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19.06.17

Business

Neue Studie: Der deutsche Mittelstand ist jünger als gedacht

Jürgen Kroder


(Bild: Pixabay)

Jung und auf Wachstumskurs - so sind deutsche KMU. Doch die Unternehmen stehen vor gewaltigen Herausforderungen.

KMU: Jung und Alt treffen aufeinander

„Der deutsche Mittelstand ist jünger, als sein Ruf es vermuten lässt“ – zu dieser Erkenntnis kommt die Studie „Next Generation: Neues Denken für die Wirtschaft“. Die Hälfte der über 2.000 befragten mittelständischen Unternehmen ist jünger als 30 Jahre, jedes zehnte ist weniger als zehn Jahre auf dem Markt. Trotz des recht hohen Anteils an jungen Firmen liegt das Durchschnittsalter deutscher KMU bei 44 Jahre, so das Ergebnisse der Studie. Das liegt daran, dass 18 Prozent der mittelständischen Unternehmen vor 1949 gegründet wurden, acht Prozent sind sogar über 100 Jahre alt.

Die Studie, die zwischen November 2016 und Januar 2017 von Kantar TNS für die Commerzbank durchgeführt wurde, hebt trotz des recht hohen Anteils an traditionellen Unternehmen den Prozentsatz der jungen hervor. Für die Befragung wurden nur Firmen mit einem Gesamtumsatz von über 2,5 Millionen Euro bedacht, Start-ups oder Betriebe mit geringeren Umsätzen spielen in dieser Studie keine Rolle.

Junge Unternehmen agieren in Wachstumsmärkten, etablierte eher nicht

Die befragten KMU, die jünger als zehn Jahre sind, bewegen sich laut der Erhebung meist in wachsenden Märkten, die restlichen Firmen agieren in der Regel in gesättigten Märkten – oder in Bereichen, die sogar rückläufig sind. „Kurz gesagt: Die Unternehmen ‚altern‘ mit ihren Märkten“, so die Zusammenfassung der „Next Generation“-Studie.

Gleichgültig, ob die Unternehmen jung oder alt sind: Alle müssen sich dem Wandel, unter anderem der Digitalisierung stellen. Die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle ist die größte Herausforderung aller Befragten, damit einher geht ein starker Wettbewerb mit neuen Konkurrenten und der Umbruch von Schlüsseltechnologien. Um diese Herausforderungen zu meistern, müssen die KMU unter anderem deutlich die Qualifikation ihrer Mitarbeiter verbessern, die Produktionseinrichtungen und -abläufe modernisieren, das Marketing und den Vertrieb optimieren und die IT-Infrastruktur verändern.

Im Management ist die „Next Generation“ gefragt

Auch der Führungswechsel ist in den befragten KMU ein Thema: Vier von zehn stehen vor einem Wechsel in der Chefetage. Der häufigste Grund ist der Ruhestand des Geschäftsführers. Verbunden mit den Herausforderungen bestehen hohe Erwartungen an den Führungswechsel, doch laut der Befragten wird das Veränderungspotential nicht immer gehoben.


(Bild: Commerzbank)

Dementsprechend wird häufig das „Next Generation Management“ gefordert: Junge Führungskräfte und erfahrene Neueinsteiger könnten ein „neues Denken“ in die Unternehmen bringen, um sie für Innovationen zu wappnen. Allerdings sind derlei Lenker in den Chefetagen selten – die unter 40-Jährigen kommen aktuell in weniger als 20 Prozent der Firmen zum Zuge. Dafür werden auch die Führungskräfte über 60 Jahre weniger: Sie machen nur 10 Prozent aus.

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