ich gar nichts. Mehr sage ich dazu nicht.

  • ben_

    29.05.08 (20:52:39)

    Gut gebrüllt, Löwe.

  • Joshi

    29.05.08 (21:21:21)

    Ich glaube nicht das Friendfeed einschlagen wird und nutze es selbst auch gar nicht, obwohl ich ja sonst fast überall angemeldet bin. Warum sollte sich denn dort jemand anmelden, in der Hoffnung, die Freunde sind schon da und man sieht was sie jeden Tag treiben? Bei Facebook haben vorher auch alle geglaubt, dass es das Ende von studiVZ ist. In meiner Heimatstadt (42.000 Einwohner) bin ich noch immer der einzigste Facebook-User. Twitter .. läuft auch gar nicht, trotz viel Werbung und Angstabbau meinerseits. In der Region Ostsachsen (so groß wie das Saarland) gibts nur 5-6 Twitterer. studiVZ .. dort ist mittlerweile fast jeder und ich glaube, spätestens wenn die nen Livestream ala Friendfeed einbauen und wie angekündigt diverse Anwendungen zulassen, sind sie quasi außer Konkurenz. Ich seh es in meinem Kollegenkreis (17 - 35 Jahre), die Leute sind wenn überhaupt höchstens 1 Stunde wöchentlich online. Da werden schnell mal E-Mails abgerufen oder die letzten Partybilder angeschaut und mehr nicht.

  • Marcel Weiss

    29.05.08 (22:04:47)

    Kommentare zum Artikel sind auch reichlich auf Friendfeed zu finden: http://friendfeed.com/e/f9d31537-e6e8-a7ad-ffa1-2988a2ae30c7 Besonders schön: oder um mit Luhmann zu sprechen: FriendFeed wird groß, weil es die kommunikative Anschlussfähigkeit von fast allem maximiert, was man so ins Netz stellen kann :)

  • Philipp

    30.05.08 (01:52:20)

    Nur kurz eingeworfen: Du hast irgendwie Webnews vergessen ;) Der von uns betriebene Blog "Promipranger" landet dort regelmässig auf der Startseite und bringt dann im Durchschnitt knapp 5000 Besucher. Nicht gerade wenig oder? :) Im Vergleich zu Heise, ka... Da warn wa noch nicht ;) LG, Philipp, der mit FriendFeed auch noch recht wenig anfangen kann und langsam aber sicher überfordert ist mit den ganzen Dingern :)

  • Francis, Infopirat

    30.05.08 (04:07:48)

    Gut gesagt. Ich würde keinen Cent dagegen wetten ;-) Im Bezug auf den "Yigg Spam" wegen Umsatzbeteiligung muss ich Dir allerdings widersprechen, das sehe ich ganz und gar nicht kommen. Was anderes: Wer Lust dazu hat seine Bookmarks zu streamen bei Friendfeed, der kann sich mal bei uns auf Infopirat anmelden, seinen Account im Infopirat Profil mit Twitter verbinden und dann die Twitter App in Friendfeed aktivieren. Ist noch experimentell das ganze aber scheint zu funktionieren :)

  • Matias

    30.05.08 (06:37:30)

    Super Artikel, Marcel! Kompliment. Und du hast zu 1.000% Recht. Darf ich bei der Wette mit dir mitgehen? Was muss ich in den Topf hauen ;) Ich befürchte nur, das Facebook & Co es nicht zulassen werden, das Friendfeed letztendlich so RICHTIG durchstartet. Also Mainstream wird und dann auch richtig Geld verdient. Die werden die Türen dicht machen, damit die User bei ihnen bleiben. Oder gibt es schon Schnittstellen zwischen Friendfeed und Facebook? Ich befürchte, ich werde mich demnächst auch bei Friendfeed anmelden müssen. Es hört sich einfach zu gut an. Und ich bin kein (!) Twitterer.

  • Matias

    30.05.08 (06:54:42)

    Bitte mal den Link (erstes Wort des Artikel) korrigieren! Da ist die ne "7" rausgerutscht

  • W. Rahim

    30.05.08 (06:57:36)

    Wenn Twitter ein großes Ding ist, dann wirst Recht bekommen. Nur ein sehr kleiner Kreis von Techies kennt und nutzt Twitter.

  • mexison

    30.05.08 (07:41:08)

    Grundsätzlich habe ich ja Verständnis, sofern in Blogs einige Themen in PR-Manier übertrieben dargestellt werden. Twitter ist meines Wissen nur bei einer Ranggruppe erfolgreich. Friendfeed wiederum erhält meiner Daten (Alexa, Google, compete) nach Besucher nur durch solche Themen. Vielleicht funktioniert die Seite aber genau deswegen ;) - Wir werden sehen. Folgender Artikel könnte interessant sein: http://www.techcrunch.com/2008/05/24/blame-friendfeed/

  • Marcel Weiss

    30.05.08 (10:02:31)

    Ben_: :) - Joshi: Das braucht alles seine Zeit. Logisch. - Philipp: Ernsthaft? Ich hab die auf dem Radar. Aber dass die mittleriweile so groß geworden sind, war mir nicht ansatzweise bewusst. Wirkt der Hlotzbrinck-Holzhammer also doch. - Matias: Friendfeed hat eine Facebook-Applikation, die alles was im eigenen Stream angezeigt wird in den Facebook-Newsfeed importiert. Link hab ich korrigiert. Sehr peinlich. Danke! - W. Rahim: Aber dieser kleine Teil wächst beständig, oder? - Mexison: friendfeed steht noch am Anfang. Die sind noch nicht mal über "Los" gegangen. Jaja, Steve Gillmor. :) Die Gillmor-Gang ist toll. Aber Gillmors Blogposts schwanken immer stark zwischen Irrsinn und Genie- und das oft von Absatz zu Absatz. Im von Dir verlinkten Artikel steht aber nur Mumpitz. Im Grunde sagt er: "Ich habe keine Ahnung, wie ich die Hide-Funktion auf friendfeed benutzen kann." Soviel zum Thema Experte in Sachen Internet..

  • Matias

    30.05.08 (10:06:51)

    @Marcel Um umgedreht? Bekommt man seine Facebook-Daten bei Friendfeed mit rein? Also den Facebook-Newsfeed zum Beispiel? Nicht wirklich oder? Facebook macht doch - verständlicherweise - die Schotten dicht.

  • Jan

    30.05.08 (13:38:54)

    Hmmm, will wirklich keiner die Wette halten? Muss ich es also tun? :) Also gut: Ich wette, dass FriendFeed bei der nächsten Re:publica NICHT das große Ding ist [wobei wir uns nochmal besprechen müssten, woran wir das denn festmachen wollen...]. Mein Einsatz, unkreativ, aber politisch korrekt - der Verlierer spendet 50 Euro an den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung.

  • Bernd

    30.05.08 (13:44:22)

    Nein, sowas wie "Friendfeed" wird NICHT in Deutschland einschlagen. Grund: "Feeds von seinem Blog, Twitter, SocialBookmarking-Dienst, flickr etc. aggregieren kann." Diese Dienste nutzen in Deutschland nur Freaks und Blogger, aber kaum der Otto-Normal-Surfer. Die Idee alles zu bündeln ist sicher gut, aber dazu müßten sich die Dienste selber erstmal in Deutschland durchgesetzt haben. Außerdem werden die Leute dann lieber Digsby nehmen, also Friendfeed.

  • Hendrik Mans

    30.05.08 (15:57:28)

    Friendfeed ist nicht schlecht, aber es würde mich ganz arg überraschen, wenn es nicht an den selben Problemen wie Twitter zugrunde geht. Der neue Trend, Anwendungen zu bejubeln, die konsequent alles ignorieren, was wir in den letzten 10 Jahren gelernt haben (Dezentralisierung, Pull statt Push, etc.), macht mir etwas Sorge. Deweiteren muss ich leider auch allen Recht geben, die hier anmerken, dass Twitter außerhalb der Hardcore-Geek-Gemeinde kaum bis gar nicht bekannt und daher sicherlich nicht "the next big thing" ist. Sogar Weblogs kann man heute nur mit viel Fantasie den Sprung in den Mainstream zugestehen. Trotzdem spannend alles. Gruß, Hendrik (frommer Twitter- und Friendfeed-Nutzer :b)

  • Peter Hogenkamp

    30.05.08 (16:05:03)

    Philipp: 5000 Besucher? Genauer: "im Durchschnitt knapp 5000 Besucher"?? Wir hatten in zwei Jahren Blogwerk noch nie einen Link von irgendwo, der uns mehr als 1000 Besucher eingebracht hätte, wenn ich mich recht entsinne. Die Spitzengruppe bilden: BILDblog, SpOn, heise. Genaueres müsste ich nachgucken. Das probieren wir sicher aus.

  • Francis, Infopirat

    30.05.08 (22:17:48)

    @Peter Hogenkamp: pro Tag oder insgesamt? Weil ich hab Links auf Yigg oder IP.com und da kommen wesentlich mehr als nur 1000 Besucher im Monat rein. Okay, verglichen mit Delicious (da hab ich es verdammt nochmal einmal für zwei Tage lang auf die Startseite geschafft und ich war stolz wie Otto und hab die ganze Zeit versucht den Server online zu halten xD... ) ist das alles ein Witz und verglichen mit Slashdot oder Digg noch eher. Aber um nochmal darauf zurück zu kommen. Wir haben Bookmarks die auch ohne Startseitenplatzierung locker 200 outbound clicks machen pro Tag, da Webnews wesentlich mehr Reichweite hat und die Startseite dort ziemlich exklusiv ist - warum sollten 3.-5.000 Visits pro Startseitenplatzierung (evt. mehr als nur einen Tag lang) nicht dabei rausspringen können? Und ähhh Bild, Spon und Heise - ich würde mal sagen damit hats Du's genau getroffen. DIESE Seiten sind vom zu erwartenden Traffic her eher mit Digg & Co zu vergleichen. Aber hey. Diese Links haben nicht mehr als 1000 Besucher gebracht? Frag da bitte nochmal nach, ich wäre schockiert! Sorry for being offtopic, Marcell ^^

  • Bier-Tier

    02.06.08 (09:57:13)

    Also ich nutze weder die hier genannten Dienste Twitter, SocialBookmarking-Dienste, flickr, noch irgendetwas in der Richtung. Selbst RSS-Feeds sind bei mir nach Erprobung wieder gestorben. Für mich haben diese Dienste keinen Mehrwert und es wird in meinen Augen nur der eigene Crap-Stuff veräußert. Was ist denn mit einem guten Blog oder einer guten (privaten) Webseite. Mag sein, dass ich denn Sinn und Zweck dieser Dienste für mich noch nicht recht erkannt habe...

  • Marcel Weiss

    02.06.08 (12:48:15)

    Jan: Sieht ganz so aus, als seist Du der Einzige, der mutig genug ist. :)

  • Ben

    16.06.08 (06:55:51)

    Nostradamus lässt grüßen.

  • Christian

    25.06.08 (07:33:30)

    Naja ob es unbedingt Nostradamus ist :D

  • Gero

    04.07.08 (10:49:22)

    Moin, Habe gerade Post von Misterwong bekommen: Unter http://lifestream.fm machen die im genau wohl dasselbe wie friendfeed (sofern ich das Prinzip richtig verstanden habe). Nun stellt sich für mich die Frage, ob friendfeed - sei es technisch auch besser - die PR auf dem deutschen Markt erzielen kann, wie der Liebling unserer Szene-Zeitungen... Ich würde ja mit Dir Wetten, aber "das nächste große Ding" ist mir zu schwammig. Definiere das akzeptabel und mein Einsatz wäre: Mein VW Polo weist seit dieser Geschichte unschöne Kratzer (Hakenkreuz am Kotflügel, Sieg Heil auf Kühlerhaube etc.). Wenn ich Recht haben sollte, kommst du nach Hamburg und malst mir die Kratzer mit nem Lackstift über. (Ich komme da irgendwie nie dazu.) Solltest Du Recht haben, mache ich es selbst und kratze stattdessen "netzwertig.com" in den Lack und fahre für Dich Werbung. So Long Gero

  • Marcel Weiss

    11.07.08 (19:42:14)

    Gero: Das hätte ich im Artikel schreiben müssen: ich hatte die re:publica als Stichtag gewählt, weil ich dort sein werde, und andere sicher auch. Somit ist die Erfüllung des Wetteinsatzes leichter, wenn man dafür anwesend sein muss. So wie bei Dir. :) Ich bin zwar recht zuversichtlich, dass ich gewinnen werde. Aber man weiß ja nie, und deswegen dann von Chemnitz oder wo auch immer ich dann wohne nach Hamburg zu fahren? Nee, da gehe ich lieber mit Jans Angebot. Ist zwar langweilig, aber machbar und für einen guten Zweck. Gegenargumente?

  • Gero

    01.08.08 (12:05:48)

    Nein, keine Gegenargumente. Nimm ruhig den anderen Einsatz, auch wenn Meiner nach deinen Aussagen "der kreativste gewinnt" eigentlich vorrang haben müsste. Aber ich kann Dich gut verstehen .-) Außerdem bastele ich lieber selbst an dem nächsten großen Ding ohne den Druck, hier einen Wetteinsatz verlieren zu können *lach*

  • Neila

    01.08.08 (14:36:18)

    Ich hoffe nur, Plurk ersetzt nicht Friendfeed, und ich muss ständig die Auflösung meines Bildschirms ändern. Ich frag mich, wo nehmen die Leute, wie Ed Dale und The Scobeleizer nur die Zeit her? - Sehr schön an friendfeed finde ich, dass man jeden Freund einzeln abklicken kann, nicht wie bei Twitter, wo man schließlich keinen mehr überblickt. Aber langsam grenzt es an Wahnsinn - es gibt ja noch ein ganz neues Tool, (Name vergessen,) mit dem man 1 Post an alle 20+ Dienste versenden kann - und dann sammelt sich das 22 mal auf FriendFeed... Und was soll das, wenn jemand auf Twitter verkündet, er trifft sich jetzt zum privaten Gespräch mit jemand anders auf Friendfeed, weil ihm Twitter zu voll oder wieder mal zu instabil ist? - Sind Messenger jetzt out? Übrigens: heute startet die Thirty Day Challenge. Letztes Jahr haben Ed Dale und Dan Raine Facebook ein wenig umgestaltet und kurz übelastet - mal sehn, was dieses Jahr alles gesprengt wird, und welche neuen Trends in der Social-Bookmarking und -Network-Szene gesetzt werden...

  • databox

    18.04.09 (16:04:22)

    Sehr guter Artikel. Mich interessiert die Web2.0 Szene und mit dem Suchbegriff "web2.0 news" bin ich auf diesen Artikel und damit auf Friendfeed gestoßen. Danke, Marcel!

  • Dirk

    13.11.12 (09:21:59)

    Heute - 2012 - über diesen Artikel gestolpert, weil ich mich ein wenig näher mit FriendFeed beschäftigen wollte, da ein Kunde von mir FF nutzt. HAt scheinbar nicht geklappt mit dem nächsten großen Ding :-) Aber Danke für die Infos + Gruß aus Aachen Dirk

  • Torsten

    10.10.13 (18:43:09)

    Wir schreiben das Jahr 2013. Ich habe heute mal wieder meinen alten Friendfeed-Account rausgekramt und sucht nach Lösungen bestimmte nicht mehr funktionierende Verknüpfungen zu reaktivieren. Stattdessen fand ich diesen Artikel und musste ob der damaligen Meinungen zu Twitter, studivz, Facebook und co. und natürlich zu dem nächsten ganz großen Ding, nämlich friendfeed, doch mächtig schmunzeln.

  • Martin Weigert

    10.10.13 (20:20:24)

    Es sei dir vergönnt ;)

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