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26.03.13 06:51

, von Martin Weigert

Video-App: Climber zeigt die Vorzüge der App.net-Cloud

Mit der iOS-App Climber können kurze Videos bei App.net veröffentlicht werden. Die Clips selbst landen direkt im Cloudspeicher der App.net-Nutzer. Das ist praktisch für sie und für Entwickler.

Als App.net Ende Januar die Erweiterung seines Microbloggingdienstes um eine Cloudspeicherkomponente bekannt gab, war das ein interessanter Vorstoß, der aber in der Praxis anfänglich recht wenig Nutzen bot. Denn noch fehlte es an Applikationen, die auf dem App.net-Ökosystem aufsetzen und von der neuen Möglichkeit Gebrauch machen, Inhalte wie etwa Fotos, Musik oder Videos auf dem zu einem App.net-Konto gehörenden, zehn Gigabyte (für zahlende User) umfassenden Onlinespeicher abzulegen. Klar war, dass das Potenzial dieser Neuerung sich also erst nach und nach entfalten würde.

Mit dem Launch der iOS-Video-App Climber wird der Sinn und Zweck des neuen App.net-Features nun viel anschaulicher. Climber wurde innerhalb der letzten Wochen von zwei Entwicklern als einfache Anwendung geschaffen, um mit dem iPhone und iPad kurze Videoclips aufzunehmen und bei App.net zu veröffentlichen. Das Besondere: Sämtliche mit Climber erstellten und verbreiteten Clips landen auf dem persönlichen App.net-Speicher der User, nicht auf den Servern von Climber. Climber setzt deshalb einen App.net-Account voraus. Nachdem man die Anwendung auf einem iOS-Gerät installiert und sich mit den App.net-Benutzerdaten authentifiziert hat, lassen sich auf ähnliche Weise wie bei Twitters Videoservice Vine per Berührung des Bildschirms eine oder mehrere Szenen aufnehmen, die anschließend zu einem Clip zusammengefügt werden. Bei Vine darf die Länge eines Videos maximal sechs Sekunden betragen, bei Climber sind es elf. Climber-Videos landen anschließend mit einem gewählten Text im App.net-Stream des veröffentlichenden Users. Im Gegensatz zu Vine existiert kein eigenes internes soziales Netzwerk. Stattdessen fungiert die App als simples Interface für App.net-Videouploads. Eine Option zum direkten Publizieren der Clips bei Twitter und Facebook wird bisher zwar nicht geboten, aber dank der offenen API von App.net und dem "digitalen Klebeband" IFTTT lassen sich dafür praktische, Hashtag-basierte Workarounds kreieren.

Climber

Das Beispiel Climber zeigt, wie sowohl Anwender als auch Entwickler von dem App.net-Cloudspeicher profitieren: Die Programmierer der App müssen sich keine Gedanken über das Hosting der Clips und die damit verbundenen Kosten machen, da die Videos auf dem App.net-Storage der Anwender abgelegt sind. Nutzer wiederum können jederzeit über den ADN File Manager auf ihre via Climber verbreiteten Videos zugreifen, sie lokal speicher oder nachträglich löschen.

Ein weiterer Vorzug dieses Prinzips ist, dass Entwickler sich eine deutlich geringere Last auferlegen, wenn sie einen derartigen Service lancieren. Denn sollten sich ihre Prioritäten nach einigen Monaten verändern, dann stellt das Ende einer App für ihre User kein Drama dar - da sich sämtliche Daten ohnehin auf dem App.net-Speicher befinden und somit von einer Schließung externer Angebote nicht tangiert werden.

Der einzige "Unsicherheitsfaktor" bleibt folglich App.net selbst. Gerade aufgrund der derzeit noch schwer absehbaren Nutzerentwicklung des bisher in einer Nische verharrenden Dienstes gibt es freilich keine Garantie dafür, dass App.net in einigen Jahren noch Bestand haben wird. Das gewählte Freemium-Modell mit zahlenden Mitgliedern als Fundament stellt jedoch eine gute Grundlage dar, zudem dürfte es nur eine Zeitfrage sein, bis eine 3rd-Party-App die Synchronisation des App.net-Speichers mit anderen Cloudstorage-Services wie etwa Dropbox ermöglicht, wodurch sich dann ein permanentes Backup aller bei App.net abgelegten Dateien erstellen lässt.

Climber, das für 1,79 Euro zu haben ist, setzt zwar keine Maßstäbe, ist aber eine praktische App für iPhone oder iPad besitzende App.net-Anwender und liefert Developern ein gutes Beispiel dafür, wie sich die App.net-Cloud für eigene Zwecke nutzen lässt. /mw

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