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23.05.12Leser-Kommentare

Visualisierung von Daten: infogr.am macht aus allen Nutzern Infografik-Künstler

Mit dem lettischen Startup infogr.am unterstützt der aus Hamburg stammende Inkubator HackFwd einen Browserdienst, der das Erstellen von bunten Infografiken zu einem Kinderspiel machen möchte.

Infografiken - entweder man hasst sie oder man liebt sie. Wer sich für die bunten grafischen Darstellungen von Zahlen, Statistiken und Fakten begeistern kann, kommt bei vielen Tech-Medien auf seine Kosten. Ist man dagegen der Meinung, der jeweilige Inhalt erfordere keine aufgeblasene Visualisierung, bewegt man sich besser sehr vorsichtig durch das Web und macht einen großen Bogen um einschlägige Social-Media-Blogs.

Geht es nach dem Willen der Macher von infogr.am, einem neuen Startup aus der lettischen Hauptstadt Riga, dann wird sich die Menge an Infografiken in nächster Zeit noch deutlich erhöhen. Der Dienst, ein Spross des aus Hamburg stammenden Inkubators HackFwd von Xing-Gründer Lars Hinrichs, möchte jedem Internetnutzer die Werkzeuge in die Hand geben, um Daten und Statistiken in grafischer Form aufzubereiten. Die kostenfreie Browseranwendung hat in dieser Woche die öffentliche Beta-Phase gestartet.

 

Im Vordergrund von infogr.am steht eine sehr schicke, aufgeräumte und einfach zu bedienende Oberfläche, die Anwender nach einem Login direkt aus einem von drei vordefinierten Themens wählen lässt, welches als Grundlage für ihre Infografik dienen soll. Im sich daraufhin öffnenden Editor können nun Inhalte in vordefinierte Textfelder (Überschriften, Zitate) sowie das Zahlenmaterial eingetragen werden, das grafisch aufzubereiten ist. Verschiedene Charts stehen zur Auswahl und können mit Fotos ergänzt werden. Details wie die Größe der Grafik sowie die Anordnung der einzelnen Elemente lassen sich an persönliche Wünsche anpassen. Zu visualisierende Daten können entweder über die eingebaute Spreadsheet-Funktion hinzugefügt oder aus einer existierenden Excel-Datei importiert werden (was derzeit im Chrome-Browser nicht zu funktionieren scheint).

Sind Nutzer mit ihrer kreativen Arbeit zufrieden, führt eine Betätigung des "Publish"-Buttons zur Veröffentlichung der Infografik, die anschließend über eine eindeutige URL abgerufen, bei Twitter oder Pinterest publiziert oder in externe Websites eingebettet werden kann.

Der Versuch, infogr.am in höchstem Maße simpel zu gestalten, ist den Machern in jedem Fall gelungen. Es dauert nicht lange, bis man sich mit den vorhandenen Funktionen bekannt gemacht hat. Etwas enttäuschend ist die geringe Zahl an Vorlagen. Gerade einmal drei Stück werden einem bisher präsentiert, was zumindest zu Beginn bei mir für den Eindruck sorgte, die Vielfalt bei der Gestaltung sei letztlich doch relativ begrenzt. Die von infogr.am gelisteten Beispiel-Infografiken wie hier, hier oder hier allerdings zeigen, dass Nutzer durchaus individuelle Arbeiten anfertigen können. Um das zu erreichen, muss man sich jedoch etwas mehr Zeit nehmen.

Setzt man voraus, dass manchmal eine hübsche Aufbereitung von Daten und Fakten tatsächlich einen Mehrwert bietet, der über die erhöhte Viralität im Social Web hinausgeht, dann stellt infogr.am ein überaus praktisches Tool dar, das sowohl den Nerv von professionellen Websitebetreibern als auch Hobby-Bloggern treffen dürfte - sofern sie sich nicht an dem kleinen infogr.am-Logo am unteren Ende der Grafik stören.

Im Hauptmenü findet sich auch der Verweis auf einen für demnächst angekündigten "Store". Was genau dort verkauft werden soll, ist bisher unklar. Eine kostenpflichtige Premium-Version, die das Branding entfernt, existiert bisher nicht, erscheint aber wie eine offensichtlich Lösung, um den Dienst zu monetarisieren.

Link: infogr.am

Kommentare

  • meinereiner

    23.05.12 (14:48:43)

    Und wieder ein Dienst der unbrauchbar ist, weil er nur FBooker reinläßt. Dumm!

  • Robert

    23.05.12 (14:55:15)

    Hab mir in letzter Zeit Piktochart, Visua.ly und nun auch infogr.am angesehen. Das erstere Tool finde ich bisher eindeutig am besten, hat am meisten Funktionen. Ich kann zwar einen guten Ansatz in infogr.am erkennen, allerdings ist man momentan noch extrem eingeschränkt.

  • Marcus Anhäuser

    24.05.12 (10:52:16)

    Falls es jmd. interessiert, ich hatte das Arbeiten mit einer Vorversion von infogr.am mal in einem Screencast vorgestellt: http://marcus-anhaeuser.de/2012/03/freie-visualisierungstools-1-infogr-am/

  • John

    24.05.12 (12:16:26)

    Sieht gut aus, sieht aber meiner Meinung nach etwas nach visual.ly aus, aber Wettbewerb ist immer gut :-)

  • Alex

    28.05.12 (11:25:11)

    Warum nur binden sich so viele neue Startups sklavisch an facebook (hate facebook) und Twitter? Was ist an einem eigenen Login verkehrt?

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