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07.09.08Leser-Kommentare

Totiki Me: Social-Web-Aggregator für den Desktop

Wer das Social Web intensiv nutzt, muss viel Zeit investieren, um zu schauen, was es bei den bevorzugten Diensten Neues gibt. Totiki Me ist ein frisch gestarteter Benutzerkonten-Aggregator für Windows, der hilft, den Überblick zu behalten.

Je größer die Zahl der von uns genutzten Social-Web-Angebote ist, desto mehr Zeit beanspruchen diese in unserer regelmäßigen Surf-Routine. Dann heißt es nämlich, jede Site anzusurfen und nach neuen Nachrichten, Kontaktanfragen oder Pinnwand-Einträgen zu schauen. Viele Dienste bieten zwar Benachrichtigungsmails, aber bis auf wenige Ausnahmen weisen diese lediglich auf Ereignisse hin, ohne die eigentliche Mitteilung zu enthalten. Anschließend ist somit trotzdem ein manuelles Einloggen beim entsprechenden Web-2.0-Service notwendig.

Abhilfe schaffen wollen Benutzerdaten-Aggregatoren wie allyve (unser Bericht) oder eingelogged.de. Dort geben User die Zugangsdaten zu ihren bevorzugten Social Networks und Webdiensten an und sparen sich fortan das manuelle Einloggen, da die Autorisierung beim jeweiligen Dienst über den Aggregator automatisch geschieht. Außerdem werden Nutzer (bei allyve) gesammelt über eintreffende Mails und Mitteilungen informiert.

Das Problem: Sämtliche Konteninformationen zu den einzelnen Services werden online gespeichert. Zwar hat sich allyve vom TÜV auf höchste Sicherheit zertifizieren lassen, doch bei den meisten Usern werden sich trotzdem nicht alle Bedenken beseitigen lassen. Benutzerdaten in die Hände eines externen Onlineangebots zu legen, widerspricht komplett dem von uns in vielen Jahren angelernten Verhaltensmuster in Bezug auf Datensicherheit im Netz.

Aus Schweden kommt nun ein neuer Dienst, der das beschriebene Problem auf simple Weise löst: Totiki Me wird nicht als Webservice angeboten, sondern in Form einer kostenlosen Desktop-Software. In dieser lassen sich dann zahlreiche Social-Web-Angebote verwalten. Die Zugangsdaten liegen folgerichtig nicht auf einem Server, sondern lokal und verschlüsselt auf der Festplatte des Nutzers.

Auch hier ist ein (bei der Internetnutzung grundsätzlich vorhandenes) Restrisiko sicher nicht ganz auszuschließen. Dennoch dürfte der Gedanke, Passwörter auf dem eigene Rechner abzulegen, für die meisten Nutzer erheblich angenehmer sein, als diese einem Onlinedienst anzuvertrauen, dessen prallgefüllter Server durchaus eine gewisse Anziehung auf Hacker/Cracker ausüben könnte.

Totiki Me bleibt vorerst Windows XP-/Vista-Anwendern vorbehalten und kann wahlweise auf Schwedisch oder Englisch genutzt werden. Nach dem Download der Software ist eine kurze Registrierung notwendig, anschließend geht es los. Die Applikation ist äußerst minimal gehalten und beschränkt sich auf die wichtigsten Funktionen, was sie speziell für weniger hartgesottene Web-2.0-Freunde interessant macht.

Aus der Liste der unterstützen Dienste wählt man die gewünschten aus, gibt seine Benutzerdaten an und markiert die jeweiligen Ereignisse, über die man von Totiki Me informiert werden möchte. Anschließend werden diese in chronologischer Reihenfolge angezeigt und automatisch aktualisiert. Das Programm lässt sich in der Windows-Taskleiste verstauen und informiert mit einem von anderen Desktop-Apps bekannten Infofenster über neue Aktivitäten.

Benachrichtigung

Der Schwerpunkt bei den integrierbaren Angeboten liegt derzeit noch auf schwedischen Diensten. Dennoch sind bereits eine ganze Reihe internationaler Services verfügbar, so z.B. Bebo, Facebook, Google Mail, Habbo, Hi5, Jaiku, LinkedIn, MySpace, Netlog und Twitter. Auch Xing ist vertreten und erlaubt das Abrufen von Informationen über neue Nachrichten, Gästebucheinträgen und Kontaktabfragen.

Zudem können RSS-Feeds importiert werden. Wer auf ein Ereignis reagieren will, klickt auf den jeweiligen Link und wird zur entsprechenden Seite beim betreffenden Dienst geleitet, ohne sich dort erneut anmelden zu müssen (vorerst nur für Nutzer von Firefox oder Chrome).

Erfahrene User, die mit Lifestreaming-Diensten, Microblogging-Plattformen und dazugehörigen Desktop-Applikationen vertraut sind, könnten den geringen Funktionsumfang von Totiki Me eher als Nachteil statt als Vorteil werten. Denn direktes Reagieren auf Status-Updates oder eingehende Nachrichten ist mit Totiki Me nicht möglich. Dazu muss man dem betreffenden Service über Totiki Me einen Besuch abstatten.

Hier besteht definitiv Ausbaupotenzial. Was machbar ist, hängt zwar von den einzelnen Anbietern ab, aber die Option zum direkten Publizieren von Twitter- oder Jaiku-Nachrichten wäre ein guter Anfang.

Das werbefinanzierte Totiki Me ist definitiv einen Blick wert und durch seine einfache Bedienung und den Verzicht auf detaillierten Einstellungsmöglichkeiten vor allem für Anwender zu empfehlen, die zwar das Social Web aktiv nutzen, aber sich nicht zum harten Kern der Web-2.0-Jünger und Early Adopter zählen. Für letztgenannte Gruppe dürfte Totiki Me aufgrund der Funktionsarmut von geringerem Interesse sein.

Kommentare

  • David

    08.09.08 (12:11:26)

    Also ich finde das Abspeichern von Passwörtern in einer Software, der ich Internetzugang gewähren muss, genauso bedenklich, wie sie online zu speichern. Nicht wegen Hackerangriffen, sondern weil man ja nie weiß, was die Software wohin übermittelt. Aber ich bin eh nicht auf sehr vielen der unterstützten Seiten unterwegs.

  • Martin Weigert

    08.09.08 (12:37:29)

    Klar, ein kleines Risiko gibt es immer. Größer als das bei gespeicherten Passwörtern im Browser sollte es aber auch nicht sein.

  • Jette Angel

    08.09.08 (13:02:15)

    Ich muss auch sagen, dass ich immer skeptisch werde, wenn ich was downloaden soll. Ausserdem kann ich allyve von jedem Rechner abrufen. Das ist echt ein Vorteil, denn auf meinem Bürorechner darf ich gar nichts installieren. Schau's mir aber mal an.

  • Martin Weigert

    08.09.08 (15:12:42)

    Jette, es stimmt schon, dass Desktop-Programme dem allgemeinen Trend hin zu browserbasierten Lösungen "in der Cloud" widersprechen. Es hat immer alles seine Vor- und Nachteile.

  • Andreas

    09.09.08 (12:03:27)

    Wieso gibt es diesen Bericht auf zweinull.cc identisch auch nochmal? Naja, egal... Zum Thema: Es fehlen noch diverse Dienste, aber ansonsten gefällt mir Totiki Me schon sehr gut! Für mich würde z.B. friendsfeed.com oder auch wer-kennt-wen als Ergänzung Sinn machen. Oder z.B. auch der "Neues aus meinem Netzwerk"-Feed von XING. Oder ebay. Oder... Welche Dienste vermisst ihr so bei Totiki Me?

  • Martin Weigert

    09.09.08 (12:05:03)

    Andreas, zweinull.cc gibt es doch gar nicht mehr ;) Sämtliche alten zweinull.cc-Beiträge liegen jetzt bei netzwertig.com.

  • Rickard Eriksson

    20.02.09 (11:01:57)

    We just released an entirely web based edition of Totiki - much appreciated by Mac and Linux users, and people wanting to "check their Totiki" from work or school computers, where they're not allowed to install applications.

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