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13.05.08

StudiVZ kündigt Beitritt zu OpenSocial an

studiVZ-logoStudiVZ gibt den Beitritt zu OpenSocial bekannt. Der Launch der studiVZ Entwicklerplattform ist für Sommer 2008 geplant.

Wie Jochen Krisch auf exciting commerce auch anführt , ist dieser neueste Schritt des Social Networks eine weitere Kurskorrektur von vielen in der 'Strategie' von StudiVZ.

Zunächst hielt man gar nichts von Plattformen und Drittanbieter-Applikationen. Dann wollte man den Kuchen essen und ihn gleichzeitig aufheben, indem man zwar eine offene Programmierschnittstelle (API) anbietet, den Zugang zu dieser aber kontrolliert (ich hatte auf meinem privaten Blog die damalige Strategie von StudiVZ auseinandergenommen).

So hieße es im Januar bei StudiVZ noch:

Es kann durchaus sein, dass wir Applikationen, die wir mit einem externen Entwickler erarbeiten, für uns behalten wollen. Wenn wir eine tolle Idee haben, macht es Sinn, wenn diese Idee in einem anderen Netzwerk nicht funktioniert.

In der Pressemitteilung heißt es nun:

Das hohe Innovationspotenzial in der OpenSocial Entwicklerszene wird uns schon bald wichtige Impulse liefern, unser Netzwerk fortlaufend weiterzuentwickeln

Zunächst ist StudiVZ zu gratulieren, dass sie nun auch den Mehrwert von Plattformen und APIs erkannt zu haben scheinen. Besser spät als nie.

Allerdings klingt "wichtige Impulse liefern, unser Netzwerk fortlaufend weiterzuentwickeln" ein bisschen so, als wolle man Funktionen erfolgreicher Applikationen einfach nachbauen und in StudiVZ integrieren. Was strategisch äußerst dumm wäre: Auf einer Plattform, die kein Vertrauen erzeugt, wird auch nicht entwickelt. Folge: Außer allgemeinen OpenSocial-Applikationen würde wenig seinen Weg auf StudiVZ finden. Speziell an das Umfeld von StudiVZ angepasste Applikationen würden eher die Ausnahme bleiben, wenn der Entwicklungsaufwand immer mit dem Risiko des Abgekupfertwerdens verbunden ist.

Interessant auch die Möglichkeit, dass StudiVZ, wie hier angemerkt , mit der Anbindung an OpenSocial auch bei Google Friend Connect mitmachen könnte. Das dürfte aber schon wieder weit über den Köpfen der Strategieschildkröten von StudiVZ sein (wäre man zynisch, würde man in naher Zukunft ein Interview von StudiVZ-CEO Riecke erwarten, in dem er u.A. erklärt, warum man Friend Connect nicht braucht und auch nie teilnehmen wird; im Herbst dann die Ankündigung, dass eine eingeschränkte Teilnahme an Friend Connect mit ausgewählten Partnern geplant ist; und schließlich Mitte nächsten Jahres dann die strategische 180°-Wende).

Da jedes Social Network die Implementierung von OpenSocial nach Gutdünken vornehmen kann und auch eigene Einschränkungen oder zusätzliche Erweiterungen hinzufügen kann, bleibt abzuwarten, wie genau StudiVZ die OpenSocial-Implementierung umsetzen wird.

(via deutsche-startups.de, die die Pressemitteilung wohl als erste in den Händen hielten)

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