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15.09.10Leser-Kommentare

Startups in Deutschland: Ein Grund für das Aufmerksamkeitsproblem

Junge Internetunternehmen erhalten in Deutschland nicht immer die Aufmerksamkeit, die sie sich wünschen. Zum Teil ist eine miserable Pressearbeit schuld.

 

deutsche-startups.de berichtete gestern über das Jobportal opportuno. In dem Artikel ging es um die Tatsache, dass das Startup aus Erlangen bereits 2007 eine Suchtechnologie implementiert hatte, die erste Stellenangebote noch während der Eingabe des Suchbegriffes anzeigt und damit vom Prinzip her dem in der vergangenen Woche mit viel Brimborium gestarteten Google Instant ähnelt.

Das Blog zitiert opportuno-Gründer Andreas Bogen, der sich darüber ärgert, dass innovative Ideen in Deutschland nicht mehr Aufmerksamkeit bekommen. Nun würde jeder vermuten, opportuno hätte sich die Funktion bei Google abgeschaut, stattdessen war das das junge Unternehmen aus Bayern damit viel früher auf dem Markt.

Bogen bezieht sich zwar in erster Linie auf Investoren, die bei der Vorstellung der Idee vor drei Jahren nur gefragt hätten, ob es dafür denn ein US-Vorbild gäbe, aber es wird deutlich, dass er auch ganz allgemein ein Aufmerksamkeitsproblem für innovative Startups in Deutschland sieht.

Und damit hat er natürlich recht. Er bläst ins selbe Horn wie jüngst Paul Piper in seiner Kolumne zur Innovationswüste Deutschland. Doch ich behaupte, dass eine nennenswerter Teil der Verantwortung dafür bei den hiesigen Internetunternehmen selbst liegt!

Wie viele E-Mails haben wir in den letzten Wochen und Monaten von aufstrebenden Webfirmen erhalten, die ihren Service in einer persönlichen Mail professionell und sympathisch vorstellten? Überraschend wenig. Es ist eher eine Seltenheit, dass zwischen all den Pressemitteilungen und Serienbriefen ähnelnden Newslettern zu Diensten und Neuigkeiten mit variierender Relevanz ein individueller Pitch den Weg in unseren Posteingang findet, der uns nicht nur zeigt, dass sich jemand wenigstens ein paar Minuten über die Art der Ansprache Gedanken gemacht hat, sondern der zudem auch wirklich auf unser Themenfeld zugeschnitten ist.

Nun ist es nicht so, dass man um jeden Preis einen Review auf netzwertig.com benötigt, um einen gelungenen Launch hinzulegen. Doch gibt es klare Anzeichen dafür, dass die Situation bei den anderen Blogs rund um Webservices und Startups (deutsche-startups.de, Gründerszene, t3n, Förderland, Basic Thinking, neunetz, Exciting Commerce, TechBanger.de um einige zu nennen - mehr finden sich bei deutscheblogcharts.de) nicht viel anders aussieht - immerhin berichten wir oft über attraktive Startups aus dem deutschen Sprachraum, über die nur wir informiert wurden.

Das sich abzeichnende Gesamtbild ist ernüchternd: Ein signifikanter Teil junger Webstartups aus dem deutschsprachigen Raum scheint sich gar nicht um initiale Aufmerksamkeit bei Branchenblogs zu kümmern. Ein weiterer Teil tut dies zwar, aber entweder in Form einer Massenmail und höchst unpersönlich, oder aber eher nach dem Gießkannenprinzip - hier mal eine Mail, dort mal ein Tweet à la "Hey, wollt ihr uns nicht mal reviewen?". Eine durchdachte PR-Strategie sieht anders aus.

Sicherlich lässt sich die Reichweite und Wirkung der deutschen Tech-Blogger-Szene nicht mit der des deutlich größeren US-Markts vergleichen. Dennoch kann bei einer smarten Herangehensweise kurzzeitig ein Momentum erzielt werden, das zehntausende Twitter-Nutzer und RSS-Abonnenten erreicht und so unter Garantie auch von Journalisten großer Mainstreamblätter, potenziellen Geldgebern sowie eventuellen Kooperationspartnern zur Kenntnis genommen wird.

Ich möchte nicht alle Startups über einen Kamm scheren. Aber ich stelle fest, dass eine ganze Reihe interessanter Services das virale Potenzial der hiesigen Tech-Blogs unangetastet lassen und in Sachen PR-Arbeit (die wir am liebsten von den Gründern selbst sehen!) kräftig versagen.

Es ist jedem selbst überlassen, ob er/sie sich die Mühe machen möchte, in 15 Minuten eine informative, persönliche und an den Empfänger angepasste Mail mit den wichtigsten Infos und Stärken des Startups zu verfassen. Und eine solche Mail allein ist noch lange kein Garant, tatsächlich Teil der Berichterstattung zu werden (bei einem langweiligen oder für uns nicht relevanten Service hilft auch keine begeisternde Kommunikationsarbeit). Dennoch ist es bei Erfolg (abgesehen von der investierten Zeit) kostenlose Aufmerksamkeit und gibt Zugang zu einer neugierigen, experimentierfreudigen und neuen Technologien gegenüber positiv eingestellten Zielgruppe.

Dass Startups im deutschsprachigen Raum ein Aufmerksamkeitsproblem haben, stimmt. Die Gründe dafür sind vielseitig. Ein wichtiger ist, dass sie selbst viel zu wenig dafür tun, um gehört und gesehen zu werden.

Ein Lob geht in diesem Zusammenhang an das deutsche Social Network ResearchGATE, dessen Nachricht von der beeindruckenden Finanzierungsrunde in der vergangenen Woche quasi zeitgleich auf allen Kanälen in der US- und deutschsprachigen Tech-Blogosphäre zu bestaunen war. Das war gekonnte und zugleich sehr individuelle PR-Arbeit direkt von einem der Gründer. Gelohnt hat es sich.

Kommentare

  • Jenni

    15.09.10 (11:10:17)

    Natürlich sollte man seine E-Mails an die Branchenblogs individuell gestalten, gar keine Frage, denn man weiß ja auch selbst, dass man Massenemails, selbst von Freunden, häufig überliest. Jedoch sollte man hier wohl auch als Blogbetreiber beachten, dass nicht alle neuen Startups einen PR-Experten haben und wissen, wie eine gute individuelle Ansprache aussehen sollte. Auch möchte ich behaupten, dass der gewünschte Stil von Seitenbetreiber zu Seitenbetreiber ein anderer ist - dies ist nicht einfach für einen jungen Gründer, der zum ersten Mal versucht Aufmerksamkeit zu bekommen (wäre ja vielleicht auch mal ein interessantes Thema auf netzwertig, wie sollte die Ansprache aussehen, worauf sollte man achten etc. ;-) ) Auch ist es einfacher die Nachricht über eine Finanzierungsrunde zu platzieren (über welche die meisten Medien gerne berichten) als eine Vorstellung der eigenen Seite, wenn diese schon ein paar Wochen oder Monate am Start ist und man nun in diesem Moment keine wirklichen weltbewegenden Neuigkeiten hat - hier fehlt dann wirklich die Erfahrung eines PR-Experten bei einem Startup. Aber sicherlich müssen sich viele Startups auch selbst an die Nase fassen, keine Frage!

  • Martin Weigert

    15.09.10 (12:06:19)

    Bei deutsche-startups.de gab's da in letzter Zeit eine ganze Reihe von Artikeln zur richtigen Startup-PR. Aber stimmt, könnte man trotzdem noch einmal etwas zu bringen. Was die VC-Runde betrifft: Zumindest wir stellen lieber spannende Sites vor, als über VC-Runden zu berichten. Das entspricht eher unserem Fokus. Über Finanzspritzen berichten wir nur in äußerst seltenen Fällen.

  • St. Strittmatter

    15.09.10 (12:12:45)

    Da kann ich mich nur meiner Vorrednerin @Jenni anschließen! Derzeit bin ich genau in der Position und fühle mich absolut angesprochen! Ich habe bis dato jedoch auf Exklusivität in meiner stümperhaften PR-Arbeit gesetzt und nicht auf Gießkanne. Sicherlich gibt es noch jede Menge Potential, was die Qualität der PR-Texte angeht. Da würde ich mich auch sehr über einen Beitrag mit Tipps für Startups freuen! Bei der Realisierung eines neuen Dienstes ist man eben meist auf diesem Feld der "Quereinsteiger" und kann sich anfangs noch keine professionelle PR-Unterstützung leisten.

  • Jenni

    15.09.10 (12:13:21)

    Hallo Martin, stimmt, jedoch befassten sich die Artikel auf deutsche-startups eher mit allgemeinen Themen und auch (zumindest in den letzten Wochen) mehr mit Pressemitteilungen. Wirkich interessant fände ich mal einen Beitrag dazu, welche Art der Ansprache in so einem Mailing aus Sicht eines Blogbetreibers, der sicherliche eine ganze Menge bekommt, am erfolgsversprechendsten sind (jetzt mal abseits vom individuellen Startup und dessen Reiz). Ich habe vor 9 Monaten ungefähr angefangen selbst solche Mails zu schreiben und ohne vorheriges Wissen ist es wirklich sehr, sehr schwer etwas zu formulieren, da man nicht zu förmlich wirken will aber gleichzeitig auch nicht zu informell (da sich sicherlich einige Blogbetreiber auch hieran stören). Es ist ein schmaler Grad, auf dem einen nur mit sehr wenigen Berichten und Erfahrungswerten im Internet geholfen wird (leider). Meine eigene Mail an netzwertig aus dem Januar ist da auch ein gutes Beispiel dafür... die würde ich heute auch ganz anders schreiben mit dem Wissen, dass sich in der Zwischenzeit angesammelt hat. (Auch so ein Punkt: Wie störend empfindet man es als Blogbetreiber, wenn man mehrfach von einem Startup angeschrieben wird).

  • Martin Weigert

    15.09.10 (12:19:26)

    Ihr habt vermutlich recht, dass es gar keine Selbstverständlichkeit ist, den richtigen Approach zu finden. Wird als Thema vorgemerkt (ich dachte immer, derartige Artikel "PR-Tipps für Startups" hängen allen zu den Ohren raus).

  • St. Strittmatter

    15.09.10 (12:23:32)

    Hallo Martin, die oberflächlichen Artikel von irgendwelchen PR-Agenturen, die nur auch Kundenfang aus sind schon. Aber nicht die, die von einem Journalist von "der anderen Seite" kommen ;)

  • Dr.-Schiwago-Mutter

    15.09.10 (12:25:20)

    Nicht böse sein, falls ich daneben liege. Ich bin nicht besonders tief in dem Thema drin, fühle mich aber trotzdem bemüßigt, etwas anzumerken. Im Artikel wie in den Kommentaren kommt es mir ein wenig so vor, als läge das Problem nur darin, ein bisschen individueller zu formulieren und den Verteiler besser zu organisieren. Ich fürchte, das Problem fängt noch früher an: nach meiner Beobachtung tun sich viele Startups schwer damit, ihr Unternehmen und ihre Produkte zu inszenieren. Immer wieder neue Kommunikationsanlässe zu schaffen. Das Kernprodukt mit verschiedenen Facetten anzureichern, die draußen (B2B oder Endkunde) gut ankommen. Stattdessen Einmalkommunikation "friss oder stirb". Klingt vielleicht blöd. aber manche sind vielleicht einfach zu überzeugt von ihrem Produkt an sich und denken, sowas haben wir doch gar nicht nötig...

  • Martin Weigert

    15.09.10 (12:28:20)

    @ St. Strittmatter Ok, guter Punkt ;) @ Dr.-Schiwago-Mutter Stimmt meines Erachtens nach vollständig. Btw - du hast ja schon mehrmals hier kommentiert - wie bist du nur auf diesen seltsamen Nickname gekommen?

  • Dr.-Schiwago-Mutter

    15.09.10 (13:09:09)

    Nickname? Willst du wirklich hören? Mittellange Geschichte. Als Robert Basic sein Basic Thinking Blog verkauft hat, meldete sich die neue Redaktion am Freitagnachmittag kurz mit einem "Hallo, wir sind die Neuen. Mehr erklär ich euch am Montag, ich muss jetzt erst mal zum Geburtstag meiner Schwiegermutter." Darüber war ich ein bisschen pikiert, was direkt zur Geburtsstunde meines Nicks "Schwiegermutter" wurde. Irgendwann hab ich mich dann mal bei der Nickeingabe vertippt, Schiwergemutter oder so ähnlich, was mir als altem Querulanten natürlich sofort aufs Brot geschmiert wurde ;) Daraufhin hab ich mich dann tief zerknirscht zur Dr.-Schiwago-Mutter verstümmelt...

  • Martin Weigert

    15.09.10 (13:55:47)

    Coole Story :)

  • Klaus Wolfrum

    15.09.10 (16:56:56)

    >> Zumindest wir stellen lieber spannende Sites vor, als über VC-Runden zu berichten. Das entspricht eher unserem Fokus. Über Finanzspritzen berichten wir nur in äußerst seltenen Fällen >> Danke für diesen für mich gesehen richtigen Einschlag von netzwertig. Investoren-Medien gibt es ja auch, die sicher nicht minder interessant sind. Grundsätzlich sehe ich aber auch die Arbeit des Journalisten, die interessanten (erfolgreichen) Businessperlen, Geschichten etc. im Netz selbst zu sichten. Trüffel für seine Leser zu finden.

  • mischa

    16.09.10 (09:58:07)

    hallo martin, danke für deinen artikel. er legt seinen finger auf eine sensible stelle von start-ups und das ist der posten KOMMUNIKATION, hier gerne auch auf PR reduziert. deutsche start-ups haben ein KOMMUNIKATIONSPROBLEM, in dem sinne, dass sie mit der KOMMUNIKATION selbst ein PROBLEM haben. sie mögen sie nicht, sie hassen sie. es ist etwas, das man nicht mag. PR? das ist doch dieses nervige zugespamme. nein, unsere leistung lebt von der qualität, diese wird sich durchsetzen. wozu also geld hierfür verbrennen? reden und schreiben können wir auch. KLAR! deutsche start-ups konzentrieren sich gerne auf das wesentliche, ihr produkt. KOMMUNIKATION scheint unwesentlich, dafür ist keine zeit und erst recht kein geld eingeplant. da heißt es schnell: einen PR-profi holen wir erst, wenn wir geld verdienen. (siehe einen vorherigen kommentar). oder: mit ein paar tipps kann ich das auch selbst! (siehe deinen eigenen kommentar) oder noch besser: das ist doch schnell gemacht (z.b. in 15 minuten, wie du schreibst) diesen ansichten muss ich widersprechen. sie gründen imho in der tatsache, dass die notwendigkeit der KOMMUNIKATION unterschätzt wird (höflich ausgedrückt) - eigentlich erstaunlich, sind doch gerade z.b. services im social-media bereich nichts anderes. wenn sich ein start-up zusammenfindet, das zu beginn erst mal reinbuttert... es gibt genügend KOMMUNIKATIONS-profis, die sich dran beteiligen würden. die sind da nicht anders, als die anderen. die frage ist nur: will man den potentiellen kuchen mit jemanden teilen, der eigentlich... "ja nichts macht?" ... wenn man versteht, das PR heutzutage nur noch ein kleiner teil einer tätigkeit ist, die gerade für start-ups VOLLZEIT bedeuten kann, dann sind tipps natürlich weiterhin gerne willkommen. aber die fünfzehn minuten braucht dennoch eine gut formulierte mail... eine von dutzenden am tag. und mit mails alleine ist es ja auch nicht getan. ... wenn man versteht, dass es natürlich schön ist, wenn es journalisten gibt, die selbst sowas ausgraben.. man sich aber fragen muß, warum ist es überhaupt "eingegraben"? ... wenn man versteht, das vor allem amerikanische start-ups schon lange verstanden haben, das die KOMMUNIKATION einer leistung ebenso wichtig ist, wie die leistung selbst, da sie ein unabdingbarer bestandteil ist und sie deshalb nicht hinzu-addiert werden sollte, sondern eingebunden gehört. ja, wenn man verstanden hat, das man die KOMMUNIKATION braucht, um erfolgreich zu sein, dann wird man in den start-ups der KOMMUNIKATION auch den stellenwert geben, der ihr entspricht. :O) mischa

  • Andre

    16.09.10 (09:58:58)

    Hi, guter Artikel der auch viel Wahres beinhaltet. Allerdings sind viele der Beiträge, die einem zeigen sollen, wie das geht, doch etwas praxisfern. Da kommt mir oft der Eindruck, dass Autoren Startups mit großen Konzernen verwechseln, die für ihre Pressearbeit eine eigene Abteilung haben müssen. In der Realität ist aber oft der Gründer Geschäftsführer, Marketing-Manager, PR-Beauftragter und vielleicht noch Entwickler in einer Person. Klar, das bessert natürlich nicht die Lage. Aber oft ist es eben so, dass man zwar weiß, was man noch alles machen müsste, aber man hat einfach die Kapazitäten nicht. Auf uns trifft das zumindest ganz gut zu. Freue mich schon auf den Zeitpunkt, wenn sich das ändert :)

  • Klaus Wolfrum

    16.09.10 (10:04:28)

    Startups sollten meiner eigenen Erfahrung nach nicht zuviel Zeit/Energie in 1:1 PR-Arbeit in Richtung Redakteuren investieren. Die Enttäuschung einer Unberücksichtigung ist dann meistens nur höher. Heute hat man es mehr denn je sehr leicht (insbesondere als Web-Company), seinen eigenen Sender aufzusetzen und auszubauen, z.B. in Form eines Unternehmensblogs oder anderen social media-Aktivitäten, in dem man offen über seine Geschäftsentwicklung oder seinen Innovationen schreibt. Journalisten, die am Thema/an der Firma interessiert sind, ziehen vermutlich lieber den RSS-Feed des Blogs vor statt sich permanent mit E-Mails (teilw. mit viel heißer Luft) befeuern zu lassen (ist das so richtig, Martin?). Das beste Rezept für Berücksichtigung ist natürlich der Erfolg selbst. Und wenn man sich da zuallererst um seine Kunden, Nutzer und deren Wachstum kümmert, statt zuerst auf PR-Berücksichtung zu setzen, kommt man vielleicht viel schneller vom Fleck. So ging es zumindest uns. Man kann natürlich auch alles/vieles richtig machen und trotzdem nicht berücksichtigt werden: Weil man nicht im Themenfokus liegt, VC-unrelevant, zu speziell(nischig)/zu klein wasauchimmer ist. Dann gibt es natürlich auch Medien, die eine redaktionelle Berücksichtigung an entspr. Werbeengagement koppeln oder man selber einen Mitbewerber zum Medium selbst darstellt (eine regionaler Online-Stellenmarkt darf sich nicht einer Berücksichtigung seiner Lokalzeitung gewiss sein;-). Auch legitim. Who cares at least: Einfach sein Brett weiter bohren;-) statt zuviel Energie ins Ärgern zu investieren.

  • Martin Weigert

    16.09.10 (10:08:18)

    Am Ende ist es (meiner Ansicht nach - und von unserem "Bedarf" ausgehend) nicht viel schwerer und aufwändiger, als im Artikel beschrieben. Wir wollen gar nicht von einem vom Startup beauftragten PR-Experten angeschrieben werden. Wir bevorzugen den direkten Gründer-Kontakt (oder zumindest den eines anderen "Inhouse"-Angestellten) Insofern ist es für Gründer einfach eine Frage der Priorisierung. Und ich bin der Meinung, es wird falsch priorisiert, wenn man diesen Posten gänzlich vernachlässigt. Erst recht, wenn man im Nachhinein womöglich das Gefühl hat, dass es zu wenig Aufmerksamkeit für die eigene Idee gab. Aber ich werd dazu noch einmal einen Leitfaden bringen. Es scheint ja tatsächlich Informationsbedarf zu geben.

  • Steffen Müller

    16.09.10 (10:27:40)

    Interessanter Artikel, via T3N drauf gestolpert. Auch ohne PR-Profi zu sein, würde ich vor einem Anschreiben mich über die Themen und die Person informieren. Dann abgleichen mit meinem Anliegen und Themen, Anknüpfungspunkte suchen und herausstellen. Ähnlich wie bei einem Bewerbungsschreiben.

  • Andreas Bogen

    16.09.10 (15:57:13)

    Hallo Martin, vielen Dank fürs zitieren! Du sprichst ein paar wichtige Punkte an. Gute und konstante Pressearbeit ist mit Sicherheit ein Erfolgsfaktor, den viele Startups mangels Kapazitäten und/oder Know-How vernachlässigen. Ich sehe in Deutschland aber ein weiteres Problem, dass eher in der Erwartungshaltung der Medien und der Öffentlichkeit liegt. Man traut einem kleinen Startup einfach keine echte Innovationsleistung zu. Dies liegt zum einen an dem erwähnten Investitionsverhalten, bei dem Geld vor allem in Nachahmerprojekte fließt. Mit dem Geld kommt dann die Aufmerksamkeit. Zum anderen gibt es die Grundhaltung, dass echte Ideen nur aus den USA kommen können. Man liest sehr oft Sätze nach dem Schema "x ist das deutsche y" (StudiVZ das deutsche Facebook, Zalando das deutsche Zappos etc.). Dass ein kleines deutsches Startup etwas neues erfindet, passt einfach nicht ins Weltbild. Beim Launch von Opportuno haben wir eine durchaus gute Medien-Coverage bekommen. Das Thema InstantView wurde aber in der Regel mit 1-2 Sätzen abgehandelt. Niemand hat hinterfragt, ob dies nun eine gute Idee ist oder nicht, oder ob das Konzept das Potential hat, einmal von einer großen Suchmaschine eingesetzt zu werden. Mir ist bewusst, dass ein ein neues Produkt von Google oder Facebook eine andere Relevanz hat als eine Innovation eines deutschen Startups. Ich würde mir allerdings wünschen, dass man Innovationen mehr Beachtung schenkt. Es ist sehr schwierig, den Aspekt der Neuigkeit reflektiert zu bekommen, wenn man nicht Google oder Apple heißt oder im Silicon Valley gründet.

  • Thomas Gronenthal

    16.09.10 (18:21:30)

    Was ich daran nicht verstehe: Es gibt Agenturen, auch solche, die Startup-Erfahrung haben und budgetmäßig passen. Wir haben von Alando angefangen über 50 Startups betreut, Mantelabkommen mit Investoren wie T-Venture oder Neuhaus Partners oder dem HTGF machen den Startups den Schritt noch einmal angenehmer und schlicht preiswerter. Ich erlebe oft, das einfach SEO- und SEM-Geld recht fleissig ausgegeben wird - damit ist aber kein Image zu erzielen, höchstens ein paar Leads. Image und Leads gemeinsam, sprich Absatz, Traffic UND ein öffentliches Bild inklusive einer suchmaschinenoptimierten Online-PR - das ist ein effektiverer Weg! Leider wird das selten gesehen. Wenn ich mir den Track Record meiner Agentur ansehe, dann hat die PR immer auch eine Wettbewerbskomponente enthalten: Wer öffentlich eine Marke ist, wird schwerer zu kopieren. Auch ein Argument....

  • andy lenz

    17.09.10 (07:27:07)

    super artikel wie so oft sprichst du mir aus der seele! die gründer selbst kommen leider viel zu selten mit einer coolen ehrlichen story und z.b. beta-invites für unsere leser, stattdessen bekommen wir bei t3n oft platte pr-agentur-abfeier-pms mit allerhand superlativen.

  • Klaus Wolfrum

    18.09.10 (09:10:09)

    >> Niemand hat hinterfragt, ob dies nun eine gute Idee ist oder nicht, oder ob das Konzept das Potential hat, einmal von einer großen Suchmaschine eingesetzt zu werden. >> Vielleicht sagt das nicht nur ausschließlich etwas über den Kommunikationsskil eines Startups aus, sondern auch über die Qualität des (Fach)journalismus bzw. auch deren Netzmedien/Tech-Blogszene. Wenn Ihr das für Opportuno tatsachlich entsprechend kommuniziert habt, ist da eine Innovation bei manchem Journalisten gut vorbei gerauscht. So kann man das ruhig auch mal sehen. Journalisten und Blogger haben hier und da noch zuviel Instanzdenken und sehen von einem Schemel zu oft Unternehmen in der Bringschuld für Geschichten. Für PR-Pitches mag das ja durchaus o.k. sein, für die echten(!) Storys für ihre Leser wird es jedoch langfristig nicht mehr reichen. Kurz: Auch die Techblog-Szene hat vlt. auch ein Aufmerksamkeitsproblem. Das ist jedoch eine subjektive Feststellung von mir, nicht auf netzwertig bezogen und hängt natürlich auch mit einem Monetarisierungsporoblem von Netzmedien allgemein zusammen.

  • Christian

    22.09.10 (00:13:46)

    OK, ich kann verstehen, dass eine Blog-Erwähnung auf Eurer Site bestimmt nicht schlecht ist. Aber wenn man als Startup ein Interesse an Erwähnungen in den allgemeinen Medien hat, wird man sich doch eher umschauen, welche Dienste Pressemitteilungen effektiv verbreiten, anstatt einzelne und fremde Leute anzuschreiben?

  • Ralf Schlieper

    01.10.10 (06:32:07)

    Ich möchte hier Klaus Wolfrum beipflichten; als Startup steht man nur zu oft vor der Entscheidung: ein begrenztes Zeit- und Finanzbudget entweder für die Portalweiterentwicklung, SEO-Optimierung die Kundenbetreuung und den CI-Aufbau zu verwenden ODER umfangreichere authentische PR-Arbeit zu betreiben. Natürlich wäre PR-Arbeit in der Startup-Blogszene wichtig, aber am Ende wählt man dann doch die Optimierung des eigenen Startups, damit mehr Besucher kommen. In der Blogszene wird auch nur zu oft über die Giganten wie Facebook, Google und venturekapitalfinanzierten Startups berichtet. Da fühlt man sich dann als nicht zugehörig.

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