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18.09.08Leser-Kommentare

tunesBag: Musik ins Netz laden, und auch wieder zurück (25 Beta-Einladungen)

Ab sofort können Nutzer des Musik-Startups tunesBag nicht nur Titel online speichern und anhören, sondern auch wieder herunterladen. Dem Backup der persönlichen Musiksammlung im Netz steht (fast) nichts mehr im Weg.

Dienste zum Speichern und Teilen der persönlichen Musiksammlung im Netz hatten bisher einen entscheidenden Haken: In der Regel war kein Herunterladen der dort abgelegten Songs möglich. Damit wollten die Anbieter Urheberrechtsverletzungen vorbeugen. tunesBag, ein österreichisches Startup, das ich im März vorgestellt habe, prescht nun vor und öffnet das Angebot für Transfers in beide Richtungen.

Seit Dienstag fungiert die überarbeitete Desktop-Software, mit der bequem eine große Zahl an Titeln und Alben zum persönlichen tunesBag-Konto hochgeladen werden kann, auch als Backup-Tool. Mit Hilfe der Restore-Funktion können tunesBag-Nutzer entweder ihre gesamte bei dem Dienst gespeicherte Musiksammlung oder nur ausgewählte Playlisten downloaden. Wer nur einzelne Songs herunterladen möchte, klickt dazu in seiner persönlichen Bibliothek auf www.tunesbag.com auf das "Actions"-Feld neben dem jeweiligen Track und wählt die Download-Option.

Der tunesBag Desktop-Up- und Downloader

Mit dem Zulassen von Downloads entfernt tunesBag eine nennenswerte Hürde bei dem Vorhaben, eine große Zahl an Internetnutzern zum Upload ihrer Musiksammlung zu bewegen. Denn damit eignet sich der Service nicht mehr nur dazu, auch unterwegs auf die persönlichen Favoriten zugreifen und diese mit anderen teilen zu können, sondern auch ganz simpel zum Backup des MP3-Archivs im Web sowie zum Transfer von Titeln zwischen mehreren Rechnern. Je größer der Mehrwert, desto eher werden sich User überzeugen lassen.

Wer bei tunesBag eine große Menge an Musik ablegen will, muss abhängig von seiner Internetverbindung Geduld mitbringen. In der Beta-Phase ist der Speicherplatz pro Nutzer außerdem auf fünf Gigabyte (bei maximal 50 Megabyte pro Datei) begrenzt. Ein vollständiges Backup größerer Kollektionen in der Cloud ist derzeit also über tunesBag noch nicht möglich - ebenso wenig wie das Herunterladen von Songs der eigenen Kontakte. Was nicht verwundert.

Neben der Download-Funktion stellt tunesBag auch eine neue Option namens "Smart Playlist" vor. User wählen einen oder mehrere Musikstile sowie einen Überraschungsgrad aus, woraufhin tunesBag automatisch eine Playlist mit passenden Titeln zusammenstellt. Dies geht sowohl mit der eigenen Bibliothek als auch mit denen seiner Kontakte. Smart Playlist analysiert Attribute wie Bewertungen und Zusammenhänge zwischen Lieblingsinterpreten eines Users, um eine zu den gewählten Genres passende Playlist zu generieren.

Das neue Smart Playlist-Feature von tunesBag

Für die nächste Zeit ist der öffentliche Start des noch in der geschlossenen Beta-Phase befindlichen Dienstes geplant. Außerdem wird tunesBag in Kürze eine API anbieten, um externen Entwicklern Zugriff auf Funktionen des Services zu ermöglichen, was zu interessanten Mashups führen kann. tunesBag schlägt damit vorerst einen anderen Weg ein als sein deutscher Konkurrent simfy, der fleißig Kooperationen mit sozialen Netzwerken eingeht, um so sein Angebot bekannt zu machen, aber keine öffentlichen Schnittstellen anbietet.

Wir haben 25 Beta-Einladungen für tunesBag. Wer den Dienst ausprobieren möchte, folgt diesem Link und registriert sich.

Kommentare

  • Jakob

    18.09.08 (11:53:37)

    Komisch, ich hätte schwören können, dass ich das schonmal gesehen. Nicht ganz so Communitymäßig aber man munkelt, dass daran gearbeitet wird. [URL entfernt, werblicher Kommentar]

  • Jakob

    18.09.08 (14:07:52)

    Der Kommentar war nicht werblich. Lediglich eine Demonstration, dass es ähnliches schon gibt. Ich frage mich ohnehin warum bei der bereits vorhandenen nicht gerade zu vernachlässigenden Fragmentierung der Community´s nicht mal ein Anbieter entsteht der alles kann... Warum soll ich meine Videos bei Youtube hochladen und meine Musik bei Soundcloud oder eben TunesBag. Übrigens kann bei Soundcloud die Songs auch runterladen. Jedenfalls wenn der Uploader das eingestellt hat. Hier stellt sich dann aber doch ernsthaft die Frage nach der Monetarisierung. PI´s werden kaum noch bezahlt und ein Itunes haben wir bereits. Wie hier schon an anderer Stelle erwähnt wurde. Es fehlt irgendwie "Der große Wurf". Und das wird dazu führen, dass die vielen 1000 Services genauso schnell verschwinden wie sie entstanden sind. Und das nur weil jeder sein eigenes Süppchen kocht... Was machen die Leute von TunesBag eigentlich, wenn ich Songs hochlade, die mir eigentlich nicht gehören? Es dürfte ein relativ verbreitetes Phänomen sein, dass jemand Mp3s besitzt zu denen er keine CD im Schrank liegen hat...

  • Martin Weigert

    18.09.08 (14:11:55)

    Dass es 1-Click-Hoster gibt, die auch für Musik geeignet sind, ist ja nichts wirklich Neues ;) Soundcloud richtet sich an die Interpreten und Künstler, nicht an User. Bei Soundcloud darf man keine Songs hochladen, zu denen man nicht selbst das Urheberrecht besitzt. Es ist somit kein vergleichbares Konzept. Zu deiner letzten Frage: Bei tunesBag & Co wird man einfach annehmen, dass du die MP3s bzw. die Quell-Tonträger legal erworben hast.

  • Hansjoerg Posch

    18.09.08 (17:15:42)

    Was die Fragmentierung anbelangt - ja die gibt. Medien (Musik, Photos, Videos, Streams etc) stellen zwar eine große Über-Einheit dar nur erfordern bestimmte Typen dann doch immer eine Sonderbehandlung (Aufbereitung/Formate/Darstellung etc). In Zukunft wird es da aber zu Services mit mehreren unterstützten Typen kommen, da stimme ich Dir zu. Zur Frage der Legalität - Martin hat Recht und wie bei jedem Webservice geht man einmal per se davon aus, dass alles passt. tunesBag ist zudem ja keine Sharing-Plattform wo ich die Tracks von wildfremden Leuten herunterladen kann sondern als legal sharing/streaming Dienst konzipiert. Natürlich benötigt es dazu dann auch die allseits bekannte "Inhalte melden" Funktion sollte bedenklicher Inhalt an einer öffentlichen Stelle auftauchen; ansonsten fällt das aber im Bereich des geschlossenen Dienstes ganz klar in die Verantwortlichkeit des Nutzers.

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