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04.07.12Leser-Kommentare

Themen: Xing startet ein Reputations- und Wissenswerkzeug

Mit dem neuen Themen-Feature will Xing die Aktivität seiner Mitglieder erhöhen, um auch künftig ein klares Differenzierungsmerkmal gegenüber LinkedIn bieten zu können. Die Neuerung fungiert als Reputations- und Wissenswerkzeug - und verbessert Xings Suchmaschinenpositionierung.

Fragt man Xing, welches der entscheidende Unterschied zum deutlich größeren Konkurrenten LinkedIn ist, so bekommt man üblicherweise die Antwort, das Geschäftsnetzwerk aus Hamburg sei deulich mehr als eine Ansammlung von Lebensläufen. Auch wenn die Norddeutschen mittlerweile nur noch im deutschsprachigen Raum eine entscheidende Marktposition einnehmen können, versuchen sie, duch ein Animieren zu hoher Nutzeraktivität auf der Plattform nicht nur das Vernetzen mit existierenden Kontakten zu ermöglichen, sondern auch das Knüpfen neuer Geschäftskontakte. Diesem Zwecke diente bisher besonders die Gruppensektion, in der sich Xing-Mitglieder zu verschiedensten Themenkomplexen austauschen. Doch während in einigen Gruppen durchaus rege Beteiligung festzustellen ist, wirkt das gesamte Konzept mittlerweile etwas eingestaubt. Problematisch ist auch, dass durch das vorgegebene Thema einer Gruppe die Debatten inhaltlich in ein Korsett gedrängt werden, oder das alternativ Beiträge, die auch andere Fachgebiete tangieren, zu diesen nicht strukturiert zugeordnet werden können.

Zum Vergrößern klickenMit dem neuen Beta-Feature " Xing Themen " möchte das Business Network neues Leben in die Bude bringen und Menschen zur Partizipation, Wissensvermittlung und Diskussion motivieren, die Xing bisher eben doch lediglich als sich selbst aktualisierendes Adressbuch und digitalen Lebenslauf verwendet haben. Genau genommen ist Xing Themen die zeitgemäße Neufassung des Gruppenkonzepts. Anstelle von übergeordneten Kategorien versehen Xing-Mitglieder ihre Beiträge mit einzelnen Schlagwörtern und können die Schlagwörter anderer Anwender abonnieren. Es handelt sich also um eine Follow-Funktion für von Xing-Nutzer verfasste und mit passenden Etiketten versehene Textbeiträge. Im Gegensatz zur Gruppe, wo es auch um ein Gefühl der Zugehörigkeit geht (manche Gruppen veranstalten physische Treffen), steht bei Xing Themen allein der Inhalt im Vordergrund - wobei das Unternehmen aus der Elbstadt darauf hofft, dass sich über den Meinungs- und Wissensaustausch neue Kontakte ergeben, die berufliche oder geschäftliche Möglichkeiten für die Beteiligten nach sich ziehen.

Auf der Themen-Startseite erscheinen aktuelle Beiträge zu den abonnierten Schlagwörtern. Eine Tagcloud zeigt am meisten diskutierte Themen. Auch ist vorgesehen, dass Beiträge auf den Xing-Profilen ihrer Ersteller auftauchen - diese Funktion ist bisher aber noch nicht aktiviert worden. Für die nächste Zeit verspricht das Unternehmen, zusätzliche Optionen zu lancieren, um für einzelne User besonders relevante Beiträge hervorzuheben, sowie um verfasste Texte besser zur Verfeinerung der eigenen Reputation nutzen zu können.

Vom grundsätzlichen Ansatz und der Struktur her erinnert Xing Themen ein wenig an die renommierte Frage-Antwort-Community Quora. Anders als dort können bei Xing allerdings nur Themen und nicht einzelne User abonniert werden. Zudem macht das deutsche Netzwerk keine Vorgaben in Bezug auf den Inhalt eines Beitrags. Bei Quora hingegen stehen - wie für eine Q&A-Community typisch, Fragen im Zentrum.

Im Blogbeitrag zur Neuerung nennt Produktmanager Tobias Baier explizit Blogger als Zielgruppe von Xing Themen, die so die Gelegenheit erhalten würden, ihre Beiträge zu verbreiten und an neue Informationen zu kommen. Inwieweit Nutzer Texte in voller Länge,  kurze Zusammenfassungen mit einem Link zu einer externen Site oder für sich allein stehende Frage publizieren, scheint ihnen selbst überlassen zu sein. Dadurch ergeben sich mehr Freiheiten für User als bei Quora, gleichzeitig könnte aber der Informationsgehalt und die Qualität der Inhalte leiden. Wohl auch deshalb existiert Xing Themen vorerst unter dem Dach von Xing Beta Labs, wo es einmalig aktiviert werden muss.

Während die klassischen Xing-Gruppen von ihren Administratoren vor der Öffentlichkeit versteckt werden können, ist sämtlicher Content, der in der Themen-Sektion landet, nach dem Ende der Beta-Phase öffentlich und auch für Nicht-Mitglieder einsehbar. Nicht zuletzt dürfte es Xing folglich auch darum gehen, sich bei Suchmaschinen besser in Szene zu setzen und nach außen den Eindruck einer lebendigen Community zu machen, deren Teilnahme auch für solche Personen lohnt, die womöglich nebenbei bei LinkedIn aktiv sind.

Kommentare

  • Jürgen Auer

    04.07.12 (16:13:34)

    Seit heute nachmittag gibt es den Reiter "Themen" auf den Profilen derjenigen, die bereits mindestens ein Thema gestartet haben: Wer mal gucken möchte: https://www.xing.com/app/profile?op=topics;name=Juergen_Auer Der Reiter ist auch für jene Profilbesucher sichtbar, die das Beta-Feature selbst noch nicht aktiviert haben. Nur eingeloggt muß man sein. Die Gruppen sehe ich dazu komplementär. Diese hängen von den Moderatoren ab - was sehr gut laufende und sehr problematische bzw. eingeschlafene Gruppen nach sich ziehen kann. Ferner gibt es Gruppen, die erhebliches an Offline-Aktivitäten entwickeln.

  • Tobias

    05.07.12 (14:13:18)

    Ich finde es sehr interessant. Aber wie bei den Gruppen ist auch bei der Themenfunktion schon erkennbar, dass die maßgebliche Beteiligung von Mitgliedern mit kommerziellen Interessen ausgeht. Vernünftige Diskussion kommen so wahrscheinlich nur schwer zustande.

  • Urs E. Gattiker - @CyTRAP

    10.07.12 (08:46:10)

    Interessanter Beitrag. Aber eigentlich ist dies ja nicht viel anders als was Posterous, Tumblr oder paper.li anbieben. Ich kann Inhalte auch dort auf Xing nochmals anbieten und auf Webseiten oder Blogeinträge verweisen: ===> https://www.xing.com/app/profile?op=topics;name=UrsE_Gattiker Aber warum soll ich dies auf Xing tun und nicht auf meiner eigenen Webseite, Google Plus oder Facebook ? Auf Xing kann ich es ja in Gruppen machen. Warum dann noch auf meinem Profil? Ein weiteres Me-Too Produkt? "It is all about becoming useful rather than becoming engaging." ===> Xing Gruppen können sehr nützlich sein aber nur wenn man sich aktiv beteiligt: ====>https://www.xing.com/net/smmetrics/ Macht dieses neue Feature Xing ein beseres Arbeitswerkzeug. Vielleicht ist es jedoch nur eine weitere Möglichkeit seine Zeit noch mehr zu verschwenden anstatt diese mit Freunden im realen Raum zu verbringen. Nutzwert ist mir nicht klar. Danke fuer den Artikel. Urs

  • Jürgen Auer

    25.10.12 (12:13:57)

    Ich hänge das mal hier dran. Der neue Xing-CEO Thomas Vollmoeller hat in der Xing-Community bekannt gegeben, daß die Gruppen im nächsten Jahr komplett neu entwickelt werden. https://www.xing.com/net/auftragsgewinnung/news-209141/xing-entwickelt-die-gruppen-im-nachsten-jahr-komplett-neu-info-vom-neuen-xing-ceo-thomas-vollmoeller-in-der-xing-community-42462860/ Damit dürften die Gruppen massiv weiterentwickelt werden. Etwas, was bei dem "alten Code" einfach nicht mehr sinnvoll war.

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