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06.05.08

Vreel: Videoportal verspricht viel

Ende Februar war es vorbei mit dem Portal Stage6. Seitdem kamen und gingen etliche erfolglose Klone. Diese Woche soll mit Vreel wieder eine Alternative starten – und diesmal soll es länger was zu sehen geben.

VreelDivX-Codec, guter Webplayer, Auflösung bis 720p – mit diesen technischen Trämereien stellte Stage6 den Konkurrenten YouTube und seine pixelig-verwaschenen Brüder in den Schatten. Bei Freunden von IPTV war Stage6 deswegen äußerst beliebt. Angeblich aus Kostengründen, vermutlich aber eher aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen, stellte DivX das Projekt Ende Februar wieder ein. Seitdem bröckeln wieder nur blasse Pixelfilmchen durchs Netz. Mit dieser Durststrecke soll es nun wieder einmal zu Ende gehen:

Das neue Vreel wird auch den Codec und Webplayer von DivX nutzen. Davon abgesehen betont das Projekt aber, nichts mit der Firma zu tun zu haben. Rechtlich scheint es keine Komplikationen zu geben: Man verständigte sich mit DivX und änderte freiwillig den ursprünglichen Namen von DivXit in Vreel um.

Jetzt soll die Plattform online gehen. Aus den FAQ ergeben sich folgendes Bild: Vreel wird die Datenbank an hochgeladenen Videos neu aufbauen, Inhalte von Stage6 werden nicht übernommen. Das Anschauen und Hochladen soll kostenlos sein, für Letzteres ist ein Account notwendig.

Die Dateigröße der Videos soll anfangs auf 800 Megabyte beschränkt sein, einige Monate nach Start möchten die Entwickler ein Gigabyte realisieren. Möglicherweise wird Vreel auch eine Download-Option bieten - jedoch nicht von Beginn an. Vielversprechend klingt dafür ein Deal mit Limelight Networks, weltweiter Lieferant für Server-Kapazität. Der zu erwartende User-Ansturm dürfte so kein Problem darstellen.

Dennoch bleibt die Frage unbeantwortet, wie sich solch ein kostenintensives Projekt finanzieren wird. Denn genau daran scheiterte ja auch Stage6.

Nachtrag (7. Mai): Nach eigenen Angaben wurde der Starttermin jetzt schlicht mit "Mai 2008" angesetzt. Hauptgrund sei das plötzliche Verschwinden des leitenden Programmierers. Des Weiteren hielten einige Server dem immensen Ansturm nicht mehr halt. Drittens befindet man sich anscheinend noch auf der Suche nach längerfristigen Werbepartnern. Was bedeutet: Die Plattform soll kostenlos und werbefinanziert an den User gebracht werden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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