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11.09.08Leser-Kommentare

TechCrunch50: GoodGuide hilft, gesunde & nachhaltige Produkte zu finden

Die Produktdatenbank GoodGuide stellt Informationen zu über 60.000 Artikeln zur Verfügung. Für Konsumenten wird es einfacher, gesunde, grüne und sozial verträgliche Produkte zu finden und alle anderen zu vermeiden.

Mein persönliches Highlight der TechCrunch50 ist die Produktdatenbank GoodGuide. Viele der 52 bei der dreitägigen Konferenz vorgestellten Startups haben eine gute Idee oder verbessern existierende Services inkrementell, aber GoodGuide ist die einzige Anwendung bei der man sich denkt: Warum gibt es das noch nicht?

GoodGuide sammelt derzeit Informationen zu den gängigsten Pflege- und Reinigungsprodukten. Eine Ausweitung auf etwa Mode oder Elektronikartikel ist geplant. Derzeit sind Daten zu über 60.000 Artikeln integriert und bezüglich der Nachhaltigkeit bewertet. Datenquellen sind dabei öffentlich zugängliche Datenbanken und Informationen, werden aber auch durch Allianzen mit in dem Bereich aktiven Organisationen und Universitäten gewonnen. Die Gründer haben ihre Wurzeln in der UC Berkeley und waren jahrelang in der Produktforschung tätig.

Konsumenten können sich nach einer einfachen Suche auf der Website ein ganzheitliches Bild über ein Produkt verschaffen. Neben den die eigene Gesundheit direkt betreffenden Fragen (gibt es bekannte Risiken, enthält es unter Umständen krebserregende Chemikalien) kann man sich auch ein Bild über die Umweltverträglichkeit beziehungsweise über soziale Aspekte wie Arbeitsbedingungen verschaffen.

Jedes Produkt wird dabei mit einer Gesamtpunktezahl bewertet, die sich wiederum aus der Bewertung für die drei Hauptbereiche Gesundheit, Umwelt und Sozial zusammensetzt. Wer will, kann beliebig tief in die zugrundeliegenden Daten hineinzoomen. Produkte können zwar von Usern kommentiert werden, diese Kommentare fliessen aber nicht in die Bewertung ein.

User, die zwar an der eigenen Gesundheit, aber nicht an der sozialen Verträglichkeit interessiert sind, können diesen Bereich auch ausklammern.

Wenn das aktuelle Deodorant oder Baby-Schampoo als problematisch erkannt wird, kann man in der jeweiligen Kategorie stöbern und empfehlenswertere Artikel finden. GoodGuide ist zwar for benefit aber auch for profit – viele der Artikel kann man dann auch gleich bei Amazon kaufen. Der Fokus liegt aber eindeutig auf Information und auf darauf basierende kollaborative Aktion. Sämtliche Funde können einfach mit Bekannten und Verwandten ausgetauscht werden, aber auch ihren Weg in soziale News-Aggregatoren machen. Mit den Unternehmen kann auch direkt Kontakt aufgenommen werden.

Fazit

GoodGuide wird sich disruptiv auf den Markt von Produkten auswirken, weil es Konsumenten erstmalig die Möglichkeit gibt, sich über die gesundheitlichen, umweltbezogenen und gesellschaftlichen Aspekte von Gütern einfach und umfassend zu informieren. Bessere Informationen bewirken informiertere Kaufentscheidungen. Der Druck auf Hersteller, nachhaltige Produkte zu erzeugen, wird zunehmen.

Kommentare

  • Micha

    12.09.08 (09:00:33)

    GoodGuide ist eine interessante Sache. Das UI finde ich ein bisschen überladen, die Logik die hinter der Bewertung steckt scheint aber ausserordentlich ausgetüftelt zu sein. Wen wunderts nach 10 Jahren Forschung. Vielleicht lohnt sich im deutschsprachigen Raum ja ein Blick auf http://www.codecheck.info/ Ähnliches Ziel, nur werden die Daten nach dem Wiki-Prinzip gesammelt.

  • Oliver Springer

    12.09.08 (15:58:17)

    Ja, in puncto Übersichtlichkeit setzt die Website keine Maßstäbe. Gerade wenn man sehr viele Daten hat und dem Nutzer viele Informationen geben möchte, ist die Nutzerfreundlichkeit - oder nennen wir es Übersichtlichkeit - besonders wichtig. Da die Produkte schon so viele Farben haben, wäre es sinnvoll gewesen, sich bei der Farbgestaltung der Seiten stärker zurückzuhalten. Die Idee der Website ist aber gut, weil es tatsächlich einen Nutzen für die User gibt. Auch der Name ist gut gewählt.

  • Benjamin

    18.04.12 (10:23:39)

    Good Guide ist ein spannendes Projekt, bisher allerdings nur auf den US-Markt beschränkt, insbesondere was die Produktauswahl betrifft. Es gibt aber auch in Deutschland die Möglichkeit ökologische oder faire Produkte online zu finden. Bei der Suchmaschine WeGreen wird ein methodisch anderer Ansatz verfolgt als bei GoodGuide, mit Hilfe der Nachhaltigkeitsampel soll man sich beim Einkaufen aber ebenfalls besser orientieren können.

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