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03.09.13Leser-Kommentare

Spottster: Digitale Einkaufsliste übertrifft ihr Vorbild

Spottster ist eine digitale Einkaufsliste in Form eines Webclippers, der Artikel aus angeschlossenen Online-Shops mit einem Klick für später speichert und um einen Preisalarm ergänzt. Die US-Vorlage Hukkster hält da nicht mit.

Spottster_LogoEine deutsche Wirtschaftsstudentin stieß bei einem Auslandssemester in den USA auf den Shopping-Clipper Hukkster, lernte die Idee schätzen - und entschied, dass das noch besser ginge. Sie animierte einen Informatiker aus ihrem Bekanntenkreis und beide machten sich ans Werk. Ein Dreivierteljahr später, am vergangenen Sonntag, startet Spottster, ein Webclipper für den Chrome-Browser, der Artikel aus 750 angeschlossenen Online-Shops mit einem Click integriert.

Bei Spottster wandern ausgeschnittene Artikel auf eine Einkaufsliste und werden für später gespeichert. Spottster verfügt aber noch über eine interessante Zusatzfunktion: Bevor der Anwender den Artikel speichert, kann er einen Wunschpreis angeben. Übersteigt etwa die Digitalkamera für 599 Euro das Budget, kann man 529 Euro angeben und sich von Spottster informieren lassen, wann der Preis auf den Wunschwert oder noch darunter gefallen ist.

 

Wir schreiben bei Netzwertig nicht oft über Shopping. Der Hauptgrund ist, dass wir auf diesem sehr umtriebigen Markt dann nichts anderes mehr zu tun hätten. Bei Spottster habe ich jetzt persönlich einmal eine Ausnahme gemacht, weil mir die Geschichte gefällt. Es gibt viele Copycats interessanter Ideen aus den USA, gerade in Deutschland, aber nur wenige, die einen vorhandenen Dienst derart überarbeiten, dass die Vorlage eigentlich überflüssig wird. Anders als Hukkster, das immerhin vom Time Magazine zu den 50 besten Startups des Jahres 2013 gezählt wird, verwendet Spottster kein Lesezeichen für den Browser, sondern ein vollwertiges Bookmarklet, das bei sich bei der Benutzung über den Screen legt. Während Hukkster nur Mode- und Dekoshops umfasst, integriert Spottster Shopping-Seiten aller Art, also etwa auch Elektronik, Möbel, Fahrzeuge oder Arzneien.

Spottster

Ferner ist Spottsters Wunschpreis genauer als Hukksters bloße Benachrichtigung, dass ein Produkt als Angebot deklariert wird. Kleiner Wermutstropfen allerdings: Der Preisalarm funktioniert nur für einen Shop, nicht shopübergreifend. Spottster ist damit kein Preisvergleich. Hinter dem Projekt stehen Freya Oehle und Tobias Kempkensteffen. Das Team, das mittlerweile in Hamburg beheimatet ist, besteht aus vier Personen. Ein privater Investor soll eingestiegen sein. Dieser und die beiden Gründer privat haben zusammen mittlerweile über 10.000 Euro in das Projekt gesteckt.

Dass es dabei nicht bleiben soll, zeigt ein Blick auf die Rechtsform des Unternehmens. Oehle und Kempkensteffen gründeten nicht die Spottster UG, sondern die vidiventi GmbH, was darauf schließen lässt, dass noch weitere Projekte folgen. Wenn ein Zweierteam all das kann, warum dann nicht auch andere Unternehmen? Man wundert sich, warum Rocket Internet mit deutlich mehr Kapital an der Hand nur in Ausnahmefällen dazu in der Lage ist, Dinge, die es schon gibt, gleich von Anfang an zu überdenken und zu verbessern.

Nach einer kurzen Recherche habe ich tatsächlich keine bessere Umsetzung eines Shopping-Clippers gesehen als bei Spottster. Es gibt neben Hukkster auch noch PriceGrabber (mehr Preisvergleich), Snapette (nur Design), Wantworthy (Lesezeichen) oder Nifty (deutlich weniger Shops). Spottster braucht sich hier nicht zu verstecken, im Gegenteil, man zeigt vielen der anderen erst, wie es geht. Die Hamburger könnten noch eine große Zukunft vor sich haben.

Link: Spottster

Kommentare

  • Sebastian

    03.09.13 (19:33:21)

    Hallo Jürgen, deine Einschätzung von spottster habe ich gerne gelesen. Du hast vollkommen recht - eine gute Idee mit echt professioneller Umsetzung. Da wir zusammen mit vidiventi in einem Büro sitzen, bin ich sehr nahe dran am Umsetzungsteam. Ich freue mich über den guten Start und wünsche viel Erfolg. Das wird bestimmt großartig. Viele Grüße Sebastian

  • Marc

    23.09.13 (13:19:42)

    auch wenn die Idee bisher am besten umgesetzt wurde, wäre das ganze nichts für meinen Bekanntenkreis. Wenn man einen Artikel recherchiert, möchte man diesen in der Regel auch kurzfristig in den Händen halten, dh nicht erst in X-Wochen/Monaten.

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