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18.09.14Leser-Kommentar

Sunbeat: Schweizer Startup entwickelt UV-Strahlenmesser im Mini-Format

Ein Startup aus dem Kanton Zürich entwickelt einen smarten UV-Strahlenmesser, der an Kleidung angesteckt oder von Partnern in existierende Produkte integriert werden kann. Per App lässt sich so das Sonnenbrand- und Hautkrebsrisiko verringern.

SunbeatWearable-Trend hin oder her - die meisten am Körper tragbaren Smart Devices lassen mich kalt. Im Gegensatz zu leidenschaftlichen Gadget-Anhängern, für die das Ausprobieren neuer Hardware ein kurzweiliges Hobby darstellt, fehlt mir das Interesse an Spielereien mit digitalen Gerätschaften als Selbstzweck. Entscheidendes Kriterium ist deshalb, inwieweit ein Wearable mich davon überzeugen kann, meine subjektive und tatsächliche Lebensqualität so signifikant zu erhöhen, dass sich die Anschaffung und der zusätzliche Aufwand (Akku, Pflege, ein weiteres Gerät auf das man aufpassen muss etc.) lohnt. Bislang ist das extrem selten der Fall - auch nicht bei der Apple Watch (wobei sich das ändern kann, wenn ich sie vor mir sehe).

Doch ein Schweizer Startup hat es geschafft, mich beim erstmaligen "Kontakt" mit dessen Wearable-Entwicklung sofort äußerst neugierig zu machen: Sunbeat heißt das Produkt, ein tragbarer UV-Strahlungsmesser.

Sunbeat

Der wasserdichte Sensor im Format einer Münze kann per Clip an beliebigen Oberflächen oder Kleidungsstücke befestigt werden und besitzt eine Solarzelle, die bei Sonneneinstrahlung aktiviert wird. Dann misst Sunbeat alle paar Sekunden den UV-Index und überträgt die Daten per Bluetooth auf eine Smartphone-App. Diese liefert Informationen über die aktuelle Stärke der Sonneneinstrahlung und hilft den Trägern, zu beurteilen, wie lange sie sich ohne Sonnenschutz im Freien aufhalten sollten.

Hinter Sunbeat steckt das Startup Bitsplitters, ein Spin-Off der ETH Zürich. Noch befindet sich Sunbeat in der Entwicklungsphase, geplant ist das Debüt im vierten Quartal 2014. Wie die zwei Macher Samuel Welten und Thomas Fahrni jüngst im Gespräch mit unserem Schwesterblog startwerk.ch erklärten, ist ihr Ziel neben dem Direktverkauf an Endkunden die Integration in existierende Produkte, die üblicherweise in Situationen mit Sonneneinstrahlung genutzt werden. Irgendwann sollen Sonnenbrillen mit eingebautem UV-Messer in den Handel kommen, so ihre Vision.

Die Intensität der UV-Strahlung falsch einzusetzen und mir einen (partiellen) Sonnenbrand einzuhandeln, gehört zu meinen immer wiederkehrenden Fehlern. Zu leicht werde ich nachlässig, und zu sehr verfalle ich dem Irrtum, einen bewölkten Himmel an einem heißen Tag mit einer geringen Gefährdung gleichzusetzen. Bis ich beim Blick in den Spiegel die Rötung in meinem Gesicht sehe. Eine App, die mir zuverlässig und dank Sensor standortbezogen Bescheid gibt, wenn ich achtsam sein und Sonnenschutz auftragen sollte, würde ich wahrscheinlich sofort dankbar nutzen und dafür auch einen entsprechenden Preis zu zahlen bereit sein. Nach Angaben der Gründer werden die Kosten für Endkunden etwa beim Preis eines Bluetooth-Headsets liegen.

Die Fertigung der Prototypen erfolgt momentan in der Schweiz, die Massenproduktion soll später in Osteuropa geschehen. Nach dem Gewinn des Startup-Wettbewerbs Venture Kick erhielt das Duo 130.000 Franken, gut 100.000 Euro Preisgeld. Für die Serienproduktion sind sie aktuell auf der Suche nach Investoren.

Es sind Ideen wie die von Sunbeat, die Wearables in den Mainstream tragen können. Speziell die Mini-Dimensionen eines UV-Sensors, die Integrierbarkeit in Kleidungsstücke (oder andere Wearables wie Smartwatches oder Fitnessbänder) sowie das recht überzeugende Argument, Sonnenbrand verhindern und das Hautkrebsrisiko senken zu können, sollten diese Art von Technologie im Falle einer funktionierenden Umsetzung eigentlich zu einem klaren Erfolgskandidaten machen. /mw

Kommentare

  • Robert Frunzke

    23.09.14 (01:42:22)

    Bin hier ganz auf Deiner Seite. DAS ist doch wirklich mal ein interessanter Sensor (falls er halbwegs exakte Zahlen liefern kann, statt nur ok vs. zuviel o.ä...).

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