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09.04.09

Studie: Musikvideos auf YouTube steigern Einkünfte für Musiker

Eine Studie im UK zeigt auf: Die Hälfte der Erwachsenen, welche ein Musikvideo auf YouTube gesehen haben, erwerben anschließend eine CD, Musikaufnahme im Downloadshop oder ein Konzert-Ticket des jeweiligen Künstlers.

Immer wieder weisen wir auf den Werbe-Effekt von Online-Angeboten wie Musikvideos auf YouTube für die Urheber hin. Das scheinbare Verschenken von mutmasslichen Produkten online führt zu Werbeeffekten, aufgrund dessen man die eigentlichen Produkte besser verkaufen kann. Für Musikvideos müsste das eigentlich besonders offensichtlich sein.

Allerdings ist das ein Umstand, der von vielen auch und besonders auf der Labelseite ignoriert wird. Selbst die GEMA, als Verwertungsgesellschaft eigentlich die Vertretung der ihr beigetretenen Musiker, scheint diesen Aspekt bei den Lizenzverhandlungen mit YouTube völlig auszublenden (Was durchaus etwas über die Bedeutung von Verwertungsgesellschaften allgemein aussagt, die eben nicht am bestmöglichen Gesamtergebnis für ihre Mitglieder interessiert sind, sondern an einer möglichst umfangreichen von ihnen initiierten Ausschüttung. Aus dieser schließlich ergeben sich wiederrum anteilig die eigenen Verwaltungseinnahmen und nicht zuletzt die eigene Daseinsberechtigung. Das sollte man auch in Hinblick auf die Kulturflatrate nie vergessen.).

Die BBC verweist nun auf eine Studie zum Konsumentenverhalten bezüglich Musikvideos auf YouTube. Untersucht wurden 1500 Menschen in Großbritannien im März 2009. 57% der 15- bis 24-Jährigen schauen Musik auf YouTube. TV liegt mit 56% ungefähr gleichauf.

Aber hier kommt der interessante Teil der Studie:

Man hat herausgefunden, dass die Hälfte der Erwachsenen, welche ein YouTube-Musikvideo angeschaut haben, anschließend Musik von diesem Künstler erwarben die Hälfte der Erwachsenen, welche YouTube-Musikvideos im letzten Jahr  angeschaut haben, als Resultat davon Musik von diesem Künstler erwarben.

Die Mehrzahl davon kauft noch CDs (36%). Nur 15% gehen den Weg, für digitale Downloads zu bezahlen. 7% kaufen Konzert-Tickets.

Für etwas, das von Seiten der Musiker oder deren Management mit minimalen Zusatzaufwand und keinerlei Kosten verbunden ist, sind das ziemlich gute Ergebnisse.

Ebenfalls interessant: Die Studie fragte auch, ob YouTube nach dem geplatzten Lizenz-Deal mit PRS (dem UK-Äquivalent der GEMA) gerechtfertigt die Premium-Videos der PRS-Mitglieder entfernte. 47% der Befragten waren auf der Seite von YouTube. Nur 28% fanden dieses Vorgehen von YouTube falsch, 25% konnten sich dazu nicht äußern.

Mehr zur Studie auf der Seite von Ipsos MORI, welche die Untersuchung durchgeführt haben.

 

Fazit: Musiker erhöhen ihre Verkäufe aller möglichen Art durch Musikvideos auf YouTube. Diese auf YouTube einzustellen, kostet sie praktisch nichts. Wenn diese Musikvideos durch geplatzte Deals mit den Verwertungsgesellschaften von YouTube entfernt werden, ist die überwiegende Mehrheit der Konsumenten, die diese Vorgehen mitbekommen, auf der Seite von YouTube. Klartext: Die Musikfans sind nicht auf der Seite der Verwertungsgesellschaften, die schließlich auch die Seite der Musiker repräsentieren soll.

Geht es noch offensichtlicher?

Wie lang wird es wohl dauern, bis alle Musiker erkennen, dass das Vorgehen der Labels und Verwertungsgesellschaften, das diesen Werbeeffekt auf YouTube und die Wünsche der eigenen Kunden ausblendet, ihnen mehr schadet, als nützt?

 

(via Mail, danke Petar!)

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