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06.03.10Leser-Kommentare

studiVZ, Facebook & die Internetbranche: Das Dilemma mit dem deutschen Datenschutz

Facebook tritt den deutschen Datenschutz mit Füßen - und erzielt gerade dadurch enormes Mitgliederwachstum. studiVZ-Geschäftsführer Clemens Riedl sieht einen Wettbewerbsnachteil für deutsche Anbieter.

Facebook wächst in Deutschland ungebremst, und studiVZ steht unter Zugzwang. Clemens Riedl, Geschäftsführer der VZ-Gruppe, äußerte sich auf der Cebit zum Vorpreschen des US-Netzwerks. Für den studiVZ-Boss ist eindeutig, warum Facebook hierzulande derartige Mitgliederzuwächse verzeichnen kann: durch die Missachtung der deutschen Datenschutzgesetze.

Riedl sieht in der Tatsache, dass Facebook dem in Sachen Datenschutz sehr viel liberaleren US-Recht folgt, eine klare Benachteiligung der VZ-Netzwerke: "Deutsche Unternehmen werden durch deutsche Gesetze benachteiligt.", so zitiert ihn das studiVZ-Watchblog VZlog. Einen Beleg dafür sieht Riedl in Facebooks aggressivem Verschicken von Einladungen an potenzielle Mitglieder. Auch das Sammeln von Daten über Nicht-Mitglieder oder die Tatsache, dass Facebook User dazu animiert, ihre Profile möglichst weit zu öffnen, was zu einer entsprechend großen Aufmerksamkeit und Außenwirkung führt, dürften ihn zu dieser Aussage veranlasst haben.

Ich denke, der studiVZ-Chef hat recht. Deutsche Internetunternehmen haben es grundsätzlich schwerer, innovative Onlinedienste bereitzustellen, ohne dabei gegen geltende nationale Datenschutzgesetze zu verstoßen. Das derzeit im politischen Kreuzfeuer stehende Google Street View beispielsweise wäre in seiner Form wohl niemals entwickelt worden, wäre Google eine deutsche Firma. Gleiches gilt für Facebook. Weder die Öffnung von Facebook für Entwickler noch der jüngste Schritt weg von einem geschlossenen Netzwerk hin zu einer Plattform für die öffentliche Kommunikation wären in dieser Form vorstellbar gewesen, hätte der Dienst seine Wurzeln nicht im kalifornischen Palo Alto, sondern in Berlin, Hamburg oder München.

Die unbequeme Wahrheit ist: Wachstum im sozialen Web erzielen Unternehmen zumeist mit einer eher lockeren Handhabung von Privatsphäre- und Datenschutz-Fragen, wie einmal mehr am Start von Google Buzz ersichtlich wurde. Genau einer solchen Vorgehensweise hat der Gesetzgeber in Deutschland jedoch einen Riegel vorgeschoben. Weshalb die VZ-Gruppe - selbst wenn sie denn wollte - niemals mit dem Innovationstempo von Facebook mithalten könnte.

Daraus ergeben sich im Grunde nur zwei Handlungsalternativen für die Zukunft: Entweder bleibt der Datenschutz in Deutschland so restriktiv wie bisher - was einen immer größeren Rückstand der hiesigen Internetdienste zur Folge hätte und damit über kurz oder lang weitere deutsche Nutzer (und ihre Daten) in die Arme von einfallsreicheren US-Services treiben würde. Oder deutsche Datenschützer und Politiker erklären sich zu einem Kompromiss und einer Lockerung der Gesetze bereit, um damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit hiesiger Webanbieter zu erhöhen. Auf die Gefahr hin, dadurch gleichzeitig die Stellung der Verbraucher zu schwächen.

Beide Varianten hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack. Da angesichts des hohen Stellenwerts von Datenschutz in Deutschland ohnehin nicht mit nennenswerten Zugeständnissen der involvierten Parteien zu rechnen ist, wird in Zukunft wahrscheinlich alles bleiben wie bisher: Während die Deutschen ihr liebstes Kind - den Datenschutz - weiterhin mit allen Mitteln verteidigen, nehmen Web-Unternehmen aus Übersee eine immer mächtigere Stellung ein, entwickeln sich für Millionen von Nutzern zu einem unentbehrlichen Teil des Alltages - und das, ohne sich an die nationalen Datenschutzgesetze halten zu müssen. Was ein kompromissloses Festhalten an diesen am Ende dann doch zu einer Farce machen würde.

(Foto: stock.xchng)

Kommentare

  • Bits of Freedom

    06.03.10 (11:12:42)

    Ich kann das nicht ganz nachvollziehen - schließlich kann auch ein deutscher Social-Networking-Anbieter die Profile seiner Benutzer öffentlich machen, wenn er sie nur vorher fragt. Ohne vorher zu fragen, ist es in der Tat unverschämt. Und Projekte wie Google Street View gab es schon auf lokaler Ebene für einige deutsche Städte, nur eben nicht in diesem Maßstab.

  • Martin Weigert

    06.03.10 (11:23:36)

    Das Ding ist halt: Während Facebook, Twitter & Co. relativ unkompliziert neue Features einführen können (z.B. App Platform etc.), müssen deutsche Anbieter da sehr viel mehr präventiv handeln, mit Datenschützern sprechen etc (Beispiel Launch von studiVZ OpenSocial-Plattform). Das dauert länger und kostet mehr Zeit = Geld. Ja sowas wie Street View gibt's in kleinerem Ausmaß von anderen Anbietern. Aber die kennt Ilse Aigner ja nicht ;)

  • Marius

    06.03.10 (11:24:48)

    Grundlegend muss ich zustimmen, dass restriktive Regelungen in Deutschland sicherlich mehr Umsicht und Vorsicht erfordern als dies die Regelungen bspw. in den USA tun. Ich denke jedoch, dass dieser Rundumschlag gegen Facebook - wie auch einige bereits bei Twitter äußerten - eher ein Verzweiflungsakt ist. Seien wir ehrlich: die VZ-Netzwerke - und da kann man noch so sehr Lokalpatriot sein was Startups angeht - zeichnen sich seit ihrer Entstehung dadurch aus, Facebook zu kopieren oder zu imitieren. Und dies meist nicht gerade gut. Das nun, wo Facebook auch in Deutschland verfügbar ist, immer mehr Leute sich dem Riesen aus den USA zuwenden, ist für mich nur eine logische Konsequenz daraus. Wieso sollte man bei einem Dienst bleiben, der Innovationen ständig erst Monate oder Jahre später aufgreift, wenn man auch gleich zum Klassenprimus wechseln kann? Die Kritik an Facebooks Umgang mit dem Datenschutz ist sicherlich berechtigt. Aber das allein ist nicht der Grund, warum die VZ-Netzwerke gegenüber den Amerikanern soviel Boden verlieren. Und ich denke, das liegt auf der Hand.

  • Martin Weigert

    06.03.10 (11:26:07)

    Marius, das denke ich auch. Es ist ein Verzweiflungsakt - aber mit einer Argumentation, die ein tatsächlich vorhandenes Problem beleuchtet.

  • Christoph Kappes

    06.03.10 (11:28:16)

    Auch ich kann den Beitrag nicht nachvollziehen. Es fehlt jede Begründung für die Annahme, dass das Datenschutz-Thema der Hauptgrund ("meist") für den mässigen Erfolg deutscher Angebote ist. Ebenso ist es Spekulation, dass aus diesem Grunde solche Angebote in Deutschland nicht entwickelt worden wären. Es gibt viele andere mögliche Gründe. Lesen Sie mal den Beitrag von Stefan Glänzer in FAZ.net: "Europa hat den Anschluss ... verpasst.", http://bit.ly/ackood. Das ist der Stand der öffentlichen Diskussion.

  • Kai Thrun

    06.03.10 (11:31:34)

    Ach Marius, bei VZ gibt's seit dieser Woche Smileys. Ist doch super ;) Die Kritik sehe ich nach dem riesen Datenleck von VZ nicht als berechtigt an. Genauso wie sie dem User jahrelang vorgelogen haben, die Daten würden verschwinden. Jeder hat es ausprobiert - Foto hochladen, Link speichern, Foto 6 Monate später aufrufen. Es funktionierte. Und dann sich hinstellen und den "Saubermann" spielen? Is klar ;o) VZ hat es die letzten 1-2 Jahre einfach verpasst sich auf Ihre Zielgruppe zu besinnen, und die wandert langsam ab... just my 2cents

  • Martin Weigert

    06.03.10 (11:37:48)

    @ Christoph Klar gibt es viele Gründe. Siehe und siehe (den Stefan Glänzer-Beitrag hab ich gelesen, trifft zu). Es ist ein Grund für den mässigen Erfolg. Ich habe nicht behauptet, es sei der Hauptgrund. Ja, Spekulation. Aber wenn man sich die öffentlichen Reaktionen in Deutschland so ansieht, wohl nicht so abwegig, oder? ;)

  • Stefan Wolpers

    06.03.10 (11:50:14)

    Die Revolution frisst ihre Kopisten - und ich verstehe das Geheule nicht. Die VZler haben den rechten Zeitpunkt zum Exit verpasst und kämpfen jetzt im Wettbewerb mit typischen Netzwerkeffekten, vor welchen auch US-Unternehmen, die ihren Zenit überschritten haben - siehe MySpace - nicht gefeit sind. Dieser (globale) Systemwettbewerb ist nicht neu und prägt auch viele andere Branchen, die nichts mit 0 und 1 zu tun haben. Und man kann in diesem Wettbewerb auch als Berliner Unternehmen - gayromeo hat es vorgemacht - bestehen, wenn man ein interessantes Produkt hat.

  • Martin Weigert

    06.03.10 (11:55:30)

    Ich hätte offenbar deutlicher machen müssen, dass ich keinesfalls behaupte, studiVZ wäre Facebook ebenbürtig, gäbe es die Datenschutz-Problematik nicht. Klar frisst hier die Revolution ihre Kopisten, kein Zweifel. Hey, ich wurde schon mehr als einmal Facebook-Fanboy genannt ;) Die grundsätzliche im Artikel angesprochene Problematik besteht meiner Ansicht nach dennoch.

  • Marius

    06.03.10 (12:04:36)

    Ja, Martin, das kam nicht so deutlich rüber. Im Großen und Ganzen scheinen sich ja doch viele einig, dass es eher an der Innovationsfaulheit der VZler liegt. Und daran, dass sie den Plattformgedanken nicht verstanden haben (siehe Aufteilung studiVz, meinVz etc). Ich finde deinen Punkt, dass sich vermutlich nichts am Datenschutz ändern wird, und viele deutsche Startups dadurch den Anschluss verpassen könnten aber nicht gänzlich verkehrt. Sofern sie halt wirklich durch rechtliche Restriktionen an der Innovation gehindert werden. Und du hast leider auch Recht, dass, wenn eh alle zu ausländischen Webanbietern abwandern, das deutsche Datenschutzrecht in dieser Sache ad absurdum geführt wird. Ich denke, da wird sich noch ein Spannungsfeld auftun.

  • Nino Meyer

    06.03.10 (12:20:30)

    Das Ding ist halt: Du schreibst einen Artikel mit wilden Forderungen an die Politik, ohne Dich jemals mit den deutschen Datenschutzgesetzen auseinandergesetzt zu haben. Hauptsache eine Kontrameinung. Hauptsache nachplappern, was alle nachplappern. Was genau hättest Du denn gern an den Datenschutzgesetzen geändert, damit die deutschen Verbraucher nicht scharenweise in die Arme einfallsreicher US-Services getrieben werden? Dass Twitter, Facebook und Google in D. niemals wäre entwickelt worden, ist übrigens Schmarn. Wie gesgt, um solche wilden Behauptungen anzustellen, sollte man sich im Datenschutz auskennen.

  • Michael Nordmeyer

    06.03.10 (12:21:14)

    Auch ich schätze die Kritik der VZ-Gruppe an Facebook als ein Manöver ein. Es zwar richtig, dass der Datenschutz und die Handhabung von Facebook desselben laxer ist, aber der Hauptgrund für die auch in Deutschland zunehmende Verbreitung ist doch die Öffnung, die Facebook seit Monaten betreibt. Gerade die VZ-Gruppe hatte doch jahrelang versucht, sich einzumauern. Genau wie andere große Plattformen in Deutschland (XING). Durch die Öffnung wird eben mehr Reichweite, Oberfläche etc. pp. erzeugt. Applikationen und speziell Social Gaming sind der Turbo, mit dem Facebook Nutzer anlockt und andere Plattformen integriert. Letztendlich entscheidet der Nutzer selbst, welche Informationen er veröffentlicht. SchülerVZ wird mittelfristig wohl noch weiter wachsen bzw. keine Nutzer verlieren, da die jüngeren ja gerne unter sich bleiben und deswegen auch nicht so Twitter-affin sind. Aber für etwas ältere, Studenten und Absolventen ist Facebook einfach interessanter als StudiVZ. Wenn ich sowieso auf Facebook bin, warum soll ich dann noch bei StudiVZ oder MeinVZ sein, zumal ich mit Facebook über Apps etc. viel mehr Außenwirkung erzielen kann? An Facebook kommt heute auch in Deutschland keiner mehr vorbei! StudiVZ? Interessiert sich noch jemand dafür?

  • Martin Weigert

    06.03.10 (12:44:07)

    Es geht nicht um einzelne, spezifische Aspekte von Datenschutzgesetzen, sondern um die gesamte daraus entstehende Bürokratie sowie die Einschränkungen, die sich dadurch für Startups und etablierte Dienste im Social-Networking-Bereich ergeben. Man muss nicht jeden Paragraph auswendig kennen, um zu sehen, dass es hier grundlegende Unterschiede zwischen Deutschland und der USA gibt. Zudem fordere ich überhaupt nichts, sondern mache nur auf eine wichtige Problematik aufmerksam. Wie du am Ende des Artikels siehst, bin ich mir selbst nicht darüber im Klaren, welches nun das geringere Übel ist: Liberalerer Datenschutz, oder das komplette Verlieren jedweder Wettbewerbskompetenz im globalen Wettbewerb von Webdiensten.

  • Christoph Kappes

    06.03.10 (12:48:16)

    Also, entgegen der Headline: Konsens in Bezug darauf, dass das deutsche Datenschutzrecht vielleicht (!) einer von vielen Gründen ist, warum soziale Netzwerke in Deutschland vielleicht (! - XING etc.) nicht so schnell wachsen wie FB und Buzz. Wenn wir aber schon bei rechtlichen Themen sind und sich wohlmöglich ein Rechtspolitiker hierher verirrt, dann würde ich auf die Mitstörerhaftung hinweisen. Und dazu der Hinweis für Nicht-Rechtspolitiker, dass hier ein Bezug zur Ablehnung von Massnahmen zur Identitätserkennung ist. Mitstörerhaftung für Plattformen wäre nicht nötig, wenn die Störer identifiziert werden könnten. Hier hängen leider (Vorrats-) Datenspeicherung und Plattformhaftung mehr zusammen, als der Internetgemeinde lieb ist ;-)

  • Michael Nordmeyer

    06.03.10 (13:30:03)

    Was hat die Mitstörerhaftung mit der (Vorrats-)Datenschpeicherung in sozialen Netzwerken zu tun? In sozialen Netzwerken sind die Teilnehmer doch alle namentlich bekannt. Dass zum Betrieb der Plattform dauerhaft Aktivitäten und Inhalte der Nutzer gespeichert werden, ist doch die Existenzberechtigung eines sozialen Netzes.

  • David Bauer

    06.03.10 (13:31:56)

    Was nicht unerwähnt bleiben sollte: Facebook hat sich dem Safe Harbor-Abkommen unterstellt, muss sich also an europäische Datenschutzregelungen halten. Rein rechtlich ist Facebook also nicht im Vorteil. Die Datenschützer von Schleswig-Holstein haben sich genau deshalb an Facebook gewandt, mit Bitte um Klärung. Denn wenn Facebook in Deutschland aktiv ist, muss es sich gemäss Safe Harbor an deutsches, bzw. europäisches Datenschutzrecht halten. Ich verstehe Riedls Vorstoss in diesem Kontext. Er versucht die öffentliche Wahrnehmung darauf zu richten, dass Facebook bislang deutlich weniger kritisch unter die Lupe genommen wurde als die VZ-Netzwerke. Das kann eine doppelte Strategie sein. Einerseits um steigenden Druck gegen Facebook seitens deutscher Datenschützer zu erreichen, andererseits um den Datenschutz als USP der eigenen Produkte aufzubauen.

  • Michael Nordmeyer

    06.03.10 (13:56:00)

    Taktisch ist es vielleicht sinnvoll. Nur nicht ehrlich.

  • Tom

    06.03.10 (14:05:23)

    "ür den studiVZ-Boss ist eindeutig, warum Facebook hierzulande derartige Mitgliederzuwächse verzeichnen kann: durch die Missachtung der deutschen Datenschutzgesetze." Das sehe ich nicht so. Bei den meisten Usern sind nämlich die Datenschutzeinstellungen kein vorrangiges Entscheidungskriterium welchem Netzwerk sie beitreten. Studi VZ ist eine lebende Userleiche. Die meisten User wechseln zu Facebook (und löschen ihr möglicherweise vorhandenes VZ profil nicht - steigen aber auch nicht mehr ein) weil sich dort jetzt ihre Freunde tummeln. An Stelle von Holzbrick würde ich VZ so schell wie möglich verscherbeln solange sie noch ein paar Eur dafür bekommen auf lange Sicht gebe ich ihnen keine Chance gegen die Übermacht vom FB. Denn nach dem Highlander Prinzip kanns nur einen geben.

  • Sören

    06.03.10 (14:31:41)

    nehmen Web-Unternehmen aus Übersee eine immer mächtigere Stellung ein, entwickeln sich für Millionen von Nutzern zu einem unentbehrlichen Teil des Alltages – und das, ohne sich an die nationalen Datenschutzgesetze halten zu müssen. Das stimmt so nicht. Wie #14 David Bauer bereits ausgeführt hat, hält sich Facebook an die gleichen Gesetze, an welche sich auch deutsche/europäische Anbieter halten müssen (Harbor-Abkommen). Das gleiche gilt auch für andere Dienste aus Übersee, die in D. erfolgreich sind.

  • Lukas

    06.03.10 (15:44:30)

    Alle reden von Safe Habour (das es nicht mehr gibt), aber keiner kennt sich damit aus. Das abkommen sagt, das Unternehmen, die behaupten Daten so ähnlich zu schützen wie es in Europa ist, Daten europäischer Nutzer verarbeiten dürfen. Das wird nicht kontrolliert und bei verstoß gibt es keine Sanktionen.

  • Falk Ebert

    06.03.10 (17:13:33)

    Oder ist Facebook einfach deshalb nur so viel erfolgreicher, weil der Facebook-Stream dem Buschfunk Lichtjahre voraus ist? Darüber sollten die Pfeifen bei den VZ-Netzwerken mal nachdenken.

  • Chris

    06.03.10 (18:45:20)

    Der Vorteil von Facebook ist einfach, dass es ein globales Netzwerk ist, und kein lokales wie die ganzen der VZ-Gruppe, DAS ist DER Wettbewerbsvorteil und nicht die Datenschutzbestimmungen. Ich habe mein Profil auf Facebook auch sehr geschlossen, da ich auf Datenschutz Wert lege, jedoch macht man eben nicht nur in Deutschland Freunde ...

  • Harper Hill

    06.03.10 (21:42:31)

    Niemand hindert einen deutschen Anbieter daran, seine Standorte und Firmensitze in die USA oder in andere, noch "tolerantere", Staaten zu verlegen. Allerdings stellt sich die Frage, ob man das gegenüber den Benutzern verantworten will. Für mich bspw. wäre das ein Grund für eine Accountlöschung (Wenn ich denn überhaupt solche Accounts hätte).

  • Traudel K.

    06.03.10 (22:05:54)

    Nun ich finde jeder kann sich es sparen, bei Facebook angemeldet zu sein. Aber es stimmt schon, dass das deutsch Datenschutzgesetz nicht gerade beachtet wird.

  • Torben Schlaufner

    07.03.10 (10:40:57)

    Facebook beachtet nicht das Datenschutzgesetz, aber es wird trotzdem weiter wachsen, weil die meisten Menschen merken das gar nicht richtig. Ich finde das muss alles nicht sein. Gehe lieber auf meinen Haflinger reiten als dass ich stundenlang auf Facebook oder anderen Platforms rumsurfe.

  • Oliver Springer

    07.03.10 (16:32:49)

    @Martin: Gute Argumentation, ich schließe mich an. Das Beste hast Du aber noch vergessen: Die Konsequenz ist nämlich, dass es am Ende besonders wenig Datenschutz für deutsche Nutzer gibt, weil sie dann lieber Facebook nutzen. Noch deutlicher ist das ja beim Jugendschutz (den ich im Zweifel zugunsten eines freien Internets lieber ganz abschaffen würde). Jeder von uns weiß, wie einfach ein Jugendlicher an Inhalte kommt, die deutsche Anbieter nicht einmal unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben Erwachsenen zugänglich machen dürfen. In der Konsequenz sind die deutschen Anbieter einfach nicht wettbewerbsfähig, weil die User ihren Bedarf auf ausländischen Websites befriedigen.

  • oqpie

    07.03.10 (22:16:27)

    Beispielsweise Sightwalk.

  • andi

    07.03.10 (23:20:32)

    Also ich kann den Artikel nicht zustimmen, weil auch StudiVZ gegen Datenschutz durch die Veränderung der AGB verstoßen wollte. Erinnert sich noch wer an die AGB als sie die Daten für Werbe-Anbieter freigeben wollten? Zudem ist es schon lustig, wenn die Kopierer gegen das Original schießen. Nein, im Ernst: mir ist der Datenschutz sehr wichtig, aber ich habe auch bei StudiVZ das Gefühl, dass in dem Moment wo sie könnten würden sie Daten freigeben, wenn es mehr Klicks bedeutet. Warum Facebook wirklich erfolgreicher ist? Weil sie nicht jeden Nutzer immer auf die Seite bekommen wollen. Ich bekomme Mails in denen nicht drin steht: irgendwer hat dir bei Facebook was geschrieben, sondern es steht da: diese Nachricht mit den Inhalt hat dir jemand bei Facebook geschrieben. Das ist einfach toll und nicht so nervig. Des weiteren kann man bei Facebook direkt auf Statusmeldungen antworten und nicht dieser Buschfunk. Dem Nutzer ist (leider) der Datenschutz nicht so wichtig, sondern Einfachheit und Funktionalität und sie erfüllt Facebook viel besser als die VZ-Gruppe.

  • kadekmedien

    08.03.10 (07:37:51)

    Der Erfolg der überseeischen Unternehmen begründet sich aber auf den Spaß, den die Nutzer daran haben, diese Dienste zu nutzen. Und das zeigt, dass die ungebremstes Wachstum hervorrufenden Nutzer sich nicht sonderlich um ihren Datenschutz kümmern. – Die Nachfrage bestimmt das Angebot; der Anwender entscheidet.

  • Michael Nordmeyer

    08.03.10 (10:58:24)

    In diesem Fall bestimmt aber das Angebot die Nachfrage. Schließlich ist Facebook in Deutschland so gewachsen, weil die Plattform so ist, wie sie ist. Bezogen auf die Datenschutzgesetze hat studiVZ einen Nachteil. Und das war Riedls Aussage. Nichtsdestotrotz ist das Angebot von Facebook trotzdem besser. Facebook will ihre Plattform voran treiben, studiVZ ihre verwalten.

  • A. M.

    14.03.10 (13:22:43)

    Die dritte und vernünftigste Alternative, die im Text nicht angeführt wird, wäre für deutsche und europäische Politiker, Rückgrat zu zeigen und in Verhandlungen mit den USA (und US-Unternehmen) auf Verbesserung des US-amerikanischen oder jedenfalls Durchsetzung des deutschen oder europäischen Datenschutzes zu drängen. Und nicht stattdessen die Daten US-Stellen auch noch nachzuwerfen.

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