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02.07.14Leser-Kommentar

US-Investoren kaufen norddeutsche Vielflieger-App: Flying erhält zweite Chance

Im April gaben die Macher der Vielflieger-App Flying bekannt, den Dienst trotz einer loyalen Nutzer-Community nicht weiterführen zu können. Daraufhin hagelte es Beteiligungs- und Kaufofferten. Jetzt verkündet das Startup aus Hamburg die Akquisition durch US-Investoren. In Kürze startet die App wieder durch - allerdings ohne ihren Gründer.

FlyingManchmal muss ein Startup vielleicht erst seine Pforten schließen, um sich ins Gespräch zu bringen und die Zukunftsaussichten zu verbessern. Zu diesem Schluss kann man zumindest kommen, blickt man auf die aus Hamburg stammende Vielflieger-App Flying. Im April gab das 2012 gegründete Unternehmen bekannt, den Dienst einzustellen. Eine geplante Finanzierungsrunde war gescheitert, zudem gelang es den Elbstädtern bis dato nicht, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Die Art und Weise, mit der sich CEO und Gründer Panos Meyer sowie sein Team von der Öffentlichkeit verabschiedeten, hatte Stil. Sie kann fortan als Paradebeispiel dafür gelten, wie man ein gescheitertes Startup-Projekt selbstbewusst und mit Respekt für Nutzer zu Grabe trägt. Und nicht nur das: Die Aufmerksamkeit und Sympathien, die Flying nach der verkündeten Schließung zuteil wurden, hatten zur Folge, dass im Hamburger Büro plötzlich verschiedene Übernahmeangebote eintrudelten.

Flying

"Es gab nach unserer 'Landung' ein unglaubliches Feedback", erklärt Flying-Macher Meyer gegenüber netzwertig.com. Sechs Beteiligungsangebote seien eingetroffen. Manche wollten das Startup übernehmen, andere nur den Quellcode kaufen. Und tatsächlich ist es am Ende zu einer Akquisition gekommen: Die US-Firma Statusking sowie die Agentur Brushfire kaufen das Startup und werden die App in vollem Umfang weiterbetreiben. In Kürze wird sie mit den bekannten Features wiederauferstehen. Für demnächst ist außerdem ein großer Relaunch mit neuem Preismodell geplant. Bislang dienten kostenpflichtige, innerhalb der App buchbare Zusatzdienste als Erlösquelle. Wie viel Geld die neuen Besitzer für Flying auf den Tisch legen, darüber wurde gemäß Meyer Stillschweigen vereinbart.

Flying-Gründer Panos Meyer (links) und der neue Geschäftsführer Rob W. Armstrong.

Neuer Geschäftsführer wird Rob W. Armstrong. Panos Meyer plant, sich nach erfolgter Übergabe aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Das falle ihm nicht leicht, er sehe es aber als einzige Möglichkeit, Flying wieder in die Luft zu bekommen. Vom bisherigen Flying-Team werden drei Personen unter dem neuen Betreiber an dem Dienst weiterarbeiten, einer verlässt die Firma, um selbst zu gründen. Geleitet werden die Geschicke des Startups in Zukunft offiziell aus Phoenix, Arizona.

Ohne den Gründer, selbst ein begeisterter Vielflieger und fleißiger Nutzer der App, wird es für Flying schwer, den authentischen, fast schon familiären Charakter beizubehalten. Andererseits genügte dieses Attribut augenscheinlich nicht, um aus Flying einen unternehmerischen Erfolg zu machen. Mal sehen, ob es nun klappt. /mw

Kommentare

  • Christian

    02.07.14 (11:19:27)

    Sehr gut, das sind tolle News. Bin gespannt wo Panos "landet". Die App hat meinen Flieg-Alltag wirklich erleichtert. Das ständige in den Mails schauen nach der richtigen Flugnummer ist wirklich nervig.

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