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25.06.10

Suchmaschinen: Facebook ärgert Google

Facebook integriert Websites in die Ergebnisse seiner Suchefunktion, die den Like-Button eingebaut haben. Ein Vorstoß auf Google-Territorium.

Facebook und Google gelten schon seit einiger Zeit als Konkurrenten. Dabei ging es bisher jedoch weniger um die tatsächlichen Aktivitäten der beiden Internetunternehmen sondern eher um die Aufmerksamkeit der Nutzer. So zog das soziale Netzwerk im März in den USA an Google vorbei, was den Anteil an allen Visits betraf. Weniger (anteilige) Aufmerksamkeit für Google könnte zu sinkenden Werbeeinnahmen führen, so die Befürchtung.

Doch zum eigentlichen Showdown zwischen den beiden Weltfirmen aus Kalifornien kommt es erst, wenn der eine mit voller Wucht in das Territorium des anderen vorstößt - wenn also Google eine echte Alternative zu Facebook präsentieren (Orkut ist dies nicht) oder Facebook seine Suchanstrengungen verstärken würde. Genau Letzteres passiert gerade! Facebook hat bestätigt, dass es derzeit sukzessive Websites, die den Facebook Like-Button einsetzen, in die Ergebnisse der hauseigenen Suchmaschine integriert. Beteiligte Sites erhalten dadurch die Möglichkeit, über die Facebook-Suche gefunden zu werden. Ein Beispiel gibt es hier.

Zu den jeweiligen Suchergebnissen zeigt das Netzwerk die Anzahl an Likes an. Das könnte sich langfristig nicht nur zu einem extrem aussagekräftigen Qualitätsmesser für Websites entwickeln, sondern auch neue Rahmenbedingungen für die Suchmaschinenoptimierung von Websites schaffen.

Auch Google experimentiert seit einiger Zeit mit "sozialen" Suchergebnissen, um von Freunden und Kontakten über verschiedene Social-Web-Kanäle empfohlene Sites in die Suche einfließen zu lassen. Allerdings kann sich der Such- und Werberiese hier noch so sehr anstrengen - es ist Facebook, das den Social Graph von fast 500 Millionen Nutzern weltweit am besten abbildet und somit gegenüber Google einen enormen Vorteil besitzt.

Bis Facebook tatsächlich als ernstzunehmende Google-Alternative wahrgenommen wird, dürfte noch einige Zeit vergehen. Dennoch kann man davon ausgehen, dass sich auf der Stirn von Google-CEO Eric Schmidt angesichts des Vorgehens von Facebook die ein oder andere Sorgenfalte abzeichnet. Schon allein deshalb, weil Google eben nicht einfach zum Gegenschlag ausholen und mit einem Fingerschnipp seine Social-Web-Präsenz stärken kann. Dafür müssen die User mitziehen. Doch die sind bei Facebook.

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