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26.01.12Leser-Kommentare

Übersetzungen im Zusammenhang: Linguee feiert 2 Millionen Suchanfragen täglich

Mit dem Ansatz, das zweisprachige Web als Basis für ein Online-Wörterbuch zu verwenden, erfreut sich Linguee wachsender Beliebtheit. Gerade hat das Startup aus Köln die Marke von zwei Millionen Suchanfragen pro Tag durchbrochen.

 

Als Linguee, das Kölner Startup mit dem gleichnamigen Onlinewörterbuch, im September eine komplett überarbeitete Version seines Dienstes veröffentlichte , kündigte das Team um die Gründer Gereon Frahling und Leonard Fink an, innerhalb einiger Jahre zur weltweiten Nummer eines im Wörterbuch-Markt aufsteigen zu wollen - nach Bekanntheit und Besucherzahlen. Außerdem bereiteten sie die Nutzerschaft auf den bevorstehenden Launch einer kostenpflichtigen Pro-Variante vor.

Wie aktuelle Zahlen andeuten, scheint das 2009 gegründete Jungunternehmen, dessen Produkt das "zweisprachige Web" durchsucht und Übersetzungen im Zusammenhang liefern kann, sich hinsichtlich das globalen Wachstums auf Kurs zu befinden: So haben die Rheinländer in der vergangenen Woche erstmals und gleich an mehreren Tagen die Marke von jeweils mehr als zwei Millionen Suchanfragen durchbrochen.

Ein Blick auf Google Trends für Websites zeigt jedoch, dass der Neuling noch etwas Arbeit vor sich hat, um die alteingesessenen Wörterbücher aus dem deutschen Sprachraum, dict.leo.org und dict.cc, in die Schranken zu weisen. Diesen fehlt jedoch im Gegensatz zu Linguee die Fähigkeit, Übersetzungen im Gesamtkontext darzustellen, zudem sind sie nicht gerade eine Augenweide. Mittelfristig könnte das Startup den zwei Pionieren also durchaus gefährlich werden.

Update: Linguee-Chef Frahling merkt an, dass die Werte von Google Trends in keiner Weise mit den intern gemessenen Zahlen übereinstimmen. Die Google-Statistik sollte demnach mit Vorsicht genossen werden. 

Insgesamt konnte 2011 die Zahl der Linguee-Suchanfragen auf nun 45 Millionen pro Monat im Vorjahresvergleich mehr als verdoppelt werden. 40 Prozent aller Anfragen beziehen sich mittlerweile auf nicht-deutsche Übersetzungen, also Englisch <> Spanisch, Französisch sowie Portugiesisch. Im Januar erfolgten rund 45 Prozent aller Seitenaufrufe aus Deutschland, elf Prozent aus Frankreich, 5,64 Prozent aus Spanien und 4,59 Prozent aus Großbritannien.

Noch immer dominieren also die einheimischen Nutzer in der Besucherstatistik, aber sukzessive gelingt es Linguee, sich auch über den deutschen Sprachraum hinaus auszubreiten.

Die angekündigten Pro-Dienste sollten eigentlich schon zum Jahreswechsel eingeführt werden, kommen nun aber erst im zweiten Quartal. Auch ohne direkte Einnahmen durch die User gelang es den Kölnern 2011, allein durch Werbung einige Monate Cash-Flow-Positive zu sein, so Geschäftsführer Gereon Frahling. Spätestens mit den kostenpflichtigen Zusatzangeboten erhofft sich das mittlerweile elfköpfige Linguee-Team, dauerhaft die Profitabilität zu erreichen.

Linguee-Integration in das Betriebssystem

Bei dem in der Entwicklung befindlichen Bezahl-Angebot handelt es sich um eine Software zur Integration der Linguee-Technologie in das Betriebssystem der Nutzer. Über das Kontextmenü ihres OS können sie dann aus jedem beliebigen Programm heraus direkte Übersetzungen beziehen. Linguee-Chef Frahling glaubt, dass Anwender hierfür trotz diverser kostenfreier Wörterbuch-Clients zu zahlen bereit sein werden: Denn analog zu Suchen über linguee.de wird der Dienst genaue Suchtreffer servieren können, die zum Rest des Satzes passen - was seit dem Start des Onlineangebots das Unterscheidungsmerkmal zu anderen Wörterbüchern darstellt. "Auf diese Weise wird man mit einem Klick in 100 Millionen Übersetzungen suchen können, um genau die passende Übersetzung in einem bestimmten Kontext zu bekommen", fasst Frahling den Vorzug der kommenden Linguee-Deskop-Software zusammen. Mittelfristig sollen verschiedene Versionen angeboten werden, sowohl für professionelle Übersetzer als auch für Privatpersonen.

Wörterbücher gehört sicher nicht zu den aufregendsten Segmenten der Internetwirtschaft. Linguee gelingt es jedoch, frischen Wind in einen etwas eingerosteten, wenig auf Innovation fokussierten Markt zu bringen. Das ist immer zu begrüßen.

Link: Linguee

Kommentare

  • Sebastian

    26.01.12 (09:29:58)

    Hab ich stets wieder aus den Augen verloren und den Relaunch komplett verpasst. Hat jetzt in den Favoriten dict.leo ersetzt, alleine die Autovervollständigung ist es das wert! Aufbau und Gestaltung sind zwar immer noch etwas überladen, aber man spürt, dass es absolut in die richtige Richtung geht! Nächste Aufgaben: Dringend ein gutes Social Media Konzept aufsetzen für Interaktionen User:User, User:Plattform, User:Öffentlichkeit Danke fürs Erinnern!

  • Patrick Zorn

    26.01.12 (10:55:40)

    Ich habe den Dienst vorher nichtmal gekannt. Die Tage mal testen, obs wirklich ein Ersatz für LEO ist.

  • Otto

    26.01.12 (11:50:03)

    Die Seite macht einen sehr guten Eindruck. Insbesondere die Beispiel-Übersetzungen helfen, die richtige Übersetzung zu finden. Ein LEO-Ersatz? Klares JA!

  • Brigitte

    26.01.12 (20:57:11)

    Schade ist, dass die in der rechten Spalte angezeigten Ergebnisse nicht immer von sauber übersetzten Texten stammen. Die Qualität scheint sich jedoch ständig zu verbessern.

  • Martin

    27.01.12 (17:08:58)

    Das ist nur ein Google-Spamer. Erkenne den Mehrwert nicht, nur Texte und co. mein Favorit ist http://www.dict.cc

  • J.S.

    31.01.12 (15:47:46)

    Interessanter Ansatz (mich hätte es dabei auch schon an Google Translate erinnert), mein Favorit ist da gleichwohl immer noch als Online-Lexikon, da ist nicht soviel Werbung drauf, und es ist halt PONS. Jeder nach seiner Façon.

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