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04.09.14Kommentieren

Sumtu: Wenn man Tinder, Bang with Friends und aka-aki kombiniert...

Das neue Startup Sumtu kombiniert bekannte Elemente von Tinder, Down ("Bang with Friends") und dem nicht mehr existierenden Location-Dienst aka-aki. Die App soll es Nutzern leicht machen, Personen in ihrer Umgebung näher kennenzulernen.

sumtuDen Ärger, eine sympathisch wirkende, nett aussehende Person in der Bahn, Uni oder im Café nicht angesprochen zu haben, kennt jeder. Manchen Menschen fällt das Ansprechen zwar leicht, oder sie schaffen es zumindest, sich gelegentlich zu überwinden. Andere kriegen aber schon bei der Vorstellung schweißige Hände. Und so entgehen vielen von uns Tag für Tag Chancen auf das Kennenlernen von Personen, die dem eigenen Leben vielleicht eine unerwartete Wendung hätten geben können.

Dass eine Smartphone-basierte Lösung hier Abhilfe schaffen könnte, liegt auf der Hand. Schon 2008 probierte sich das Berliner Startup aka-aki an einer App, die es Usern erlaubte, mit unterwegs begegneten Personen per mobiler Nachricht Kontakt aufzunehmen. Doch der Dienst war seiner Zeit voraus und schloss vor etwas mehr als zwei Jahren seine Pforten. Mittlerweile aber besitzt nahezu jeder Mensch im aktiven Flirt-Alter ein Smartphone, und allgemein ist die Hemmschwelle gesunken, Apps zum Kennenlernen einzusetzen. 

Gregor Amon und Andreas Karré glauben, dass die Zeit für neue Ansätzen reif ist, um Menschen die Frustration und den Ärger zu ersparen, der sie nach verpassten Gelegenheiten regelmäßig erfasst. Ihre gerade für das iPhone veröffentlichte App Sumtu richtet sich an alle, die Angst vor dem Ansprechen haben, trotzdem aber gerne ein Mittel hätten, um mit einer ihnen zusagenden Person in der direkten Umgebung Kontakt aufzunehmen.

Sumtu zeigt unter Einsatz des Bluetooth-Sensors andere Nutzer des Dienstes an, die sich in einem Umkreis von 30 Metern befinden. Möchte man jemanden kennenlernen, signalisiert man dies innerhalb der App. Die betreffende Person erfährt davon aber nur, sofern sie ihrerseits Interesse signalisiert. Zu diesem Zeitpunkt dürfte das Eis gebrochen und eine Interaktion in der “realen Welt” selbst für ganz Schüchterne kein Problem mehr sein.

Sumtu macht sich für seinen Service das Matching-Prinzip zu eigen, das sich schon für Tinder und zahlreiche andere Dating-Angebote als Erfolgsformel erwiesen hat. Doch weil der Mehrwert eines Dienstes wie Sumtu von der kritischen Masse abhängt, haben die Macher als zweite Komponente eine Matching-Funktion für das Smartphone-Adressbuch in ihren Service integriert. Geben Nutzer ihr Adressbuch für Sumtu frei, können sie anschließend Personen, die bei ihnen für Herzklopfen sorgen, markieren. Ist dieses Interesse füreinander beidseitig, haben sie ihren Match und müssen nicht länger ihre Intentionen verbergen.

Diese Komponente von Sumtu erinnert an das Konzept von Down (ehemals Bang With Friends), das Matching für Facebook-Kontakte ermöglicht.

Persönlich bin ich überzeugt davon, dass Services, die helfen, das Eis zu brechen, die Zukunft gehört. Ob Sumtu, das als Firma im US-Bundesstaat Delaware registriert ist, sich aber in Berlin “einordnet”, zu den Gewinnern in diesem Segment gehören wird, bleibt offen. Früher oder später dürften auch Tinder und andere Kennenlern-Apps die direkte Umgebung ihrer Nutzer einbeziehen. In Frankreich ging mit Happn jüngst eine Service an den Start, der nach dem gleichen Prinzip funktioniert wie Sumtu. Es dürfte nicht der einzige Konkurrent sein.

Finanziert wurde die Entwicklung von Sumtu bisher aus den Mitteln der Gründer (genau genommen aus Wertsteigerungen von Bitcoins). Über eine Indigogo-Kampage wollen sie sich aktuell frisches Kapital besorgen. Für ein Software-Startup wie Sumtu erscheint Crowdfunding (statt Crowdinvesting) allerdings nicht wie eine ideale Form der Geldbeschaffung. Das könnte erklären, warum bislang gerade mal 325 Dollar zusammengekommen sind (fairerweise sei erwähnt, dass Sumtu gerade erst mit seiner Pressearbeit beginnt und daher noch recht unbekannt ist).

Innerhalb der kommenden Wochen plant Sumtu auch die Veröffentlichung einer Android-Version.

Link: Sumtu

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