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13.02.08Leser-Kommentare

"Tausendreporter": Das musst Du nicht lesen!

Wo bleiben nur die Nutzer? Stern.de hat eine eigene News-Community. Lust aufs Mitmachen hat aber kaum jemand – und ein Großteil der "Top News" ist schlicht Spam.

Tausendrepoter

"Der gefaltete WC-Rollenhalter von FrischForm", das ist eine der "Top News" des Tage auf "Tausendreporter". Auf der Seite stellen die Nutzer ihre eigenen Nachrichten ein, wenn genügend andere Nutzer den Beitrag gut finden und für ihn abstimmen, landet er auf der Startseite. Bei "Tausendreporter" genügen dafür seit Wochen vier oder fünf Stimmen.

Tausendrepoter

Die Idee ist eigentlich genial: Man lässt die Nutzer einfach selber das Netz nach Kuriositäten und Neuigkeiten durchforsten, lässt sie selber diese News auf eine Seite eintragen und lässt sie auch noch selber bestimmen, welche dieser Meldungen besonders "gut" ist und auf die Startseite gehört.

Aber damit die Kontrolle funktioniert und billige Werbung nicht einfach als Empfehlung auf der ersten Seite auftaucht, braucht "Tausendreporter" dringend mehr Nutzer. Denn statt bunten und im schlimmsten Fall noch irgendwie lustigen Nachrichten, wie sie bei Digg oder ähnlichen Plattformen präsentiert werden, lesen sich Beiträge auf "Tausendreporter" all zu oft so:

 

Der gefaltete WC-Rollenhalter ist ein schickes ORI-GAMI Badaccessoire, geeignet für als Geschenk zum Einzug oder einfach zum selber behalten!

 

Eingeschickt wurde diese Nachricht von User "allesprima" – und der ist seit zwei Tagen dabei und hat seitdem fünf Nachrichten geschrieben. Fünf Links auf dieselbe Seite eines Online-Händlers.

Dabei heißt es im Verhaltenskodex doch eigentlich:

 

Folgendes Verhalten ist deshalb bei Tausendreporter nicht erwünscht und kann durch die Administration geahndet werden: ... Die Ausnutzung der Community für Werbezwecke jeglicher Art ... Das Einreichen von Nachrichten oder Kommentaren, die den Bestand des Spams erfüllen ...

 

Die Administratoren können also eingreifen. Bemerkt habe ich das in den letzten Wochen, in denen ich die Seite angesehen habe, nicht. Möglich, dass Schlimmeres verhindert wurde. Auch möglich, dass man die paar User machen lässt, bevor eine komplett vom Spam befreite, dann recht kahle Seite, noch weniger zum Mitmachen einlädt.

Aber solange die wenigen aktiven Community-Mitglieder weiterhin ihre Werbebotschaften gegenseitig zu "Top News" hochjazzen, sollte der Stern seiner News-Community wenigsten den Claim "Das musst Du lesen!" streichen und so ein wenig Würde wahren.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • Klaus Jarchow

    13.02.08 (17:40:09)

    Wenn es den verlagseigenen Hinterhof nicht mehr gäbe, wo sollte der Jörges dann erfahren, wie schlimm es im Internet zugeht?

  • ben_

    13.02.08 (18:17:55)

    Ein weiterer überflüssiger Beweis, dass sich man nur den Misserfolg von Communities planen kann, aber nicht den Erfolg.

  • Frank

    14.02.08 (00:10:20)

    Witzig. Geschieht den Konsorten um diesen Jörges ganz recht...

  • Rainer

    11.08.09 (18:49:31)

    Anscheinend gibt es "Tausendreporter" nicht mehr. Da erscheint nur noch die "Stern"-Hauptseite wenn man den Link aufruft. ???

  • haha

    13.08.09 (15:40:42)

    Jetzt wurde im Zuge des Relaunch von Stern.de diese komische Community auch noch sang und klanglos eingestellt, ohne dass man dazu irgend ne Info bekäme. Das is echt arm! Stern und Web 2.0 das passt irgendwie nicht. Die Verantwortlichen haben bewiesen, dass sie davon so viel verstehen, wie ich vom Synchronschwimmen, nämlich nicht das kleinste Bisschen.

  • Bernie

    25.11.09 (17:58:12)

    @haha: Was, bitteschoen, soll daran "Web 2.0" (gewesen) sein? Shortnews.de gibt es schon seit den 90ern und hat sogar mal zu stern.de gehoert. Da sich shortnews und stern wohl wieder getrennt haben, hat man wohl bei stern die "tausendreporter" nachgelegt, um die Communityluecke zu fuellen. bei tausendreporter kann man daher wohl nicht von "web 2.0" reden.

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