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21.06.08Leser-Kommentare

Samstag App Fieber: Urbantakeover, DrinkFeed, Seitzeichen, Independent Collectors

Heute möchten wir Euch ein paar kleinere, aber interessante Dienste aus dem deutschen Sprachraum vorstellen:

Ein Google-Maps Mashup der etwas anderen Art ist urbantakeover aus Wien. In dem alternate reality Spiel geht es darum, Orte zu erobern, indem man diese in der Echtwelt mit Stickern markiert und via der Webseite oder Twitter für sich beansprucht. Andere Spieler können jedoch Plätze zurückerobern. Spieler können sich aber auch für höhere Effektivität zu Teams zusammenschliessen. (Die ultimative Platzherrschaft ist dabei natürlich nur der Aufhänger des Spiels, im Grunde geht es um die Interpenetration / Thematisierung von sozialem Raum und dem Web.)

Auf einer Google Map sind alle eroberten Orte markiert, in einigen Städten gibt es schon eine erstaunliche Dichte an beanspruchten Plätzen. Entsprechend getaggte Photos aus einem Pool bei flickr werden mit den jeweiligen Orten assoziiert. Sticker kann man bei urbantakeover beziehen oder sich selbst ausdrucken.

Eine weitere kleine, aber kulturwissenschaftlich interessante Seite ist DrinkFeed von Benedikt Köhler. In diesem second order Mashup (DrinkFeed basiert auf Summize welches wiederum auf Twitter basiert) werden Tweets aggregiert, die die Worte «Coffee», «Wine», «Beer», «Tea», usw. enthalten.

Das klingt nicht sonderlich spektakulär, gibt aber einen überraschend guten, wenn auch aleatorischen, Überblick. Weinfreunde und Sommeliers können sich auf dem Vertikal GrapeFeed über die aktuelle Stimmungslage bezüglich der unterschiedlichsten Rebsorten informieren.

Eine recht smarte Reinterpretation der ‘bookmarke mich’-Widgets ist Seitzeichen. Ich persönlich bin zwar kein allzu grosser Fan von den oft laut nach Aufmerksamkeit schreienden Buttons zum Diggen, Yiggen, Wongen und Stomblen, aber die diversen Linksharing-Seiten können eine gute Quelle für Traffic sein und der Wunsch den eigenen Output zu promoten ist natürlich verständlich und völlig legitim.

Es gibt zwar schon einige Möglichkeiten zur Einbettung von Bookmarkdiensten, aber Seitzeichen löst die Darstellung optisch sehr elegant und generiert zusätzlich für die Seitenbetreiber einige Statistiken. Unterstützt werden alle gängigen sozialen Bookmarking- und Newsdienste, das Widget lässt sich nach Belieben konfigurieren.

Ein neues soziales Netzwerk jenseits der üblichen Zielgruppen (Studenten, Partypeople, Eltern, Reisende, Tierfreunde) ist Independent Collectors. Die Community wendet sich an unabhängige Sammler zeitgenössischer Kunst und will diesen helfen sich zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen, über Künstler und Gallerien zu sinnieren und die eigene Sammlung zu dokumentieren.

Derzeit ist die Mitgliedschaft in vollem Umfang gratis, nach Ablauf der Beta-Phase will sich Independent Collectors ab 2009 über eine Gebühr finanzieren. Üblicherweise ist das keine besonders gute Idee, aber hier könnte es funktionieren. Einerseits ist die Anzahl an Sammlern von kontemporärer Kunst noch überschaubar, andererseits fehlt es den Mitgliedern wohl auch nicht am nötigen Kleingeld, und mit nur einem vermittelten Kontakt hat sich das schnell amortisiert.

Kommentare

  • Philipp Strube

    21.06.08 (13:20:15)

    Wir setzen Seitzeichen bei uns ein und sind sehr zufrieden. Wollte ich hier einfach mal los werden. Wer einen Dienst sucht der deutsche Bookmarking Dienste vereinheitlicht sollte sich Seitzeichen auf jeden Fall mal ansehen.

  • Thomas

    23.06.08 (22:00:38)

    Uns hat Seitzeichen.de auch überzeugt. Schlank, einfach zu handlen (für User und Seitenbetreiber) und dazu kommt die Company aus meiner Heimatstadt...was will man(n) mehr? ;) Gruß! Thomas

  • Michael

    02.07.08 (12:01:53)

    Was ist eigentlich, wenn Seitzeichen.de Serverprobleme hat und ich den Code eingebunden habe? Wird dann meine eigene Webseite nicht angezeigt???

  • Markus Spath

    02.07.08 (12:17:40)

    Kann ich nicht genau sagen, manche Widgets sind sauber programmiert und warten ab, bis die Seite geladen ist, manche nicht, da hängt es dann davon ab wo man den Code einbettet und wie Fehlertolerant der Browser ist, wäre jedenfalls interessant zu wissen. Ganz allgemein bietet es sich immer an, externen Code so einzubetten, dass man ihn ggf. seitenweit mit einer Änderung deaktivieren kann, damit man nicht in 20 Templates herumfriemeln muss.

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