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10.11.11Leser-Kommentare

Startup-Metropole und Silicon Valley-Pendant: Wann begann die Berlin-Euphorie?

Keine Woche vergeht ohne schillernde Medienberichte zum Berliner Startup-Boom. Doch wann begann eigentlich der Hype um die Hauptstadt?

 

Foto: stock.xchngHätte man mir vor zwei Jahren erklärt, dass Ende 2011 Berlin hinsichtlich des Potenzials für junge Startups mit dem Silicon Valley verglichen wird und kaum ein Tag vergeht, an dem regionale, überregionale und internationale Publikumsmedien oder Tech-Blogs den Aufstieg Berlins zur neuen Internethauptstadt in Europa nicht thematisieren - ich hätte mich zwar gefreut, aber es wahrscheinlich nicht geglaubt.

Doch genauso ist es gekommen. Der Beweis für die letzten drei Tage: Mike Butcher greift bei TechCrunch Europe das Aufblühen der Hauptstadt im Zusammenhang mit einem Bericht über die veränderten Rahmenbedingungen europäischer Blogs auf, Om Malik vom US-Blog GigaOm berichtet über Amazons Bestreben, sich in Berlin niederzulassen und so die steigende, durch den Startup-Boom verursachte Nachfrage nach technischer Infrastruktur besser bedienen zu können und Berlins Stadtmagazin Tip ruft mit Blick auf die Ereignisse in der Stadt und mit einem lässigen Foto des Amen-Gründerteams auf dem Titel die Revolution der Nerds aus.

So sieht mittlerweile eine typische Medienwoche aus. Vergangene Anekdoten und Reportagen zur Gründermetropole Berlin fanden sich unter anderem bei Spiegel Online, beim ZDF , beim Wall Street Journal, bei The Next Web, bei Reuters, bei Wired und CNN. Kurzum: Es ist schwer, ein führendes Medienangebot zu finden, das den Berlin-Hype bisher nicht aufgegriffen hat.

Auch wir haben die Entwicklung in letzter Zeit häufiger beleuchtet, unter anderem im April ("Jeder vierte Internetdienst kommt aus Berlin"), Juli ("Die deutschen Startup-Aushängeschilder") und August ("Warum Tech-Cluster wichtig sind", "Die neue Startup-Generation aus Deutschland"). Einige Monate zuvor, im Januar, hatte der US-Investor Matt Cohler Startups die richtungsweisende Empfehlung gegeben, lieber in Berlin statt im Silicon Valley zu gründen.

Schneeballeffekt

Was gerade rund um Berlin passiert, gleicht dem klassischen Schneeballeffekt: Zu Anfang existierten lediglich einige wenige der vielversprechenden, in neuen, globalen Bahnen denkenden Startups. Diese zogen erste Neugierige und Nachahmer (im positiven Sinne) an und gewannen die Aufmerksamkeit von Fachblogs und Wirtschaftsmedien. Plötzlich geisterten Begriffe wie "Gründerboom", "Startup-Hauptstadt" und "Silicon Valley Europas" herum, was weitere Entrepreneure und Investoren animierte, sich auch in der Hauptstadt niederzulassen - wodurch auch beim letzten Nachrichtenportal das Interesse wuchs, die Startups von der Stadt an der Spree ins Rampenlicht zu stellen.

Typisch für den Schneeballeffekt ist, dass man diesen erst realisiert, wenn die Schneekugel massive Ausmaße angenommen hat. Zu diesem Zeitpunkt ist es dann gewöhnlich schwer, den Ursprung des Schneeballs zu identifizieren. Doch genau das möchten wir tun - mit eurer Hilfe.

Wann begann der Hype?

2011 ist zweifellos das Jahr, in dem Berlin als Gründer- und Startup-Hotspot zum Mainstreamthema wurde. Doch die Wurzeln des Hypes dürften bereits im Vorjahr zu suchen sein, wenn nicht sogar noch früher. Vorausgegangen waren Lobeshymnen über das einzigartige Nacht- und Clubleben der Stadt - für viele junge Wahlberliner eines der schlagenden Argumente für den Umzung in die Hauptstadt. Im Februar dieses Jahres titelte Hollywood Reporter begeistert "How Berlin Became the Coolest City on the Planet".

Mai 2010 als Schlüsselmoment

Im Mai 2010 traf ich SoundCloud-Gründer Alexander Ljung auf der Next-Konferenz zum Interview. Er und sein Compagnon Eric Wahlforss zogen im Jahr 2007 von Schweden nach Berlin, um dort mit SoundCloud ein Musikstartup aufzubauen. Heute gehört der Dienst zu den international erfolgreichsten Gründungen aus der deutschen Hauptstadt. In den vergangenen Jahren spielte er eine elementare Rolle in der Etablierung des Images Berlins als idealer Ort, um eine Internetfirma zu gründen - sowohl durch seine Vorbildfunktion, aber auch durch die rege Vernetzung mit anderen angehenden Entrepreneuren.

Im Interview vom Mai 2010 sprachen wir zwar auch viel über Berlin. Von der Euphorie, die heute zu beobachten ist, war damals jedoch noch keine Rede. Die letzten Worte von Ljung verdeutlichen aber, dass der Boom bereits in der Luft lag: "Wenn sich ein signifikanter Teil der Internetwirtschaft an einem Ort konzentrieren würde, denke ich, dass deutsche Webfirmen international sehr viel erfolgreicher wären. Ich vermute, Berlin ist da gerade auf einem sehr guten Weg…"

Ebenfalls im Mai 2010 veröffentlichte Dean Fankenhauser bei The Next Web einen Artikel mit der Überschrift "Why Berlin Needs To Become Europe’s Silicon Valley". "Mit ein wenig Hilfe und Zielstrebigkeit glaube ich, dass Berlin ein perfekter europäischer Cluster für Startups werden könnte", so Fankenhauser. Er sollte recht behalten.

Im selben Monat durchbrach SoundCloud die Marke von einer Million registrierten Nutzern und verschaffte sich damit nicht nur auf internationaler Ebene Gehör, sondern markierte auch Berlin als Heimat aufstrebender, dynamischer und innovativer Startups auf der internetgeschichtlichen Landkarte.

Der Mai des vergangenen Jahres scheint somit eindeutig ein Schlüsselmonat für Berlin gewesen zu sein. Die Frage ist, ob es schon davor signifikante Ereignisse gab, die den beschriebenen Schneeball ins Rollen brachten. Die auch im Ausland beachtete Fünf-Millionen-Euro-Kapitalspritze für wooga im November 2009 könnte ein wichtiger Moment gewesen sein. Und im Mai 2009 stellte deutsche-startups.de fest, dass in Berlin die meisten Startup-Gründungen stattfanden - was allerdings angesichts der Einwohnerzahl normal erscheint und somit nicht als Indiz für den sich abzeichnenden, grenzübergreifenden Berlin-Boom gelten kann.

Wir würden uns über eure Kommentare freuen, wann ihr zum ersten Mal den Eindruck hattet, dass in Berlin ein europäischer Tech-Cluster am Entstehen ist - ausgehend von euren eigenen Erlebnissen und Beobachtungen oder basierend auf den Aussagen und Berichten, auf die ihr im Netz, bei Blogs und Newssites gestoßen seid. Erinnert ihr euch noch?

(Foto: stock.xchng)

Kommentare

  • Eric Eitel

    10.11.11 (08:59:43)

    Ex-zanox CEO Thomas Hessler hat es immerhin schon 2008 gewusst :-) http://zanox.now-interactive.com/de/zanox/press/news/pr16102008DE.html

  • Niko

    10.11.11 (09:50:34)

    Endlich passiert etwas in Berlin, ich bin in Paris aufgewachsen und damals vor 30 Jahren war es ein bisschen das Stiefkind. Manche der Startups werden natürlich auch verschwinden. Ich lebe seit 25 Jahren in München, war 20 Jahre dort in der IT-Industrie, die Stadt nennt sich auch Silicon Valley, es sind aber mehr die etablierten Konzerne hier, Apple, Microsoft, Distributoren wie Ingram Micro und Tech Data. Gerade auf der Google Seite gefunden: Munich is often called the “German Silicon Valley,” so it’s no surprise that Google’s Munich’s office is the place to be for software engineers who want to push the limits on distributed systems, scale and performance. Oder im IT-Jobboard.de "In München gibt es mehr Unternehmen in der IT- und Kommunikationsbranche als in jeder anderen Stadt Deutschlands, dementsprechend hoch ist die Anzahl der IT-Jobs. 8.250 ITK-Firmen beschäftigen mehr als 54.000 Mitarbeiter und treiben damit Innovation und Wachstum in der bayerischen Landeshauptstadt voran. München und sein Umland zählen neben dem Silicon Valley, Boston und Tel Aviv zu den fünf wichtigsten Wirtschaftsregionen der Welt." Ich persönlich baue hier seit drei Jahren ein gemeinnütziges Projekt auf, ein Zeitzeugenarchiv der Oral History www.memoro.org (es gibt wohl Probleme hier einen Link einzubauen :-), aber er scheint zu funktionieren): , gegründet in Italien, nun in zehn Ländern online. Xing etc. sitzt in Hamburg, es verteilt sich doch über die Republik, ist auch gut so.

  • Benjamin Rohé

    10.11.11 (10:01:55)

    Bad news für alle Hipster: dieser "Trend" ist schon seit 11 Jahren da: http://www.berliner-zeitung.de/archiv/zehn-jahre-einheit---manche-nennen-die-chausseestrasse-zwischen-mitte-und-wedding-schon--silicon-street---wegen-der-vielen-neuen-computer-firmen--doch-fuer-die-bewohner-hat-sich-nur-wenig-geaendert--zwischen-imbiss-und-internet,10810590,9839274.html Aber diese Zeit haben die wenigsten mitgemacht, die heute davon erzählen wie cool Berlin JETZT endlich ist.

  • Jürgen Auer

    10.11.11 (10:16:58)

    Als hier in Berlin Lebender (und genaugenommen mit Server-Daten auch ein 'kleines Startup' betreibend): Das, was nun als Berlin-Hype bezeichnet wird, ist für mich eher die Folge einer globaleren Entwicklung: Berlin war seit Ende der 90-er bis etwa 2006 'etwas in Agonie' - wachsende Schulden, Hartz-IV-Hauptstadt (ist Berlin bis heute mit großem Abstand bsp. in bezug auf die Arbeitslosenquote). Die WM 2006 mit den vielen ausländischen Gästen war da die Initialzündung. Seither haben bsp. die Touristenzahlen massiv zugenommen (auch begünstigt durch die Billigflieger). Ab etwa diesem Zeitpunkt gab es eine weitere Modernisierungswelle in Wohnungen und Häusern. So wurde bsp. erst zwischen 2007 und 2010 das Kaufhaus Jonaß ( http://de.wikipedia.org/wiki/Kaufhaus_Jona%C3%9F ) umgebaut und modernisiert, das jetzt als Soho House Berlin bekannt wird. Gleichzeitig ist das Leben in Berlin immer noch vergleichsweise günstig, was für Startups (grade Bootstrapping-Gründungen) sehr hilfreich ist. In diesem Sinne ist Berlin seit etwa 2006 erneut massiv im Umbruch und Aufbruch - die Internet-Startupszene ist da nur ein kleiner Teil davon.

  • Ali

    10.11.11 (12:54:46)

    @Benjamin: Die Berliner Zeitung kennt wohl nicht die Funktion des "Absatzes". Der ganze Artikel hat nicht einmal einen Absatz .... heffttttttttttttiggggggg

  • TheRiddler

    10.11.11 (12:54:59)

    Es gibt keinen "Berlin Boom". Ihr habt den nur jetzt herbei geschrieben. Der "kreative" "Berlin Boom" ist eher vorbei und die Karawane zieht weiter. Jetzt kommen ein paar mehr Konservative, Nerds, Spinner und Schwaben nach Berlin - tja und schon steigen die Preise. Noch 3 - 5 Jahre und dann gibt es hier kein "billig billig" mehr.

  • M

    10.11.11 (13:02:10)

    Ich glaube es war der Zuzug von Soundcloud nach Berlin.

  • Jens

    10.11.11 (14:02:38)

    Ich finde das alles ein wenig übertrieben. Außer Soundcloud und Wunderkind: welches international erfolgreiche Start-Up kommt denn aus Berlin?

  • Martin Weigert

    10.11.11 (14:14:22)

    @ Eric Naja das ist imo reine PR-Speak. Und Zanox ist sicher nicht das Unternehmen, das man als erstes mit dem Berliner Internetfrühling verbindet. @ Benjamin Rohé 2000 und heute ist nicht vergleichbar, damals war es ein globaler Trend Im Zuge der Kommerzialisierung des Internets, kein lokaler wie heute. Außer das von eBay übernommene Alando - welche Berliner Startups spielten damals international eine Rolle? @ Jürgen Auer Ja die WM schien wirklich eine Art Initialzündung für das neue, internationalere Berlin gewesen zu sein. @ TheRiddler Jeder Boom wird zu einem gewissen Teil herbeigeschrieben. @ M Den Start von SoundCloud sehe ich ja auch als ganz wichtiges Ergeignis - allerdings dauerte es danach ja noch einige Jahre, bis jeder über Berlin sprach. @ Jens Z.B. noch wooga und ResearchGate. http://netzwertig.com/2011/07/21/wooga-soundcloud-researchgate-die-deutschen-startup-aushangeschilder/ Außerdem: Die Entwicklung ist noch jung. Entscheidend ist nicht, was jetzt schon Big Player ist, sondern was in 1-2 Jahren Big Player werden kann. Und da gibt's mittlerweile viel.

  • Sascha

    10.11.11 (14:20:34)

    Es handelt es sich nicht um einen Hype. Berlin ist die Hauptstadt der führenden Industrienation in Europa, die größte Haupstadt in der Euro Zone, hier wurden TV, Computer, Currywurst, Kondom und die elektrische Straßenbahn erfunden, Konzerne mit denen sich süddeutsche Provinzhauptstädte heute schmücken sind hier gegründet. Die Hälfte aller deutschen Nobelpreisträger haben hier gelehrt und geforscht, es gibt 12 Hochschulen und 140.000 Studenten. Kein Hype sondern Teil eines Comebacks in mehreren Akten.

  • Martin Weigert

    10.11.11 (14:28:03)

    Ich finde, Hype ist nicht automatisch etwas Negatives. Hype ist notwendig, um auf Dinge aufmerksam zu machen und Kräfte freizusetzen.

  • Eric Eitel

    10.11.11 (15:25:00)

    @Martin Na klar ist das PR-Speak, kommt ja auch von mir. Und die Kollegen auf der Redaktionsseite haben den Silicon Valley-Hype bereitwillig aufgegriffen. Et voilà - Diskurse werden halt auch "gemacht".

  • Sebastian

    10.11.11 (16:12:37)

    Im Jahr 2006 ist Berlin in jedem Fall vom "Experimentellen" ins "Etablierte" gekippt: Auf ein Mal überall nur noch zahllose ziemlich junge internationale Partynasen mit wenig Kondition... eine zusehend weichspüligere Technoszene und überfüllte Outdoor-Raves mit Italienergrüppchen, die auf der Tanzfläche mit Rucksäcken rumstehen waren die Folge. Es gelangten schließlich die zusehends etablierteren Löcher wie die Bar25 und andere hedonistische Rekordhalter im Dauerfeiern weltweit in die Magazine, die die temporären Party-Locations ablösten. Ebenso zeichneten sich bspw. mit dem Weekend und anderen auf das Geld und den Mainstream fokussierten Clubs Tendenzen ab, die erst den Weg zu derart "unberlinerischen" & elitären Etablissements wie dem SOHO House geebnet haben. Parallel zur Sanierungswelle rund um "Mediaspree & Co." wurde dann letztlich allen jungen Leuten in der internationalen Provinz klar, dass der Prenzlauer Berg und Friedrichshain tot sind. Die Konsequenz: Die in allen Magazinen/Blogs/Guesthouses zu lesende/hörende Ansage im Jahr 2009, dass Neukölln gerade auf der Welt "the place to be" ist. Der Rest ist Geschichte... Heute stellt eine internationale Heerschar arbeitswilliger Hippster Anfang zwanzig, die gerade dabei ist alle Hartz4-Empfänger aus Neukölln an den Stadtrand zu vertreiben, weil sie jede irrwitzige Miete zu zahlen bereit ist, den Talentpool, den die neuen Startups dringend benötigen: Unterbezahlte, technisch versierte, kontaktfreudige und dazu noch multi-linguale Schweden, New Yorker und Spanier, die gerne mit iBooks in Co-Working Spaces abhängen ;-)

  • Martin Weigert

    10.11.11 (16:25:16)

    Schönes Ding. Kompakt und soweit ich das beurteilen kann sehr treffend. Wobei das Weekend durchaus seinen Reiz hatte. Keine Ahnung, war lange nicht mehr da. Aber gibt's ja auch schon etwas länger als seit 2006 ;)

  • Christoph Salzig

    11.11.11 (09:22:00)

    2010 und 2011 haben jeweils im Mai einige der einflussreichsten Blogs die Bedeutung Berlins als europäische Keimzelle für Web Start-Ups hervorgehoben. Zufall? Wohl kamu. So zeigt der Beitrag von Sarah Lacy bei Techcrunch (http://tcrn.ch/sKn1RX), mit dem sie Berlin hypt und London "verabschiedet" recht deutlich, wie diese Mechanismen funktionieren. Sie war als Sprecherin bei der NEXT und hat sich - wie auch die Kollegen von The Next Web - Zeit genommen, Start-Ups zu besuchen und mit ihnen zu sprechen. Es braucht - wie ähnliche Veranstaltungen in Amsterdam oder eben früher London zeigen - derartige internationale Konferenzen, um einerseits Start-Ups eine Plattform und andererseits aber auch ganz simpel Berichterstattern aus dem Ausland einen Anlass zu bieten, sich mit Berlin auseinanderzusetzen. Einzig Paris will es trotz LeWeb nicht gelingen, sich als Gründer- und Innovationszentrum zu inszenieren. Vielleicht aber leigt das ja auch daran, dass Loic LeNeur selbst das sonnige Kalifornien vorzieht;-)

  • Martin Weigert

    11.11.11 (09:34:12)

    Jetzt wäre es aber angebracht, wenn du darauf hinweist, dass du für die PR der Next zuständig warst. Aber zugegeben: Daraus lässt sich ein netter Case konstruieren ;)

  • Christoph Salzig

    11.11.11 (09:40:54)

    @Martin: Das stimmt, was die NEXT11 angeht. Aber: Wir haben Sarah Lacy nicht auf die Bühne gebracht, das waren die Macher der NEXT. Außerdem konnten wir ja nur das umsetzen, was uns angeboten wurde, daher würde ich unsere Rolle in aller Bescheidenheit nicht überbewerten wollen;-) Einen Kommentar möchte ich aber dann doch noch loswerden: Es war sehr interessant zu beobachten, wie sehr die internationalen Blogger und Berichterstatter Berlin und die NEXT gemocht haben, während es aus deutschen Gefilden den einen oder anderen Kommentar gegeben hat, der sich über zu wenig Bier oder die sanitäre Situation aufgeregt hat, anstatt das große Ganze zu sehen. BTW: Bei Kongressen in Amsterdam, Stockholm, Paris oder London konnte ich mich noch nie tagelang auf Kosten der Veranstalter betrinken und gute Vorträge entschädigen doch zumeist für die Unpässlichkeit in der Fliesenabteilung;-)

  • Martin Weigert

    11.11.11 (09:43:13)

    Hatte ggf damit zu tun, dass es 2009 Gratis-Bier mit Next-Etikett gab. Damit war die Messlatte sehr hoch gesetzt ;)

  • Sascha

    11.11.11 (10:32:02)

    Die Next ist doch erst nach Berlin gekommen, als es anfing albern zu wirken Internetkonferenzen in Hamburg zu machen und die Leute anfingen zufragen "Warum sind wir eigentlich hier?"

  • Florian Treiß

    11.11.11 (10:32:04)

    Das erste Mal, dass ich bei einer größeren Veranstaltung ein großes Berlin-Lob gehört habe, war im Januar 2011 auf der DLD in München. Das sagte Stefan Glänzer: "Außer im Silicon Valley, in Bejing oder Shanghai gibt es derzeit wohl kaum eine solche Dichte an Gründergeist wie in Berlin Mitte." Siehe hier http://www.wiwo.de/erfolg/gruender/dld-konferenz-es-fehlt-ein-europaeisches-pendant-zu-google-facebook-oder-amazon/5235480.html

  • Martin Recke

    11.11.11 (13:56:14)

    Wir haben Anfang September 2009 darüber nachgedacht, die NEXT aus Hamburg nach Berlin zu verlegen. Damals war schon absehbar, was in Berlin geschehen würde und jetzt ja auch gerade passiert. Die Initialzündung für uns war die JSConf.eu, die seit 2009 in Berlin stattfindet und u.a. von Holger Blank organisiert wird, dem Technikgeschäftsführer von SinnerSchrader. Im Mai 2010 fand dann die erste NEXT in Berlin statt, und seit kurzem heißt sie auch ganz offiziell NEXT Berlin. Nomen est omen.

  • Mirko Riedel

    13.11.11 (14:24:37)

    Wir sind bereits 2006 aus München nach Berlin gezogen. München kam uns damals als Umfeld zu statisch vor. In Berlin gab es etwas zu entdecken. Internationales Flair, der Spannungsbogen zwischen Ost und West und günstige Mieten plus Gehälter waren damals interessante Punkte. Heute, 5 Jahre später ist Berlin etwas etablierter, etwas cooler, aber nicht weniger interessant. Die wirklichen finanziellen Vorteile gegenüber anderen deutschen Standorten, sind weniger geworden. Die Kostenersparnis zu London oder Paris jedoch immernoch signifikant. Inzwischen ist der Boom so etwas wie eine self fulling prophecy. Ist das schlecht? Nein, es ist gut. Die Eigendynamik sorgt für volkswirtschaftlich wichtige Clusterbildung. Hoffentlich hält der Boom noch lange an, auch wenn die Kostenvorteile damit marginalisiert werden.

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