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07.02.14

TV-App dailyme: Das Startup, das von Funklöchern profitiert

Fünf Millionen Nutzer im DACH-Raum hat der Berliner TV-Dienst dailyme, 500.000 nutzen ihn regelmäßig. Das Geheimnis des 2008 gegründeten Startups: Es macht nur eine Sache, die aber gut und zuverlässig. Und es profitert von schlechten mobilen Datenverbindungen.

DailymeÜber manche Startups und Apps spricht und schreibt jeder, trotzdem nutzen sie wenige. Andere sind in der Presse eher selten vertreten, entwickeln sich aber prächtig. Der 2008 in Berlin gegründete Dienst dailyme fällt zweifellos in die letztgenannte Kategorie. Unbeirrt vom Rampenlicht und Glamour vieler benachbarter Internetfirmen feilt das Startup zielstrebig an seiner mobilen, kostenfreien TV-App für iPhone, Android und Windows Phone. Und damit fährt es ziemlich gut. dailyme

Gestern gab das Unternehmen bekannt, die Marke von fünf Millionen App-Downloads von Nutzern in Deutschland, Österreich und der Schweiz überschritten zu haben. 500.000 Nutzer sind monatlich aktiv. Die Hauptstädter bezeichnen sich als Marktführer im Bereich Mobile TV. Fast 14.000 größtenteils positive Bewertungen im App Store unterstreichen, dass die Anwendung eine gute Verbreitung gefunden hat.

dailyme setzt im Gegensatz zu anderen Anbietern aus dem Segment wie Zattoo oder Magine auf ein eher konservatives, dafür aber sehr effektives Rezept: Es erlaubt Nutzern, Sendungen vieler deutscher Fernsehsender bequem auf ihre Smartphones zu laden und anzuschauen, wann es ihnen passt - egal ob die mobile Internetverbindung gerade gut ist oder nicht. Das klingt trivial, und in der Tat gehört der Service nicht zu den Branchenvertretern, die am laufenden Band ihr Funktionsspektrum erweitern. Der Fokus liegt stattdessen auf der Optimierung der bestehenden Anwendung und der Erweiterung des Contentangebots. Abrufbar sind Serien, Shows und Filme der öffentlichen rechtlichen Kanäle sowie von diversen Privatsendern, darunter ProSieben, Sat1. und kabeleins. Das ganze funktioniert ähnlich wie eine Podcast-App, und die Sender behalten die Kontrolle darüber, welche ihrer Programme in dailyme auftauchen.

Die Monetariserung erfolgt über Werbung - etwas, womit die Mehrzahl der User laut Geschäftsführe r Jonathan Dähne völlig einverstanden ist, und woran sich auch künftig nichts ändern wird. Die Einnahmen teilt sich das Startup mit den Sendern. Weltveränderungspläne hegen Dähne und sein Team auch für 2014 nicht. Oberstes Ziel sei es, die Zahl aktiver Anwender zu verdoppeln.

Für viele User und zahlreiche Startups sind Funklöcher, langsame mobile Breitbandverbindungen sowie jeden Live-Streaming-Spaß erstickende Trafficbegrenzungen ein Ärgernis. Aus Sicht von Dailyme gibt es Schlimmeres. /mw

In einer ursprunglichen Version des Artikels war von "fünf Millionen registrierten Nutzern" die Rede. Das Unternehmen hat nachträglich konkretisiert, dass es sich um Downloads der App handelt.

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