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18.05.10

Spotify: Neue Produktpakete geben Anlass zu Spekulationen

Der beliebte Musikdienst Spotify bietet zwei neue Produktpakete. Was manche Nutzer im deutschsprachigen Raum freuen dürfte, gibt gleichzeitig Anlass zu Spekulationen.

Spotify ist DER Dienst, auf den viele Nutzer in Musikdeutschland sehnlichst warten. Anders lässt sich nicht beschreiben, was wir regelmäßig in den Kommentardiskussionen zu Artikeln rund um On-Demand-Streaming-Angebote erleben. Doch bekanntermaßen ist der schwedische Service in Deutschland, Österreich und der Schweiz offiziell nicht verfügbar.

Bisher stellte nicht nur die Überprüfung der IP-Adresse eine Hürde für alle Nutzer aus dem deutschsprachigen Raum dar, die sich dennoch (und auf eigenes Risiko) Zugang verschaffen wollten, sondern auch die Tatsache, dass man zusätzlich eine Einladung benötigte, um ein Konto anzulegen.

Heute jedoch hat Spotify zwei neue Produktpakete gelauncht, die zumindest den letztgenannten Aspekt entschärfen: Ab sofort gibt es in den sieben Ländern, in denen der Dienst offiziell verfügbar ist (seit neuestem auch in den Niederlanden), nicht nur eine abgespekte Premium-Version mit dem Namen "Unlimited", sondern auch eine neue Variante namens "Open". Mit Open erhalten User ohne Spotify-Einladung 20 Stunden pro Monat Zugriff auf die werbefinanzierte Basisversion von Spotify.

Für experimentierfreudige Nutzer außerhalb der Spotify-Märkte bedeutet dies, dass sie den Dienst zumindest eine begrenzte Zeit im Monat einsetzen können, sofern es ihnen gelingt, das IP-Geoblocking zu verhindern. Wie man das macht, ist hier oder auch hier beschrieben.

Spotify betreibt mit den zwei neuen Paketen eine Feinabstimmung seines auf dem Freemium-Modell basierenden Produktportfolios. Die komplette Version inklusive mobilem Zugriff und Offline-Modus kostet monatlich rund 10 Euro, die abgespeckte, werbefreie Premium-Version 5 Euro und die für jeden zugängliche Open-Variante mit in der Dauer begrenztem Zugriff kostet nichts.

Zusätzlich bietet der Service weiterhin die unbegrenzte Nutzung durch das werbefinanzierte Spotify Free. Dafür ist allerdings eine Einladung notwendig, und diese werden von Spotiy sehr restriktiv verteilt. Neben Kooperationen mit Werbepartnern spendiert das Unternehmen einige Invites, wenn man Spotify Premium bestellt. Ob dies nun ebenfalls für Unlimited gilt, ist unklar.

Abgesehen von dem offensichtlichen Ziel, mit den neuen Paketen die Einstiegsbarrieren für eine Registrierung zu senken sowie von Werbespots genervten Anwendern den Schritt hin zur Zahlung eines monatlichen Betrags schmackhaft zu machen, bietet die Entscheidung auch Raum für Spekulationen.

Zum einen wirft der Launch von Spotify Open die Frage auf, ob damit die unbegrenzte Gratis-Version vor dem Ende steht. Ein Spotify-Sprecher wollte sich nicht zu einer entsprechenden Anfrage von uns äußern und verwies darauf, dass außer den heute verkündeten Produktlancierungen alles so bleibt wie bisher.

Angenommen, Spotify zielt tatsächlich nicht darauf ab, die uneingeschränkte Free-Variante in Rente zu schicken, dann könnte man mutmaßen, der Dienst versuche mit "Open" - das wie beschrieben den unauthorisierten Zugriff aus Ländern ohne Spotify-Präsenz erleichtert - in "Problem-Märkten" indirekt Druck auf die Verwertungsgesellschaften auszuüben. Deutschland wäre so ein Fall.

Empfehlenswerte deutsche Spotify-Alternativen sind simfy und steereo.

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