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04.07.11

Spontacts: Mobiler Freizeitplaner für Mutige

Das Schweizer Startup Spontacts will es Menschen mittels einer kostenlosen iPhone-App ermöglichen, spontane Freizeitpartner in der Nähe zu finden. Ab sofort steht der Dienst auch in Deutschland und Österreich zur Verfügung.

 

Menschen, die sich in der selben Gegend befinden, über gemeinsame Interessen und Hobbys in Echtzeit miteinander in Kontakt zu bringen, ist ein bisher von Social-Web-Services vernachlässigter Aspekt. Der Grund dafür dürfte in der Tatsache liegen, dass für eine erfolgreiche Umsetzung eines derartigen Konzepts sowohl eine kritische Masse vorhanden sein muss, als auch dass eine Veränderung sozialer Verhaltensmuster erforderlich ist: Nicht jeder, der spontan Lust auf eine Runde Badmington hat, würde dafür online mit Fremden in der Umgebung Kontakt aufnehmen.

Das Schweizer Startup Spontacts will sich dieser Herausforderung trotzdem stellen - wissend, dass sich im Falle des Erfolgs ein riesiger, unbearbeiteter Markt öffnet.Der Dienst der drei St. Galler Florian Specker, Daniel Kästli und Christoph Seitz soll es Nutzern mit einer kostenfreien iPhone erlauben, ihre Freizeitplanung zu bereichern, indem es zwischen Personen mit gleichen Interessen am selben Ort einen Kontakt herstellt. Seit einigen Tagen ist der im vergangenen Jahr in der Schweiz gelaunchte Service auch im deutschen und österreichischen App-Store verfügbar.

Anwendern können mit der Spontacts-App eine gewünschte Freizeitaktivität ausschreiben, z.B. eine Mountainbike-Tour. Spontacts benachrichtigt anschließend andere lokale Mitglieder (per Push-Nachricht), die bei der Registrierung ein entsprechendes Interesse für Fahrradtrips signalisiert haben, und erlaubt die spontane Kontaktaufnahme. Jede ausgeschriebene Aktivität verfügt über einen eigenen Chat, um die Details zu besprechen, und kann auch auf der eigenen Facebook-Pinnwand veröffentlicht werden.

Das von Spontacts berücksichtigte Interessenspektrum reicht von kulturellen Unternehmungen über Erholungsaktivitäten, Sport bis zum abendlichen Ausgehen. Wer möchte, kann auf seinem öffentlichen Spontacts-Profil auch den eigenen Beziehungsstatus angeben - die drei Spontacts-Gründer scheinen für ihre Entwicklung also auch eine grundsätzliche Eignung als Flirttool anzuvisieren (wobei Mitgründer Christoph Seitz unterstreicht: "Spontacts ist keine Dating-App").

Die Spontacts-Applikation beinhaltet außerdem eine Liste mit empfohlenen Lokalitäten in der unmittelbaren Umgebung. Mit einem Klick lassen sich aus Restaurants, Kinos und Bars neue Aktivitäten machen, denen andere User in der Nähe beitreten können.

Die Idee des Schweizer Unternehmens, das sich mit seinem Angebot besonders an Pendler und neu Hinzugezogene richtet, hat ihren Reiz. Sie setzt allerdings voraus, dass sich genügend extrovertierte und offene Nutzer bei dem Dienst versammeln, so dass es in möglichst vielen Orten tatsächlich zu Kontaktanbahnungen rund um die Freizeitgestaltung kommt. Für schüchterne User dürfte Spontacts eher keine Alternative sein.

In der Schweiz will das Spontacts-Trio bis Jahresende 40.000 Mitglieder erreichen. Für Deutschland und Österreich wartet es mit einer Prognose. Kapital für erste Marketingmaßnahmen steht jedenfalls zur Verfügung: Private Investoren haben rund 120.000 Euro in das Startup gepumpt. Für das dritte Quartal ist eine weitere Investitionsrunde geplant.

Monetarisiert werden soll Spontacts in erster Linie über Sponsoring, zum Beispiel in Form von Exklusivpartnerschaften für bestimmte Aktivitätskategorien. So war in der Schweiz Migros, das größte Detailhandelsunternehmen in der Schweiz, Launchpartner für Golf und einige andere Freizeitinteressen.

Was Spontacts ganz offensichtlich noch fehlt, ist eine Android-Applikation. Deren Veröffentlichung ist für den Spätsommer geplant. Bis dahin können lediglich iPhone-Nutzer den Service ausprobieren.

Die entscheidende Frage lautet jetzt: Würdet ihr eine App wie Spontacts nutzen, um Partner für Freizeitaktivitäten zu finden?

Link: Spontacts

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