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11.09.08

TechCrunch50-Gewinner: Yammer ist Twitter für Unternehmen

Yammer, der Gewinner der diesjährigen TechCrunch50, nimmt das Beste von Twitter und denkt es für den Kontext Unternehmenskommunikation weiter.

Wenn auf Twitter die Frage ‘Was tust Du gerade?’ beantwortet werden will, stellt Yammer die Frage ‘Woran arbeitest Du gerade?’

Wer Twitter kennt, wird von Yammer nicht überrascht. Das von den Geni-Gründern ursprünglich für den eigenen Bedarf entwickelte System bietet mehr oder weniger äquivalente Funktionalität, optimiert diese aber für die Kommunikation in Unternehmen oder Teams.

Firmen können kostenlos ein eigenes Firmennetzwerk starten, die Berechtigung zur Teilnahme ergibt sich dabei aus den Email-Adressen. Nur wer eine akive Adresse für eine jeweilige Domain hat, kann einem jeweiligen Netzwerk beitreten.

Gegenüber Twitter bietet Yammer einige echte Vorteile:

  • Hashtags sind nativ eingebaut. Hashtags haben sich bei Twitter ursprünglich auf informelle Weise etabliert. Indem man einen Tweet mit Begriffen annotiert, die mit einer Raute beginnen (etwa #bc-ch), konnten auf Twitter basierende Anwendungen Threads zu Themen extrahieren und andere nützliche Dinge tun. Yammer kennt Hashtags out-of-the box und generiert dafür auch Hashtagclouds. Besonders nett: Diese Tagclouds werden für die letzten 24 Stunden, die letzte Woche, den letzten Monat und für den gesamten Benutzungszeitraum generiert. Man bekommt also einen sehr schönen Überblick über die jeweils besonders aktiven Bereiche und Themen. Einzelnen Tags kann man wie Mitglieder followen. Mit etwas Konsistenz in der Verwendung lassen sich dadurch ohne grossen Aufwand Projekte, Themen, oder Aufgaben strukturieren.
  • Threaded Discussions. Alle Antworten auf Einträge erscheinen zwar im Gesamtstrom, sind aber auch nichtchronologisch untereinander gruppiert. Damit haben sie wohl eins der am meisten nachgefragten fehlenden Features von Twitter. Doch gerade für die Nachvollziehbarkeit von projektbezogenen Diskussionen ist das natürlich essentiell.
  • Bessere Suche. Das Suchproblem hat Twitter zwar durch den Kauf von Summize teilweise gelöst, aber Yammer hat die Suche für die eigene Domaine optimiert. Gesucht werden kann in den Mitgliedern, nach Tags oder im Content.
  • Links werden automatisch extrahiert. Alle von den Mitgliedern geposteten Links sind in einem eigenen Bereich aufgelistet.

Zusätzlich gibt es noch einige im Unternehmenskontext relevante Features wie ein Organigramm oder detaillierte Kontaktdaten.

yammer screenshot

Mit dem Yammer-Netzwerk kann auf alle erwartbaren Arten kommuniziert werden. Neben der Website unterstützt es Instant Messaging, Email, SMS (derzeit nur in den US), Blackberry, das iPhone und via Air auch den Desktop.

Und: Yammer scheint eines gelungen zu sein, woran Twitter bis dato scheiterte: ein solides Monetarisierungsmodell. Alle Grundfeatures von Yammer sind kostenlos benutzbar. Will man aber administrative Rechte für das Firmennetzwerk kostet das einen Dollar pro Mitglied und Monat.

Nur dann kann man Mitglieder aus dem Netzwerk entfernen, beliebige Nachrichten löschen, das Netzwerk mit dem eigenen Corporate Design branden oder erweiterte Sicherheitseinstellungen erzwingen. Anders als etwa bei Socialcast dürfte das ein Preispunkt sein, der noch aus der Kaffeekasse bezahlt werden kann.

Fazit:

Yammer ist kein unverdienter Gewinner der TechCrunch50. Auch wenn sie mit Twitter eine geeignete Inspirationsquelle vorfanden, es ist ihnen gelungen das Thema für den Kontext Enterprise neu zu interpretieren und in ein stimmiges Produkt zu verpacken. Für Unternehmen bieten sich dadurch gänzlich neue Möglichkeiten der Kommunikation.

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