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30.03.11

utopic.me: Auch Browser-Newsreader können gut aussehen

utopic.me präsentiert die populärsten Beiträge des eigenen Twitter-, Facebook- und YouTube-Netzwerks. Der Dienst aus Estland zeigt dabei, dass auch Newsreader für den Browser richtig gut aussehen können.

 

Seit dem Launch des iPads vor knapp einem Jahr sind eine ganze Reihe an Diensten aufgetaucht, die sich der formschönen, funktionellen und interaktiven Darstellung von Artikeln verschrieben haben, die von Social-Media-Kontakten im unendlichen Stream von Tweets und Status-Updates publiziert werden. Vorreiter und noch immer Vorbild ist hier sicher Flipboard, aber auch Pulse oder das kürzlich von uns vorgestellte BroadFeed fallen in diese Kategorie.

Während Besitzer des Apple Tablets die Qual das Wahl haben, sieht es bei klassischen Browseräquivalenten noch immer mau aus. Zwar existieren einige Aggregatoren für Links aus dem persönlichen Twitter-Netzwerk, aber entweder fehlt es ihnen an äußerlicher Attraktivität (z.B. im Falle von The Tweeted Times) oder an Aspekten der Gewichtung und intelligenten Strukturierung (z.B. trunk.ly oder paperi.li).

utopic.me nennt sich ein neuer Dienst, der (bewusst oder unbewusst) versucht, die durch Flipboard & Co aufgerissene Lücke im stationären Internet zu schließen. Der Service, der nur über eine Anmeldung via Facebook Connect zugänglich ist, serviert Anwendern die populärsten Inhalte bei ihren Twitter-Followern, Facebook-Freunden und YouTube-Kontakten (geht also insofern noch über Flipboard hinaus, das ja ebenfalls nicht selektiert).

Nach einer Autorisierung der jeweiligen Plattform präsentiert utopic.me eine moderne, optisch etwas an das Design von TweetDeck erinnernde Zusammenstellung der jeweiligen Artikel. Der vom estischen Serienentrepreneur Jüri Kaljundi und einem zweiköpfigen Entwicklerteam auf die Beine gestellte Service setzt dabei auf eine bewährte Rasterdarstellung (ähnlich wie z.B. BroadFeed) und folgt der Konvention, die beim persönlichen Social Graph populärsten Inhalte ganz oben zu platzieren.

Zu jedem Artikel blendet utopic.me die ersten Sätze ein und zeigt an, welche Kontakte diesen empfohlen haben. Offenbar wird die Platzierung von Inhalten auf der utopic.me-Homepage auch dadurch beeinflusst, wie viele Anwendern diese insgesamt in Tweets oder Status-Updates publiziert haben - denn durch einen Klick auf den kleinen Pfeil unterhalb des Anreißers zeigt mir utopic.me diverse Twitter-User an, denen ich persönlich nicht folge.

Jeder Artikel lässt sich natürlich bei Facebook oder Twitter weiterverbreiten. utopic.me bietet außerdem die Möglichkeit, bestimmte Quellen oder User zu blockieren. So lassen sich z.B. Sites aus der utopic.me-Übersicht ausblenden, die zwar regelmäßig von vielen Kontakten angepriesene Stories veröffentlichten, aber aus welchen Gründen auch immer nicht zu den eigenen Favoriten gehören.

utopic.me erlaubt die Eingrenzung des zu betrachtenden Zeitraums auf zwölf Stunden, den aktuellen Tag, die aktuelle Woche oder den aktuellen Monat (wobei dies nicht rückwirkend sondern erst vom Zeitpunkt des ersten Login an zu funktionieren scheint). Außerdem offeriert der Dienst eine Filterfunktion, um sich ausschließlich Twitter-, Facebook und YouTube-basierte Empfehlungen für Videos, Musik, Fotos, Events oder Filme anzeigen zu lassen.

Die in HTML5 erstellte Browseranwendung lässt sich problemlos auf dem iPhone oder iPad ansteuern und passt sein Raster automatisch an die jeweilige Bildschirmgröße an. Einer Ankündigung auf der Website nach zu urteilen bastelt utopic.me-Chef Kaljundi auch an einem Desktop-Client.

Wer keine Zeit hat, den ganzen Tag seine Social Streams im Auge zu behalten und dort von anderen Nutzern verbreitete Artikel zu lesen, für den könnte utopic.me eine effiziente Art darstellen, sich von einem beliebigen Heim- oder Bürorechner aus einen schnellen Überblick über das zu verschaffen, was das persönliche Twitter-, Facebook- und YouTube-Netzwerk gerade beschäftigt. Und weil utopic.me gut aussieht, macht dies gleich noch viel mehr Spaß.

Link: utopic.me

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