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24.11.10Leser-Kommentare

Startups: Ein Unternehmensblog tut nicht weh

Ich abonniere Unternehmensblogs von Startups mit Hilfe des nützlichen Tools Yahoo Pipes. Allerdings musste ich feststellen, dass selbst bei jungen Webfirmen ein Corporate Blog nicht selbstverständlich ist.

Ich weiß nicht, welche Bedeutung Yahoo in eurem Internetalltag hat. Sofern Flickr und Delicious angesichts ihres eigenen Brandings in dieser Betrachtung ignoriert werden dürfen, vermute ich, eine sehr geringe. Wenn ihr nicht gerade Yahoos Webmail-Dienst verwendet oder zu den 2,3 Prozent der Nutzer gehört, die Yahoos Suchmaschine einsetzen (die mittlerweile ohnehin von Bing angetrieben wird), dürftet ihr wie ich nur sehr selten mit dem einstigen Webpionier in Kontakt kommen.

Yahoo PipesEin echtes Highlight hat das sinkende Yahoo-Schiff aber allen Webworkern, Bloggern, Journalisten sowie Marketing- und PR-Profis doch noch zu bieten: Yahoo Pipes. Mit diesem hochgradig geekigen Tool lassen sich verschiedene Arten von Webinhalten kombinieren, aggregieren, filtern und neu zusammenstellen. Meine zwei primären Einsatzgebiete von Pipes sind das Vereinen von Google Alerts zu spezifischen Suchbegriffen in einem RSS-Feed sowie das Aggregieren der Blogs-Feeds vielversprechender Startups ebenfalls mit dem Ziel, daraus einen handlichen RSS-Feed zusammenzustellen.

Vor drei Jahren hatte ich beschrieben, wie man Yahoo Pipes für das "Presseclipping 2.0" einsetzen kann. Der Artikel ist bis auf die darin erwähnte nicht mehr existierende Blogsuchmaschine blogato noch immer aktuell, da sich Pipes seitdem nicht groß verändert hat (was auch recht viel über das Innovationstempo von Yahoo aussagt).

Vor einigen Tagen nahm ich mir eine Stunde Zeit, um die erwähnte Pipe mit gesammelten RSS-Feeds von Corporate Blogs unterschiedlichster Onlinedienste auszumisten und mit den Feeds der Startups zu bestücken, über die wir in den vergangenen Monaten bei netzwertig.com berichtet haben.

Doch zu meiner Überraschung (und Bestürzung) musste ich feststellen, dass ein kleiner, aber dennoch signifikanter Teil der Services, die ich zu meiner Pipe hinzufügen wollte, kein Unternehmensblog anbietet. Zwar gab es zumeist Pressebereiche mit einer Auswahl aktueller Mitteilungen, aber die bringen mir wenig, sofern kein dazugehöriger RSS-Feed bereitgestellt wird (was selten der Fall ist).

Dass sich das ein oder andere traditionelle Industrieunternehmen oder manch Mittelständler aus dem Offline-Sektor davor drückt, ein Unternehmensblog zu betreiben, kann ich nachvollziehen. Von Startups mit digitalem Kerngeschäft allerdings hätte ich nicht erwartet, dass sie eine derartig essentielle und vor allem mit minimalem Aufwand verbundene Gelegenheit verstreichen lassen, Presse, Blogger, aktuelle und zukünftige User sowie potenzielle Geldgeber an sich zu binden. Denn das geht mit einem Blog tausendmal besser als mit einer gesichtslosen Zusammenstellung von Pressemitteilungen.

Mit diesem Artikel verfolge ich gleich zwei Ziele: diejenigen unter euch, die Yahoo Pipes noch nicht kennen, auf dieses sicherlich recht komplexe aber geniale Tool aufmerksam zu machen, und gleichzeitig an sämtliche jungen Internetunternehmen zu appellieren, ein regelmäßig aktualisiertes Blog bereitzustellen, in dem man sich über den Entwicklungsstand informieren kann, auf das man im Sinne des Mehrwerts für Leser gerne verlinkt (im Gegensatz zu einer trockenen, mit unnötigem Ballast aufgeblasenen Pressemeldung) und das man per RSS abonnieren kann - entweder via Pipes oder direkt als eigener Feed im RSS-Reader.

Wer hätte gedacht, dass man kurz vor dem Jahr 2011 noch auf die Vorzüge eines Corporate Blogs hinweisen muss...

Kommentare

  • Andreas

    24.11.10 (13:47:26)

    Schon mal dran, das diese Startups ihren Blog vielleicht lieber als Facebook Seite führen? A propos Facebook Seite: Ihr schafft es immer noch nicht, eure hier veröffentlichten Artikel zeitnah auch auf eurer FB Page zu publizieren. Und wenn dann doch mal ein Artikel auf der FB Page vorhanden ist, und man klickt diesen auf FB an, dann wird dieser Artikel in einem grottenhäßlichen, nicht lesbaren Layout in FB angezeigt, anstatt nur nach hier zu verlinken. Soviel zum Thema 2011... ;)

  • Dave Hertig

    24.11.10 (13:48:11)

    Nach meiner Erfahrung tut es vielen eben doch irgendwie weh. Immerhin erfordert es Zeit, Energie und Kreativität. Als PR-Mensch höre ich: Wir haben keine Zeit. Wir können nicht schreiben. Wir haben nichts zu erzählen. Es läuft so gut, da arbeiten wir lieber statt «Werbung» zu machen. Vielleicht sollten wir einen praxisorientierten Kurs anbieten, dessen Resultate ein machbarer Redaktionsplan plus die 10 ersten Blog Posts sind.

  • Martin Weigert

    24.11.10 (14:51:27)

    @ Andreas So seltsam das für dich klingen mag, aber es sind technische Probleme, welche im Weg stehen. Es ist nicht so, dass wir nicht wollen. Aber du hast recht, dass es blöd aussieht. @ Dave Dein fiktives Angebot an Kunden klingt doch ziemlich sinnvoll. Persönlich erwarte ich keine langen Einträge. Lieber kurz und mit den wichtigsten Infos. Romanschreiber und zukünftige Pulitzer-Preisträger sind nicht gefragt ;)

  • Andreas

    24.11.10 (15:35:20)

    @Martin: Ich weiß ja mittlerweile, das technische Probleme die Ursache sind. Aber wieso so lange? Ich meine, wir fliegen mittlerweile zum Mond und noch weiter, und haben bald 2011, da müsste sich doch eigentlich jedes Problem schnell in den Griff kriegen lassen, oder? Macht hinne... ;)

  • Jürgen Messing

    24.11.10 (17:08:10)

    An der Sache mit der Innovationsbereitschaft von Yahoo! ist was dran. Habe mir gleich Pipes angesehen (toller Tipp) und wollte dort das Einführungsvideo ansehen. Statt Video, der Hinweis, ich müsse Flash installieren. Ach ja, dummes iPad. Das kann das ja gar nicht. Ob man das bei Yahoo! schon weiß?

  • rob d

    24.11.10 (18:16:05)

    "Meine zwei primären Einsatzgebiete von Pipes sind das Vereinen von Google Alerts zu spezifischen Suchbegriffen in einem RSS-Feed sowie das Aggregieren der Blogs-Feeds vielversprechender Startups ebenfalls mit dem Ziel, daraus einen handlichen RSS-Feed zusammenzustellen." Hilf mir mal bitte auf die Sprünge Martin, wo ist da jetzt der genaue Vorteil zu normalen RSS-Feeds? Kenn mich mit Yahoo Pipes nicht aus, aber Google Alerts kann ich ja direkt als RSS-Feed abonnieren und Unternehmensblogs hab ich in meinem normalen Reader.

  • Marcel Weiß

    24.11.10 (21:30:28)

    Für Feedreader wie Netvibes u.ä. ergibt eine Pipe Sinn, die alle Corporateblog-Feeds zusammenfasst. Aber wo liegt der Vorteil einer Pipe gegenüber dem direkten Abonnieren der Feeds, wenn man, wie du und ich, Martin, GoogleReader einsetzt?

  • Martin Weigert

    25.11.10 (00:38:12)

    Natürlich kann man 50 Corporate-Blogs abonnieren. Das sieht dann entsprechend "unaufgeräumt aus". Oder man hat einen (1) handlichen Feed, den man außedem filtern kann, um z.B. bestimmte Wörter zu entfernen, und den man in Form eines einzigen Links mit anderen teilen kann. Praktisch sind die Filter auch bei Alerts, um z.B. Dubletten herauszufiltern.

  • Stefan

    25.11.10 (10:40:11)

    Stimmt. Ein Unternehmensblog tut nicht weh. Und es ist super, um als junges Startup ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie man seine Nutzer am besten anspricht und wie man sich präsentiert. Deswegen bloggen wir, bevor es uns überhaupt offiziell "gibt". Dafür möchte ich ein Bienchen ^^ Stefan

  • Jan Thomas

    26.11.10 (12:41:35)

    Wir haben vor längerer Zeit mit Pipes mal unser eigenes Alltop-Experiment gestartet. Die Keyword-Filterung war ein bisschen lästig, aber ansonsten ist´s ein prima Tool. Ergebnis siehe: http://www.media-inthemix.com/

  • Michael Krause

    05.04.12 (08:47:22)

    Das Hauptproblem beim Unternehmensblog ist, denke ich, ist 1. dass die Verantwortlichen den wirklichen Mehrwert (mehr Webseitenbesucher, Expertisenpräsentation, online eingeleitete Kundenkontakte) nicht sehen. Für sie ist es eher ein unnötiger Zeitfresser, und 2. dass es an konkreten Handlungsanweisungen fehlt, welche Schritte online generell zu gehen sind und wie sich ein Blog gemeinsam mit einem Infoletter, einem Facebook-Auftritt und passenden Landing Pages zu einer einfach umsetzbaren Gesamtstrategie verknüpfen lässt. Wer es schafft, diese beiden Probleme für seine Kunden zu lösen, knackt auch den KMU-Online-Code.....wir arbeiten dran! ;-) Grüße aus Stuttgart, Michael

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