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28.12.10 09:00, von Martin Weigert

Springpad: Digitales Notizbuch und Aufgabenverwaltung in einem

Springpad ist eine Mischung aus Onlinenotizbuch und Aufgabenverwaltung. Der bereits länger existierende US-Dienst überzeugt durch eine intuitive Benutzerführung, ein angenehmes Design und eine bemerkenswerte Schnelligkeit.


 

Das Jahr hat 365 Tage, und auch wenn viele Netzbeobachter mental (oder öffentlich) bereits Anfang Dezember ihr persönliches Fazit in Bezug auf Lieblingsanwendungen ziehen, kann sich die persönliche Favoritenliste kurz vor dem Jahreswechsel noch einmal ändern. Genau das scheint mir gerade zu passieren.

Twitter-Nutzer Alexander Kaiser hat mir vor wenigen Tagen Springpad empfohlen, einen bereits im Jahr 2008 gegründeten US-Dienst zum smarten Verwalten von Notizen, Aufgaben und im Web gefundenen Inhalten. Bei den meisten von euch klingelt es beim Stichwort "Notizen" sicher sofort: Richtig, Springpad befindet sich damit im gleichen Sektor wie Evernote, Clipmarks oder die zwei Schweizer Dienste Memonic (netzwertig.com-Sponsor) sowie useKit.Bevor ich berichte, warum es mir Springpad angetan hat, möchte ich trotz der thematischen Verwandtschaft auf die Unterschiede zwischen den genannten Services hinweisen: Evernote und Memonic zeichnen sich durch eine große Vielseitigkeit der Anwendungsgebiete aus und bieten Tools für den Desktop. Bei Clipmarks steht das Sharing von im Netz aufgefundenen Texten und Medieninhalten im Vordergrund. useKit fokussiert sich auf den kollaborativen Ansatz und den Einsatz bei der Arbeit in Teams.

Überschneidungen gibt es zwischen allen Services, die Benutzerführung, das Design und die mobile Verfügbarkeit unterscheiden sich jedoch stark.

Memonic verwende ich seit einiger Zeit, um im Netz gefundene, besonders gute Infografiken (die leicht in der Masse von völlig sinnlosen Kreationen untergehen) sowie schlagfertige Zitate mit dem Browser-Bookmarklet auszuschneiden und online zu speichern. Mit Evernote hingegen habe ich mich nie richtig anfreunden können. Während der Service von vielen nach maximaler Produktivität strebenden Usern in höchsten Tönen gelobt wird, erscheint er mir seit jeher etwas zu behäbig und hakelig in der Anwendung - auch auf dem iPhone.

Zurück zu Springpad: Die grundlegende Idee des Dienstes ähnelt der der anderen Services. Im Gegensatz zur Konkurrenz dient Springpad aber nicht nur dem Aufnehmen von Content und Bookmarks aus dem Web, sondern beinhaltet auch einen Task Manager, um über das Browserinterface oder die iPad-, iPhone- bzw. Android-App neben Notizen auch Aufgabe zu verwalten. Innerhalb weniger Tage hat Springpad damit meinen bisher bevorzugten Aufgabenverwalter Producteev abgelöst - primär deshalb, weil die Springpad-iPhone-App nicht nur blitzschnell ist, sondern neu angelegte Todos automatisch im Hintergrund synchronisiert - in beiden Punkten ist Springpad Producteev deutlich überlegen.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal von Springpad ist die automatische Anreicherung von gespeicherten Notizen oder Inhalten mit Zusatzinformationen aus dem Netz. Wer beispielsweise eine Pizza backen möchte, verwendet die "Look it up"-Funktion und erhält damit zu der Pizza-Notiz passende Rezepte, Bücher, Restaurants, Weine usw. Ob sich dieses Feature im Alltag bewährt, kann ich noch nicht sagen, aber es ist auf jeden Fall eine vielversprechende Weiterentwicklung des digitalen Notizbuchkonzepts.

Ausschlaggebend für meinen positiven ersten Eindruck ist letztendlich die Usability und Benutzerführung. Springpad ist blitzschnell, hat eine hervorragende Chrome-Erweiterung und sieht sehr gut aus. Alle Funktionen sitzen dort, wo man sie erwarten würde. Es macht ganz einfach Spaß, den Service zu nutzen - eine Aspekt, der nicht immer rationell erklärt werden kann, aber meines Erachtens nach einen hohen Stellenwert hat.

Dieser Artikel ist kein ausführlicher Vergleich. Womöglich würden sich leidenschaftliche Nutzer eines anderen Notiz- oder ToDo-Dienstes bei Springpad gar nicht zu Hause fühlen, sich an der dezent platzierten Werbung stören (der Service ist kostenlos und bringt keine Einschränkungen mit sich) oder bestimmte Features vermissen. Und vielleicht habe ich in einigen Monaten schon wieder einen besseren Service gefunden. Vorerst jedoch werde ich Springpad als Taskmanager meiner Wahl einsetzen und parallel die Notizfunktionen ausprobieren und einsetzen, um zu evaluieren, in welcher Weise der Dienst meinen digitalen Workflow erleichtern und verbessern kann.

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Kommentare: Springpad: Digitales Notizbuch und Aufgabenverwaltung in einem

Sehr interessanter Artikel - werde Springpad auf dem iPhone mal testen heute Abend. Mein Favorit ist im Moment, zumindest was Notizen und Aufgaben angeht: Awesome Note! Super übersichtlich und im Aussehen nahezu frei konfigurierbar. Backup und Abgleich mit Google Docs ist auch eingebaut. Bin total begeistert von Awesome Not - angucken kostet nichts :) Danke für den Tipp und eine schöne restliche Woche noch!

Diese Nachricht wurde von Marc Wiegelmann am 28.12.10 (09:45:53) kommentiert.

Bist aber schon sehr sprunghaft in der Auswahl deines ToDo-Tools, was?

Diese Nachricht wurde von Andreas am 28.12.10 (10:06:31) kommentiert.

Ja gehört zum Job. Ständig untreu ;) (hat aber auch mit der Überschwemmung des Marktes mit Taskmanagern zu tun). Und der Kommentar von Marc zeigt, dass es schon wieder etwas auszuprobieren gibt...

Diese Nachricht wurde von Martin Weigert am 28.12.10 (10:31:04) kommentiert.

Nutze ich schon seit knapp einem Jahr und lege bspw. Notizbücher für Reisen an, in denen ich mögliche Ausflugsziele ablege. Dadurch dass es auf dem Handy offline verfügbar ist, brauch man sich im Ausland auch keine Gedanken um Roaminggebühren machen. Aber auch zum Ablegen von Bookmarks zu denen man mehr speichern will als nur die URL oder Rezepten, Weinen, etc. ist Springpad mehr als geeignet.

Diese Nachricht wurde von René Fischer am 28.12.10 (11:08:35) kommentiert.

Prokastrinatoren beschäftigen sich auch immer wieder mit neuen ToDo-Tools, und haben damit eine geniale Ausrede dafür, das man seine andere Arbeit nicht schafft... ;)

Diese Nachricht wurde von Andreas am 28.12.10 (14:17:27) kommentiert.

Kann es sein, das Springpad nicht für den deutschen Markt ausgelegt ist? Habe jedenfalls gerade versucht, nach deutschen Begriffen in Springpad zu suchen (unter "Look it up"), aber es werden dazu keine oder nur sehr dürftige Ergebnisse angezeigt (z.B. Suche nach "Düsseldorf"). Und was macht man mit seinen ganzen Evernotes oder Instapapers, wenn man auf Springpad umsteigen wollte?

Diese Nachricht wurde von Andreas am 28.12.10 (14:40:54) kommentiert.

Ja das typische Problem von US-Apps. Aber alle anderen Funktionen von Springpad funktionieren unabhängig vom Aufenthaltsort.

Diese Nachricht wurde von Martin Weigert am 28.12.10 (14:50:00) kommentiert.

Interessanter Beitrag, aber ob mich das jetzt wirklich motiviert mein bestehendes System zu ändern ... mal sehen. Jedenfalls bin ich für jeden Denkanstoß dankbar!

Diese Nachricht wurde von Stepanie Braun am 28.12.10 (22:05:53) kommentiert.

Sehe ich das richtig, dass man einzelne Aufgaben in Springpad nicht hinundher schieben kann? Das fände ich dann leider dürftig.

Diese Nachricht wurde von Meeresbiologe am 29.12.10 (11:13:13) kommentiert.

Und vor allem schnell, für meinen Geschmack zu schnell. Nach wenigen Tagen kann man eine Software doch noch gar nicht richtig beurteilen …

Diese Nachricht wurde von Martin am 29.12.10 (16:54:58) kommentiert.

Endgültig nicht. Vorläufig aber schon.

Diese Nachricht wurde von Martin Weigert am 30.12.10 (01:23:52) kommentiert.

Von wo nach wo willst du eine Aufgabe verschieben? Ich versteh nicht ganz, was du meinst.

Diese Nachricht wurde von Martin Weigert am 30.12.10 (01:26:06) kommentiert.

Bei Google Tasks z.B. und etlichen anderen kann man seine Aufgaben nach Priourität in der Reihenfolge hoch und runter schieben. Ohne das macht doch ein Taskplaner überhaupt keinen Sinn, finde ich. Prioritäten ändern sich ständig, bzw. es fällt später eine Aufgabe mit höherer Priourität an. Ich habe das bis jetzt für eine Grundfunktion von Anwendungen für Aufgabenverwaltung gehalten.

Diese Nachricht wurde von Meeresbiologe am 30.12.10 (10:55:17) kommentiert.

Vermutlich gehen durch die Kombination aus digitalem, intelligentem Notizbuch und Taskmanager ein paar speziellere Funktionen verloren. Ich nutze keine derartige Priorisierungen für ToDos, weshalb ich es hier auch nicht vermisse. Aber beim Thema Produktivität hat ja jeder seine eigenen Präferenzen. Eine Alternative wäre, zwei oder drei Ordner für "High Prio", "Medium Prio" und "Low Prio" o.ä. einzurichten.

Diese Nachricht wurde von Martin Weigert am 30.12.10 (11:52:00) kommentiert.

Und wie ist jetzt so der Stand der Dinge Martin? Immer noch zufrieden mit Springpad, oder bereits auf eine Alternative gestoßen? Was hälst du eigentlich von catch.com? Scheint sowas ähnliches wie Springpad oder Evernote zu sein und hat anhand der Bewertungen im Android Market sehr gut abgeschnitten. https://market.android.com/details?id=com.threebanana.notes In eurer netzwertig-Suche konnte ich leider nichts zu der App finden. (Was mich eigentlich schon etwas wundert da sie eigentlich ziemlich bekannt und erfolgreich ist. Da habt ihr auch schonmal weit schlechtere und weniger bedeutende Services vorgestellt.) Gruß, rob d

Diese Nachricht wurde von rob d am 01.06.11 (17:02:42) kommentiert.

Immer noch zufrieden mit Springpad, oder bereits auf eine Alternative gestoßen?
Nee ich nutze es noch. Allerdings nicht täglich (spontane To-Dos speichere ich meist kurzzeitig im Kopf ;)) Hab in der Tat noch nie was von catch.com gehört, aber schau's mir mal an, danke!

Diese Nachricht wurde von Martin Weigert am 02.06.11 (13:13:41) kommentiert.

Kein Problem. Danke auch für die Antwort. Lass es mich mal wissen wenn du auf ne Alternative umgestiegen bist. Gruß, rob d

Diese Nachricht wurde von rob d am 02.06.11 (15:27:35) kommentiert.
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