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24.07.09Leser-Kommentare

Übernahme: Nokia kauft cellity - und stellt es ein!

Nokia übernimmt das Hamburger Startup cellity. Das gab der angeschlagene Mobilfunkriese aus Finnland in einer Pressemitteilung bekannt. Gleichzeitig kündigte das cellity-Team an, den Service am 30. September 2009 einzustellen. Alle Nutzer werden gebeten, bis zu dieser Frist ihr Guthaben aufzubrauchen und Adressbuchdaten lokal zu sichern.

cellity wurde im Oktober 2006 gegründet, began mit einer Software zum billigeren Telefonieren vom Handy und bietet Nutzern mobiler Geräte heute ein Rundumpaket zur zentralen, günsten und integrierten Kommunikation. Nach Aussage von cellity-Marketingchef Sarik Weber hat der Dienst rund 1,3 Millionen User, die nun von der Schließung betroffen sind.

Nokias Vice President Services, Christof Hellmis, äußert sich in der heutigen Meldung erfreut, cellitys Team und Technologie in Nokia integrieren zu können. Ob alle 14 cellity-Angestellten zu Nokia wechseln und weiterhin von Hamburg aus arbeiten werden, ist zur Stunde unklar. Alle fünf Gründer und neun festangestellten Mitarbeiter werden übernommen und am Nokia-Standort in Berlin arbeiten.

Zur Übernahmesumme ist nichts bekannt. Erik Schonfeld bei TechCrunch spekuliert über einen Betrag unter 20 Millionen Dollar. Er geht dabei von der Übernahme des dänischen Startups ZYB durch Vodafone im Vorjahr für 31,5 Millionen Euro aus.

Auch ZYB bietet eine Handy-Software zur mobilen Kommunikation. Allerdings gaben die Dänen einen Monat für der Akquisition an, 250.000 User zu haben - also erheblich weniger, als cellity heute hat.

Nokia, das bisher im Kampf um die Dominanz im mobilen Internet nicht sonderlich erfolgreich war, wird cellitys Software wahrscheinlich in seine kommenden Smartphones integrieren und so versuchen, gegenüber dem iPhone und Googles Android-Plattform verlorenen Boden gut zu machen.

Wie dieser Tweet von Sarik Weber zeigt, plant man gemeinsam mit Nokia offenbar nichts Geringeres, als "das nächste große Ding" im mobilen Bereich aufzubauen.

Nokia hat gerade mit dem N97 sein neues Vorzeigeprodukt veröffentlicht, in das es große Hoffnungen steckt.

Hintergründe zur Entstehung von cellity gibt es bei Gründerszene.

via Twitter

Kommentare

  • Ogir

    25.07.09 (12:40:33)

    Mekrwürdig die Begründung von Erik Schonfeld zum vermuteten Kaufpreis von cellity... ZYB wurde für 31,5 Mio.€ übernommen und hatte nur etwas mehrals ein Fünftel an Nutzern, die cellity (lt. eigenen Angaben) hat. Würde bedeuten, dass er vermutet, dass cellity für etwas weniger als die Hälfte des Kaufpreises, der für ZYB gezahlt wurde (20 Mio.$ sind etwa 14 Mio.€)gegangen ist, weil es etwas mehr als drei mal so viele Nutzer hat ;-)

  • Martin Weigert

    25.07.09 (12:50:09)

    Ja ich finde das auch etwas seltsam. Aber wahrscheinlich zieht er noch die veränderte wirtschaftliche Lage in Betracht, die sich auf die Bewertung auswirken kann. Die ZYB-Akquise fand zum Ende des Booms statt, die cellity-Übernahme in einer Rezession. Ich habe bei Sarik Weber noch einmal angefragt, ob er nicht etwas zum Kaufpreis sagen will, aber laut seiner Aussage kann (darf) er sich dazu nicht äußern.

  • Ogir

    25.07.09 (12:56:53)

    Ob die Rezession einen "Schleuderpreis" rechtfertigt sei dahin gestellt... aber gut, Erik Schonfeld wird schon einen Grund für seine Vermutung haben :-)

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