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18.03.09

The Printed Blog: Zweitverwertung Mitmach-Zeitung

Alle beschwören das Ende vom bedruckten Papier, doch ein amerikanisches Start-up will es retten - mit einer wöchentlichen Gratiszeitung, die Blogeinträge recycelt.

The Printed Blog: Blogeinträge ohne Web 2.0

Während alle anderen emsig überlegen, wie sie Print-Inhalte gewinnbringend online anbieten können, und selbst Bücher in Zukunft digital gelesen werden sollen, geht ein Start-up aus Chicago den entgegengesetzen Weg: vom Web aufs gedruckte Papier.

Acht Seiten, in Farbe: Die Gratiszeitung The Printed Blog besteht ausschließlich aus Web-Inhalten: Blogeinträgen, Website-Tipps, Fotografien. Sechs Ausgaben sind bereits erschienen. Blogger erlauben die Nutzung ihrer Inhalte und hoffen auf einen Anteil an den Werbeeinnahmen, Fixkosten für Autorentexte gehören damit der Vergangenheit an.

Verteilt wird The Printed Blog derzeit in gerade mal drei amerikanischen Metropolen an wenigen ausgewählten Orten, weswegen wohl vor allem die PDF-Online-Ausgabe viele Leser haben dürfte - noch nicht ganz im Sinne des Erfinders Joshua Karp. Der Verleger glaubt an die gedruckte Zeitung in dieser neuen Form, will seinen Printed Blog in Zukunft stark lokalisieren und durch hyperlokale Werbung finanzieren.

Usergeneriert ist auch das Stichwort bei zwei europäischen Versuchen, die gedruckte Zeitung am Leben zu erhalten: Im April soll in Berlin die personalisierte Tageszeitung niiu auf den Markt kommen, in der sich der Leser auch Blogeinträge oder Updates aus Facebook-Profilen hereindrucken lassen kann; in der Schweiz probiert ausgerechnet die Post etwas Ähnliches, bis Ende März läuft der Test von PersonalNews. Da steht dann also demnächst der Blogeintrag über den Wochenendausflug in die Eiffel neben dem kritischen Kommentar eines angesehen Wirtschaftsjournalisten - wenn der Journalist denn in der Wunsch-Zeitung der Zukunft überhaupt noch zu Wort kommt.

In Deutschland kommen Blogeinträge derzeit beim neuen Freitag prominent zu Papier – allerdings ganz altmodisch. Nämlich gegen das übliche Zeilenhonorar.

Links:

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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