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16.03.09Leser-Kommentare

Totgeburt: Social Network Bebo startet deutschsprachige Version

AOL startet unter anderem eine deutschsprachige Version seines Social Networks Bebo. Mit wenig Erfolgsaussichten.

Das von AOL im März 2008 für überteuerte 850 Millionen Dollar übernommene Social Network Bebo steht ab sofort auch in einer deutschen Version zur Verfügung. Gleichzeitig wurden Versionen in Frankreich, Spanien, Italien und den Niederlanden gestartet.

Bebo, das besonders im UK stark vertreten ist, hat laut Aussage von Eigentümer AOL 22 Millionen Mitglieder. Bebo hat erst vor wenigen Wochen den Schwerpunkt der Möglichkeiten für Nutzeraktivitäten auf Lifestreaming gelegt.

Eine eingedeutschte Version dürfte dem Social Network in der aktuellen Lage kaum auf die Sprünge helfen. Es gibt keinen Grund für Nutzer der Stammhirsche studiVZ und wer-kennt-wen.de zum AOL-Netzwerk Bebo zu wechseln. Für alle, die mehr Social Networking erwarten als nur deutsche Freunde und spartanische Funktionen, gibt es Facebook, das langsam auch in Deutschland an Fahrt gewinnt.

Fazit: In der aktuellen Marktsituation sehe ich keine Nische für Bebo, weil dieses kein attraktives Alleinstellungsmerkmal anbietet.

Die "Weltempfänger" genannte Lifestreaming-Funktion, mit welcher sich Inhalte verteilen und konsumieren lassen sollen, wird allein nicht reichen. Zu den deutschen Partnern zählt unter Anderem das Videoportal Clipfish.

Interessantes Detail am Rande: Die deutschsprachige Version wird ebenfalls für Schweizer (und wohl auch für Österreicher) auf Deutsch und mit deutscher Flagge in der Auswahl unten rechts dargestellt.

Gibt es unter unseren Lesern Bebo-Nutzer? Wenn ja, was findet Ihr an Bebo gut und erwähnenswert?

Kommentare

  • Felix A.

    16.03.09 (14:58:10)

    Ich habe Bebo genutzt und denke man kann den Dienst recht gut mit StudiVZ in Deutschland vergleichen. Und zwar in der Hinsicht, dass sich beide eindeutig auf einem absteigenden Ast befinden und keine Chance gegen Facebook haben werden. Immer mehr Leute wechseln auch in Irland und GB von Bebo zu Facebook. Alexa zeigt es ganz deutlich. Irgendwoher muss ja das anhaltende Wachstum von Facebook ja kommen?

  • Matias

    16.03.09 (17:07:16)

    Man sollte aber die vielen vielen AOL-Kunden auch hier in Deutschland nicht außer acht lassen! Kennt jemand die Zahl? Die dürfte nicht uninteressant sein. Und wenn man sie mittels Bebo weiter an AOL bindet, ist das nicht der uncleverste Schachzug. Auch ich halte Facebook zur Zeit für das innovativste und damit spannendste Startup, auch hier in Deutschland. MySpace kann da noch teilweise mithalten. Dennoch gibt es für Bebo sicherlich sinnvolle, strategische Überlegungen.

  • Oliver Springer

    16.03.09 (17:29:26)

    Meinen Geschmack trifft es zwar weniger, aber verglichen mit dem, was sonst noch so auf dem Markt ist, wirkt Bebo überzeugend. Es gibt schließlich nicht nur Facebook. ...sondern etwa studiVZ und MySpace. Und im Vergleich mit denen sieht Bebo doch sehr attraktiv aus, vor allem für die Nutzer, die besonders an Musik und Videoclips interessiert sind. Lassen wir Business Networks wie XING und Linledin außen vor und nehmen dann an, dass es Platz für mehr als nur ein einziges (--> Facebook) Social Network gibt. Dann stehen die Chancen nicht schlecht für Bebo. Bebo muss ja nicht bei Null anfangen, wie bereits angemerkt wurde. Es gibt eine Menge Leute, die AOL-Accounts haben oder AIM oder ICQ nutzen. Zum Umgucken konnte ich mich einfach mit meinen AOL-Zugangsdaten einloggen. Mitglied seit Januar 1996 stand dann auch gleich in meinem Profil. Die Hauptzielgruppe von Bebo dürfte da noch in der Grundschule gewesen sein. Mir ist Bebo etwas zu bunt und aufdringlich, aber im Vergleich zu MySpace und studiVZ kommt es frisch, modern und aufgeräumt daher. Die Kooperationspartner scheinen für den Anfang schon mal eine gute Wahl zu sein. Sinnvoll wäre in meinen Augen, in diesem Bereich weiter auszubauen. Das sollte der Konzernmutter eigentlich leicht fallen.

  • Marcel Weiss

    16.03.09 (17:34:10)

    @Matias & Oliver Springer: Ja, eine enge Verzahnung mit AOL-, AIM- und besonders ICQ-Accounts könnte da etwas reissen. Aber ob das reichen würde, wird sich zeigen müssen. Ich bin skeptisch. Vor 1 oder 2 Jahren hätte das vielleicht noch anders ausgesehen. Jetzt sehe ich einfach nur die hiesigen Stammhirsche auf der einen und den Facebook-Bulldozer auf der anderen Seite. Da ist einfach kein Platz für Bebo in meinen Augen. Wir werden sehen. :)

  • Rod Meier

    16.03.09 (20:49:16)

    Facebook ist ein Gigant, der die Innovations-Taktrate und die Meßlate für alle anderen Social Communities vorgibt. Ich habe bei Bebo seit 10/2008 einen Account. Bei Facebook bin ich etwas früher eingestiegen und hab dort auch noch meine Fotografie-Fanpage. Bebo war im Vergleich zu Facebook bis jetzt völlig uninteressant. Erst mit der neuen Version kommmt etwas Zug in Bebo. Ich denke das reicht aber nicht um sich wirklich breit zu etablieren. Der Druck von Facebook gegenüber allen anderen System ist enorm. Facebook hat bessere Konzepte, eine geschicktere Vernetzung mit Freunden, Gruppen- und Fan-Seiten. Die Such- und Empfehlungsfunktionen sind super und sichern Facebook auch weiterhin gutes Wachstum. Derzeit kann hier kein System mithalten, auch nicht beim Tempo der Umsetzung - und ich kenne viele Systeme. VZ, WKW und Lokalisten sind konzeptionell weit hinter Facebook - zumindestens in der Umsetzung. Ich bekomme einfach nicht schnell und einfach mit, was Andere in meinem Netz machen. Z.B. WKW: ich erhalte lediglich eine Email wenn jemand etwas in eine abonnierte Gruppe schreibt. Ob in "meinen" Thread oder nicht steht nicht drin. Ein Direktlink auf diese Nachricht ist nicht enthalten. Also viel zu umständlich um schnell nachzusehen was Sache ist... Dies alles hat Facebook erkannt, umgesetzt und mit dem letzten Update noch verbessert. Ich werde quasi (positiv) überflutet von Informationen über meine Bekannten. WOW! Klasse! Die neuen MySpace-Seiten/Oberflächen sind auch nicht schlecht - kommen aber nicht an Facebook ran.. Rod Meier P.S. Nein, ich arbeite nicht bei Facebook - ich bin wirklich überzeugt und begeistert von diesem System.

  • Stefan F

    17.03.09 (08:45:20)

    Als Österreicher kann ich dich beruhigen: Wir haben uns längst an (die Dikriminierung durch) Deutschland-Flaggen für deutschsprachige Versionen gewöhnt ;)

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