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29.10.13Leser-Kommentare

Voicesphere: Sprachsteuerung für Android trifft auf smarten Nachrichteneingang

Zwei Bonner Schulabgänger haben innerhalb von sechs Wochen eine Spachsteuerung für Android geschaffen, die mit allen Apps korrespondieren soll. Nicht weniger interessant aber ist der Stream, mit dem sie alle verbundene Apps auflisten.

VoicesphereGeschichten, aus denen Legenden werden, klingen in etwa so: Zwei Jungs aus einem Vorort von Bonn machen Abitur, haben danach viel Freizeit und nutzen sie dazu, um ein bisschen zu programmieren. Daraus wird die Idee, eine Sprachsteuerung mit einem Datenstrom zu verbinden, eine Art Mischung aus Siri und Google Now für Android-Smartphones. Voicesphere ist geboren.

Die Idee dahinter ist einfach. Über ein simples Menü in der App wählt der Nutzer die Apps aus, die er mit seiner Stimme steuern möchte. Innerhalb von Voicesphere laufen dann die Informationen aller verbundener Apps in einem Stream zusammen, der an Google Now oder HTC BlinkFeed erinnert und etwa aus Instagram-Fotos, Facebook-Nachrichten, dem aktuellen Wetter und den neuesten Schlagzeilen bestehen kann. Voicesphere ist auf der aktuellen Startup-Konferenz TechCrunch Disrupt in Berlin ins Finale eingezogen.

 

Das Versäumen der Einen, die Chance der Anderen

Die beiden Gründer David Kokkelink und Jan Thoene haben nach eigenen Angaben erst vor sechs Wochen mit der Arbeit an Voicesphere begonnen. Idee war nicht nur, eine Sprachsteuerung wie Siri auf Android-Geräte zu bringen, sondern auch innerhalb einer App alle Daten zusammenlaufen zu lassen. Während Siri nur wenige Apps von Drittanbietern unterstützt, will Voicesphere im Prinzip alle Apps zulassen, die eine Sprachsteuerung anbieten wollen. Der Nutzer wählt im Kontrollmenü aus, welche das sein sollen. Interessant vor allem: Um mit den verbundenen Apps zu kommunizieren und etwa auf Instagram nach Bildern zu einem bestimmten Ereignis zu suchen, muss man Voicesphere nicht mehr verlassen. Alles wird in ein übersichtliches Menü geholt. Kokkelink und Thoene haben dafür keine eigene Sprachsteuerung entwickelt, sondern sich schlicht bei der standardmäßig auf modernen Android-Geräten installierten Google Voice Recognition API bedient. Google ließ es sich bislang entgehen, Google Now auf einen ähnlichen Stand zu hieven.

Voicesphere: Menü und Wetter-Anzeige Voicesphere: Menü und Wetter-Anzeige

Die gute Idee des Projekts täuscht nicht darüber hinweg, dass Voicesphere zu diesem Zeitpunkt noch in einem frühen Stadium ist und nicht gänzlich reibungslos funktioniert. Mit Facebook etwa wollte die App in meinem Test par tout nicht kommunizieren, obwohl ich das Social Network ordnungsgemäß integriert hatte. Auch nachdem ich die Spracheingabe auf Englisch umstellte, erkannte die App manche Sprachkommandos erst beim dritten Aufruf, manche gar nicht. Fraglich ist auch, ob man einige Apps wie das Wetter nicht schneller von Hand über Google Now aufrufen kann, als erst Voicesphere zu starten und dort nach dem Wetter zu fragen. Aber dieser Unterschied liegt vermutlich in der Natur des Anwenders: Ich bin kein Freund von Sprachsteuerungen, die bei mir nur in den seltensten Fällen überhaupt funktionieren. Es gibt aber viele Nutzer, gerade im englischsprachigen Raum, die das ganz anders sehen dürften.

Voicesphere ist zusammen mit Import.io, Asap54 und Lock8 heute im Finale der TC Disrupt und hat die Chance, 50.000 Euro Preisgeld zu gewinnen.

Link: Voicesphere

Kommentare

  • Uwe Hauck

    29.10.13 (15:27:34)

    Sieht für mich auf jeden Fall nach einem spannenden Ansatz aus. Da entwickeln sich gerade ein paar ganz interessante neue Konzepte für das Smartphone als Assistenten. Saga, Everything.me, aviate und jetzt das. Es bleibt spannend.

  • Georg

    30.10.13 (08:17:38)

    Ein solcher News-Feed als Desktop, und eine Geste um den Drawer aufzurufen...fände ich einen sehr schönen Ansatz für mein Android. Ich werde die App ausprobieren. Danke für den Tipp, netzwertig.com gehört im Bereich der Cloud-Dienste und Apps zum informativsten im deutschsprachigen Raum IMHO.

  • Bernd Walter

    04.01.14 (21:20:35)

    Hallo, ich hoffe sehr dass dies eine sehr gute Sprachsteuerung wird. Ich bin 70 Jahre alt und tue mich schwer auf den kleinem Tastfeldern zu schreiben. ich würde auch Kosten nicht scheuen. Danke dass ich meine Meinung dazu sagen darf. Bernd

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