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24.10.12 06:57

, von Martin Weigert

Trotz Technophobie: Der Aufstieg von Smartphones und Social Networks in Deutschland

81 Prozent der 14- bis 19-Jährigen in Deutschland sind Mitglied in einem sozialen Netzwerk. 65 Prozent der unter 30-Jährigen besitzen ein Smartphone. Aktuelle Statistiken zum digitalen Wandel hierzulande sprechen eine eindeutige Sprache.

Die Deutschen gelten gemeinhin als latent technikfeindlich, was die Digitalisierung betrifft - was auch deutlich wird, wenn man den Stellenwert und Einfluss des Internets in verschiedenen Ländern miteinander vergleicht. Doch die grundsätzlich etwas stärker ausgeprägte Skepsis der Deutschen heißt natürlich nicht, dass die Trends der globalen Vernetzung völlig ignoriert werden. Eine Reihe aktueller Nutzungsstatistiken der letzten Tage verdeutlichen, dass auch hierzulande die Entwicklung trotz aller Bedenken von Anwendern, Datenschützern und Politikern nur eine Richtung kennt. Es folgt eine kompakte Zusammenfassung jüngster Meldungen:

  • 38 Prozent aller Bundesbürger ab 14 Jahren besitzen ein Smartphone Das BITKOM hat in einer repräsentativen Umfragen erfahren, dass mittlerweile 38 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahren ein Smartphone besitzen. Zum Jahresbeginn waren es 34 Prozent. Im August vergangenen Jahres ergab eine Forsa-Studie, dass "mindestens 20 Millionen Bundesbürger" - also 25 Prozent - ein Smartphone ihr Eigen nennen würden.
  • Rund 70 Prozent der 2012 verkauften Handys werden Smartphones sein Die Konsequenzen für Startups und Onlinedienste sind offensichtlich.
  • 65 Prozent der unter 30-Jährigen sind Smartphone-Eigentümer Das ist die eigentlich beeindruckende Zahl (ebenfalls laut BITKOM), denn sie verdeutlicht, wie sehr Smartphones mittlerweile in dem Teil der Gesellschaft verbreitet sind, der in den nächsten Jahren und Jahrzehnten maßgeblich Einfluss auf die Zukunft des Landes nehmen wird.
  • "Fast jeder Zweite" zwischen 12 Jahren und 19 Jahren besitzt ein Smartphone Trotz der deutlich höheren Preise sind Smartphones auch bei den ganz Jungen mittlerweile Standard. Laut der JIM-Studie 2012 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest gehen 40 Prozent der 12- bis 19-Jährigen mobil ins Internet.
  • 81 Prozent der 14- bis 19-Jährigen sind Mitglied in einem sozialen Netzwerk Bei Teenagern ist nach Erkenntnis der Allensbacher Computer- und Technik-Analyse (ACTA) die Nutzung sozialer Netzwerke am meisten verbreitet. Von den 20- bis 29-Jährigen nutzen 77 Prozent mindestens ein Social Network. Der Wert nimmt bei den folgenden Altersgruppen ab.
  • 7 Prozent der Deutschen gehen mit Tablets online Immerhin sieben Prozent der Deutschen zwischen 14 und 69 Jahren gehen laut ACTA-Studie mit einem Tablet ins Netz. Man kann davon ausgehen, dass sich Tablet-Onlinenutzung und Tablet-Besitz weitestgehend decken. Bedenkt man, wie jung diese von Apple mit dem iPad im Sommer 2010 in Deutschland eingeführte Produktkategorie ist, ein beachtlicher Wert. In den USA, wo der Marktstart des iPad einige Monte vorher erfolgte, besitzen allerdings schon ganze 25 Prozent der Erwachsenen ein Tablet. Deutlicher kann der typische Rückstand der Deutschen bei der Adaption neuer technischer Errungenschaften kaum ausfallen.

Die Erkenntnisse der Studien dürften die Leserschaft von netzwertig.com nicht überraschen. Dennoch kann es nicht schaden, offiziellen Bestätigungen für offensichtliche Tendenzen zu haben: Smartphones und soziale Netzwerke gehören zu den zentralen Eckpfeilern der digitalen Mediennutzung einer Mehrheit der jungen Bevölkerung. Der dadurch ausgelöste Wandel bei Werten und Verhaltensweisen wird die Kluft zwischen Jung und Alt, zwischen Onliner und Offlinern weiter verschärfen. Wer in irgendeiner Form die Aufmerksamkeit und Unterstützung der mit Smartphones ausgerüsteten Social Networker erlangen möchte, muss ihre Sprache sprechen, ihre Lebenswelten verstehen und sich selbst in diesen bewegen. Noch viel zu oft treffen Personen Entscheidungen, für die all das nicht gilt.

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Kommentare: Trotz Technophobie: Der Aufstieg von Smartphones und Social Networks in Deutschland

Der Boom der Internetnutzung widerlegt eigentlich die Eingangsthese von der Technikphobie der Deutschen. Hier muß man wohl Internetbegeisterung und die schleppende Entwicklung der Internetwirtschaft auseinanderhalten.

Diese Nachricht wurde von Mr. Video am 24.10.12 (10:55:19) kommentiert.

Sehe ich nicht so. Denn Deutschland hinkt bei nahezu allen Digitaltrends hinterher. Dass sie sich dann irgendwann doch durchsetzen, bedeutet nicht, dass nicht die Konsumenten erst einmal sehr kritisch sind und sich abwartend verhalten.

Diese Nachricht wurde von Martin Weigert am 24.10.12 (10:58:32) kommentiert.

Hmm, wäre vielleicht ne eingehendere Untersuchung wert, falls ich Näheres dazu nicht im Artikel übersehen habe.

Diese Nachricht wurde von Mr. Video am 24.10.12 (11:04:46) kommentiert.

Such mal bei Google nach "deutschland internet angst". Gibt zum Thema viel Lesestoff (abgesehen von der oben verlinkten Studie, die im Prinzip Aussagekraft genug hat).

Diese Nachricht wurde von Martin Weigert am 24.10.12 (11:07:38) kommentiert.
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