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05.06.08Kommentieren

Superdistribution: Social Music Network Last.fm will omnipräsent werden

lastfm"Last.fm in a Box": Das weltweit größte Social Music Network Last.fm verkündete heute, seine Songs in Kürze bei über einem Dutzend namhafter, globaler Social-Web-Anbieter verfügbar zu machen.

"Superdistribution" ist eines der magischen Wörter, welches die Entwicklung des Social Web im Jahr 2008 charakterisiert. Medienanbieter und Webservices versuchen im Gegensatz zu früher, als Inhalte auf Biegen und Brechen innerhalb des eigenen Angebotes "gefangen gehalten" wurden, ihren Content überall im Netz zu verbreiten. Dies geschieht zum einen durch die User, die Bilder, Videos und Musik über Blogs, Microblogs und Social Networks verteilen. Zum anderen sollen Partnerschaften mit Internetanbietern dafür sorgen, dass die Distribution der meist von Werbung flankierten Inhalte im Web beschleunigt wird.

Eines der Medienunternehmen, das der Superdistribution schon seit einiger Zeit einen sehr hohen Stellenwert einräumt, ist die CBS Corporation aus New York. Nachdem sich die Amerikaner bisher besonders auf die Verbreitung ihres visuellen Contents fokussiert haben, ist nun die Musik an der Reihe. Last.fm, das seit dem vergangenen Jahr zu CBS gehörende, weltweit größte Social Music Network, kündigte heute mit «Last.fm In A Box« eine Reihe von Schnittstellen an, über die Partner Last.fm-Applikationen maßgeschneidert in ihre Angebote integrieren können.

Das in Deutschland über Kooperationen unter anderem mit Spiegel Online und Bild.de ("Bildradio") bereits umgesetzte Konzept, den Last.fm-Player auch außerhalb des Music Networks verfügbar zu machen, wird mit der neuen Initiative auf zahlreiche globale Partnerseiten ausgeweitet. Mit im Boot sind unter anderem Bebo, Frengo, Gigya, iGoogle, Meebo, Netvibes, Ning, Pageflakes, Photobucket, Piczo, Sixapart, Stardoll und Wordpress. In Kürze erhalten sämtliche Nutzer dieser Anbieter die Möglichkeit, über ihre Profile kostenlos auf die Last.fm Streaming Services zuzugreifen. Wie komplex die Integration der Last.fm-Applikation sein und ob auch das (unbegrenzte) On-Demand-Anhören von einzelnen Titeln unterstützt wird, ist derzeit noch unklar.

"Last.fm in a Box" soll nicht nur die Präsenz des von vier jungen Internetfreunden aus Deutschland und Österreich gegründetenen und heute in London ansässigen Musik-Netzwerkes im Web verstärken, sondern es Bands und Sponsoren auch erlauben, zusätzliche Reichweite für Werbemaßnahmen aufzubauen. Martin Stiksel, einer der Gründer von Last.fm, rechnet mit "möglicherweise Hunderten von Millionen neuen Nutzern". Last.fm ist vertragliche Vereinbarungen mit den vier großen Plattenfirmen (EMI, Warner Music, Sony BMG, Universal) sowie zahlreichen unabhängigen Künstlern und Labels eingegangen und verfügt daher über die Rechte zum kostenlosen Streaming von Millionen von Songs.

Angesichts der bereits existierenden Last.fm-Kooperationen in Deutschland und CBS' eindeutigem Bekenntnis zur Superdistribution ist die heutige Ankündigung von Last.fm eigentlich keine große Überraschung. CBS setzt seine Lehrstunde für die zahlreichen noch in konservativen Bahnen agierenden Medienanbietern darin, wie man das Social Web ausnutzt, um seine Reichweite zu erhöhen und seine Marken bekannt zu machen, konsequent fort. Bleibt zu hoffen, dass sich dies am Ende auch auszahlt.

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