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03.12.08Leser-Kommentare

Verkaufsgerüchte um studiVZ: Doch nichts dran?

Die Gerüchte über einen anstehenden Verkauf von studiVZ an Facebook halten sich hartnäckig. Doch studiVZ-CEO Riedl und die Konzernmutter Holtzbrinck dementieren angebliche Verkaufspläne.

Die deutsche Web-2.0-Szene wartet sehnlichst auf eine Übernahme von studiVZ durch Facebook. Neues Öl ins lodernde Gerüchtefeuer goss vor einigen Tagen ein Artikel der WirtschaftsWoche (WiWo). Dort war zu lesen, dass man bei der studiVZ-Mutter Holtzbrinck - zu der auch die WiWo gehört - mittlerweile ein Zusammengehen der beiden sozialen Netzwerke für sinnvoll halte. Im Printartikel schlussfolgerte die WiWo, studiVZ stünde zum Verkauf, sofern der Preis stimmt.

Zwar möchte man annehmen, dass die WiWo Informationen über interne Überlegungen der Konzernmutter, studiVZ zu veräußern, nicht verbreiten würde, hätten diese keine Substanz. Wie es scheint, sind Pläne zum Verkauf des größten Social Networks in Deutschland aber zumindest weniger konkret, als es die Meldung suggerierte.

Sowohl studiVZ-CEO Dr. Clemens Riedl als auch Holtzbrincks stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Jochen Gutbrod dementierten auf Anfrage von netzwertig.com Gerüchte über einen anstehenden Verkauf. Die WiWo sei falsch informiert gewesen, so Gutbrod. Auch unterstrich er noch einmal, dass es keine Gespräche mehr zwischen Holtzbrinck und Facebook gebe.

Während dies nicht bedeutet, dass eine Zusammenführung von studiVZ und Facebook auf Dauer unwahrscheinlich ist, müssen sich Blogosphäre und Facebook-Fans in Deutschland wohl mit dem Gedanken anfreunden, dass vorerst alles beim Alten bleibt: Facebook wächst auch in Deutschland, aber nach wie vor langsam, und studiVZ versucht weiter, aus den roten Zahlen zu kommen. Bis das nächste Mal Verkaufsgerüchte auftauchen.

Kommentare

  • Kommentar

    03.12.08 (16:01:40)

    Die deutsche Web-2.0-Szene wartet sehnlichst auf eine Übernahme von studiVZ durch Facebook. Ich nicht. Ich bin mit StudiVZ zufrieden, so wie es ist. ... Facebook wächst auch in Deutschland, aber nach wie vor langsam, und studiVZ versucht weiter, aus den roten Zahlen zu kommen. Hier wird suggeriert, dass Facebook erfolgreicher ist als StudiVZ. Soviel ich weiß, macht Facebook fortwährend jedes Jahr horrende Verluste, während die VZ-Gruppe kurz vor dem break-even steht.

  • Martin Weigert

    03.12.08 (16:11:19)

    Na da solltest du noch mal deine Fakten checken. Mal davon abgesehen, dass der Satz nicht suggeriert, Facebook sei (wirtschaftlich) erfolgreicher als studiVZ, so soll studiVZ dieses Jahr 10 Mio Umsatz und 10 Mio Verlust machen. Für Facebook werden 350 Mio Euro Umsatz prognostiziert, bei unbekannter Höhe des Verlustes. Gewinn machen beide nicht, aber es ist auch nicht so, dass studiVZ wirtschaftlich gesehen brilliert.

  • neon

    03.12.08 (17:01:47)

    Interessant. Mich würde es in der Tat freuen wenn facebook studiVZ übernehmen würde. Zum einen weil dort einfach deutlich mehr Benutzer registriert sind, zum anderen aber wegen der Innovationsfreudigkeit, die ja bei studiVZ bekanntlich gleich 0 ist ;-)

  • dani

    03.12.08 (18:01:03)

    Naja. Ich glaube einfach, dass StudiVZ den Moment fuer einen Verkauf/Zusammenschluss an/mit Facebook verpasst hat (finanziell gesehen). Facebook wird nie wohl nie wieder eine Summe biete, die sich fuer die VZ Besitzer lohnen wuerde. Ich bin schlussendlich immer noch der Meinung, dass Facebook eines Tages so gross sein wird, dass StudiVZ keine Rolle mehr spielen wird. :-)

  • Kommentator

    03.12.08 (21:07:36)

    Na da solltest du noch mal deine Fakten checken. Na dann „check“ ich mal meine Fakten: Was bedeutet Break-Even? „Gewinnschwelle oder Break-Even-Point ist in der Wirtschaftswissenschaft der Punkt, an dem Erlös und Kosten einer Produktion (oder eines Produktes) gleich hoch sind und somit weder Verlust noch Gewinn erwirtschaftet wird.“ Aha. Mal kucken was StudiVZ dazu sagt: Jochen Gutbrod (stellvertretender Vorstandsvorsitzender, Holtzbrinck): „Wir erwarten im laufenden Jahr bei einem Umsatz von zehn Millionen Euro einen Verlust in gleicher Höhe. 2010 wollen wir dann bei einem Umsatz von 30 Millionen Euro auch Gewinne machen.“ Und zur finanziellen Lage von Facebook empfehle ich diesen Artikel: Facebook kann nicht im Ansatz seine laufenden Kosten decken. StudiVZ dagegen erreicht in kurzer Zeit die Gewinnschwelle. Das liegt daran, dass StudiVZ nicht vorhat, global alle Menschen dieser Erde zu erreichen (a la Facebook), sondern die VZ-Gruppe hat eine klar umgrenzte Zielgruppe. Deutschsprachige von jüngerem (SchülerVZ) bis mittleren (StudiVZ, MeinVZ) Alters. Das sieht in Japan, Russland, China, Indien (… usw.) genauso aus. Facebook investiert Geld in diese Märkte ohne relevante Umsätze zu erwirtschaften. Das wird nicht mehr lange gut gehen. Ich verstehe die deutschen „Web2.0-Blogger“ nicht. Deren eingeschränkte Sichtweise kann man mit folgendem Vergleich sehr gut darstellen: Facebook ~ Apple = gut StudiVZ ~ Microsoft = böse StudiVZ ist IMMER schlecht. Kann nichts richtig machen. Über Facebook wird ausschließlich positiv berichtet. Es gibt oft Kommentare wie „Ich hoffe, die beißen bald ins Gras“ oder „Hoffentlich gehen die bald in Facebook auf“ (s.o.). Wäre StudiVZ folgendes passiert, dann hätten Sie an dieser Stelle bestimmt darüber berichtet: Was ich damit sagen will: Sie berichten einseitig. Ich weiß, dass ein Blog keine Tageszeitung ist, aber wie wäre es mit ein wenig mehr Objektivität?

  • Martin Weigert

    03.12.08 (22:31:50)

    Wenn studiVZ einen Umsatz von 10 Millionen Euro macht und gleichzeitig einen Verlust von 10 Millionen Euro, dann heißt das, dass die Kosten bei 20 Millionen Euro liegen und studiVZ noch genau 10 Millionen Euro vom Break-Even entfernt ist, also genau doppelt so viel Umsatz machen müsste, um den Break-Even zu erreichen. Du verwechselst hier die Begriffe Verlust und Kosten. Was den Rest betrifft: Auch TechCrunch malt gerne mal schwarz. Wie es wirklich um die finanzielle Situation von Facebook bestellt ist, weiß niemand. Das Facebook Verlust macht, bestreitet niemand. Dass vielen deutschen Bloggern Facebook besser gefällt als studiVZ, hat u.a. damit zu tun, dass Blogger in der Regel eher technikaffin sind und sie deshalb die zusätzlichen Funktionen bei Facebook der Simplizität von studiVZ vorziehen. Hinzu kommen die gerade von Marcel in seinem Leuchturm-Beitrag erwähnten Aspekte der Imitationsstrategie, die studiVZ ganz einfach Sympathiepunkte gekostet hat. Zu deinem letzten Punkt: Wenn du einen Dacia Logan und einen BMW 7er vergleichst, wärst du doch auch nicht verwundert, wenn Leute über den 7er nur positiv sprechen und über den Logan lachen würden, oder? Ungefähr so ist es auch im Falle von studiVZ und Facebook.

  • Kommentar

    03.12.08 (22:51:33)

    Stimmt, Entschuldigung. Ich habe die beiden Begriffe tatsächlich auf die Schnelle verwechselt. Zu deinem letzten Punkt: Wenn du einen Dacia Logan und einen BMW 7er vergleichst, wärst du doch auch nicht verwundert, wenn Leute über den 7er nur positiv sprechen und über den Logan lachen würden, oder? Ungefähr so ist es auch im Falle von studiVZ und Facebook. Ein wirklich gutes Beispiel: Meine Frau würde, wenn sie sich zwischen einem BMW 7er und einem Logan entscheiden müsste, wahrscheinlich den Logan nehmen. Sie würden sich für den BMW entscheiden, oder? ;-)

  • Martin Weigert

    03.12.08 (23:02:48)

    Genau ;) Das Lustige hier ist ja, dass sich tatsächlich viele erst einmal für den Logan entscheiden würden, weil der 7er ihnen viel zu unübersichtlich ist und zu viele, auf den ersten Blick überflüssige Funktionen hat. Ist man dann aber erst einmal ein Weilchen mit dem 7er durch die Gegend gefahren, ist ein Wechsel in den Logan unmöglich. Das würde vermutlich selbst Ihrer Frau so gehen ;)

  • webstyle

    04.12.08 (06:59:04)

    Hmm ja die Gerüchte gehen um, glauben tue ich das nicht so recht, auch wenn sich jetzt mit der Plattform wohl richtig Kasse machen lässt. Abwarten!

  • Anna

    04.12.08 (20:15:17)

    Fände ich wirklich schade, denn StudiVZ ist eine feine Sache und ich bin mit der Plattform sehr zufrieden.

  • ingo

    04.12.08 (23:44:09)

    Ich bin schon lange ein Befürworter der Übernahme von StudiVZ durch Facebook. Facebook ist wesentlich umfangreicher als StudiVZ. Alleine die Möglichkeiten die Facebook einem im die Hand gibt um seine Privatsphäre zu schützen. In welchem Netzwerk kann man so explizit entscheiden wer was aus seinem Profil zu sehen bekommt. Sicher gibt es User die damit überfordert sind und das seichte StudiVZ ganz toll finden...

  • Anton

    05.12.08 (11:25:00)

    Hallo Martin, was mich mal interessieren würde: Wie kommen denn 10 Millionen Kosten bei StudiVZ zusammen? Bei Youtube kann ich das nachvollziehen, die eine halbe Million allein Serverkosten haben, aber bei StudiVZ? Fast eine Million Kosten im Monat?? Sind es die Gehälter der Vorstände oder der vielen, vielen Chefs, die sich monatlich die Taschen füllen? Grüße und danke für`s Aufklären

  • Anton

    05.12.08 (11:33:58)

    @Kommentator ....., sondern die VZ-Gruppe hat eine klar umgrenzte Zielgruppe. Deutschsprachige von jüngerem (SchülerVZ) bis mittleren (StudiVZ, MeinVZ) Alters. Das sieht in Japan, Russland, China, Indien (… usw.)... Seit wann ist den StudiVZ bzw. sind StudiVZ-Mitglieder eine "Zielgruppe"? Da lächelt der Werbevermarkter ;-)

  • Martin Weigert

    05.12.08 (11:42:27)

    Anton, wie oben beschrieben, liegen die Kosten sogar bei 20 Millionen Euro im Jahr 2008. Die studiVZ-Gruppe hat nach meinen Informationen mehr als 100 Mitarbeiter. Davon zwar viele studentische, aber ein paar Dutzend Festangestellte dürften es schon sein. Hinzu kommen Kosten für Datentraffic, Hardware, Büro, Marketing & Events (z.B. Pietshow). Ich kann mir schon gut vorstellen, dass da 20 Mio zusammenkommen.

  • Anton

    05.12.08 (13:43:55)

    @Martin Wäre es nicht einmal interessant ein Liste aufzustellen, was eine Internetplattform wie StudiVZ wirklich an monatlichen Kosten verursacht? Welchen Traffic & Server, wie viel Personal und Programmierer man benötigt, um ein solches Portal aufzubauen bzw. zu bewirtschaften. Ich bin mir sicher, das sich ne Menge Chefsessel beim benannten Portal mit reichlich Gehältern Monat für Monat eindecken und alle mindestens eine "7er BMW" fahren ;-) Ein Portal, das sagt keine Gewinne zu erwirtschaften, aber sich "7er BMW`s" leisten kann, wirft doch Gewinne ab, zumindst für die Chefsessel und bezahlten Angestellten. Für die ist das Portal doch ein Gewinn. Bezeichnen wir mal Gwinne als Gehälter. Also warum denn dann Gewinne machen für das Finanzamt?

  • Martin Weigert

    05.12.08 (14:02:21)

    Ja so eine Auflistung wäre interessant. Fragt sich aber, ob man an die dafür benötigten Daten kommt. Ob nun Manager einen 7er oder einen Trabant fahren, tut hier meiner Meinung nach nichts zur Sache. Wollen wir hier mal nicht eine Sozialismusdebatte abrutschen ;)

  • Anton

    05.12.08 (14:14:43)

    @Martin der Zusatz mit dem 7er war nur bildlich, weil es weiter oben schon einmal benutzt wurde. ;-) Was die Bedienung beider Portale betraf. Nein, ich meine nicht eine Liste auf genau die Daten von StudiVZ aufzubauen. Sondern eine Liste, die zeigt, mit welchen Kosten muss ein Social network oder Startup rechnen (Traffic, Server, Personal), wenn es einmal so groß werden will, wie StudiVZ. Fänd ich super spannend so eine Liste. Vielleicht öffnet es auch mal startups die Augen, bevor es zur Pleite oder Schließung der Seiten wegen Geldmangel kommt.

  • Martin Weigert

    05.12.08 (14:25:53)

    Die Anregung ist gut, mal sehen, ob wir das was zusammenstellen können. Danke.

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