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09.07.14Leser-Kommentare

Über ein Dutzend smarte Geräte steuern: IFTTT wird zur Schaltzentrale für das Internet der Dinge

2011 ging IFTTT als Dienst an den Start, um verschiedene Online-Apps miteinander interagieren zu lassen. Heute unterstützt der Service eine schnell steigende Zahl an smarten, internetfähigen Geräten. IFTTT wird zur zentralen Plattform für das Internet der Dinge.

IFTTT

Außenstehenden prägnant zu erklären, was genau IFTTT macht, ist nicht leicht. Ich benutze in Artikeln zu dem US-Dienst gerne die Analogie des "digitalen Klebebands". Dass jemand ohne Vorwissen anhand dessen aber versteht, was man mit IFTTT anstellen kann, erwarte ich natürlich nicht. Womöglich erübrigt sich das Thema jedoch bald. Denn immer deutlicher wird, in welche Richtung sich das Angebot entwickelt: zum Steuerungsorgan aller mit dem Internet verbundenen Geräte; zur zentralen Plattform für das Internet der Dinge (IdD).

Im Laufe der letzten Monate hat das Unternehmen die Zahl der mit dem persönlichen IFTTT-Konto verknüpfbaren Smart Devices und IdD-Produkte kontinuierlich erhöht. Weiterhin lässt sich der Service natürlich auch dafür nutzen, um reine Web- und Smartphone-Apps zusammenzuschalten und automatisiert miteinander interagieren zu lassen. Doch je vielfältiger das in unserem Alltag vorkommende Spektrum an digitalen, mit dem Internet verbundenen Geräten ist, desto stärker rücken bei IFTTT Einsatzszenarien in den Vordergrund, bei denen ausgelöste Aktionen nicht allein die konventionelle Nutzung von PCs, Smartphones oder Tablets betreffen.

Die folgende Zusammenstellung von mit IFTTT steuerbaren und zusammenschließbaren IdD-Produkten verdeutlicht, wie weit die Metamorphose von IFTTT zur Schaltzentrale für das Internet der Dinge bereits vorangeschritten ist. 

Smart Home

Manything

Die App von Manything verwandelt iOS-Geräte in wenigen Schritten in Heim- oder Büro-Überwachungs-Kameras. Dank des gerade frisch eingeführten Manything-Channels bei IFTTT erhalten Nutzer die Möglichkeit, Clouddienste, Apps oder andere smarte Geräte ausgehend von für Manything definierte Regeln interagieren zu lassen.

Beispiel: Wer die intelligenten Glühbirnen von Philips nutzt, kann bei einer von Manything wahrgenommenen Bewegung automatisch die Beleuchtung einschalten, um den Eindruck zu vermitteln, es sei jemand zu Hause.

Nest

NestDer von Google aufgekaufte Smart-Home-Spezialist Nest vertreibt bislang zwei Produkte, ein Thermostat und einen Rauchmelder. Beide verfügen über einen Channel bei Nest. Zwar besitzen beide Gadgets über die dazugehörigen Nest-Apps schon ein nicht unwesentliches "Intelligenzniveau". IFTTT erweitert dieses aber durch die Vielzahl von Kontaktpunkten mit Dutzenden anderen Apps sowie IdD-Apparaten deutlich.

Beispiel: Per Siri-Spracheingabe eine SMS mit einer gewünschten Temperatureinstellung an das Nest Thermostat senden.

Netatmo

Die Wetterstation von Netatmo erlaubt die Optimierung des Innenraumklimas ausgehend von äußeren Wetterverhältnissen. IFTTT sorgt dafür, dass Usability und Datenmaterial vielseitig weiterverwendet werden können.

Beispiel: In einem Google-Doc-Tabellendokument festhalten lassen, wenn der CO2-Wert in einem Raum über ein bestimmtes Level ansteigt.

Hue

Unter der Marke Hue vertreibt Philips smarte, mit dem Internet verbundene, per App steuerbare Glühbirnen. Der IFTTT-Channel erlaubt nützliche sowie lustige Spielereien.

Beispiel: Die Hue-Glühbirnen blinken lassen, wenn im Gmail-Posteingang Mails eines vorab ausgewählten Empfängers eintreffen.

Parrot Flower Power

Der Parrot Pflanzensensor hilft Menschen ohne grünen Daumen, ihren Pflanzen das notwendige Maß an Zuneigung und Wasser zu geben. IFTTT steht ihnen dabei zur Seite, indem es allerlei Drittanbieter-Tools und -Dienste mit dem Sensor verbindet.

Beispiel: Automatisch per Hue-Glühbirne das Licht einschalten lassen, wenn Parrot Flower Power bei einer Pflanze Beleuchtungsbedarf feststellt.

SmartThings

SmartThings besteht aus einer App, einer Reihe von mit Sensoren ausgestatteten Hardware-Modulen sowie kompatiblen Geräten von externen Herstellern. In Kombination verspricht der Dienst, das Zuhause fernsteuerbar zu machen. IFTTT spendiert dem Produkt die Features und Andockstellen mit Drittanbietern, die es selbst nicht mitbringt.

Beispiel: Die Haustür entriegeln lassen, wenn man bei einem mit der Smart-Car-App Automatic aktivierten Auto in der Garage den Motor abstellt.

WeMo

WeMo heißt die Smart-Home-Produktfamilie des Hardware- und Computerperipheriegeräte-Herstellers Belkin. Die verschiedenen Geräte wie der Lichtschalter WeMo Light Switch oder der Bewegungssensor WeMo Motion verfügen jeweils über einen eigenen IFTTT-Channel.

Beispiel: Eine E-Mail versenden, wenn das Katzenklo gereinigt werden muss.

Egg Minder

Wink

Wie SmartThings handelt es sich bei Wink um eine Smart-Home-Plattform mit zentraler Steuereinheit, verschiedenen Modulen sowie zertifizierten Produkten von Fremdherstellern. Für verschiedene auf Wink aufsetzende Gadgets finden sich bei IFTTT eigene Channels, etwa für die smarte Klimaanlage Aros oder den vernetzten Eierbehälter Egg Minder.

Beispiel: Eine Aufgabe bei Evernote anlegen lassen, wenn die Zahl der bei Egg Minder enthaltenen Eier einen bestimmten Wert unterschreitet.

blink(1)

blink1 ist ein USB-Stick mit LED-Leuchte, der explizit für die Verwendung mit IFTTT konzipiert wurde. Tritt bei einem anderen, von IFTTT unterstützten Service ein definiertes Ereignis ein, leuchtet blink1 auf.

Beispiel: blink1 aktivieren, wenn sich der Sendungsstatus für ein Online bestelltes Produkt verändert.

Smart Car

Dash & Automatic

Dash und Automatic sind zwei nach ähnlichem Prinzip funktionierende Hardware-Einheiten,die mit einem Auto verbunden werden und über eine Smartphone-App Daten, Hinweise und Auswertungen zum Fahrtverhalten liefern. IFTTT unterstützt beide Lösungen (Dash, Automatic) und eröffnet Nutzern eine Vielzahl zusätzlicher Einsatzzwecke.

Beispiel: Alle Fahrten in einer bei Dropbox abgelegten CSV-Datei protokollieren.

Wearables & Gadgets

Google Glass

Googles Datenbrille kennen alle. Der IFTTT-Channel bietet allerlei Funktionen, um den Einsatz von Glass zu optimieren.

Beispiel: Eine Benachrichtigung auf dem Glass-Display erhalten, wenn man das über das Fitness-Armband Jawbone UP festgelegte Schrittziel erreicht hat.

Fitbit & Jawbone UP

Die Produkte von Fitbit sowie das smarte Armband Jawbone UP sind bekannte Fitness-Tracker, die mit Hilfe von IFTTT noch vielseitigere Einsatzszenarien sowie Möglichkeiten zur Datenverarbeitung erhalten (Fitbit, Jawbone UP).

Beispiel: Sich eine wöchentliche E-Mail-Zusammenfassung aller Fitbit-Aktivitäten der vergangenen Woche zuschicken lassen.

Withings

WithingsAuch Withings bietet Wearables und Geräte, um Menschen dabei zu helfen, in Form und zudem gesund zu bleiben. Besonders bekannt ist das Unternehmen für seine internetfähige Waage. Es vertreibt aber auch andere smarte Gadgets, etwa zur Messung des Schlafs oder Blutdrucks. Durch eine Verknüpfung mit IFTTT entstehen zahlreiche Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Services.

Beispiel: Wenn das gemessene Körpergewicht einen selbst festgelegten Grenzwert überschreit, als Bestrafung (und Motivation) ein peinliches Facebook-Update publizieren lassen. /mw

Kommentare

  • Kuba

    11.07.14 (06:54:22)

    Also wenn das Internet der Dinge so wichtige Features bedeutet einer Blume netzgesteuert bei Bedarf Beleuchtung zukommen zu lassen - g r o s s a r t i g ! Ich bin total begeistert. Das wird der Durchbruch. Ganz sicher.

  • Lukas

    16.07.14 (11:02:35)

    Ist schon faszinierend was es heute alles schon für Highlights gibt. Bin mal gespannt wo die Reise noch hingeht ;-)

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