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07.04.14

TV-Streaming für Komfortsuchende: Zattoo-Konkurrent Wilmaa veröffentlicht eigene Hardware-Box

Mit Wilmaa bringt der erste reine TV-Streaming-Anbieter eine Hardwarelösung auf den Markt. Der auch in Deutschland verfügbare Konkurrent Zattoo will sich lieber auf die Erschließung existierender Plattformen konzentrieren.

Wilmaa BoxIn diesem Jahr werden eine Reihe von neuen, rein internetbasierten TV-Boxen für Furore sorgen. Gerade erst hat Amazon in den USA mit Fire TV eine Allround-Lösung vorgestellt, die Videoinhalte des Onlinehändlers sowie Content zahlreicher anderer Dienste streamt. Googles Antwort lässt nicht lange auf sich warten, glaubt man diesem Exklusivbericht von The Verge: Mit Android TV will der Internetgigant nach dem gefloppten Google-TV-Projekt erneut versuchen, der Fernsehlandschaft näher zu kommen. Angesichts dieser Vorstöße wäre es kein Wunder, wenn auch Apple seine Settop-Box Apple TV in den nächsten Monaten erneuert. Immerhin hat sich das Gadget für das Unternehmen nach und nach zu einem Milliardengeschäft entwickelt.

Aus der Schweiz kommt nun eine Meldung, die zum Trend separater Settop-Boxen von IT- und Webfirmen passt, aber dennoch aus dem Rahmen fällt: Denn der Zattoo-Konkurrent Wilmaa hat in der Alpenrepublik nach einiger Verzögerung eine eigene Hardware-Lösung auf den Markt gebracht. Die Wilmaa Box bietet vom Grundsatz her die gleichen Funktionen wie Wilmaas für verschiedene Plattformen angebotene Streaming-Lösung für lineares Fernsehen - nur dass man die Inhalte bequem und ohne großen Aufwand auf dem heimischen Fernseher darstellen kann. Neben dem Zugriff auf rund 200 Sender, bekannte wie Nischenanbieter, bietet die Wilmaa Box auch "Catchup"-Zugriff auf das innerhalb der vergangenen sieben Tage ausgestrahlte Programm. Der Anschaffungspreis der Box liegt bei 199 Franken, gut 160 Euro. Zudem wird eine monatliche Pauschale für das Streamingabo fällig.

Wilmaa ist der erste reine TV-Streaming-Anbieter im deutschsprachigen Raum, der sich an eine eigene Hardware-Lösung herantraut. Der Fokus des Geräts liegt augenscheinlich auf Einfachheit und Komfort. Wer Geld sparen möchte, nutzt die Software-Plattformen von Wilmaa und verbindet diese über existierende Boxen beziehungsweise Kabel mit dem TV-Gerät.

Der auch in Deutschland verfügbare Wilmaa-Konkurrent Zattoo hat nach Aussage von Zattoo-Manager Jörg Meyer keine Pläne, eine Box zu veröffentlichen. Stattdessen wolle man sich darauf konzentrieren, weitere existierende Plattformen zu erschließen.

Inwieweit es für einen reinen Internet-TV-Dienst sinnvoll ist, Ressourcen in die Entwicklung eines Hardware-Produkts zu investieren, darüber kann man tatsächlich diskutieren. Doch in jedem Fall wagt Wilmaa hier ein Risiko, von dem die Kontrahenten (neben Zattoo auch nello.tv und Magine) bislang absahen. Allerdings bietet in der Schweiz auch der Telekommunikationsriese Swisscom eine ähnliche, gerade überarbeitete Lösung - diese natürlich nur für Kunden mit einem Swisscom-Internetzugang.

Die Wilmaa Box ist dagegen ein echtes Produkt für "Cordcutter". Was ihr fehlt, ist die Entwicklerplattform und damit der Zugriff auf die diversen US-amerikanischen Videoservices. Aber was nicht ist kann ja noch werden. /mw

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