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21.04.11Leser-Kommentare

Technischer Fortschritt: Ist die Welt reif für eine Einheitssprache?

Sprachpuristen kämpfen gerne gegen Einflüsse aus anderen Sprachen. Gleichzeitig reißt der technische Fortschritt immer mehr Barrieren der Verständigung zwischen Völkern nieder. Wäre die Welt mit einer oder wenigen Einheitssprachen ein besserer Ort?

 

Vor einigen tausend Jahren errichtete ein Volk in einem Land mit dem Namen Schinar einen Turm, dessen Spitze bis zum Himmel reichen sollte. Doch weil Gott befürchtete, dass nach der Fertigstellung für die Menschen nichts mehr unerreichbar erscheinen würde und ihnen der Übermut zu Kopf steigen könnte, entschloss er sich, ihre bisher einheitliche Sprache zu "verwirren" und die Menschen über die ganze Erde zu verteilen. So konnten sie nicht mehr miteinander kommunizieren und ihren überdimensionalen Turm nicht weiterbauen. Damit waren die unterschiedlichen Sprachen dieser Welt geboren.

Die Erzählung stammt bekanntlich aus dem Alten Testament der Bibel und beschreibt den Turmbau zu Babel. Während es naturgemäß unterschiedliche Ansichten über die Glaubwürdigkeit dieser Sage gibt, stellt sie ein schönes Bildnis für die Frage dar, die ich in diesem Beitrag in den Raum werfen möchte:

Denn in letzter Zeit haben ich vermehrt darüber nachgedacht, ob Menschen nicht auf eine Welt hinarbeiten sollten, die nur noch eine (oder wenige) Sprache(n) spricht - und ob dies nicht sukzessive bereits mit dem Englischen geschieht. Wäre es möglich, dass die Bewohner dieses Planeten analog zum Bau des geplanten XXL-Turmes von Babel die vielfältigen Herausforderungen der heutigen Zeit besser angehen könnten, wenn sie alle die selbe Sprachen sprechen würden?

Während mein Dienstagsartikel über Cardcloud und das darin beschriebene, von mir erwartete Ende der physischen Visitenkarte für eine heftige Kommentardiskussion sorgte, möchte ich unterstreichen, dass ich an dieser Stelle eher eine offene Frage formuliere, als bereits eine fertige Prognose anzubieten: Wird die Welt (oder große Teile dieser) eines Tages (z.B. in 50, 100 oder 200 Jahren) nur noch eine oder wenige Sprachen sprechen? (z.B. Englisch, Chinesisch). Sollten wir uns dafür einsetzen oder dagegen ankämpfen?

Vorwürfe von Sprachpuristen, es gäbe zu viele Anglizismen im Deutschen, kennt man. In ihren Augen sollte jeder bewusst für die Beibehaltung der deutschen Sprachkultur eintreten und sich gegen zu viele Lehnwörter (primär aus dem Englischen) wehren. In anderen Ländern gibt es ähnliche Tendenzen (man denke an die französische Radioquote).

Doch verstärkt sinniere ich darüber, was wir dadurch gewinnen. Welchen Nutzen haben unterschiedliche Sprachen abgesehen vom Spaß, diese zu lernen (ich habe z.B. selbst mit Freude Schwedisch gelernt), von einer gewissen Mystik (wen man nicht versteht, der wirkt geheimnisvoll) und von Erinnerungen an vergangene Reisen? Gibt es abgesehen von emotionalen Argumenten auch sachliche Vorzüge dafür, dass wir die Menschen, die ein paar hundert Kilometer von uns entfernt wohnen, nicht mehr verstehen (Dialekte an dieser Stelle einmal ausgeklammert)?

Kommt man zu dem Schluss, dass es wünschenswert ist, gegen eine oder wenige gemeinsame Weltsprachen anzukämpfen, stellt sich einem noch immer die technologische Entwicklung in den Weg. Hinreichend akzeptable, textbasierte Übersetzungstools existieren schon (aus dem Deutschen sind die Ergebnisse meist mäßig, aber ein schwedischer Artikel, der mit Google Translate ins Englische übersetzt wird, liest sich zum Beispiel sehr gut).

Google Translate für das iPhoneSeit einiger Zeit gibt es Google Translate auch für Android und iPhone. Damit kann man einen beliebigen Text einsprechen oder eintippen und sich anschließend das Ergebnis laut vorlesen lassen. Das funktioniert bereits für mehr als ein Dutzend Sprachen und hat zur Folge, dass man einen nicht des englischen mächtigen Passanten in Japan ganz einfach auf Deutsch nach dem Weg fragen kann und es anschließend vom Mobiltelefon auf Japanisch vorlesen lässt.

Der Schritt bis zur Echtzeit-Übersetzung von ganzen Sätzen ist sicherlich noch weit entfernt und wird gerade bei komplexen Sprachen zu einer komplizierten, vielleicht sogar unmöglichen Angelegenheit.

Akzeptieren müssen wir aber, dass Technologie in den kommenden Jahrzehnten Sprachbarrieren zunehmenden niederreißen wird. Und dies lässt zwei mögliche Schlüsse zu:

1. Klasse, dann können Länder und Völker ihre Sprachen und damit kulturellen Identitäten beibehalten und trotzdem deutlich besser mit Fremdsprachlern kommunizieren.

2. Wenn wir schon dabei sind, mit technischen Mitteln Sprachbarrieren abzubauen, warum streben wir dann nicht gleich einen Zustand an, bei dem mehr Menschen die gleiche Sprache sprechen (wie z.B. Englisch)?

Zu welchem Schluss tendiert ihr? Bitte beteiligt euch an folgender Umfrage (RSS-Leser bitte hier klicken) und hinterlasst gerne einen Kommentar.

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(Illustration: Wikimedia Commons)

Kommentare

  • kadekmedien

    21.04.11 (08:44:04)

    Nun ja, wäre die Welt ein besserer Ort? Wo sie doch schon die beste aller Welten ist (da wir ja nur eine haben…) ;) Wer sich über die vielen Anglizismen in der Deutschen Sprache aufregt, sollte das besser bei seinem nächsten Rendezvouz besprechen. Die technische Entwicklung finde ich auf jeden Fall auch spannend. Ich würde mich aber schon freuen, wenn Tools wie Google Translate einen lernenden Algorithmus benutzten.(Aber das kommt bestimmt auch noch.) – Nur, braucht die Menschheit dann eine Einheitssprache, wenn eine technologische Schnittstelle in Echtzeit von A nach B übersetzt? Also wenn, dann dauert es auf jeden Fall deutlich länger als 200 Jahre. Die Menschen entwickeln sich nicht so schnell, auch mit Computertechnologie nicht ;)

  • Martin R. Krause

    21.04.11 (08:54:17)

    Die Frage ist müßig und die Wendung "eine bessere Welt" sogar infantil. Es gibt keine Autorität, die die Einführung oder Auswahl einer Einheitssprache durchführen könnte. Die Menschen werden das tun, was sie seit Jahrtausen machen: Sich nach Nutzen und Notwendigkeit richten. Deswegen spricht jeder, der etwas an Ausländer verkaufen möchte in der Regel mind. fließend Englisch. Mandarin ist zwar die am meisten gesprochene Muttersprache, aber nur wenige Menschen, die nicht selbst Mandarin sprechen, haben außerhalb Chinas mit diesen Menschend Kontakt, daher führt es als Fremdsprache in der westlichen Welt eher ein Nischendasein. Dort wo es eine Autorität gibt und eine Einheitssprache vorteilhaft ist, hat sich auch eine Entwickelt (Indien, China, Spanien), in machen Reegionen scheitert das aber am Sprachchauvinismus einzenler Gruppen (Europa, Belgien). Die Frage nach einer weltweiten "Amtssprache" ist also nicht zielführend. Wir müssen uns vielmehr an die Mehrsprachigkeit gewöhnen (Technik hin oder her), Englisch und mind. eine weitere Fremdsprache sollten für jeden in der EU Pflicht werden.

  • Zippo

    21.04.11 (09:06:38)

    Hehe, pass bloß auf, dass diesen Text kein Katalanier oder Südtiroler liest ... In solchen Gegenden würden Deine Thesen als pure Provokation aufgefasst werden. Oder schau DIr die Luxemburger an: Luxemburgisch ist rational gesehen die wohl überflüssigste Sprache der Welt, weil erstens außerhalb 50km um Luxemburg es keiner mehr versteht und zweitens jeder der Luxemburgisch spricht und versteht auch Hochdeutsch spricht und versteht. Eine Forderung die Sprache, nicht mehr in der Schule zu lehren oder als Amtssprache abzuschaffen, würde dennoch als Affront und Provokation ohne Gleichen angesehen werden. Wenn Du Menschen ihre Sprache wegnimmst, ist das so als würdest Du Ihre Namen wegnehmen und durch eine Nummer ersetzen. Deutsche können sich das nicht gut vorstellen, weil die Situation, dass das Deutsche verschwinden könnte, praktisch unvorstellbar ist und deswegen sei Dir auch dieser Artikel verziehen ... :-) Und dass dann auch noch ausgerechnet Englisch mit seiner unpräzisen Grammatik und irrationalen Orthografie Weltsprache werden muss ... Viele Grüße von Zippo!

  • Martin Weigert

    21.04.11 (09:09:34)

    Also sollte das Deutsche eines Tages verschwinden, wäre mir das ehrlich gesagt ziemlich egal ;)

  • Manuel

    21.04.11 (09:11:13)

    Die menschliche Sprache ist mehr als nur die Verständigung über Worte. Sie ist stark an die Kultur gebunden. Die temperamentvollen Worte der Italiener, die vielen Verbformen der höflichen Japaner, der "dreckige" Dialekt des texanischen Farmers... Mit einer Einheitssprache würde viel verloren gehen! Bezüglich Fremdwörter in der deutschen Sprache bin ich pragmatisch. Wenn es für etwas ein deutsches Wort gibt, sollte man es verwenden. Falls nicht, nimmt man halt ein Fremdwort. Von gequälten Neuschaffungen wie "Wonnekleister" (Schokolade), "Schwarzweisstastendruckbrett" (Klavier) und "Schlauchapfel" (Banane) halte ich nichts. Aber, lieber Martin, für Dein viel gebrauchtes "launchen" gäbe es bestimmt einen deutschen Ausdruck. ;-)

  • Martin Weigert

    21.04.11 (09:12:31)

    Du verstehst sicher, dass man auch durch eine scheinbar müßige Frage auf ein Thema aufmerksam machen kann, über das es sich lohnt, nachzudenken. Was hier der Fall ist. Denn der Schlüssel liegt in der Einstellung der Menschen.

  • Martin Weigert

    21.04.11 (09:15:44)

    Hehe gut aufgepasst. "Starten" benutze ich ehrlich gesagt auch lieber. Aber manchmal will man ja die Wortwahl etwas variieren.

  • Jürgen

    21.04.11 (09:28:11)

    Auch auf die Gefahr hin, dass du mich wieder als altmodisch bezeichnest. ;) Ich glaube, das wird gar nicht funktionieren, weil sich auf diesem großen Globus so viele Dialekte bilden würden, dass einige davon wieder als eigenständige, wenn auch verwandte Sprachen gelten (vergleiche Deutsch-Niederländisch). In Singapur etwa hat man 1965 Englisch als offizielle Amtssprache eingeführt mit dem Ergebnis eines sehr putzigen Dialekts, den ein Brite oder US-Amerikaner nur schwer versteht - und der Tatsache, dass fast jeder Zuhause eine weitere Muttersprache (Chinesisch, Bahasa oder Tamil) spricht. Mit dem Verlust von Sprachen ginge viel an Kultur verloren, zum Beispiel Sprachwitz, weil sich nicht alles einfach so übersetzen lässt. Da hoffe ich lieber auf die Computerlinguistik, die in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht hat.

  • Martin Weigert

    21.04.11 (09:38:50)

    Hab ich dich schon mal als altmodisch bezeichnet? ;) Das Problem von dir existiert sicher. Ging mir in Malaysia ähnlich, wo Englisch zumindest in Kuala Lumpur auch sehr gängig ist - aber verstanden hab ich fast nichts. Aber immerhin kommt man sich in geschriebener Sprache schon mal näher.

  • Daniel

    21.04.11 (09:38:52)

    Ich würde sagen, der Trend geht zur Zweitsprache. Und das ist nicht erst seit heute so: Durch das ganze Mittelalter hindurch hatte man Latein, zwischendurch vielleicht mal Französisch und jetzt eben Englisch. Die haben eben auch immer auf die jeweilige Nationalsprache abgefärbt - weshalb es für mich auch keinen Sinn hat, eine Sprache von diesen Einflüssen reinhalten zu wollen. Sprachen sind nunmal lebendig. Ich denke, durch diese Zweigleisigkeit zwischen regionaler Muttersprache einerseits und internationaler Verständigungssprache andererseits (ob das jetzt Englisch bleibt, oder sich zu etwas anderem entwickelt) hat man das beste beider Welten. Und die technischen Entwicklungen in Sachen Übersetzungssoftware zementieren ja eher den Status der Regionalsprachen als dass sie zu ihrer Verdrängung beitragen würden. P.S.: Man muss sich nur mal Länder wie Indien ansehen mit ihren zig Sprachen - da funktioniert diese Zweigleisigkeit eben auch beispielhaft.

  • kadekmedien

    21.04.11 (09:47:03)

    @Martin »Starten« ist aber ebenso wenig deutsch wie »launchen« ;)

  • Cathryne

    21.04.11 (09:50:35)

    Sprache ist auch immer ein Vehikel für Kultur. Aktiv auf eine Verengung des Kulturschatzes hinzuarbeiten, halte ich eher für gefährlich. Andererseits ist Kommunikation und Verständigung immer besser als nicht. Ich denke, die Menschheit wäre am besten beraten, wenn sie zweigleisig fährt: Muttersprachen beizubehalten und zu fördern (insb. auch vom Aussterben bedrohte, mit wenigen Sprechern), aber auch eine gemeinsame Sprache, die alle Kinder zu einem sinnvollen Zeitpunkt ihrer Ausbildung erlernen müssen. Englisch als de facto Standard ist da nicht die schlechteste Wahl, bevorteilt aber diese Muttersprachler ungerechtfertigter Weise (aus Sicht z.B. anderer großer Sprachguppen). Eine gemeinsame Sprache, die nicht historisch aus einem bestimmten Kulturkreis kommt wäre also IMHO am besten. Esperanto fällt natürlich zuerst ein, aber es könnte ja auch eine neue designt werden (via UNO oder so). Am Ende des Tages, ist Sprache aber so organisch und chaotisch, wie fast sonst nix Menschen-gemachtes. Sie wird sich also schon selber dahin entwickeln, wo sie gebraucht wird ;-)

  • Zippo

    21.04.11 (09:51:55)

    »Starten« ist aber ebenso wenig deutsch wie »launchen« ...hört sich aber weniger albern und wichtigtuerisch an.

  • Meeresbiologe

    21.04.11 (10:06:07)

    Es gibt eigentlich nichts über die menschliche Anatomie hinausgehendes Organischeres als die Sprache von Menschen. D.h. sie entsteht und entwickelt sich im tatsächlichen täglichen Gebrauch und Verkehr. Die Nationalsprachen sind eine festverwurzelte Sache nationaler und persönlicher Identitäten - eine Sache des täglichen unmittelbaren Denkens und Fühlens. Die nationalen Angelegenheiten und Empfindungen einzelner Völker werden ihre Außenbeziehungen in einer globalisierten Gesellschaft m.M. weiterhin dominieren. Insofern glaube ich trotz zunehmender Anglizismen und Globalisierung kaum an das Aufkommen einer Einheitssprache in den nächsten 200 Jahren und allenfalls an eine wichtige Zweit-Einheitssprache, die es mit Englisch ja heute bereits mehr oder weniger gibt.

  • Stephan Packard

    21.04.11 (10:19:57)

    Übersetzungen schütten die Gräben zwischen den Sprachen nicht zu, sie bauen nur Brücken darüber. Wer eine Übersetzung liest, versteht sie dann am besten, wenn er weiß, daß da übersetzt worden ist. Sonst fühlt sich der Japaner von fehlenden Höflichkeitsformen beleidigt, der Deutsche meint auf chrome-automatisch übersetzten Quoraseiten, er würde sich über das deutsche statt über das amerikanische Steuerrecht informieren, und generell nehmen echte Mißverständnisse dort zu, wo man nicht mit mißverständlichen Formulierungen rechnet. Insofern setzt der richtige Einsatz der beschriebenen Technologien ein Bewußtsein für Übersetzungen und damit eine Sprachenvielfalt voraus. Wenn dieses Bewußtsein fehlt, geht's schief. Allgemeiner glaube ich mit Benjamin, daß die verschiedenen Weltsichten der verschiedenen Sprachen nur in der Vielfalt, nicht in einer Einheitssprache erhalten bleiben können. Durch das Lernen von mehreren Sprachen werden sie uns zugänglich; durch deren Abschaffung gingen sie verloren.

  • mike

    21.04.11 (10:28:59)

    Naja Deutschland ist sowieso schon komplett überfremdet. In den großen Städten hört man auf der Straße oder in der U-Bahn kaum noch deutsche Wörte (und nein das sind nicht alles Touristen!). In wenigen Jahrzehnten wird hier nur noch mangelhaft DEUTSCH gesprochen, es wird sich auf den Sprachgrundschaft beschränken. Traurig aber wahr.

  • Michael S

    21.04.11 (10:29:07)

    »Starten« ist aber ebenso wenig deutsch wie »launchen« Stierexkremente! "starten" ist sehr wohl deutsch.

  • mike

    21.04.11 (10:30:36)

    Sprachgrundschatz meine ich natürlich ;)

  • Johanna

    21.04.11 (10:37:44)

    Eine Einheitssprache.... endlich! Der Wechsel zur Einheitssprache wäre logisch, rationell, effizient, vereinfachend, zeitsparend .... Aber so ein Schritt entspricht nicht der Natur des Menschen. Vielleicht wird sich das in x Generationen noch ändern (was ich bezweifle), aber heute braucht der Mensch "seine" Gruppen, denen er sich zugehörig fühlt, mit denen er sich identifiziert, im Kopf und im Bauch, nicht immer freiwillig und absichtlich. Nur schon die Zugehörigkeit zu einer Gruppen macht den einzelnen Menschen stärker, manchmal wirklich, oft auch nur vermeintlich. Mitglieder derselben Gruppe (Herde) erhalten (erhoffen sich...) von ihren Gruppen-Kollegen mehr Aufmerksamkeit als Mitglieder anderer Gruppen, mehr Vertrauen, mehr Hilfe, mehr Schutz. Der Mensch grenzt sich durch die Gruppenzugehörigkeit auch von Menschen anderer Gruppen ab, unterscheidet sich - wie ein Vogel, den die Evolution mit einem anders-bunten Gefieder versehen hat, mit derselben, instinktiven oder bewussten, Absicht, manchmal sogar mit dem erhofften Erfolg ... man erinnere sich nur an die Wirkung von Fremdsprachen im Film "Ein Fisch namens Wanda". Sprache ist zwar nur eine von vielen Gruppen, denen wir angehören, aber eine wichtige, grundlegende, durchs ganze Leben begleitende. Sprache ist nicht nur eine Technik, um zu kommunizieren. Sprache ist nicht nur Kopf, sondern auch Bauch und Herz. Wenn wir eine andere Sprache lernen, betreten wir gleichzeitig eine neue Welt, riechen eine andere Luft und müssen uns mit Neuem, Unbekanntem auseinander setzen. Der Mensch braucht solche Herausforderungen wie die Luft zum Leben, auch wenn sie noch so schwierig und anstrengend sind. Sonst enden wir wie ein Tiger in einem schlecht ausgerüsteten Zoo, von Langeweile geplagt, unnatürliche Verhaltensweisen aufweisend, unberechenbar und aggressiv geworden. Mein Schluss: Erstrebenswert ist nicht eine Einheitssprache sondern möglichst ungezwungen und spielerisch erworbene Mehrsprachigkeit. Technische Hilfsmittel, die auch im Praxistest überzeugen, sind dabei unentbehrlich - ausser man habe unendlich viel Zeit, um eine neue Sprache zu lernen.

  • Dr.-Schiwago-Mutter

    21.04.11 (10:38:55)

    Nicht böse sein, es gibt natürlich tatsächlich "müßige" Fragen, die die Phantasie anstoßen können. Aber die hier gestellte Frage ist ein schauderhaft hochtechnokratischer Denkansatz. Sprachen entstehen und entwickeln sich nicht per Verordnung, sondern durchs Sprechen und Schreiben. Sprache normieren heißt Denken normieren. Und das braucht kein Mensch, auch nicht unter dem Vorwand einer angeblich "besseren Verständigung".

  • kadekmedien

    21.04.11 (10:44:36)

    @ Michael S. »Starten« ist deutsch? Wo hast Du deutsch gelernt? http://duden-suche.de/suche/abstract.php?shortname=fx&artikel_id=155886&verweis=1

  • Tanja Handl

    21.04.11 (10:54:00)

    Es wurde doch einmal versucht eine einheitliche Sprache zu erfinden: Esparanto. Aber so richtig durchgesetzt hat sich das ja nie und es wundert mich nicht, denn ich glaube eine Sprache kann nicht künstlich erfunden werden. Deswegen bin ich auch nicht von einer einheitlichen Weltsprache überzeugt. Außerdem, wo wäre die Herausforderung wenn man plötzlich jeden versteht? Und ganz ehrlich - wollen wir das wirklich? ;-) Ein super Artikel der ganz offensichtlich viel Diskussion anregt!

  • Wolfgang Senges

    21.04.11 (11:06:11)

    Nettes Thema... da kann ich endlich nochmal mein Studium aufleben lassen (Computerlinguistik/Germ. Linguististik)! Wie Martin R. Krause oben meinte - es geht nach Notwendigkeit. Deshalb sind alle aufoktroyierten Modelle wie Reformen zum Scheitern verurteilt. Diese Notwendigkeit kann teilweise auf eine politische Dominanz einer Sprache zurückzuführen sein - sind heute Anglizismen an der Tagesordnung, dominierte in Teilen der deutschen Bevölkerung früher das Französische (Friedrich der Große etc.). Was niemand aber ausbügeln kann (oder sich anmaßen sollte), sind die verschiedenen Dialekte. Mehr als das... der Mensch ist ein Individuum und will/wird sich immer als solches artikulieren. Damit sind wir bei dem, was Jürgen meinte. Will sagen: Es mag eine auf dem Papier standardisierte Einheitssprache oder Amtssprache geben. Regional aber wird es unterschiedlich abgestufte Dialekte geben, die heutzutage als Nationalsprachen bezeichnet werden. Die Abstufung ist derart fließend, dass Du heute in Deutschland und anderswo in jeder geographischen Region und jeder Stadt ein leicht anderen Einschlag hast. Schon mal Köln, Aachen, Düren, Bonn, Düsseldorf und sogar die Kreisstädte verglichen? Individuell nutzt jeder seinen eigenen Idiolekt. Innerhalb unterschiedlicher Gruppen, deren Teil man ist, nutzt man ebenfalls angepasste Varianten. Wohnst Du in einer WG in Trier und Dein WG-Genosse telefoniert mit Freunden in Landau - dann verstehst Du kein Wort mehr. Zur Kommunikation sucht man eben die Schnittmenge, oder man definiert sich eine. Wer das nicht kann, verfehlt den Sinn der Kommunikation (o Mann, gleich sind wir beim Bühler'schen Dreieck...). So gesehen, es mag eine Sprache geben, die sich zur allgemeinen Verständigung heraus bildet. Aber eben nur genutzt wird, um die regionale/sprachliche Kluft zu überwinden. Der nächste Schritt in der Zukunft wird eine technische Lösung sein. Ist man erstmal dort angelangt, verfällt jeder innerhalb seines direkten Umfelds in "seine" Sprache. Für den Rest gibt's ja die technische Lösung. Das wäre kulturell betrachtet allerdings ein herber Verlust, da Sprache und Kultur eng verbunden sind. Ach ja, mit Kultur meine ich nicht "Museum", "schön", "virtuos", sondern die regionalen Eigenarten. Apropos, sonst noch jemand, der sich über einkaufstechnisch gleich geschaltete Fußgängerzonen/Passagen in jeder Stadt aufregt? So viel zur Kultur.

  • Martin Weigert

    21.04.11 (11:22:36)

    Schöne Beiträge! Es scheint ja einen gewissen Konsens darin zu geben, dass eine weltweite Zweitsprache als Zusatz zur jeweiligen Nationalsprache eine sinnvolle Entwicklung wäre. Englisch dürfte zumindest für die westliche Welt diesbezüglich am ehesten in Frage kommen. Ich denke auch, dass Menschen rund um den Globus in den nächsten Jahrzehnten deutlich mehr an einem Strang ziehen müssen als bisher (gerade aus ökologischen Gesichtspunkten). Und zumindest sehe ich die Möglichkeit, dass sich dies eher bewerkstelligen ließe, wenn es eine einheitliche Sprache gäbe, als wenn jeweils Quasi-Gatekeeper dafür verantwortlich sind, Erkenntnisse und Beschlüsse in einem Land in andere Sprachen zu exportieren (mal ungeachtet der technischen Möglichkeiten, die es dafür gibt). Sprich: Zumindest auf politischer Ebene zum Beispiele hielte ich eine auch offiziell in möglichst vielen Ländern eingeführte Einheitssprache (ergo: Englisch) für sehr befruchtend und Transparenz erhöhend.

  • sociosyphos

    21.04.11 (13:42:17)

    Schöner Artikel mit interessanten Ideen, aber glücklicherweise auch gute Kommentare darauf: Eine Einheitssprache ist ein hervorragendes Tool zur interkulturellen Zusammenarbeit. Aber genau diese entwickelt sich bereits schon, zumindest in dem Bereich der Völkerverständigung die wir als digitale Kommunikation bezeichnen: Englisch. Sprache ist aber weitaus mehr, als nur ein Codesystem welches einfach 1zu1 wie eine Skaleneinheit übersetzt werden kann. Darin verankert sind viele viele kulturelle Vergangenheiten, Traditionen, Einstellungen - Eben die Kultur. Kulturelle Vielfalt - Heterogenität - ist immer notwendig um in Gruppen Kreativität zu schaffen und Innovationen hervorzubringen. Daher sollte dies keinesfalls aufgegeben werden (was es sicher auch nicht wird), sondern ergänzt werden um die gemeinsame Kommunikationsmöglichkeit. Ob dies nun Sprache ist (Englisch), oder Zeichen, Bits, Bewegungen oder was auch immer, ist dabei von sekundärer Bedeutung. Und nicht zu letzt hat jede Sprache, die von vielen Menschen gesprochen wird, hunderte von regionalen Feinheiten die nicht mal innerhalb des gemeinsamen Sprachsystems adäquat übersetzt werden können. Daher: Pluralität geht meines Erachtens immer vor Uniformität, auch wenn es um Verständigung geht.

  • Belles Lettres

    21.04.11 (15:00:43)

    Lieber Martin, es ist nur natürlich, daß Du unsere momentane Lage für endgültig hältst. Wer von seinem Partner verlassen wird, kann schließlich auch mit Gewißheit voraussagen, daß er nie mehr glücklich sein wird. So konnte sich im fünften Jahrhundert wohl auch niemand vorstellen, daß in Zukunft jemand etwas anderes als Gotisch sprechen würde. Es ist dann doch anders gekommen. Ich empfehle Dir Robert Dixons "Rise and fall of languages", wo die unüberwindlichen Mechanismen von Sprachkontakt, Kreolisierung und Sprachzerfall leicht verständlich dargestellt werden. Als Sprachgeschichtler weiß ich von vielen Gründen, die eine Weltverständigungssprache unmöglich machen. Auch wenn es Dir gelänge, allen Menschen Englisch (welches Englisch?) beizubringen, würde die Einheit umgehend wieder zerfallen und sich Dialekte bilden, die rasch untereinander unverständlich würden. Man kann sich ja heutzutage nicht mal mit dem Funktionsframework CSS weltweit über Browserdarstellungsfunktionen verständigen. Was die nähere Zukunft angeht: Das Gotische verschwand als lingua franca mit dem Zerfall des gotischen Reichs, wie auch das Lateinische mit dem Ende des kirchlichen Europas verschwand. Die englische Sprache ist an die globale Informationstechnik und den USA als ihr Zentrum gebunden. Die sieht momentan unsterblich aus. Sobald die USA aus diesem Zentrum geraten, wird das Englische ebenfalls ins Abseits gedrängt. Es spielt nämlich für die Ausbreitung und Verwendung einer Sprache keine Rolle, wie leicht sie scheinbar zu lernen ist. Komplexe Sprachen werden nämlich leicht gemacht, sobald sie zur lingua franca werden. Beispiele: Gotisch, Lateinisch, Englisch.

  • Martin Weigert

    21.04.11 (15:33:17)

    es ist nur natürlich, daß Du unsere momentane Lage für endgültig hältst. Ähm... du hast den Artikel gelesen? Oder beziehst du das darauf, dass ich English als potenzielle Einheitssprache benannt habe? Darauf würde ich mich auch nicht komplett festlegen wollen. Aber aus heutiger Sicht wäre es sinnvoll, sicht erst einmal aufs Englische zu fokussieren.

  • Dani Schenker

    21.04.11 (15:45:14)

    Ihr seht das doch alle viel zu eng. Wenn man sich die Kommentare so durchliest, könnte man meinen Martin hätte gerade entschieden, dass Englisch jetzt die Sprache der Zukunft wäre :D Auch wenn er hier auch seine Meinung mit eingepackt hat, kann ich euch vergewissern, dass nichts passiert ist ;-) hehe... Und es wird auch nichts passieren. Zumindest nicht sofort. Aber ich denke es wird passieren. Jedes Jahr verschwinden hunderte (oder sogar tausende) Sprachen. Klar, diese werden von weniger Menschen gesprochen. Aber es passiert. Im Libanon versucht die Regierung den Jugendlichen das Englisch sprechen zu verbieten, da diese kein Arabisch mehr können. Und meine Freunde verbringen die Wochenenden im englischen Pub um Englisch zu üben. Ich denke ja. Ja, es wäre besser wenn es weniger Sprachen geben würde. Und ich denke sogar, dass es irgendwann sehr viel weniger Sprachen geben wird. Das kann sich aber um einige hundert Jahre handeln (falls es die Welt so lange macht)... :)

  • Martin Weigert

    21.04.11 (15:47:42)

    Niemand spricht von einer Verordnung.

  • Dani Schenker

    21.04.11 (15:52:52)

    "So konnte sich im fünften Jahrhundert wohl auch niemand vorstellen, daß in Zukunft jemand etwas anderes als Gotisch sprechen würde." Naja. Ich bezweifle ja, dass Gotisch so stark verbreitet war wie Englisch heute... Oder liege ich da falsch?

  • Martin Weigert

    21.04.11 (15:58:35)

    Zumal man sich nicht einfach mal auf Gotisch mit einem Menschen in Echtzeit unterhalten konnte, der auf der anderen Seite der Welt lebte. Genau deshalb lässt sich das Vergangene (wie so oft dieser Tage) nicht mit dem Heutigen und erst recht nicht mit dem Zukünftigen vergleichen.

  • Experimentiert

    21.04.11 (17:06:41)

    Es wird auf jedenfall eines Tages (egal wielange dies dauern mag) eine Einheitssprache geben, die Tendenz zeigt dies klar, früher gab es auch mal tausende Sprachen, etc... Wir werden dieses Ziel entweder über ein von den Menschen gewünschtes, also interpretiertes Ziel erreichen oder aber über den technologischen Fortschritt, der eines Tages SymultanÜbersetzer im rechten unteren Ohr eingepflanzt werden wird, wodurch es dann jedem möglich ist in seiner Sprache zu sprechen udn der gegenüber versteht dies in perfekter Form in der anderen Sprache und umgekehrt. Kommen wird es so sicher wie das Amen im Gebet, wer es nicht glauben kann oder will - ist eben seine Angelegenheit.

  • Donaufalterzeitung

    21.04.11 (19:06:19)

    Auch das Erzählen und das Zuhören ändert sich und wir ändern uns in diesen Zeiten rund um die Sprache, die ihren Wert verliert im Sms- und Multimediazeitalter.

  • Murat

    21.04.11 (21:54:53)

    So war das vom Autor doch gar nicht gemeint. Durch die weltweite Vernetzung über das Internet ist sicher eine Konvergenz zu beobachten. Bsp.: wenn ich bei facebook ein internationales Netzwerk durch diverse Auslandsaufenthalte gespannt habe und dort versch. Inhalte einstelle, möchte ich ja auch dass alle meine Freunde teilnehmen können, seien es jetzt Deutsche, Spanier, Amerikaner, Italiener, Chinese, Taiwanesen etc. und dann benutze ich eben Englisch -> weil das so gut wie alle sprechen. Das macht doch letztlich den Kommunikationsprozess viel effizienter

  • Murat

    21.04.11 (21:58:13)

    Esperanto war ein Top Down Ansatz - klar, das hat nicht funktioniert. Ich denke Martin meint es andersherum, bottum up. Durch die Kommunikation über das Internet wird das für die westliche Welt auf Englisch/Spanisch rauslaufen, aber einfach weil das ein Prozess ist der von der breiten Masse durchgeführt wird und nicht durch eine Institution vorgegeben. Stichwort Konvergenz!

  • Murat

    21.04.11 (22:01:46)

    "es ist nur natürlich, daß Du unsere momentane Lage für endgültig hältst. Wer von seinem Partner verlassen wird, kann schließlich auch mit Gewißheit voraussagen, daß er nie mehr glücklich sein wird. [...] Als Sprachgeschichtler weiß ich von vielen Gründen, die eine Weltverständigungssprache unmöglich machen." Ähh..merkst du selbst oder? Würde mal meine eigenen Limiting Beliefs überdenken ;)

  • Dani Schenker

    21.04.11 (22:07:42)

    Ach was?! Warum soll die Sprache durch SMS und so weniger wert sein??? Wenn dann ist sie wertvoller, da sie offensichtlich effektiver ist! ;-)

  • Dani Schenker

    21.04.11 (22:38:56)

    "So geht eine Kulturform verloren." Wenn ich so was lese... An wem liegt es denn bitte zu entscheiden, wann wir welche Kultur genau behalten müssen? Wer sagt denn, dass alles am besten ist, so wie es jetzt ist? Kultur ändert sich doch ununterbrochen, das konnte noch nie irgendjemand stoppen. Und das ist meiner Meinung auch gut so. Es geht doch einfach nur jeder Generation darum, "seine Kultur" zu behalten.

  • DJ Nameless

    22.04.11 (00:42:46)

    Also... ich finde schon, dass diese (auch regionale) Sprachenvielfalt unserer Kultur gut tut. Es wäre für mich völlig unpassend, wenn in Holland, Italien oder Portugal alle Chinesisch reden würden. Auch bei der Musik ist Sprachenvielfalt wichtig: Was wäre etwa Salsa ohne die spanische Sprache? Ich halte es für mich so: Deutsch ist meine Muttersprache, und es wird auch weiterhin "meine" Sprache bleiben. In Englisch bin ich durch die Schule und heute durch Medien, Computer und Internet auch recht fit, und damit bin ich bislang überall im Ausland/Urlaub durchgekommen. Und ich war schon in vielen europäischen Ländern sowie in den USA. In der Schule hatte ich auch mal ein paar Jahre Französisch, habe das aber nicht weiterverfolgt, weil ich nicht oft in Frankreich bin, und man anderswo die Sprache nicht braucht. Und in Frankreich bin ich auch mit Englisch immer klargekommen. Also: Ich bleibe beim Deutschen, Englisch als Fremdsprache, und fertig.

  • Martin Weigert

    22.04.11 (08:52:14)

    Genau so meinte ich es. Stichwort "Konvergenz" ist ein guter Hinweis.

  • Zippo

    22.04.11 (09:52:49)

    Wie ich bereits sagte: Du kannst es Dir nicht vorstellen.

  • Bastian Brinkmann

    22.04.11 (11:56:32)

    Für die Süddeutsche Zeitung habe ich gestern darüber geschrieben, dass Banken mit den diversen Transkriptionen von arabischen Namen hadern, wenn sie Sanktionen beispielsweise gegen Gaddafi durchsetzen müssen. Denn der heißt auch Qadhafi. Und Elkaddafi. Und so weiter. Für die Recherche habe ich auch mit einer Firma gesprochen, die die Banken mit den verschiedenen Schreibweisen per Datenbank versorgt. Die Firma sagt, dass sich das Wirrwarr nie legen wird. Klar, ist auch deren Geschäftsmodell. Aber wenn man schaut, dass schon die EU in verschiedenen Dokumenten verschiedene Schreibweisen von Gaddafi benutzt... Eine einheitliche Schreibweise von Namen würde hier jedenfalls vieles einfacher machen.

  • Wolfgang Senges

    22.04.11 (12:20:33)

    @Bastian Brinkmann: Interessant, hab ich nie bedacht. Aber das klingt dann eher wie die Diskussion um die eineindeutige Referenzierung aller weltweit verfügbaren Objekte. Somit eine Frage der Bezeichner.

  • Dani Schenker

    22.04.11 (20:54:24)

    Gibt es da nicht auch ein Startup aus der Schweiz oder Deutschland die das gleiche anbieten? (Martin weiss das sicher, hehe) ;-)

  • Martin Weigert

    23.04.11 (11:04:47)

    Da fällt mir leider auf Anhieb keins ein

  • Dani Schenker

    23.04.11 (11:51:22)

    Gefunden. Startwerk hat darüber berichtet: Linguistic Search Solutions http://startwerk.ch/2010/11/02/linguistic-search-solutions-sprache-statt-mathematik/

  • Martin Weigert

    23.04.11 (19:01:32)

    Cool :)

  • Bastian Brinkmann

    23.04.11 (19:15:45)

    Linguistic Search Solutions, das ist ein Treffer. Denn die arbeiten offenbar für World Check, das Unternehmen, mit dem ich gesprochen hatte. Sehr interessant. Danke fürs Finden!

  • Dani Schenker

    23.04.11 (21:26:35)

    Kein Problem ;-)

  • Roland

    25.04.11 (17:27:57)

    Hier wird so viel über Kultur diskutiert, doch mal abgesehen davon: Welche Sprache hat denn das Potential zur Weltsprache? Ich würde jetzt mal direkt auf Englisch verweisen - und zwar nicht nur, weil wir es in der Schule lernen und es generel als Weltsprache bezeichnet wird. Englisch hat auch dieses Potential, weil es gerade in der Tech-Welt den Ton angibt. Ganz egal ob in der klassischen IT oder im Social Media umfeld: Englische Begriffe prägen das Bild. So gesehen würde ich sagen: Ja, langsam aber sicher vereinheitlicht die Sprache. Aber dann kommen die kulturellen Einflüsse, die hier schon angesprochen wurden. Sie müssen enorm gewichtet werden und verhindern vermutlich eine zu intensive Annäherung der Sprachen.

  • Phil

    25.04.11 (20:29:23)

    Was für ein Zufall! Ich habe in den letzten Wochen auch oft darüber nachgedacht, ob eine einheitliche Sprache nicht die "Welt verbessern" würde. Ich habe mich dann zuerst über Esperanto informiert, weil eine Umstellung auf Englisch zwar der einfachste und naheliegendste Weg ist, aber meiner Meinung nach nicht der beste (bezüglich den Nachteilen gegenüber einer Plansprache). Bei den Recherchen über Esperanto bin ich auf Ido gestoßen, ebenso eine Plansprache und auf erstere aufbauend, jedoch wurden dort einige Dinge verbessert. Ido finde ich höchst interessant und überlege mir, diese Sprache zu lernen und auch andere dazu zu motivieren. Ebenso zufällig ist in meinem Studium in einer Vorlesung das Thema "Automaten und formale Sprachen" aktuell, in der es um die erkennung von Sprachen durch Automaten geht. Ich kann hierzu noch nichts qualifiziertes sagen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass eine Plansprache wie Esperanto oder Ido mit stark vereinfachter Grammatik die Interaktion / Kommunikation mit Computern und anderen elektronischen Geräten stark vereinfachen könnte! Immer wieder habe ich in "Voraussagen" für die Zukunft von Experten (hochrangige Mitarbeiter von IT-Firmen oder Mitgliedern der World Future Society) gelesen, dass sich unsere Interaktion mit Maschinen verändern wird, vermutlich in Richtung der sprachlichen Interaktion und diese stark verbessert wird gegenüber heute. Durch diese Gegebenheit kann ich mir vorstellen, dass Plansprachen höhere Chancen haben sich zu verbreiten, als derzeit angenommen wird.

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