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27.07.11Leser-Kommentare

Wappwolf: Wiener Startup zieht ins Silicon Valley

Wappwolf will häufig durchgeführte Arbeitsprozesse mit Hilfe von zu Workflows verbundenen Apps in der Cloud automatisieren. Um besseren Zugang zu Kapital zu erhalten, verlagert das Startup aus Wien sein Hauptquartier ins Silicon Valley.

 

Trotz aller Aufbruchstimmung auf dieser Seite des Atlantiks: Das Silicon Valley ist nach wie vor die erste Adresse, was Unternehmensgründungen im Internetbereich sowie die Maximierung globaler Erfolgschancen betrifft. Und manch europäisches Startup entschließt sich daher, die Koffer zu packen und an die US-Westküste zu ziehen.

Gerade unter Österreichern scheint dies eine populäre Alternative zum Verweilen in heimischen, risikokapitalarmen Gefilden darzustellen. Wir erinnern uns an Jajah, den 2005 von Roman Scharf und Daniel Mattes in Wien gegründeten VoIP-Dienst, der sechs Monate später mit einem millionenschweren Investmentversprechen von Sequoia Capital ins Silicon Valley umsiedelte (hier unser Interview mit Scharf)

Jüngst berichteten wir auch über den Umzug der Twitter-App Buffer nach Kalifornien. Die Anwendung zum zeitversetzten Versenden von Tweets entstand zwar auf britischem Boden, aber das Buffer-Gründerduo besteht zur Hälfte aus dem Österreicher Leonard Widrich. Die Buffer-Macher erhoffen sich von dem Schritt unter anderem, im Valley in Kontakt mit potenziellen Geldgebern und Kooperationspartnern zu kommen.

Der aktuellste Fall des Eintauschens vom Firmensitz Europa gegen die USA kommt kommt wieder aus Österreich: Das Wiener Startup Wappwolf hat kürzlich bekannt gegeben, seinen Hauptsitz aus der Alpenmetropole ins sonnige Silicon Valley zu verlegen. Derzeit laufe der Prozess der Gewerbeanmeldung. Nach dessen Abschluss wird die österreichische Wappwolf GmbH als Tochter der neu gegründeten Wappwolf Inc fungieren.

Wappwolf will häufig durchgeführte Arbeitsprozesse mit Hilfe von zu Workflows verbundenen Apps in der Cloud automatisieren und sieht sich als eine Art "ifttt für Dateien".

Wie bei Buffer scheint auch für Wappwolf die Intention im Vordergrund zu stehen, mit dem Schritt den Zugang zu Venture Capital zu verbessern. "Während Risikokapital in Europa nahezu eingetrocknet ist, trifft man in den USA nicht nur auf eine höhere Risikofreude, sondern es wird auch mehr Geld in IT-Innovationen investieren", so Wappwolf-CFO Harald Weiss.

Zwar scheint mir Weiss' Aussage bezüglich der Verfügbarkeit von Kapital in Europa angesichts einer ungewöhnlich großen Zahl an siebenstelligen Finanzierungsrunden der letzten Zeit selbst für Startups aus dem deutschsprachigen Raum etwas sehr schwarzmalerisch, aber vom Grundsatz her liegt er nicht falsch.

Aus der Perspektive eines D-A-CH-Startups ist es dennoch stets einfacher, fehlgeschlagene oder nicht erfolgte Finanzierungen auf das schlechte Investitionsklima zu schieben, statt auf eventuelle Schwächen am eigenen Produkt. Während das Ansatz von Wappwolf (auch im Hinblick auf die positiven Reaktionen zu ifttt) Potenzial besitzt, scheint es dem Dienst in seiner aktuellen Ausformung nicht gelungen zu sein, eine breite Aufmerksamkeit zu generieren.

Auch wenn bei US-Investoren die Millionen relativ locker sitzen, scheuen sie sich nicht davor, Gründern offen ins Gesicht zu sagen, was sie an ihrem Produkt verändern müssen. Insofern hat man als Jungunternehmer - Flexibilität und Ungebundenheit vorausgesetzt - mit einer Umsiedlung ins Silicon Valley grundsätzlich nicht viel zu verlieren.

Wer mehr zu den Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für die Eröffnung einer US-Niederlassung lesen möchte: Jimdo-Mitgründer Christian Springub berichtet hier und hier über seine Eindrücke und Erlebnisse während der Lancierung von Jimdos San-Francisco-Büro. Bei Gründerszene gibt es ebenfalls einen Beitrag zum Thema.

Kommentare

  • Michael Eisler

    27.07.11 (09:01:48)

    Hallo! Als CEO von Wappwolf möchte ich auch ergänzen, dass wir mit dem Umzug nach Silicon Valley die ohnehin nötigen Schritte für eine Series-A Runde vorziehen und daher alle Weichen stellen, um dem Investitionskapital ohne Bedarf eines separaten "wedding planner" bereits alle Vorbereitungen für die Hochzeit abnehmen. Die Kapitalfrage Europa vs. US ist insofern für uns beantwortet, da mit Europa meist auch UK gemeint ist und mit UK meist die outposts von USA gemeint sind. Wir versuchen weiters mit "top-VCs" zu verhandeln, da diese auch das nötige Beteiligungsportfolio bei anderen start-ups und möglichen Wappwolf-Enabler haben, um aus dem Investment bei Wappwolf mehr Benefit zu schlagen als ein "reines" Risikokapital-Invest zu liefern. Dies ist strategisches Ziel von Wappwolf mit dem Investor gleichzeitig den strategischen Hebel zur Verbreitung von Wappwolf in die Hand zu kriegen! LG (noch aus Österreich) Michael Eisler alpha wolf of the wappwolf pack CEO

  • Tanja Handl

    27.07.11 (10:08:58)

    Die Idee von Wappwolf klingt wirklich spannend. Ich wünsche dem Team viel Erfolg im Silicon Valley!

  • Michael Eisler

    27.07.11 (10:14:33)

    Danke! :-) einfach anmelden und ich sende mal ein paar credits als Danke-Schön für die netzwertig-community... Howl! Michael Eisler

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