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19.01.17Kommentieren

Hardware

Virtual Reality: Geld verdienen mit der virtuellen Realität

Sven Wernicke

Vor allem für ein Entertainment-interessiertes Publikum ist Virtual Reality ein spannendes Thema, seitdem die VR-Brillen Oculus Rift, HTC Vive und PlayStation VR erhältlich sind. Doch abseits von Spielen für den Heimgebrauch existieren bereits etliche weitere Einsatzgebiete, die zeigen: VR kann für Unternehmen ein neuer, innovativer ertragreicher Geschäftsbereich sein.


(Bild: Autodesk)

VR erobert so langsam die Wohnzimmer und Büros

Heimanwender müssen aktuell mindestens 800 Euro zahlen, um ambitionierte VR-Komponenten zu erhalten. PlayStation VR gehört hier zu den günstigsten Lösungen, gefolgt von Samsung Gear VR oder Google Daydream. Für diese beiden mobilen Varianten benötigt man allerdings Highend-Smartphones.

So oder so: Nicht jeder Privatanwender kann oder will sich das Equipment leisten. Dieser Aspekt spielt im B2B-Sektor zum Teil gar keine Rolle. Und: Die noch relativ geringe Verbreitung der VR-Brillen kann beim Entwickeln eigener Geschäftsmodelle von Vorteil sein.

Virtual Reality im Einsatz: Helfen beim Verkauf

Beim Verkauf von Immobilien - egal, ob riesige Wohnanlagen oder „nur“ Eigentumswohnungen -  kann Virtual Reality auf eindrucksvolle Weise das Potential, das in der Technologie steckt, ausspielen. Potentielle Käufer oder Investoren sind in der Lage, noch vor dem Bau eine Begehung durchzuführen: Brille aufsetzen und schon die Zimmer als digitale Nachbildung besuchen.

Dank Room-Scale-Funktionalität beispielsweise der HTC Vive kann man sich sogar mit den eigenen Füßen in Bewegung setzen, was dem Erlebnis gewiss förderlich ist. Mittlerweile unterstützen sogar Dienste wie Autodesk LIVE, die ohnehin schon von Architekten und Ingenieuren genutzt werden, die VR-Brillen. Auch sind erste Firmen in diesem Segment aktiv, um aus 3D-Modellen von Gebäuden ansprechende 3D-Welten zu erstellen, in denen sich Nutzer frei umschauen dürfen.

VR kann dabei helfen, auch Produkte aus anderen Bereichen zu verkaufen oder Konsumenten zu veranschaulichen, was sie erwartet. Wie wäre es, in einem Reisebüro mal kurz zu erleben, wie das Hotelzimmer im geplanten Urlaub aussieht? Und schon einmal im Auto Platz nehmen, bevor man sich für den Kauf eines teuren, individuellen Luxusschlittens entscheidet? Auch hier erscheint es sinnvoll, das reale Fahrzeug virtuell zu simulieren.

Sicherlich kommt VR aktuell noch an Grenzen, zum Beispiel beim haptischen Feedback (also beim Anfassen). Doch das Audio-Visuelle veranschaulicht im besten Fall, was Kunden bekommen werden. Virtual Reality wird somit zum Instrument für den Vertrieb und Verkauf. Unter anderem IKEA erimentiert seit geraumer Zeit mit VR. Eine App für HTC Vive lässt User Küchen zusammenstellen, ohne überhaupt die eigenen vier Wände verlassen zu müssen.

 

Komplexe Zusammenhänge erklären

Manchmal ist es nötig, die Komplexität von Maschinen und Instrumenten zu erklären, Mitarbeiter zu schulen oder gar wissenschaftliche Situationen nachzustellen. Auch hier kann VR ein Unterstützer sein: Virtuell Maschinen konstruieren, das Innenleben begutachten, Tipps bei der Reparatur erhalten oder Angestellten dies so anschaulich erläutern – das sind nur exemplarische Beispiele für Anwendungen innerhalb von Firmen. Und somit natürlich auch ein möglicher Markt für Entwickler, solche Dienstleistungen anzubieten.

Spezielle Software für eine Business-Verwendung setzt neben der Hardware zweifelsohne das (anzueignende) Know-How voraus. Und ein konkreter Mehrwert muss erkennbar sein. Das gilt freilich auch für VR-Spiele, die bei entsprechender Qualität gewiss ihr Publikum finden.

Als Service auch denkbar: VR-Hardware zum Leihen bzw. Leasen und Angebote für virtuelle Schulungen oder gar VR-Meetings von weit entfernten Mitarbeitern. Dieses Segment wird sich künftig zweifelsohne entwickeln, wie auch Visionen von Microsofts Hololens oder Oculus VRs Oculus Rift zeigen. Doch schon jetzt können Besitzer von VR-Brillen in künstlichen Schauplätzen zusammenkommen, um miteinander direkt „von Angesicht zu Angesicht“ zu kommunizieren.

VR als Marketing-Instrument

Content is King. Das gilt auch für VR. Was bringt uns die beste Technik, wenn es an Inhalten fehlt? Sollte individuelle Software womöglich den (finanziellen) Rahmen sprengen, könnte das Erstellen anderer Medien eine nicht weniger attraktive und vor allem reichweitenstarke Alternative sein.

Mit 360-Grad-Videos spricht man nicht nur Besitzer einer VR-Brille an, schließlich werden diese mittlerweile auch in den sozialen Netzwerken im Browser oder auf dem Smartphone genutzt. Interessant hierbei: Auch virtuelle Museumsbesuche oder das Erkunden von Städten ist ohne zusätzliche Hardware für die Zielgruppe denkbar. Wie das gehen kann, das zeigt zum Beispiel Dresden360.com.

Für Firmen wiederum sind in 360-Grad-Videos oder entsprechend aufgenommene Fotos nach wie vor unkonventionelle, aber faszinierende Marketing-Instrumente. Manche Agenturen bieten zusätzlich VR-Firmen-Events, Präsentationen oder Systeme für Messe-Auftritte an. Oder anders ausgedrückt: Mit VR und den in Verbindung stehenden 360-Grad-Inhalten lassen sich Produkte präsentieren, ein Branding-Effekt erzielen oder Aufmerksamkeit generieren. Und das kann man sich als Anbieter freilich bezahlen lassen.

Virtual Reality als reines Entertainment

Sie sprießen langsam aus dem Boden und dürften womöglich den klassischen Spielhallen und vor allem den Lasertag-Arenen in den kommenden Jahren Paroli bieten: Kommerzielle VR-Arcades beginnen bei kleinen Pop-Up-Stores und führen zu riesigen Räumlichkeiten, in denen Spieler Abenteuer mit aufgesetzter Brille erleben.

Dank diverser Hardware-Hersteller und Tüftler existieren sogar kuriose Konstruktionen, die das Fliegen von Vögeln nachahmen und dergleichen. Und auch der Europapark baute eine betagte Achterbahn zur einer VR-Entertainment-Area um. Genauso könnten interaktive VR-Kinos in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Eben aufgrund der Tatsache, dass VR noch immer in den Kinderschuhen steckt und der junge Sektor wohl ein paar Jahre benötigt, um im Massenmarkt anzukommen, könnten Virtual-Reality-Konzepte im Gastronomie- und Freizeit- Bereich auch künftig ein großes Publikum anlocken.

Wohin geht die virtuelle Reise?

Letztlich sind diese genannten Einsatzgebiete exemplarische Beispiele für die Chancen, die VR bringt. Neue Märkte entstehen, Unternehmer können hier früh auf einen Zug aufspringen. Wir reden hier keineswegs nur über einen „Hypetrain“, denn Virtual Reality wird sich entwickeln. Dazugehörende Bereiche wie Augmented Reality und Mixed Reality dürften in den kommenden Jahren unser Leben bestimmen.

Und: VR wird auch ein Bestandteil von Industrie 4.0 bzw. der zunehmenden Digitalisierung sämtlicher Prozesse. Womöglich lohnt es sich also, nicht zu lange zu zögern.

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