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22.11.13Leser-Kommentar

Vorbildlich: Googles beachtlicher Einsatz für weltweiten Netzzugang

Google legt sich mächtig ins Zeug, um Entwicklungsländer ins Internet zu bringen. Die Motive mögen eigennützig sein - der Webkonzern verbessert damit das Leben vieler Menschen.

GoogleGoogle tut derzeit einiges dafür, dass Menschen überall auf diesem Planeten einen Internetzugang erhalten. Der Konzern engagiert sich in der Interessenorganisation Alliance for Affordable Internet, experimentiert mit als Hotspots fungierenden Ballons, die mobilen Webzugang in entlegene Gegenden bringen sollen ("Project Loon"), und versorgt Ballungsräume in Entwicklungsländern mit schnellem Glasfaserinternet. Gerade wird im Rahmen dieses "Project Link" getauften Unterfangens die ugandische Hauptstadt Kampala entsprechend "aufgerüstet".

Dass sich hinter all diesen Vorstößen ein eigennütziges Motiv verbirgt, ist klar: Das größte Internetunternehmen der (westlichen) Welt profitiert von jedem neuen Nutzer, der Zugang zum World Wide Web erhält. Die Rendite von Project Loon oder Project Link lässt sich vermutlich schwer messen. Statistisch gesehen werden aber viele Neu-User früher oder später Google-Dienste verwenden oder auf Websites mit über Googles Werbeprogramm vermittelten Anzeigen in Kontakt kommen. Insofern ist ein "Return on Investment" für eine Firma wie Google quasi garantiert. Trotzdem muss man dem Konzern im Bezug auf diese Maßnahmen Respekt zollen. Denn auch wenn langfristige kommerzielle Interessen hinter den Aktivitäten des Unternehmens stecken, verbessern sie mittelfristig das Leben von Millionen Menschen. Menschen, für die zwar das Internet nicht die Lösung aller Probleme darstellen wird, die aber in die Lage versetzt werden, das Wissen und die Unterstützung zu beziehen, die sie für Problemlösungen benötigen. Microsoft-Gründer Bill Gates hat natürlich Recht, wenn er die von seinen Branchenkollegen implizierte Eignung des Netzes als Allheilmittel in Frage stellt. Dennoch besteht wenig Zweifel daran, dass eine stabile, funktionierende Internetinfrastuktur heute Voraussetzung für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt darstellt.

Während bei anderen ähnlich gesinnte Initiativen - beispielsweise dem von Facebook forcierten Internet.org-Projekt -  noch unklar ist, ob es sich um mehr als PR-Instrumente handelt, krempelt Google die Ärmel hoch und errichtet in einem Land, das im Human Development Index den 161. Rang (von 187 Ländern) belegt, ein schnelles Breitbandnetz. Wann hat man zuletzt von Autoherstellern gehört, die in zu erschließenden Märkten Straßen bauen? Oder von Herstellern von Konsumgütern, die Infrastruktur errichten, mit der die Bevölkerung in die Lage versetzt wird, in die Geschäfte zu gehen und ihre Produkte zu kaufen? Es mag schon irgendwann irgendwo einmal in kleinem Maße vorgekommen sein, auch wenn mir kein Fall bekannt ist. Googles Grundlagenarbeit aber sucht ihresgleichen.

Google vereint effektive Corporate Social Responsiblity (CSR) mit der sehr langfristig ausgelegten Erschließung neuer Marktpotenziale. Dabei verändert es das Leben vieler Menschen zum Positiven. Ich geize sonst nicht mit Kritik an dem Treiben des Webgiganten. Aber seine Bestrebungen, ökonomisch und strukturell benachteiligte Teile der Erde ins Netz zu bringen, sind vorbildlich. /mw

Kommentare

  • hathead

    23.11.13 (11:07:28)

    Ich bin ziemlich sicher, dass sich andere Konzerne, insbesondere solche die auch gerade an ihre Wachstumsgröße gelangen, Googles Experimente in dieser Hinsicht sehr genau ansehen werden. Unsere Wirtschaftsprozesse sind nunmal derzeit auf Wachstum angewiesen. Und wo soll jemand Wachstum hernehmen, der in nahezu jedem hochentwickelten Land bereits Marktführer ist? Warten wir noch ein paar Jahrzehnte ab, vielleicht wird sich Google dann dafür einsetzen die Migration aus der dritten Welt nach Europa zu fördern oder Schulkindern der deutschen Mittelschicht zu erklären, dass es gesamgesellschaftlich kontraproduktiv ist keine Nachkommen zu zeugen... Solche Mittel sind ein guter Weg langfristig für Wachstum zu sorgen.

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