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29.08.08

Übernahme: Tamedia kauft search.ch (Korrektur)

Tamedia hat der Schweizer Post angeblich die Suchmaschine search.ch abgekauft – für deutlich mehr als sieben Millionen Schweizer Franken. Das wurde heute auf dem BlogCamp Switzerland bekannt.

Achtung: Unsere Informationen haben sich bedauerlicherweise vorerst als falsch herausgestellt. Wir bitten um Nachsicht. Update 2: Es stimmte doch und wurde am 2. Oktober offiziell.

Eine entsprechende Mitteilung von Tamedia wird noch heute erwartet. Neben Google ist search.ch die wichtigste Suchmaschine der Schweiz. Das Portal bietet neben einer auf Schweizer Seiten beschränkten Internetsuche ein Telefonbuch, Wetterinformationen, Nachrichten, Immobilienanzeigen und einen Kartendienst an.

Tamedia soll nach Informationen aus Branchenkreisen deutlich mehr als sieben Millionen Schweizer Franken bezahlt haben. Für diese Summe hatte die Schweizerische Post search.ch vor drei Jahren gekauft.

Im Juli verzeichnete search.ch laut Angaben von Net-Metrix rund 9,6 Millionen Visits und rund 2,5 Millionen Unique Clients. Mehr Klicks als das Nachrichtenangebot von 20 Minuten und auch mehr Klicks als die mittlerweile als Newsnetz auftretenden Seiten von Tages-Anzeiger, Berner Zeitung und BAZ zusammen im Juli verzeichnen konnten.

Erst vor drei Jahren, im Mai 2005, hatte die Schweizerische Post die Suchmaschine gekauft und dabei ausdrücklich das "meistgenutzte elektronische Telefonbuch" neben der Suchfunktion in den Vordergrund gestellt.

Drei Jahre später schnappt sich angeblich Tamedia das Portal – ganz gewiss nicht wegen der Nachrichten, die es auch auf search.ch gibt. Die werden nämlich nur zugeliefert von SWISS TXT, einer Tochterfirma des Schweizer Fernsehens, und kommen kurz und knapp daher. Auch nicht wegen der Suchmaschine, die nur etwa ein Zehntel der Nutzung ausmacht. Attraktiv wird search.ch durch Telefonverzeichnis und Kartenservice.

Außerdem durch Immobilienanzeigen, einst die Domäne der Zeitungsverlage. Bis die kleinen Anzeigen ins Internet abwanderten. Tamedia ist gleich mit zwei Seiten im Geschäft, homegate.ch und piazza.ch. Mit search.ch hätte man einen Konkurrenten weniger.

Dafür dürfte man es auf die Nutzer und die Anzeigenplätze abgesehen haben – addiert man sie zu den bestehenden Web-Aktivitäten wie dem Newsnetz hinzu, spannt sich ein mächtiges Werbenetz mit attraktiver Zielgruppe um beliebte Internetseiten. Allein search.ch für sich steht nach Swisscoms Bluewin auf Platz zwei der Net-Metrix-Statistik.

Tamedia hat die Nachricht bisher nicht bestätigt. Auf unsere Nachfrage hieß es nur, man kommentiere grundsätzlich keine Gerüchte.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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